Gould oder Horowitz

  • Ersteller des Themas Barpianodilettant
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Wen findet Ihr besser ?


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B

Barpianodilettant

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Wen findet Ihr besser, Glenn Gould oder Vladimir Horowitz ?
 
ubik

ubik

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Was hat denn jetzt bitteschön Gould mit Horowitz zu tun?

Gould hat sich doch auf Bachs Werke ausgelegt, Horowitz spielt auch romantische Stücke.

Gould ist meiner Meinung DER Bachspezialist, wobei ich auch ein wenig kritisiere, dass er zu unmusikalisch spielt, aber Bach fordert halt eine musikalische Sachlichkeit.

Sowohl Horowitz, als auch Gould sind hervorragende Pianisten.
 
B

Barpianodilettant

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Waren halt beide Pianisten, Musiker. Von daher kann man sie auch vergleichen...
 
Pitt

Pitt

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Also die kann man nun wirklich nicht vergleichen...:???:

Man stelle sich nur vor, Gould würde den Liebestraum bzw. Horowitz aus der Kunst der Fuge spielen.. ;)

PS: Ich hab natürlich spaßeshalber trotzdem für Horowitz gestimmt...
 
B

Barpianodilettant

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Was schmeckt besser - Äpfel oder Birnen ?

Natürlich kann man da eine Entscheidung treffen - der Begriff Vergleich

ist evtl. etwas irreführend.
 
Jonny Greenwood

Jonny Greenwood

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Zugegebenermaßen, der Vergleich ist schon seltsam.
Aber okay, ist ja nur ne Umfrage, also warum nícht einfach mal aus dem Gefühl antworten wer einem mehr zusagt oder von mehr man mehr hört.
Ich nehm Horowitz, weil ich die Art der Musik (Bach vor allem), die Gould gespielt hat, ganz und gar nicht schön finde.
Ich hoffe keiner nimmt mir den Bach-Hass oder die Unsachlichkeit des Vergleichs übel.
 
ubik

ubik

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Hier geht es keineswegs um Äpfel und Birnen.

Also wenns um Bach geht, dann finde ich Gould besser.

Wenn es nicht um Bach geht, dann Horowitz.

Eventuell solltest du die Frage anders stellen ;)
 
C

Christoph

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Denkt doch nicht so kompliziert. Stellt euch vor ihr hättet eine CD von Gould und eine von Horowitz vor euch liegen. Welche würdet mitgehen lassen wenn ihr nur Platz für eine CD in eurer Tasche hättet;)
 
J

J. Gedan

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Zwischen Gould und Horowitz gibt es mehr Gemeinsamkeiten, als das Vorurteil träumen mag:
Bereits in den 40ern spielte Gould Scarlatti in Konzerten, Horowitz Scarlatti-Schallplatte entstand erst in den 60ern.
1943 uraufführte Richter Prokofjews 7. Sonate, 1945 nahm Horowitz sie auf. 1949 spielte Gould die kanadische Erstaufführung.

Und in Michael Stegemanns "Glenn Gould, Leben und Werk" kann man nachlesen, "daß Gould per Zufall Zeuge der Abmischung einer Horowitz-Platte wurde, bei der die Techniker schier verzweifelten... weil auf jedem der Takes etwas falsch war. Glenn Gould ließ sich erklären, worum es ging, und sagte dann: 'Well, wenn Sie dies und das machen, das hier und das andere da herausschneiden, dann kriegen Sie's hin -- bis auf den einen Takt hier, der Ihnen dann fehlt; ich spiele ihn schnell ein."
Wenn die Geschichte stimmt, wird also auf einer Horowitz-Schallplatte ein Takt von Glenn Gould gespielt.

"Man stelle sich vor, Gould würde eine Scriabin Sonate spielen."
Gould HAT Scriabin gespielt (3. Sonate in fis, 1969), und lt. Stegemann sogar bewußt als Provokation gegen Horowitz, um zu zeigen: "Ich kann das besser".

Wer Gould's Aufnahme der Brahms-Balladen kennt, weiß, daß Gould sehr, sehr romantisch Klavier spielen konnte, wenn er wollte.

Die Gemeinsamkeiten von Gould und Horowitz bestehen darin, daß beide geniale Musiker waren, die Unterschiede darin, daß der eine bisweilen aufgesetzt intellektuell, der andere weniger aufgesetzt naiv war.
Ein Gegensatz muß das nicht sein, denn beides hat seine Berechtigung, und beides kann man durchaus nebeneinander gelten lassen. Ich höre Bach/Busoni von Horowitz genauso gern wie Bach von Gould. Das einzige, was dem Genuß beider entgegensteht, ist Voreingenommenheit durch puristische Lehrmeinungen, die wähnen, die Wahrheit zu wissen.
Die Frage Gould ODER Horowitz ist müßig, denn die Antwort heißt schlicht Gould UND Horowitz, denn beide konnten zu gut Klavier spielen, als daß man einen von ihnen in den zweiten Rang verweisen könnte.
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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"Man stelle sich vor, Gould würde eine Scriabin Sonate spielen."
Gould HAT Scriabin gespielt (3. Sonate in fis, 1969), und lt. Stegemann sogar bewußt als Provokation gegen Horowitz, um zu zeigen: "Ich kann das besser".
Stimmt, ich hab die CD :D

Da sind auch noch einige Einzelstücke von Scriabin und Prokofieff sowie die h-moll Sonate von Chopin drauf.
 

Frédéric Chopin

Frédéric Chopin

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Hallo

Man stelle sich vor, Gould würde eine Scriabin Sonate spielen.

Glenn Gould hat sogar eine Scriabin Sonate aufgenommen. Jedem Kritiker war anschließend sofort klar, worauf diese Un-Gouldische Aufnahme deuten solle: Gould hatte sich jetzt gegen Vladimir Horowitz und seinen Fans gestellt. Einem Kritiker spielte Gould donnernde Oktavenläufe vor und sagte: "Ich kann das! Jeder kann das! Horowitz kann keine Oktaven spielen, er verfälscht sie!"

Diese Aussage von ihm hat mir gar nicht gefallen. Wenn er schon keine Romantik gerne spielt, ist es Ok, aber Pianisten zu kritisieren, aufgrund, weil sie gerne Romantik spielen und "fast" keinen Bach im Repertoi haben, finde ich nicht in Ordnung.


Ich mag Vladimir Horowitz lieber, denn er spielt eher die Klavierwerke, die mir sehr gefallen, wie Chopin, Liszt, Scriabin und Rachmaninoff und liebe die Art, wie er sie spielt. Das dritte Rachmanioff- Klavierkonzert von ihm ist ein Traum!
Vladimir Horowitz hat für mich auch ein sehr symphatisches Erscheinungsbild.

Liebe Grüße von einem großen Vladimir Horowitz Fan

Mario
 
A

A.Wulf

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Eine kurze Anmerkung zum Bereich Gould - "romatisch" Klavier spielen: Hört mal Goulds Aufnahme der e-moll Sonate von Edward Grieg. Ich finde sie sehr überzeugend. NB.: warum hört man diese Sonate sooo selten?
 
S

stine

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Horowitz od. Gould?

Eindeutig : Friedrich Gulda!
 
P

Pianissimo

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Na ja, so eindeutig würde ich es nicht nennen.

Bin da nämlich eher anderer Meinung
 
wanjabelaga

wanjabelaga

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Friedrich Gulda ist großartig, keine Frage. Ich habe ihn nur einmal "in echt" gehört, das war eines seiner letzten Konzerte in München. Vor der Pause toll: Mozart. Da war er in seinem Element. Aber nach der Pause die Ernüchterung: er zog sich um, sah affig aus mit irgendwelchen worldmusic-Klamotten und spielte einen artifiziellen Pseudo-jazz. Allein schon der Mut "seinen" geliebten Jazz zu spielen, der ihm - ach- einfach nicht lag ( eine unerwiderte Liebe muss sich wohl ähnlich anfühlen), das zollt man gerne Respekt.
Sein Mozart war in meinen Freundeskreisen immer umstritten, sein Bach wurde immer respektiert,manchmal heiss geliebt. Seinem Beethoven begegnete man ähnlich. Nun gibt es ausgegrabene Aufnahmen auf denen er grandios zum Beispiel Debussy spielt.
Trotzdem: Gulda bleibt meinem Gefühl nach immer ein wenig beschränkt, etwas eindimensional, von mir aus zweidimensional, aber erreicht bei bach nur selten die Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten eines Goulds, besitzt bei Beethoven nie die kristaline Klarheit eines Salomon, oder bei Mozart die schwermütige Süßlichkeit einer Clara Haskil.
Nur seine Motorik, die bleibt stets wohl unerreicht. Und eine "Type" war er alle mal!
Das diabolische eines Horowitz ( der diese Diabolik durchaus mit einer überirdischen Zartheit zu paaren wusste) oder das überschwenglich Vergeistigte eines Gould besaß er aber nie.
 
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