Klavierhersteller Bach, Berlin - bekannt?


Klimperer
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Hallo!

Gestern begegnete mir zum ersten Mal ein Klavier der Marke "Bach / Berlin". Optisch schätze ich es auf früh 20. Jhd. ein - Walnussfurnier, relativ elaborate Verzierungen, Drechselarbeiten, Stahlsiebabdeckung an der Rückseite, usw. Es muss seinerzeit schon ein relativ wertiges Klavier gewesen sein, denn es hat in vermutlich naher Vergangenheit größere Stimmwirbel bekommen, auch neue Tastenbeläge.

Kennt jemand von euch diesen Hersteller oder kann mir etwas dazu sagen?

Daten habe ich sonst keine gefunden - nur die Nummer 6816 auf dem Rahmen eingestanzt.

Herzliche Grüße aus Pretoria,
Klimperer / Mark
 
agraffentoni
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@Dieter weiß bestimmt was darüber.
 
Peter
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Bechsteinfan
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Evtl. Otto Bach?
Den gabs mal in Berlin.
Bach_Otto_Osc_logo.jpg


Wird heute noch als Branding z.B. in Südafrika genutzt.
 
D
Dieter
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Otto Bach – in Berlin nicht nachweisbar.
Der Name „Otto Bach“ wurde in den 20iger Jahren von Gebr. Zimmermann, Leipzig, für ihre Exportmodelle verwandt. Später, etwa 1950 hat Dietmann den Namen gekauft. Vornehmlich findet sich „Otto Bach“ in südafrikanischen Haushalten.
 
Klimperer
Klimperer
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Hallo,

Otto Bach, das war auch meine erste Reaktion, als die Kundin mir am Telefon "Bach" nannte. Otto Bach kenne ich, in beiden von Dieter genannten Versionen:
... Ich hatte selber eines der Zimmermann'schen Exportmodelle (typische Zimmermann-Zarge mit V-förmiger Dreiecksverstrebung an der Diskantspreize), und
... Ich habe schon etliche Dietmann'sche Otto Bachs aus den 60er bis 80er Jahren gestimmt, repariert usw.

Aber dies Klavier ist lediglich mit "Bach Berlin" beschriftet. Im Anhang zwei Bilder.
 

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Dieter
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Bogus-Pianos

Bach, Berlin - F. Wolff & Sohn, Dresden - J.N.C. Meyer, - Zieten, Berlin
Lippstadt & Söhne, Berlin - Carl Schönberg, Berlin, - Wolfgang Spaethe sind „Bogus-Pianos“, die nicht einzuordnen sind oder einfach Schwindelfirmen.

Dazu ein Text aus: Zeitschrift für Instrumentenbau - Band 7, S. 100, vom 1. Dezember 1886
Bogus-Pianos.
Am 25. August 1886 kamen in Sydney, 19 Pitt Street, durch die Auctionatoren Harris und Ackman verschiedene Pianos europäischer Herkunft zur Versteigerung ; auf der Liste standen neben einigen bekannten englischen und deutschen Marken auch folgende Instrumente:
„Nussbaum-Pianino von L. F. Renardi in Berlin.
Concert-Pianino in Nussbaum von Wagner in Berlin.
Concert-Pianino in Schwarz und Gold von Schaller in Leipzig.
Prächtiges Concert-Pianino in Schwarz und Gold, kreuzsaitig, extra für das australische Klima gebaut, von Schröder in Dresden.
Pianinos in Polisander und Nussbaum, dreichörig, schrägsaitig, in Eisenrahmen und mit englischer Repetitions-Mechanik, von Wilhelm Strauss in Berlin.
Wo diese Instrumente herkommen mögen, mag der Himmel wissen, denn Firmen, wie die genannten, existiren gar nicht. Das schönste dabei ist aber dass Zeugniss, welches die Auctionsfirma den Instrumenten im „Sydney Morning Herald“ mit einer seltenen Unverfrorenheit ausstellt. Die höchst fragwürdige Instrumenten-Collektion wird darin eine seltene Auslese von Muster-Instrumenten genannt, die das vollste Vertrauen des musikliebenden Publikums verdienen, seien sie doch schon ob ihrer grossartigen Eigenschaften von den hervorragendsten Musikern der Jetztzeit höchlichst belobigt und gepriesen worden! —
Dass auf diese Weise das solide deutsche Fabrikat auf schwere Weise geschädigt wird, bedarf gar keiner weiteren Erörterung. Wir glaubten immer, und englische Fachblätter berichteten ja auch so, der Schwindel mit solchen Instrumenten sei nun aus der Welt geschafft, aber leider ist das nicht der Fall“.

Kein Einzelfall von Schwindelfirmen, siehe auch „Zeitschrift für Instrumentenbau“ Band 50, vom 1. Dezember 1928, S. 164: „Gegen den Unfug deutschklingender Klaviermarken in Italien“.
 
 

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