KL nimmt so schnell viele Stücke durch - wie üben?

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Sonny

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Hallo alle zusammen,

ich bin jetzt seit ca. zwei Monaten bei einem neuen KL und es gefällt mir richtig gut. Das ist schon ein ganz anderes Niveau als zuvor (4 Schüler am Digi-Piano mit einem Lehrer).

Der KL spielt nur klassische kleine Originalstücke mit mir, natürlich an mein etwas fortgeschrittenes Anfängerniveau angepasst.

Jetzt ist es aber so, dass wir total viele Stücke dran nehmen. In jeder Stunde ein neues. Dieses dann die Woche drauf wiederholt und geübt und die letzten 10 - 15 Minuten wieder ein neues. So komm ich jetzt auf schon 6 Stücke, nach 6 Stunden.

Ich kann noch keines dieser Stücke richtig spielen, weil ich ja dann die Woche über schon das neue Stück übe. Ich übe zwar auch das vorherige noch weiter, ich bin aber berufstätig und kann daher nicht jeden Tag 2 Stunden üben oder so. In der Stunde drauf, kann ich dann weder das alte auch nur halbwegs flüssig spielen und das neue krieg ich allenfalls mal getrennt hin (linke Hand - rechte Hand), zusammen so gut wie gar nicht. Dann sagt der KL, ok, hier das noch üben, vor allem beidhändig zusammen spielen üben und jetzt machen wir ein neues Stück.

Ich denke mir, klar, üben muss ich das ja allein. Da kann ja nicht der KL daneben sitzen. Aber ich hab jetzt rein theoretisch bereits 6 Stücke, die ich eigentlich üben muss. Die ganz alten ja auch noch.

Wie läuft das denn normalerweise. Ist ja auch klar, dass ich jetzt an so einem kleinen Haydn Menuett mit dem KL nicht 4 Wochen dran üben kann. Wenn aber immer jede Stunde ein neues Stück kommt, sammelt sich das Übe-Material so dermaßen an, dass ich mit wenigen Freizeit nicht mehr hinterher komm. Noch 2 Monate und ich hab dann 12 angefangene Stücke, die ich alle nicht spielen kann, oder wie?
Und ich würde diese Stücke dann ja auch gern mal sauber vorspielen wollen in der Familie oder so.

Wie kann ich mir das denn am besten organisieren? Nehmt Ihr auch so viele Stücke durch? Ist das üblich? Oder wie läuft das eigentlich so ab im Klavierunterricht? Wie gesagt, ich hatte vorher eigentlich keinen richtigen Unterricht in dem Sinn.

Ich mag die Anforderungen, die der KL an mich stellt. Er gibt mir die Stücke, da denk ich mir, das kann ich nie. Aber dann beim Rumprobieren, stell ich fest, das geht schon. Da schätzt er mich gut ein. Das gefällt mir und ich fühl mich wohl. Ich weiß nur nicht, wie ich mit dem Üben der vielen Stücke umgehen soll?

Ist es überhaupt sinnvoll 6 verschiedene Stücke gleichzeitig zu üben? Was weiß ich, jeden Tag wenigstens 20 Minuten das neue und 20 Minuten eins der vielen alten? Oder so?

Bin wirklich dankbar für Tipps. Aufgrund meiner fehlenden Erfahrung, kann ich nicht einschätzen, ob das so gut ist, wie der KL das macht und wie ich es am besten organisiert krieg.

Bin auf Eure Meinung gespannt.

Ein schönes WE, viele Grüße, Sonny
 
N

Nachtmusikerin

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Ist ja auch klar, dass ich jetzt an so einem kleinen Haydn Menuett mit dem KL nicht 4 Wochen dran üben kann.
Warum nicht? Ich würde sagen, dass kommt darauf an, ob du dem Stück schon gerecht werden kannst. Das kann nach einer Woche der Fall sein oder auch erst nach zwei Monaten. Solange man an einem Stück noch Grundlegendes verbessern kann, würde ich es noch weiter üben.
LG,
NaMu
 
fisherman

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Das ist doch Overkill, Namu! Wie soll Sunny 6 Stücke (und es werden ja mehr!) parallel üben?
Ich würde mal mit dem KL bezüglich seiner Intention reden. Vielleicht geht es hier um das möglichst schnelle Erfassen von Stücken, so eine Art prima-Vista? Dann würde das in meinen Augen Sinn machen. Sollte das der Fall sein, so würde ICH mit dem KL vereinbaren, dass man zeitgleich zu den immer neuen Stücken EIN Stück richtig, richtig vertieft, bis es wirklich vorspielreif ist. Und dann das nächste.
 
N

Nachtmusikerin

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Das ist doch Overkill, Namu! Wie soll Sunny 6 Stücke (und es werden ja mehr!) parallel üben?
Zu der Thematik hatte ich mich doch gar nicht geäußert. Mir ging es nur darum, dass Stücke nicht leichtfertig weggelegt werden und hatte mich nur auf den von mir zitierten Absatz bezogen.
Du hast natürlich völlig recht. Mehr als drei Stücke würde ich nicht gleichzeitig aufgeben. Und an denen wird eben gearbeitet, bis sie zufriedenstellend gespielt werden können.
LG,
NaMu
 
nispi

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Hallo Sonny,

was möchtest du denn? Möchtest du die STücke besser spielen können? In diesem Fall sprich doch mit dem KL und bitte ihn, an den Stücken länger zu arbeiten. Oder lass dir erklären warum er die Stücke so schnell wieder weglegt.
Auf jeden FAll sollte der KL immer der erste Ansprechpartner für Fragen über den Klavierunterricht sein.
 
fisherman

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Sorry Namu, ich weiß auch nicht, was ich da gelesen habe. Sorry ;-) Außerdem gilt:
[video=youtube;Qcq2OHkH5sg]http://www.youtube.com/watch?v=Qcq2OHkH5sg[/video]

;-). Sunny, rede mal mit dem KL. Es ist wirklich wichtig, dass DU verstehst, was er bezweckt und "wo er hin will"
 
S

Sonny

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@ fisherman: prima vista bedeutet, dass man das so vom Blatt spielt, ohne es vorher richtig gesehen zu haben, oder?? Meinst Du das so?
Hm, das würde zusammen passen. Der KL hat bereits in der 1. Stunde erkannt, dass ich bislang so gut wie gar nicht nach Noten spiele, sondern nur nach Gehör (dementsprechend langsam bin ich beim Notenlesen). Er spielt mir die neuen Stücke auch nicht vor, sondern lässt sie mich nach Noten zusammen suchen. Er hat mal gesagt, dass sei Absicht, damit ich besser im Notenlesen werde.
Das würde direkt Sinn machen, dass er dann immer gleich ein Neues macht, bevor ich mich in das Stück wieder "eingehört" hab und so spiele, ohne richtig hinzu sehen (was ja dann wieder automatisch passiert).
Dann wäre Sinn der Übung ja auch gar nicht, dass ich alle diese Stücke perfekt spielen kann erstmal. Hm, ich werde ihn mal danach fragen, das wäre ja schon wichtig für mich zu wissen. Danke für den Tipp.

@NaMu: Du meinst, es macht auch nichts, wenn man mit dem KL 4 Wochen oder so an dem gleichen Stück arbeitet? Ist bestimmt ne blöde Frage, aber wie gesagt, ich hab noch nie so richtig Unterricht gehabt und dachte, dass es ja vll üblich ist, dass man schnell viele Stücke durch nimmt (falls nicht der KL was ganz anderes bezweckt :p) und man das Üben dann eben halt komplett selbst übernimmt.
 
W

Wespennest 100

Guest
Liebe Sonny,

ich habe auch eine recht anspruchsvolle KL. Wenn ich nicht bremse, sind ganz schnell 4 Stücke beisammen, die ich gleichzeitig zu üben habe. Aber es liegt ja an Dir das zu steuern. Die Stücke die ich übe sind auch sehr unterschiedlich im Bearbeitungsstand. Also üblich ist, dass ein Stück dem Ende zu geht und nur Feinarbeit gemacht wird,- ein zweites vielleicht irgendwo in der Mitte "hängt" und ein drittes recht neu ist. Ich bin in der Regel immer dann bereit für ein neues Stück, wenn die Arbeit mit den Noten abgeschlossen ist und der "Ausdruck" beginnt. (Dann habe ich wieder Platz im Kopf, dass etwas neues nachrutschen kann.) Auch übe ich im wesentlichen sehr lange an den Stücken, mindesten 3 Monate bis 12 Monate (zur Zeit Fantasie Impromptu fast fertig, Impromptu Nr. 1 Mitte und Etüde 25 Nr. 1 Anfang.)

Wenn noch Zeit in der U-Stunde ist, die gefüllt werden muß, bekomme ich ganz schnell ein neues Stück verpasst. Wir arbeiten aber auch ganz intensiv an den alten und vor lauter Arbeit ist die Zeit meistens eher knapp.

Wie intensiv bezieht sich denn Dein Lehrer auf Deine geübten Stücke? Kritisiert er viel, macht viele Vorschläge für die Verbesserung und übt das dann mit Dir? So geht normalerweise die meißte Zeit vorüber (und nicht neues kann kommen) ;).

Ich schließe mich den anderen an, Du solltest dringend mit Deiner KL reden und herausfinden, was damit bezweckt wird.

Alles Gute

Gruß Ute
 
S

Sonny

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Ich wollte mich nochmal für die Antworten bedanken. Es war jetzt eine Woche Ferien und ich hab viel geübt, aber dadurch, dass ich nun an allen Stücken gleich viel versucht habe, zu arbeiten, kann ich immer noch keins richtig. Kommende Woche gehts ja wieder los und ich werde ihn einfach mal fragen. Auch, wie ich das üben soll mit so vielen Stücken, falls jetzt doch das Ziel sein sollte, dass ich die alle spielen können soll. Ist halt schon ziemlich frustrierend so auf Dauer. Vielleicht überschätzt er mich auch. Die Stücke sind ja nun wirklich leichte Anfängerstücke aus der Klassik und da denkt er vll, dass das dann leicht zu merken ist, weil ich ja auch schon 2 Jahre Unterricht hatte (er weiß halt bloß nicht wie :-). Na ja, ich werde ihn mal ansprechen.

@Wespennest: ja, er versucht mir dann schon Tipps zu geben. Auch für den Anschlag und laut und leise spielen und Handbewegung, dass die Fingerläufe schneller klappen und so. Aber dadurch, dass ich die Stücke gar nicht richtig spielen kann, sondern immer wieder hängen bleibe oder mich verspiele, kommt das bei mir gar nicht richtig an. Ist ja logisch, wenn ich mehr damit beschäftigt bin, die Tasten zu finden, wie soll ich mich drauf konzentrieren, diese Tasten stetig lauter zu spielen oder so. Das wäre besser,w enn ich die Stücke an und für sich dann schon mal könnte bis zur nächsten Stunde. Aber das schaff ich nicht. Das ist doch alles Neuland für mich und ich arbeite ja auch noch 11 Stunden jeden Tag, kann also nur am Abend mal ne Stunde üben, wenn es hoch kommt und ansonsten dann nur am Wochenende.
Hm, na ja, ich seh schon, ich muss da wirklich mal nachfragen bei ihm. Bin halt zwiegespalten, weil ich schon den Eindruck hab, das mich das weiter bringt alles. Aber so lauter Stücke, die alle halbangefangen sind, das ist mir etwas zu heavy.
 
C

Chrissi

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Bin halt zwiegespalten, weil ich schon den Eindruck hab, das mich das weiter bringt alles.
Ist das Weiterkommen nicht das Ziel guten Unterrichts?
Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall mit dem KL reden und fragen ob es vielleicht möglich ist, dass ihr immer ein Stück in Arbeit habt, das ihr so lange und genau übt bis es wirklich vorspielfertig ist.
 
T

Tastenfreak

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Wichtig ist es einen wirklichen Pädagogen als Lehrer zu haben. Viele "Lehrer" spielen das Instrument, und unterrichten dann um damit Geld zu verdienen. Ein guter Klavierlehrer kann abschätzen, wieviel er einem Schüler abverlangen kann. Er hat auch immer mehrere Wege zu einem Ziel parat um die speziellen Talente des Schülers nutzen zu können. Dann steht dem Weiterkommen nichts im Wege. Ebenfalls sollte auch das richtige Üben im Unterricht gezeigt werden, und verschiedene Stilrichtungen neben der Klassik behandelt werden. Kontakt für mehr Infos: http://www.schwager-music.at[/URL
 
 

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