KL als Berater?


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hpeterh
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Hallo,

ich möchte euch mal mit einem kleinen Szenario konfrontieren:

Angenommen, ich kann den Tennessee Waltz spielen.
Ich kann die Melodie fehlerfrei spielen, und ich kann die Akkorde fehlerfrei linkshändig spielen, (1 Akkord/Takt). Ich kann die Tonleiter, die dazugehört spielen, bzw, bin willens das zu lernen. (Sagen wir mal G-Dur oder so)
Ich hab auch allerlei Vorkenntnisse über Akkorde und Harmonielehre, bzw. bin willens, mir die selber anzueignen.
Ich bin auch willens, eine andere Tonleiter, oder andere Noten zu nehmen, wenn der KL das für besser hält.

Noten lesen kann ich, aber nicht flüssig, sondern sozusagen nur "offline". Ich schreibe mir die Namen der Töne und Akkorde selber unter oder über die Noten.

Ich komme nun zum KL mit diesem Wunsch:
Ich möchte den Tennessee Waltz beidhändig spielen, mit einer ausgefeilten Begleitung, und möglichst im Floyd Cramer Country Stil.
Was ich noch nicht so richtig kann, ist mit der linken Hand die Begleitung mit Bass und Akkord über mehrere Oktaven in typischen Country Stil zu spielen.

Der Klavierlehrer möge mir bitte zeigen, wie das geht, ich spiele ihm vor, was ich kann, und er gibt mir Ratschläge, was ich verbessern oder üben muss, um das richtig hinzukriegen.

Ich übe das dann, und bei der nächsten Klavierstunde gibt er mir neue Unterweisungen. Usw. Wie es weitergeht, weiss ich noch nicht, evtl gibt es dann neue Ideen, oder ich habe den Song solange geübt, dass es mir gut genug ist oder dass ich ihn total über habe ;-). Schon ein vorgefasstes Konzept, aber kein starres Programm, sondern eher ein flexibler Unterricht,
der sich mehr an meinen Fähigkeiten und an meinem Fortschritt und meinen Wünschen orientiert, als an starren Lehrplänen.

Wenn dieser KL auch Keyboard unterrichten könnte, (aber natürlich nicht mit Single Finger Begleitung, sondern richtige Akkorde) wäre sicher auch nicht verkehrt.

Gibt es so einen KL? Ist das überhaupt möglich und sinnvoll? Wie findet man so einen KL?

Was meint Ihr? ;-)

Grüsse,

Peter
 
Nora
Nora
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Ich komme nun zum KL mit diesem Wunsch:
Ich möchte den Tennessee Waltz beidhändig spielen, mit einer ausgefeilten Begleitung, und möglichst im Floyd Cramer Country Stil.
Was ich noch nicht so richtig kann, ist mit der linken Hand die Begleitung mit Bass und Akkord über mehrere Oktaven in typischen Country Stil zu spielen.

Der Klavierlehrer möge mir bitte zeigen, wie das geht, ich spiele ihm vor, was ich kann, und er gibt mir Ratschläge, was ich verbessern oder üben muss, um das richtig hinzukriegen.

Hallo Peter,

bin keine Klavierlehrerin. Dies vorweg. Meine Meinung hierzu: Du hast einen wirklich sehr speziellen Wunsch. :D
Auf der anderen Seite ist es vielleicht öfter so, dass Erwachsene über den Wunsch ein bestimmtes Stück zu können, anfangen Klavierunterricht zu nehmen.
Ich habe auch eine Klavierlehrerin, die nach keiner bestimmten Klavierschule arbeitet. Wenn ich zu ihr gekommen wäre, erstmal mit dem Wunsch ein bestimmtes Stück zu lernen, hätte sicher nichts dagegen gesprochen. Allerdings hätte ich meine momentanen Kenntnisse erst mal unter Beweis stellen müssen. Und danach hätte sie dann entschieden, ob das Stück für mich schon zu spielen ist oder ob ich mit leichteren Stücken beginnen muss.


Wenn dieser KL auch Keyboard unterrichten könnte, (aber natürlich nicht mit Single Finger Begleitung, sondern richtige Akkorde) wäre sicher auch nicht verkehrt.

Gibt es so einen KL? Ist das überhaupt möglich und sinnvoll? Wie findet man so einen KL?

Warum sollte es so einen Klavierlehrer nicht geben? Allerdings schließen die Klavierlehrer, die ich kenne, nach einigen Probestunden langfristige Verträge ab. Es gibt da aber wahrscheinlich auch andere Möglichkeiten.

Wie man ihn findet? Vielleicht bin ich da zu pragmatisch veranlagt. Aber ich würde sagen, Branchenbuch aufschlagen und mit den Klavierschulen, Lehrern sprechen, Deine Vorstellungen darlegen und gucken, ob ihr auf einen Nenner kommt. Im Internet zu suchen kann auch etwas bringen.

Viel Glück bei Deiner Suche!

lg

Nora
 
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hpeterh
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bin keine Klavierlehrerin. Dies vorweg. Meine Meinung hierzu: Du hast einen wirklich sehr speziellen Wunsch. :D
Auf der anderen Seite ist es vielleicht öfter so, dass Erwachsene über den Wunsch ein bestimmtes Stück zu können, anfangen Klavierunterricht zu nehmen.

Hallo Nora,

vielen Dank für den Kommentar.
Ganz so speziell ist mein Wunsch allerdings nicht, und ich habe aber Gründe dafür:

Ich bereits versucht, das zu spielen, hab zur Zeit aber nur Noten, die ich mir aus einem MIDI File extrahiert habe. Wenn irgendwo ein schönes Arrangement finde, würde ich auch das nehmen, aber es sollte definitiv Country Style sein.

Es muss nicht "Tennessee Waltz" sein, das war nur als Beispiel gemeint.

Möglich sind auch andere Stücke in dieser Richtung, z.B. "Crazy" von Willie Nelson, dafür hab ich auch ein Leadsheet von HAL Leonard gekauft.

Auch andere Country Klassiker kommen in Frage.
Bedenken hab ich nur deshalb: Floyd Cramer ist einer der Schöpfer des sogenannten "Nashville Sounds". Der gehört sicher in die easy listening Kategorie und in meiner Jugend hätte die Musiklehrerin am Gymnasium das wohl als "Kitsch" bezeichnet.

Ich hab mir Country ganz bewusst ausgesucht, weil es schöne einfache Harmonien und Rhythmen sind, man kann das sowohl sumpersimpel als auch rockig und jazzig spielen; d.h. auf irgendeinem Niveau kann auch ich das ganz bestimmt lernen.

Beispiele für "Crazy":
http://www.youtube.com/watch?v=F5BnCEPr7cU
http://www.youtube.com/watch?v=qBFGrFDiV7c

Beispiele für Floyd Cramer Stil:
http://www.youtube.com/watch?v=hHnFp6UzXK0

Es ist natürlich eines klar: Wer den Namen Floyd Cramer nicht kennt, oder das als minderwertigen Kram ansieht, der kommt als KL nicht in Frage...
Der kann auch keine Ahnung von Country Musik haben :D

Sollte ich dann doch besser Keyboard Unterricht nehmen?

Grüsse,

Peter
 
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Guendola
Guendola
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Das Szenario wird funktionieren, aber nur sehr langsam. Stell dich darauf ein, daß du erstmal diverse "ausgefeilte Begleitpatterns" lernen mußt, Koordination zwischen linker und rechter Hand muß trainiert werden und vor allem mußt du einen Lehrer finden, der sich mit Country Music für Klavier auskennt. Sicherlich kann man Klavierspielen in bezug auf Country Music mit einem Baukasten vergleichen, nur müssen die Bausteine auch gut genug sein und das Zusammensetzen ist eben nicht so einfach, wie du es dir vorstellst. Obendrein sind Leadsheets ja nicht immer komplett ausgeschrieben, da mußt du auch noch selbst passende "Bausteine" herstellen.
 
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hpeterh
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Ich hab mir nun wieder mal ein Buch als Lehrer zugelegt.
"Klavierspielen wie ein Barpianist nach Akkordsymbolen" von Alfred Pfortner, Siebenhüner Verlag.

Davon bin ich jetzt recht angetan. Die Beispiele sind auch nicht schwieriger, als in anderen Anfängerlehrbüchern, aber solche Dinge, wie die Erklärung der Tastatur usw. fehlen. (Es ist ja nicht als Anfängerbuch gedacht) Brauch ich auch nicht.

Zu den Liedern (die Texte fehlen leider) erhält man die Akkorde und /mehrere/ ausnotierte Begleitvorschläge mit Übungsanweisungen. D.h. ein- und dasselbe Stück wird mehrfach geübt, mit unterschiedlichen Stilen und steigendem Schwierigkeitsgrad, vermengt mit ein paar Theoriegrundlagen und für alle ausnotierten Beispiele gibt es ein Demo auf CD. Das zieh ich jetzt durch, wenn ich das nicht lerne, dann lerne ich es nie ;-)

Peter
 
Nora
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Hallo Peter,

ich hoffe, wir haben Dich nicht mit unseren Beiträgen so entmutigt, dass Du erst gar nicht nach einem Klavierlehrer gesucht hast. :(

Auf jeden Fall toi toi toi bei der Selbstlernmethode! :p

lg
Nora
 
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hpeterh
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Hallo Nora,

direkt entmutigt nicht, allerdings hab ich mich zunächst nun gegen einen KL entschieden, weil ich mir nun ein festes Übungsprogramm vorgenommen habe.

Aber auch aus anderen Gründen: Hier in dem relativen Vakuum zwischen Stuttgart und Heilbronn, dürfte es schwer werden, einen /geeigneten/ KL zu finden.
Es besteht auch durchaus die Gefahr, dass der KL an mir verzeifeln würde, denn ich bin nicht besonders talentiert, aber eigenwillig und starrsinnig und besserwisserig :cool:

Ich übe nun täglich "My Bonnie is over the Ozean", das ist auch nicht so schwierig, das man einen KL dafür braucht. Aber man braucht Zeit dafür, und die kostet beim KL Geld.

Es geht darum, das mit mehreren verschiedenen Begleitformen zu üben, und zwar so lange, bis ich diese Begleitungen taktsicher, instinktiv und blind -im Schlaf- spielen kann.
Bis soetwas automatisiert ist, das dauert Tage bis Wochen und ein KL könnte mir momentan dabei nicht helfen, glaube ich.

Grüsse,

Peter
 
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frodo
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Hi Peter,
ich habe einen ähnlichen Standpunkt und etwa das gleiche " Können"!
Auch habe ich mir vor 2 Tagen das Buch von Pfortner gekauft ( unabhängig von dem Forum)
Ich finde das Werk sehr gelungen und die CD ist sehr hilfreich für Selbstlerner.
Allein die Stücke mal so Solo anzuhören motiviert mich sehr.
Ich werde mir auch den zweiten Band kaufen!
Good luck and good Success für unseren Fortschritt ;-)

PS Es gibt im Internet viele Tutorials und auch Kurse für notenunabhängiges Spielen mit Akkorden!
 
 

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