Interpretationsideen zu Robert Schumann, Papillons op. 2

Gecko

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Hallo zusammen,

Seit ein paar Tagen übe ich ein bisschen an Schumanns Papillons op.2 und habe heute kurz die Nummern 1 - 5 aufgenommen (streng genommen 0-5 :) ...). Die Töne sitzen noch nicht überall perfekt, aber ich bin in dem Bereich zuversichtlich, dass das bald klappen sollte. Was mich mehr umtreibt, ist die Idee einer guten und musikalischen Interpretation, da ich das gerade bei so einem vielschichtigen Stück ziemlich schwierig finde.

Wenn jemand möchte, kann er mir vielleicht ein kleines Feedback oder Hinweise zu meiner Interpretation dieser ersten Nummern geben, das würde ich mich sehr freuen!!

Danke schon jetzt ! :)

(Das ist mein erster Post hier, ich hoffe ich habe alles richtig gemacht:003:)
 

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  • SchumannPapillons0bis5.mp3
    5 MB · Aufrufe: 131
Wow!

Ich hab das Stück selber mal gespielt. Technisch scheinst Du nicht die Schwierigkeiten zu haben, wie ich sie hatte. Die paar Mal, wo Du daneben haust, das kriegst Du sicher hin, aber es klingt schon mal ziemlich unangestrengt. Bin neidisch!

Zur Interpretation: Es ist alles recht schnell (für meinen Geschmack). Richter, glaub ich, spielt das auch so schnell. Ich finde, es kann ruhig etwas langsamer, dafür beschwingter ... romantisch halt. Meiner Meinung nach kannst Du, z. B. in (1), viel mehr Rubato machen und auch die Dynamik viel stärker machen (ok, ich habs jetzt nur über Notebook-LS gehört, vielleicht ist da schon mehr, als ich hier wahrnehme).

Wird gut!
 
Als Orientierung für den Pedaleinsatz empfehle ich dir die Aufnahme von Wilhelm Kempff (von dem kann man in Sachen Pedal immer lernen!)
Die Papillons sind eine sehr schöne Aufgabe (ich mag das "Finale" ganz besonders!)
 
Wow!

Ich hab das Stück selber mal gespielt. Technisch scheinst Du nicht die Schwierigkeiten zu haben, wie ich sie hatte. Die paar Mal, wo Du daneben haust, das kriegst Du sicher hin, aber es klingt schon mal ziemlich unangestrengt. Bin neidisch!

Zur Interpretation: Es ist alles recht schnell (für meinen Geschmack). Richter, glaub ich, spielt das auch so schnell. Ich finde, es kann ruhig etwas langsamer, dafür beschwingter ... romantisch halt. Meiner Meinung nach kannst Du, z. B. in (1), viel mehr Rubato machen und auch die Dynamik viel stärker machen (ok, ich habs jetzt nur über Notebook-LS gehört, vielleicht ist da schon mehr, als ich hier wahrnehme).

Wird gut!

Lieber Dilettant,

Vielen Dank schonmal! :)
Mehr rubato probiere ich mal aus, aber wenn ich mir das so vorstelle, wird das wahrscheinlich wirklich sehr schön passen. Und beim Tempo versuche ich auch nochmal, das ganze vielleicht ein bisschen romantischer anzugehen ;)
 
Als Orientierung für den Pedaleinsatz empfehle ich dir die Aufnahme von Wilhelm Kempff (von dem kann man in Sachen Pedal immer lernen!)
Die Papillons sind eine sehr schöne Aufgabe (ich mag das "Finale" ganz besonders!)

Danke! Ich habe mir von Kempff schon einmal eine Aufnahme angehört, ich achte mal genau auf das Pedal. Was mir aber aufgefallen ist, ist, dass er beim Finale das Tempo nach der ersten Phrase deutlich verlangsamt... Ich finde, dadurch verliert diese kurze Achtel-/Sechzehntel-Passage ein bisschen an ihrem "Tanzcharakter"... Streng genommen gilt ja auch da das Tempo der ersten Phrase durch. Insgesamt mag ich seine Aufnahme aber auch sehr. :)
 
Was mir aber aufgefallen ist, ist, dass er beim Finale das Tempo nach der ersten Phrase deutlich verlangsamt...
das ist ja auch vorgeschrieben im Finale, dass es langsamer, träumerischer wird: das rasche Tempo wird beim Einsatz des Walzerthemas reduziert (piu lento) und später kommt noch ein ritardando (wenn die Turmuhr schlägt und der Walzer mit dem Finalethema kombiniert wird über dem "ewigen" Bass-D wird es immer "verträumter")
und das genialste kommt dann ganz am Ende
arpeggierte Pausen.png
 
das ist ja auch vorgeschrieben im Finale, dass es langsamer, träumerischer wird: das rasche Tempo wird beim Einsatz des Walzerthemas reduziert (piu lento) und später kommt noch ein ritardando (wenn die Turmuhr schlägt und der Walzer mit dem Finalethema kombiniert wird über dem "ewigen" Bass-D wird es immer "verträumter")
und das genialste kommt dann ganz am Ende
Den Anhang 31161 betrachten


Das Ende ist wirklich toll, in meiner Ausgabe steht als Anmerkung, dass in einer posthumen Ausgabe das Bild der Turmuhr beschrieben ist, die nach der Faschingsnacht sechsmal schlägt.

Meine Frage ist an dieser Stelle in den Noten: Das Tempo müsste ja in beiden Zeilen gleich sein, richtig?

Generell finde ich, dass das ganze Stück, vor allem die Nummer 11 und das Finale unglaublich viel Spaß zu spielen machen!Screenshot (3).png
 
Wie soll das Tempo des 3/4 denn gleich sein mit dem 2/4? Traditionell wird der 3/4 des volkstümlichen Großvatertanzes behäbiger gesungen als der 2/4 mit dem anzüglichen Text.
 
Wie soll das Tempo des 3/4 denn gleich sein mit dem 2/4? Traditionell wird der 3/4 des volkstümlichen Großvatertanzes behäbiger gesungen als der 2/4 mit dem anzüglichen Text.

Naja, die Viertel könnte (und sollte man meiner Meinung nach) im gleichen Tempo spielen.
Oder findest du, dass der ganztaktige Schlag gleich bleiben sollte? (Das hätte auch was.)
 
Wenn man da unbedingt eine Relation herstellen will, dann sollte der ganztaktige Schlag gleich bleiben.Bei gleichen Vierteln wird der 2/4 viel zu schnell.

Ich finde aber, dass man hier nicht streng vorgehen muss und sollte. Das Metrum in diesen kurzen Miniaturen ist nirgendwo auch nur annähernd eine Konstante, wozu soll man das hier mit Gewalt erzwingen? Ich würde den Großvatertanz mal singen, dann ergibt sich das richtige Tempo der Abschnitte von alleine.

Ich schreibe das ein wenig unter Vorbehalt, weil ich mich mit dem Stück nie näher beschäftigt habe. Bei eingehender Beschäftigung damit würde ich vielleicht zu einem anderen Ergebnis kommen. Wahrscheinlich aber nicht.
 
Ja, das leuchtet ein. Wenn man den ganztaktigen Schlag beibehält, ergibt sich für den 2/4 ein gutes spritziges Tempo, das eigentlich ganz gut zum Charakter eines leichten Tanzes passt.
 

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