Hammerkopf schlägt mehrmals


R
robert
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Hallo,

An meinem Klavier habe ich am kleinen c das Problem, dass bei mittelfestem Anschlagen der Hammerkopf die Saite zweimal anschlägt, da er wohl etwas wackelt.
Bei nur leichtem Anschlagen erreicht der zweite Schlag nicht die Saite und bei festen Anschlagen wird der Hammer durch den Fänger abgefangen.
Durch diesen Fehler klingt der Ton etwas leiernd.

Ich habe mir die Mechanik angesehen, konnte aber keinen klaren Mangel feststellen oder einen Unterschied zu der Mechanik des Nachbartons ersehen. Allerdings ist es auch schwierig das genauer zu untersuchen.

Kennt jemand zufällig das Problem, oder kennt sich mit der Mechanik soweit aus, dass er die Ursache kennt?
Wenn ja, wäre ich für eine Antwort dankbar.
 
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Klavierbaumeister
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Der Hammer trommelt, da die Stoßzunge nach dem Auslösen nicht weit genug unter der Hammernuß hervorkommt und verhindert, dass der Hammer "in den Fang" geht.
Kann mehrere Ursachen haben:
Steighöhe zu groß, Spieltiefe zu niedrig, Auslösung zu knapp, etc.
Ich vermute eine zu geringe Spieltiefe aufgrund Setzens des Waagebalkens.
Provisorische Abhilfe bis der Klavierstimmer kommt:
Auslösung etwas vergrößern.
 
klaviermacher
klaviermacher
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Was Klavierbaumeister gesagt hat stimmt - doch vermutlich haperts gleich mal am Werkzeug. Ich kann Dir eine andere Lösung anbieten:

Zwischen Taste und Mechanik könnte Luft/Totgang bzw. Leerspiel entstanden sein. Das lässt sich folgendermaßen feststellen:

Beim ersten Millimeter der Abwärtsbewegung der Taste, die du drückst, schau auf die Mechanik. Bewegt sich der Unterteil - das ist das Hebeglied, ohne daß sich sofort der Hammer und Gegenfänger mitbewegt? Dann hast du Leerspiel. Dieses Leerspiel könnte für das Trommeln verantwortlich sein und muss weg.

Folgende Technik kann ich anbieten zum beheben des Problems (außer das Klavier ist sehr alt, dann hat es u.U eine etwas komplexere Schraubvorrichtung)

Am hinteren Tastenhebel befindet sich eine Art Schraube aus Holz oder Messing (der Pilot) der die Mechanik anhebt. Er hat seitlich Löcher zum einhaken und verdrehen bzw. damit kann man die Höhe justieren. Mit einem spitzen Gegenstand (Nagel oder Stricknadel) einhaken und nach rechts drehen - das bewegt den Pilot etwas aus der Taste. Prüfe ob der Totgang damit beseitigt wird. Gleichzeitig sollte das Trommeln weg sein. Liegt der Hammerstiel nicht mehr an seinem Ruhepolster in der Ausgangsstellung, dann war es zuviel. Wieder ein klein wenig zurückdrehen. Man kann nicht viel verkehrt machen dabei.

Lässt sich das Problem so lösen?

LG
Klaviermacher
 
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J. Gedan
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"Mit einem spitzen Gegenstand (Nagel oder Stricknadel) einhaken und nach rechts drehen - das bewegt den Pilot etwas aus der Taste."
In Österreich gehen die Uhren anders herum oder Drehrichtungen von Schrauben betrachtet man von der Seite? Aber du hast recht, Klaviermacher, aus Blickrichtung des Regulierenden muß man nach rechts drehen, damit sich die Schraube nach links dreht. Aber wer je schon einmal einen Schraubenzieher in der Hand hatte und den Spruch "Seit das deutsche Reich besteht, werden Schrauben rechts gedreht" kennt, den könnte es verwirren...
 
klaviermacher
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"Mit einem spitzen Gegenstand (Nagel oder Stricknadel) einhaken und nach rechts drehen - das bewegt den Pilot etwas aus der Taste."
In Österreich gehen die Uhren anders herum oder Drehrichtungen von Schrauben betrachtet man von der Seite? Aber du hast recht, Klaviermacher, aus Blickrichtung des Regulierenden muß man nach rechts drehen, damit sich die Schraube nach links dreht. Aber wer je schon einmal einen Schraubenzieher in der Hand hatte und den Spruch "Seit das deutsche Reich besteht, werden Schrauben rechts gedreht" kennt, den könnte es verwirren...
hihi
...war als praktischer Ratschlag gemeint. Den Piloten sieht man nicht von oben - daher setze ich links an und bewege das Werkzeug nach rechts - dabei drehe ich natürlich entgegen dem Uhrzeiger - aber wer hat heute überhaupt noch Uhrzeiger?
Ist ja alles am Handy;)

LG
Klaviermacher
 
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robert
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Ich hab es geschafft, nach ein wenig Drehen, war das Problem gelöst. Von daher danke ich euch für die Hilfe.
 
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robert
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Falls ich die Kalviermechanik richtig verstanden habe, (ich kenne mich noch nicht so gut aus) müsste die Auslöserpuppeschraube gewesen sein, die ich mit einer kleinen Zangen etwas nachgestellt habe. Auf jeden Fall war sie aus Metall. Es war auch nicht viel Drehen nötig, so dass man kaum einen hörbaren Unterschied (mit Ausnahme auf das Verschwinden des Trommelns) bemerkt.

Und wo ich gerade dabei war habe ich bei anderen Tasten ein ganz leichtes nur bei sehr bestimmten Anschlag auftretendes Trommeln festgestellt, dass im Spiel noch nicht gestört habe, aber ich habe es dennoch beseitigt. Aber ist es normal das mehrere Hämmer allmählich anfangen zu hämmern?
 
S
Sunny
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Ist ganz normal.
Durch das Spielen wird der Filz am Hebeglied und unter der Taste etwas zusammengedrückt/ abgenutzt, dadurch entsteht dieses Spiel. Genau aus dem Grund ist inzwischen auch bei allen Pianos dort so eine Pilote zum einfachen Einstellen.
Es muss allerdings nicht immer gleich der Hammer trommeln.
 
Stuemperle
Stuemperle
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robert
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aha, die grafik war recht aufschlussreich,

jetzt verstehe ich auch, zwar ist das problem schon behoben, aber so ist es viel einfacher,
danke dafür und auch danke für den link mit der grafik
 
 

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