Kann man zu blöd zum klavier spielen sein?

  • Ersteller des Themas Tollpatsch
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Ich wünsche dir viel Erfolg dafür Manuela. ;)
 
Erfolg ist relativ, zum Glück werden keine Musikkritiker anwesend sein ;-)

Das Publikum besteht aus Eltern und Bekannten der SchülerInnen, und die erwarten sowieso ein anderes Niveau von den Vortragenden, etwa auf Alle-meine-Entlein Level. Die anderen SchülerInnen sind Kinder, die meist außerhalb der Klavierstunde nichts üben. Und die Eltern sind zufrieden damit, immerhin lernt das Kind ein Instrument :-D
 
Meine Frage war quasi eine Antwort auf die vorherige Unterstellung, Manuela könnte keine Noten lesen. Nur weil sie gesagt hat, wenn man sich noch auf die Noten konzentrieren muss, kann man keine Musik machen.
Vielleicht solltest du meinen entsprechenden Post richtig lesen, es ging nicht um das bloße Tastenfinden nach Notenbild, sondern wie mick es auf den Punkt gebracht hat, um das Lesen der Noten als komplexes Musikstück.

Im Übrigen finde ich es nicht nett, einen konstruktiven Beitrag als "Unterstellung" zu brandmarken. Oder soll man nur wider besseres Wissen brav Beifall klatschen? Dann braucht man ja nicht zu posten, wenn man eh nur Bestätigung seiner Auffassung sucht.
 
Und anschließend werde ich ein paar neue Stücke angehen (das Cis-Moll Prelude von Rachmaninow z.B., das kann ich ganz schlecht vom Blatt spielen, weil es einfach zu viele Noten auf einmal sind).
Ja, zu viele Noten auf einmal sind ganz schlecht. ;) Ich bin ja noch wirklich richtig am Anfang, und ich muss immer schon bei weniger Noten aufpassen. Aber es werden immer mehr. Jetzt habe ich schon ein paar ganz nette Triolen in einer Clementi-Sonatine.

Es ist aber schon interessant, was man erreichen kann, wenn man regelmäßig übt. Schade, dass ich als Kind nicht die Möglichkeit hatte. Aber im Gegensatz zu dem, was man oft so hört, geht das auch als Erwachsener noch sehr gut. Manchmal vielleicht sogar besser, weil man die richtige Motivation hat.

Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt, was ich vielleicht in einem Jahr so kann. Es geht wirklich schneller voran, als ich gedacht hätte. Ich spiele die Stücke zwar noch sehr langsam, aber langsam klingen sie schon.

Auswendig mit einer Hand geht ganz schnell (automatisch beim Üben merke ich mir das schon), mit zwei Händen dauert es dann ein bisschen länger, aber geht auch gut. So etwas hätte ich noch vor ein paar Monaten nicht für möglich gehalten.

Es ist ungeheuer spannend, sich weiterzuentwickeln, etwas Neues zu lernen, Erfolg zu haben.

Manchmal denke ich, man muss nur die richtige Methode an die Hand bekommen. Ich habe früher immer gleich mit zwei Händen gespielt, und das ging irgendwie nicht so gut. Jetzt, wo ich jede Hand erst einmal einzeln übe, geht es viel schneller, dass ich ein Stück kann, es auch auswendig kann (war früher unvorstellbar für mich) und die Musik dann auch richtig genießen kann.

Ein Flügel wäre noch ein Traum, aber es geht auch ohne. Ich spiele mit der PianoteQ-Software, und das klingt auf jeden Fall wie ein Flügel, das ist schon mal die halbe Miete. :)
 
Vielleicht solltest du meinen entsprechenden Post richtig lesen, es ging nicht um das bloße Tastenfinden nach Notenbild, sondern wie mick es auf den Punkt gebracht hat, um das Lesen der Noten als komplexes Musikstück.

Im Übrigen finde ich es nicht nett, einen konstruktiven Beitrag als "Unterstellung" zu brandmarken. Oder soll man nur wider besseres Wissen brav Beifall klatschen? Dann braucht man ja nicht zu posten, wenn man eh nur Bestätigung seiner Auffassung sucht.
Es war definitiv eine Unterstellung, denn Manuela hatte nichts in der Richtung gesagt.

Dieser Thread heißt "Bin ich zu blöd zum Klavierspielen". Wo kann es da um komplexe Musikstücke gehen? Also war der Beitrag von Mick in mehr als einer Hinsicht am Thema vorbei (und zudem beleidigend). Wenn man nichts Konstruktives zu einem Thema zu sagen hat oder überhaupt nichts zu einem Thema zu sagen hat (wie in diesem Falle Mick), dann gibt es immer die Möglichkeit, seinen Mund zu halten. Man muss nicht zu jedem Thema etwas sagen und vor allem muss man sich nicht in jedem Thema als Crack aufspielen, der mehr kann als andere und sich über andere lustig macht.

Das ist einfach kein besonders netter Charakterzug. Unterstützung ist das, was man in einem Forum sucht, sicherlich auch konstruktive Kritik (die Betonung liegt hier auf konstruktiv). Dumme Bemerkungen kann sich jeder sparen. Das kann man am Stammtisch in seiner Stammkneipe loswerden, wenn man denn das Bedürfnis hat.
 
Ich habe überhaupt nichts von komplexen Musikstücken geschrieben. Und was ich geschrieben habe, gilt auch nicht speziell Profis, sondern ebenso für jeden Anfänger. Um Musik zu machen, ist es notwendig, eine genaue Klangvorstellung zu haben. Ein Sänger kann nicht einen einzigen Ton richtig singen ohne Klangvorstellung, und ein Geiger kann ebenfalls keinen sauberen Ton produzieren, den er nicht innerlich vorhört. Beim Klavier geht es scheinbar auch anders, mit irgendwelchen Ton-zur-richtigen-Zeit-drück-Video-Tutorials. Aber eben nur scheinbar - man hört nämlich sofort, ob da jemand mit Klangvorstellung spielt oder ohne.

Der Grund für meinen Beitrag war im übrigen nur deine etwas merkwürdige Bemerkung über das Auswendigspiel. Es ist eben nicht notwendig, ein Stück auswendig zu lernen, bevor man daraus Musik machen kann. Wenn es so wäre, wie könnte ein Orchester dann jemals gut spielen?
 
Dieser Thread heißt "Bin ich zu blöd zum Klavierspielen". Wo kann es da um komplexe Musikstücke gehen? A
Ach her je, mit komplex war nicht etwa kompliziert gemeint, sondern was man alles den Noten entnehmen kann : und ist eben nicht einfach die Notenabfolge, wie etwa sven es in einem anderen thread mit Buchstabieren eines Textes versus Lesen des selben verglichen hat. Wenn ich etwas lese muss ich sofort verstehen, nicht nur das Wort, sondern im Kontext. Im Falle eines Gedichtes, oder literarischen Textes oder meinetwegen einer feurigen
Wahlkampfrede müssen auch Emotionen, Stimmungen mit Bedeutung verknüpft und so vorgelesen werden und da macht es null Unterschied ob man es auswendig tut oder abliest.

Ihr beide versteift euch aber darauf, das hier Angriffe auf die Fähigkeit Noten einem Ton und damit einer Taste zuordnen zu können erfolgen. Davon ist nicht die Rede, sondern dass man erfasst,was für Musik dort notiert ist. Aus sich heraus bringt nämlich die Komposition Stimmung Emotion und so weiter mit. Und das hat rein gar nichts mit auswendig oder nicht zu tun.


Und der Titel des Threads bedeutet nicht, das hier die "Deppen" sich gegenseitig ausweinen, sondern jeder seine Einlassungen zum Thema (oder eben nicht) posten darf. Und ich würde sehr vorsichtig sein als absoluter unbedarfter Anfänger hier anderen Arroganz und co vorzuwerfen (meine Übersetzung deiner Auslassung gegenüber einem teenager, der tatsächlich es drauf hat), denn wie dieses Missverständnis ist es eben Zeichen, dass ihr den Punkt gar nicht verstanden habt.
 
Und anschließend werde ich ein paar neue Stücke angehen (das Cis-Moll Prelude von Rachmaninow z.B., das kann ich ganz schlecht vom Blatt spielen, weil es einfach zu viele Noten auf einmal sind).
@Manuela tausendmal pardon, aber das ist wirklich Blödsinn!!!

Die Außenteile des berühmten Preludes bestehen lediglich aus den banalen Kadenzen (mit Neapolitaner) von cis-Moll, E-Dur und gis-Moll! da gibt es nicht viel zu "lesen": wer alle erweiterten Kadenzen in allen Tonarten kann (und das ist eine banale Basis-Anforderung), der kann das sofort fehlerfrei in gemäßigtem Tempo vom Blatt spielen!

Ein wenig (aber nicht viel) komplizierter erscheint der Mittelteil, der aber harmonisch keine Neuigkeiten im Vergleich mit den Außenteilen bringt. Lediglich in der triolischen Schüttelpassage am Ende des Mittelteils muss man die verminderten Dominantseptakkorde von fis-Moll und cis-Moll kapieren (aber das ist eigentlich auch ziemlich trivial, jedenfalls nicht schwer zu kapieren)

Also: bzgl. lesen und harmonisch begreifen gibt es in diesem beliebten Prelude absolut gar keine Probleme!!!

spieltechnisch hingegen sieht das ganz anders aus!

das Stück ist weder leicht noch mittelschwer, sondern durchaus anspruchsvoller!! Abgesehen davon, dass im dritten Teil beachtliche Akkordmassen klanglich akzeptabel und keinesfalls lahm-behäbig absolviert werden müssen, stellt spätestens die triolische Schüttelpassage am Ende des Mittelteils eine durchaus virtuose Anforderung dar - das Stück ist nichts für Anfänger, und "fortgeschrittene" müssen technisch schon sehr fortgeschritten sein, um keine lächerlichen Ergebnisse zu erbringen...

ähnliches gilt für Debussys beliebte versunkene Kathedrale: die ist ebenfalls für die meisten "fortgeschrittenen" Hobbyspieler eigentlich zu schwierig
 
@Manuela tausendmal pardon, aber das ist wirklich Blödsinn!!!

Die Außenteile des berühmten Preludes bestehen lediglich aus den banalen Kadenzen (mit Neapolitaner) von cis-Moll, E-Dur und gis-Moll! da gibt es nicht viel zu "lesen": wer alle erweiterten Kadenzen in allen Tonarten kann (und das ist eine banale Basis-Anforderung), der kann das sofort fehlerfrei in gemäßigtem Tempo vom Blatt spielen!

Sorry, dass ich nicht mal die elementarsten Anforderungen des Klavierspiels beherrsche. Alle erweiterten Kadenzen in allen Tonarten aus dem ff beherrschen ist wirklich ein Klacks, dass können fast alle Anfänger nach wenigen Monaten.

Mit diesen Hinweisen spielt sich das Prelude dann praktisch von alleine. Was nur meine Ansicht bestätigt, ich bin einfach zu blöd zum Klavierspielen.
 

Sorry, dass ich nicht mal die elementarsten Anforderungen des Klavierspiels beherrsche. Alle erweiterten Kadenzen in allen Tonarten aus dem ff beherrschen ist wirklich ein Klacks, dass können fast alle Anfänger nach wenigen Monaten.

Mit diesen Hinweisen spielt sich das Prelude dann praktisch von alleine. Was nur meine Ansicht bestätigt, ich bin einfach zu blöd zum Klavierspielen.
Nicht persönlich nehmen, doch die Kadenzen und erweiterten Kadenzen als Entdeckungsreise begreifen lernen, kann viel Spaß machen und hilft wirklich, Stücke in ihrem Aufbau zu erfassen und leichter zu verinnerlichen. Regelmäßig in kleinen Portionen eingeflochten ins tägliche Übungsprogramm hat man die dann tatsächlich nach einer gewissen Zeit drauf.
 
Ich finde es für mich entscheidend, wie ich an eine Sache herangehe, denn es ist ja meine Freizeit und zwischen ich übe oder pauke Kadenzen oder ich entdecke Kadenzen, experimentiere mit Akkorden, höre, wie es klingt und wo es klanglich hingehen will, da ist ein Unterschied, es ist lustbetonter und macht mir auf diese Weise Spaß, Nutzen bringt es in jedem Fall, sich auf dem Tastengelände und in den Harmonien möglichst gut auszukennen.
 
Meine Kinder warfen mir vor, ich hätte "geschummelt".

Das ist kein schummeln, das ist völlig normal. Weiterspielen ist besser als aufhören, es sei denn, man hat sich wirklich völlig verfranzt.
Ich hatte mal einen Blackout in einem Konzert und habe nach dem Thema die erste Variation völlig verhunzt, aber aufgehört hab ich nicht. Hinterher sagte mein Chorleiter, es sei doch ganz erstaunlich gewesen, wie progressiv Mendelssohn komponiert habe :-D Ab der zweiten Variation war wieder alles gut.
 
Hallo Tollpatsch, also wenn wir bei dieser Frage schon psychologisch herangehen, dann gebe ich Dir den Rat mit Fehlern zu spielen. Wenn du vernünftig und richtig übst, trifft Dich ja keine "Schuld" wenn Du etwas nicht oder noch nicht kannst. Lerne die Fehler zu akzeptieren. Wenn Leute zuhören, kannst du sie ja fragen, ob ihnen das Spiel auch mit einigen Fehlern Recht sei, oder ob du es lieber lassen solltest. Du bist ja weder ein CD-Spieler, noch ein Konzertpianist. Und wenn die Leute Dich gern hören möchten, dann spiel die Werke doch mit den Fehlern. Schau die Fehler genau hinterher an, und akzeptiere sie. Das Schlimmste ist die existentielle Angst vor Fehlern: mal im Ernst: um was geht es denn? Geht die Welt unter, nur weil du ein "Fis" übersehen, oder einen Akkord versemmelt hast? Die Fehler sind nur dann Feinde, wenn Du sie als Feinde betrachtest, und wenn du ihnen mit ihren negativen Gefühlen Macht über dich gibst.
Nicht die Fehler sind unsere Feinde, sondern de rFeind lebt in uns selbst, der aus Fehlern Feinde macht.
 
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