Klavierabnahme - Fragen


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tomita3
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Hallo,
Ich habe mir 2 Kondensatormikrofone (Perception 170), ein
Interface (Alesis iO/2), Ständer und 2 Kabel dafür besorgt.
Audacity habe ich mir auch gleich runtergeladen.
Nun habe ich alles miteinander verbunden, Treiber installiert und mein Laptop hat das Interface als 2-iO/2 erkannt.
Über audacity wird nur keine Stereospur aufgenommen und nach einem Test nimmt das 2. Mikrofon nichts auf.
Weiß jemand woran das liegen könnte bzw was man dagegen machen kann?

Dann hätte ich noch eine zweite Frage zu der Positionierung der Mikrofone, wie müssen die stehen, mit Klavierdeckel auf oder zu etc...

Freue mich auf Antworten.

LG Tomita
 
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Christian15
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War keine Software bei dem Interface dabei? Normalerweise würde ich sagen, solltest du erst einmal das mitgelieferte Programm verwenden. Wenn das zweite Mikro nicht aufzeichnet, hast du mal geschaut ob am Eingang vllt. ein Defekt vorliegt bzw. ob du auch dort die Phantonspannung eingeschaltet hast?

Die Position der Mikros musst du selber austesten, sehr gute Ergebnisse lieferte bei mir, wenn man das Klavier unten öffnet und die Mikros einfach auf den Boden liegt. (ggf. kannst du auch die Ständer verwenden, nur damit kommst du etwas hoch)
 
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tomita3
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Hey,
danke für die schnelle Antwort,
also eine Software war bei dem Interface nicht dabei,nur die nötigen Treiber, die ich schon installiert habe.
Der Verkäufer meinte, dass ich problemlos die freeware audacity benutzen kann.
Die Phantomspeisung ist an und einen Defekt kann ich so nicht erkennen.
Zudem erkennt mein Laptop ja "2-iO/2 ", bedeutet das dann nicht, dass 2 Mikrofone erkannt wurden?
Sollte ich es denn mal mit einer anderen Freeware versuchen, wenn ja welche?

LG Tomita
 
Guendola
Guendola
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Die Mikrophone sind für den Computer nicht erkennbar, das System stellt lediglich fest, was die Soundkarte bzw. das Interface kann. Und "2-iO/2" ist ja schlicht und einfach dein Audio-Interface.

Du kannst erst mal den Fehler eingrenzen, indem du die Mikrophone vertauschst oder einzeln ausprobierst. Wenn der Fehler "wandert", ist entweder ein Kabel oder ein Mikrophon kaputt. Wahrscheinlicher ist aber, daß die Einstellungen der Soundkarte (in der Systemsteuerung bzw. per Lautstärkeregelung überprüfbar) nicht korrekt sind oder du in Audacity etwas anders einstellen mußt. Jedenfalls ist es überhaupt kein Problem für Audacity, Stereo aufzunehmen. Es kann nicht schaden, den neuesten Treiber für das Sound-Interface zu installieren (gibt es kostenlos im Internet) und zu prüfen, ob du die aktuelle Version von Audacity hast, insbesondere dann, wenn du Windows 7 benutzt, ansonsten wird es das Problem nicht lösen.

Wenn du Pedal benutzt, solltest du die Mikrophone nicht auf den Boden legen. Das sollte man sowieso nicht machen und schließlich hast du ja einen Mikrophonständer, und Kondensatormikrophone sind empfindlich. Seit einiger Zeit habe ich für Aufnahmen die Mikrophone von oben auf die Lücke zwischen Klavier und Wand gerichtet und bin ganz zufrieden mit den Ergebnissen. Der Klavierdeckel spielt bei dieser Positionierung keine große Rolle. Aber jeder Raum ist anders und ein paar Experimente kosten nicht viel Zeit.
 
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Christian15
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Wenn du Pedal benutzt, solltest du die Mikrophone nicht auf den Boden legen.

Bei mir gab das einfach das beste Klangbild. Sowie ich ein Ständer verwendete und die Mikros ausrichtete klang alles nach einem E-Piano Sound.
Ich denke, wenn man die Mikros vorsichtig auf den Boden legt und nicht drüber läuft, sollte das keine Probleme geben.

Die Pedale sollte man deutlich weniger hören, als die Mechanik, wenn man von oben abnimmt.
 
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tomita3
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Danke :D
Ich habe nur vergessen bei Audacity von mono auf stereo umzuwandeln :oops:
Nun nimmt es auch direkt eine Stereospur auf.
Mit den Mikrofonen werde ich wohl etwas herum experimentieren müssen, sollte das Klavier an der Wand stehen oder frei im Raum (für einen besseren Klang)?



Die Pedale sollte man deutlich weniger hören, als die Mechanik, wenn man von oben abnimmt.
Wenn wir gerade schon beim Thema Pedale und Mechanik sind, die Mechanik von meinen Pedalen knarrt ein wenig und das wird dann natürlich mit aufgenommen, den nächsten Termin mit einem Klavierbauer ist aber erst nächstes Jahr möglich.
Kann man da vorerst selbst was machen?
 
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Stuemperle
Stuemperle
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Hi Tomita3,

das Klavier sollte wegen des besseren Klanges nicht direkt an der Wand stehen - probier's aus, gut soll auch etwas schräg in der Ecke sein (fisherman), wenn Du den Platz hast (habe ich kaum - dann ist alles offen am besten).

Bei den Pedalen könntest Du ja zumindest erstmal gucken / fühlen. Wie Du drankommst weist Du?

- mos hatte irgendwelche Probleme mit Leder dort, wenn ich mich recht entsinne (Suchfunktion), Rat von Klaviermacher

- ich hatte früher Probleme mit Quietschen in der Pedallagerung (Spitzenlager), da half Grafitfett (ist Grobmaschinenbau, da kann man nicht's kaputtmachen). Letztens knarrzten wieder die Lager der Enden einer Spiralfeder, die den Waagebalken unten zurückfedert - da hatte ich früher geschmiert aber das half wohl nicht 100%, nun habe ich die Federenden mit Textilklebeband "eingefaßt", das hilft, professioneller wäre aber wohl Filztuch zwischen den Federenden und ihrer jeweiligen Aufnahme.

Viel Erfolg bei der Ursachensuche, wenn Du unsicher bist kannst Du ja hier nochmal fragen.

Gruß
Stuemperle
 
Guendola
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Mein Klavier steht ungefähr 40cm von der Wand entfernt. Für Aufnahmen und zum Spielen ist es gut so und für Publikum ist sowieso kein Platz. Der Raumklang wird vielleicht mit anderer Aufstellung besser.

Für knarzende Lederführungen wurde mir Lederfett empfohlen, ausprobiert habe ich es noch nicht. Auf jeden Fall bleibt es dort, wo man es hinschmiert, also keine Gefahr, daß es sich über das gesamte Klavier ausbreitet.

Für das Pedal hatte ich Nähmaschinenöl verwendet, das ist inzwischen verschwunden. Ich werde als nächstes ein Fett verwenden, das bei Fahrrädern in Bowdenzügen und als Rostschutz für Schrauben verwendet wird. Vielleicht hält das länger. Man kann das auf jeden Fall selbst machen, schlimmstenfalls hat man ein paar Fettflecken innerhalb des Klaviers auf dem Boden.
 
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Stuemperle
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Dann hätte ich noch eine zweite Frage zu der Positionierung der Mikrofone, wie müssen die stehen, mit Klavierdeckel auf oder zu etc...
Hier sind noch zwei Links dazu:
http://www.sengpielaudio.com/Klavieraufnahme.htm
http://innig.net/music/recordings/method/
Wobei der erste auch erklärt, was der Unterschied zwischen Instrumenten-Abnahme und -Aufnahme ist. Wenn ich's richtig verstanden habe:
- Abnahme geschieht z.B. auf der Bühne zur Vermeidung von Rückkopplung möglichst dicht am Instrument, enthält daher sehr lokale Klangbilder (von Orten, wo man normalerweise nicht lauscht) und keinen Raumklang, der vor der Präsentation erst noch künstlich hinzugefügt wird.
- Bei der Aufnahme hingegen werden die Mikrophone in weiterem Abstand z.B. am Ort eines Zuhörers positioniert, z.T. ist auch die räumliche Atmosphäre mit eingefangen.

Viel Erfolg beim Ausprobieren, wäre nett, wenn Du uns von deinen Erfahrungen berichten würdest.

Liegrü
Stuemperle
 
Guendola
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Was den "besseren Klang" betrifft, hat Stuemperle ja schon den Unterschied zwischen direkter Aufnahme des Instrumentes und Aufnahme des Raumklangs angesprochen. Wenn man Klavier als Soloinstrument aufnimmt, ist es eine reine Geschmacksfrage. Mit entsprechendem Equipment kann man einer Direktaufnahme später einen Raumklang hinzufügen, anders herum geht es nicht. Wenn man mehrere Instrumente einzeln oder auf unterschiedlichen Spuren aufnimmt, ist es leichter, den Raumklang mit aufzunehmen, da sonst die Gefahr besteht, daß der fertig bearbeitete Mix nach unterschiedlichen Räumen klingt, dann muß man allerdings bei den einzelnen Spuren sehr vorsichtig mit Equalizer und Rauschunterdrückung sein. In professinonellen Tonstudios ist das vermutlich nichts besonderes aber die Leute dort sind auch gut ausgebildet und haben vorzügliche Geräte und Software.

Für Aufnahmen mit eigenem PC, einem bezahlbaren Programm und immer dem selben Klavier ist es am besten, wenn man ein paar Probeaufnahmen mit unterschiedlichen Mikrophonpositionen macht und die Ergebnisse am besten am Klavier sitzend mit dem Original vergleicht.

Wenn du nicht Audacity erwähnt hättest, wäre ich noch auf die Idee gekommen, du wolltest das Klavier für Live-Konzerte mit Band abnehmen, um es über die PA zu verstärken. Dann muß man natürlich möglichst nahe rangehen, um Rückkopplungen zu vermeiden. Aber gerade dann sind Experimente umso wichtiger.
 
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tomita3
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Hallo, da bin ich wieder :D
Danke für die vielen Antworten.
Ich habe mein Klavier nun etwas von der Wand weggeschoben, die Mikrofone ca 20-30 cm von den Saiten aus positioniert, aufgenommen und dann über audacity noch mit dem Hall Effekt "GVerb" bearbeitet.
Bin mit dem Ergebnis vom Klang her sehr zufrieden, nur kommt manchmal so ein kleines kurzes Störgeräuch.
Liegt das an meinem Laptop, USB Schnittstelle usw?
 

Guendola
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Schalte alle unnötigen Programme ab, du bist bei der Aufnahme nicht im Internet, also auch Virenscanner und Firewall.

Es könnte aber auch sein, daß der Pegel kurzfristig zu hoch war. Bei Digitalaufnahmen klingt das nicht verzerrt, wie man es vom Tonband her gewohnt ist, sondern einfach nur seltsam. Möglicherweise ist auch während der Aufnahme ein altes elektrisches Gerät eingeschaltet worden und möglicherweise sind deine Kabel nicht gut abgeschirmt. Verwendest du XLR-Stecker auf beiden Seiten oder Klinke für den Anschluß an das Interface? Von letzterem ist abzuraten, wenn du die Wahl hast.
 
Stuemperle
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Es könnte aber auch sein, daß der Pegel kurzfristig zu hoch war. Bei Digitalaufnahmen klingt das nicht verzerrt, wie man es vom Tonband her gewohnt ist, sondern einfach nur seltsam (fett durch Stuemperle).
Ich vermute, Guendola, Du meintest so, wie ich es empfinde, aber das "nur" könnte mißverstanden werden, deswegen erlaube, dass ich meinen Senf dazugebe: das analoge Übersteuern beim Tonband brachte nur eine mehr oder weniger deutliche Klangverzerrung, beim digitalen Übersteuern jedoch wird es störend wie ein Fremdgeräusch. Es hat mit dem ursprünglichen Klang nichts mehr zu tun, sondern hört sich einfach nur seltsam an. Guendolas "nur" ist vermutlich nicht Hinweis auf eine nur geringe Intensität der Störung, sondern soll die Fremdheit des Störgeräusches unterstreichen, stimmt's?

Ich reite darauf herum, weil es eine schmerzliche Erfahrung sein kann, wenn man bei unwiederholbaren Digitalaufnahmen genauso riskant aussteuert, wie man es sich bei analogen Geräten früher traute/trauen durfte.

@tomita3: ob dieses "Clipping" die Ursache sein könnte, kannst Du leicht am Signalpegel erkennen, wenn das Fremdgeräusch an den besonders lauten Stellen auftritt.

Liegrü,
Stuemperle
 
 

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