Klavier Studieren mit 30 Jahre alt?

  • Ersteller des Themas Jean-Jaubert
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Guest
In diesem Einzelfall stand die vorliegende Biographie für eine Bewerberin, die auf gleich mehreren Gebieten hohe Begabung und hervorragende Leistungen vorweisen konnte - da fällt die Entscheidung für Schwerpunkte keineswegs leicht. Aber ich sagte ja an anderer Stelle bereits, dass ein Beurteiler meist das jeweilige Lebensalter und die jeweilige Lebensleistung in einem plausiblen Verhältnis zueinander sehen möchte, um sich dann entscheiden zu können.

LG von Rheinkultur

Allerdings so ganz rosig sehe ich in diesem speziellen Einzelfall auch nicht die Zukunft einer reinen Instrumentallehrerin. Laut ihrer website ist sie eigentlich voll im Rausch in Überaktivität, wie man es halt so im Leben nicht durchhalten kann. Für mich sieht es nach verwirklichtem Traum, mit diesem Studium ganz in die Welt der Klaviermusik einzutauchen und Randüberschreitungen in Jugendprojekten, daneben wird als JOb Klavierunterricht gegeben und pianistische Veranstaltungen in Altenheimen (sic!) und co. gegen Bezahlung natürlich. Solange man jung ist, macht das Spaß - auf vielen Hochzeiten zu tanzen, aber irgendwann wird die Erkenntnis kommen, dass für diese Überaktivität sehr wenig Geld herausspringt und kaum Zeit für die eigentliche Liebe das Klavierspiel bleibt. Denn im Unterschied zum Solokünstler, der eben seine Monate zur Vorbereitung einer Konzertsaison für sich und sein Klavier hat, dann mit relativ wenigen Auftritten ein gutes Salär erwirtschaftet, ist eben bei diesem hektischen Gespringe von Kammermusik, zu Projekt, Unterricht keine lebenslange Erfüllung hinsichtlich des Instruments gegeben.

Wenn ich sie wäre, würde ich den Traum des Klavierstudiums natürlich ausleben, aber später würde ich wieder die Wirtschaftsmathematik zur Profession machen und das Klavierspiel als gelegentlich auftretender Amateur, auch als Kammermusik, genießen. Ihr Manko ist nämlich, sie ist zu intelligent, um sich dauernd mit profanen, eher sozialen Aufgaben gegen geringes Entgelt auf Dauer wohl zu fühlen und dabei noch nicht mal Zeit zu haben, das Piano auf hohem Niveau zu pflegen.
 
 

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