Gebrauchtes Schimmel-Klavier - guter Preis?

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gwendolen

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Hallo im Forum!
Wir sind gerade auf der Suche nach einem gebrauchten Klavier. Wir sind quasi-Laien, haben vor Jahren mal KLavier gesprielt, dann lange Pause, jetzt sind die Kinder dran.
Ich habe schon diverse Fachhändler abgeklappert. Dabei gefiel mir der Klang von 2 Schimmel-KLavieren am besten. Beide sind älteren Datums:
das eine 20 Jahre alt, 116cm hoch, schwarz poliert. Händler will 4700.- Euro haben inkl. Transport, Bank und erster Stimmung.
das andere hat mir spontan gut wegen seines Äußeren gefallen, es ist ein "Chippendale"-Modell in schwarz poliert, 30 Jahre alt, 112cm hoch, Händler will 4300.- inkl. Bank, Transport, Stimmung.

Angesichts der Tatsache, dass ein neues 116-Schimmel derzeit für 8500.- Euro zu haben ist, kamen mir beide Preise recht hoch vor.
Wie ist die Fachmeinung?
Ist es riskant, ein 30 Jahre altes Klavier zu kaufen?
 
PianoCandle

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Hallo gwendolen,
also Schnäppchen sind das nicht. Aber wenn die Qualität in allen wichtigen Aspekten stimmt und diesbezüglich die Reputation des Händlers zweifelsfrei und untadelig ist (über beides solltest du versuchen, Informationen zu "ergattern"), dann kann daraus am Ende was Vernünftiges werden. Alternativen in dieser Preislage gibt es allerdings reichlich. Nur gefallen müssen sie dir natürlich.
Riskant? 30 Jahre sind normalerweise kein Alter für ein Klavier. Insbesondere, wenn die obigen Aspekte zur allseitigen Zufriedenheit abgearbeitet sind.

Gruß
Martin
 
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gwendolen

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Vielen Dank für die Meinungen!
Das 112-Klavier steht bei einem sehr renommierten Händler, das 116 bei einem sehr kleinen Händler (kleiner Laden mit ca. 8 Klavieren und 2 Flügeln), wie der Klavierbauer ist, kann ich als Laie gar nicht einschätzen...
Der Klang des 112-er hat mich überrascht. Ich weiß nicht, ob der Verkäufer nur fester in die Tasten gehauen hat (ich spiele leider selbst nicht Klavier) - aber das Klavier stand mitten im Raum und hat es vom Volumen absolut mit den 120-er Klavieren ringsum (an den Wänden stehend) aufgenommen.
...
oder ist es für das Volumen besser, wenn das Klavier im Raum steht?!

Leider kann ich das 116 und das 112 nicht nebeneinander spielen.
Machen 4cm denn so viel Unterschied?
 
klaviermacher

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Vielen Dank für die Meinungen!
Das 112-Klavier steht bei einem sehr renommierten Händler, das 116 bei einem sehr kleinen Händler (kleiner Laden mit ca. 8 Klavieren und 2 Flügeln), wie der Klavierbauer ist, kann ich als Laie gar nicht einschätzen...
Der Klang des 112-er hat mich überrascht. Ich weiß nicht, ob der Verkäufer nur fester in die Tasten gehauen hat (ich spiele leider selbst nicht Klavier) - aber das Klavier stand mitten im Raum und hat es vom Volumen absolut mit den 120-er Klavieren ringsum (an den Wänden stehend) aufgenommen.
...
oder ist es für das Volumen besser, wenn das Klavier im Raum steht?!

Leider kann ich das 116 und das 112 nicht nebeneinander spielen.
Machen 4cm denn so viel Unterschied?
Hallo Gwendolen,

Es macht schon einen Unterschied aus, wo das Klavier im Raum steht - und wenn es hinten offen ist, klingt es in jedem Falle freier, voller...

Ich selbst mag die 112er auch sehr. Kann die Ansicht von 90JKB von wegen Trägheit nicht teilen. Kommt drauf an wie gut das Instrument vorbereitet und die Mechanik justiert wurde. Bei den Preisen bin ich konform - der geht absolut in Ordnung bei guter Ware.

LG
Michael
 
Tastenscherge

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Chippendale ist nur der Stil des Gehäuses. MUSS kein Nachteil sein :D

Es gab (gibt?) mal ein Modell von Schimmel, das hieß 112/5. Das war meiner Meinung nach ein wirklich gutes Klavier mit einem sehr schönen Klang und fettem Bass. Meine Vermutung war, dass es sich bei dem beschriebenen Klavier letztlich um eben dieses Modell 112/5 handelt, nur halt in einem Chippendale-Gehäuse. Die Raste ist quasi der Rahmen des Klaviers ohne Gehäuse. Zumindest so ähnlich. Unter bezogener Raste versteht man z.B. den "Rahmen" samt Resonanzboden, Gussplatte und Saiten.
 
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gwendolen

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Vielen Dank für die Erklärung :-)
Ich bin Laie, aber die Bässe klangen sehr gut und er hat extra auf ihr Klangvolumen hingewiesen...
Ich habe übrigens denselben Klavierhändler mal von einer Freundin, was er zahlen würde, wenn sie ihr 10 Jahre altes 116-er Schimmel verkaufen würde. Was hat er geboten? 1500.- Euro!!! Insofern scheint da doch eine große Wertspanne zu sein ;-)
 
Fine

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Ich habe übrigens denselben Klavierhändler mal von einer Freundin, was er zahlen würde, wenn sie ihr 10 Jahre altes 116-er Schimmel verkaufen würde. Was hat er geboten? 1500.- Euro!!! Insofern scheint da doch eine große Wertspanne zu sein ;-)
Ich kenne mich mit solchen Kalkulationen nicht aus und weiß absolut nicht was ein angemessener Preis ist. Gebe aber zu Bedenken, dass der Händler den Transport in seine Firma bezahlen muss, das Klavier in seiner Werkstatt aufarbeiten muss und es dann vielleicht einige Zeit im Laden stehen hat. Dort wird es dann regelmäßig gestimmt. Bei Verkauf fallen dann der Transport, die Klavierbank und die Garantiestimmung. Außerdem gibt es dann noch 5 Jahre Garantie. Da bleibt dann schon einiges von der dicken Marge auf der Strecke...
Als Käufer ist es sicherlich günstiger ein Klavier privat zu kaufen. Dafür gibt es dann eben Einschränkungen bei der Sicherheit und dem Service.
LG Fine
 
Tastenscherge

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und nicht zu vergessen: die MWST
 
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gwendolen

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Stimmt, die MWSt rechnet man irgendwie mit ein!
Mir wurde gerade von privat aus dem Bekanntenkreis ein 11 Jahre altes Schimmel 116S für 3500.- Euro angeboten. Ist in den ersten 5 Jahren wg. Garantie wohl 2x im Jahjr gestimmt worden, danach durchschnittlich alle 9 Monate. Vom Spielen her klingt es super. Zuschlagen?
 

PianoCandle

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Kein Grund zur Hektik, gwendolen.
3500 sind 1200 weniger als das anfangs erwähnte Händler-Angebot.
Für diese 1200 musst du dann das Klavier noch stimmen und ggf. nachregulieren und intonieren lassen. Aber erst, wenn es bei dir ist und dahin musst du es erstmal transportieren lassen. Und einen Bock, sofern nicht dabei, musst du auch noch beschaffen. Nun gut - von den gesparten 1200 Euro wird was übrig bleiben, aber so richtig pralle viel eher nicht. Gemach, gemach...

Gruß
Martin
 
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gwendolen

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Ja, man fängt an, hektisch zu werden, weil man befürchtet, ein anderer könne vor einem zuschlagen :-) Die Anbieter hatten auch schon durchblicken lassen, dass sie eigentlich nicht weiter verhandlungsbereit sind (das ist schon ein Kompromiss-Preis, ich hatte weniger geboten)...
Das Händler-Klavier ist allerdings gut 15 Jahre älter, muss man das nicht auch einrechnen?
Muss ein 11 Jahre altes Klavier bei sparsamen Gebrauch neu intoniert und nachreguliert werden? Wie teuer ist so etwas?
 
fisherman

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Muss ein 11 Jahre altes Klavier bei sparsamen Gebrauch neu intoniert und nachreguliert werden? Wie teuer ist so etwas?
Ein ordentlicher Stimmer und ein sorgsamer Besitzer achten darauf, dass das bei JEDEM Stimmen (also meist 2x p.a.) gemacht wird. Dann sind die Mehrkosten vernachlässigbar.
 
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gwendolen

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So, jetzt wird es ein bisschen kompliziert! Habe gerade aus dem Bekanntenkreis ein Yamaha U3 von 1983 angeboten bekommen. Wurde vor 1,5 Jahren von einem Händler gekauft, der es generalüberholt hatte, davor wohl nur ein anderer Besitzer (kann ich evtl. über den Händler ja noch genauer erfragen). Wurde angeblich für den europ. Markt produziert (Verkäufer spricht allerdings von "Leisepedal" - war das nicht typisch für die asiatischen Yamaha-Produktionen? Hab ich irgendwo mal gelesen...). Der KLang war natürlich super, allerdings stand "mein" SChimmel auch nicht daneben. Preis um 3500.- Euro... WAs meint Ihr? Ernsthafte Alternative??
 
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gwendolen

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Tja, und hier habt Ihr mich erwischt: den Laien, der seit Jahrzehnten nicht mehr selbst gespielt hat...
Dadurch, dass beide Klaviere bei unterschiedlichen Händlern stehen, ist es für mich fast nicht möglich, den Unterschied wahrzunehmen. Bei beiden setzt sich der Händler hin und spielt virtuos, aber vermutlich unterschiedlich, die Klaviere stehen unterschiedlich in unterschiedlichen Räumen und mein Gedächtnis ist auch nicht das beste :-(
Mir haben spontan beide gefallen, das U3 ist natürlich noch etwas bombastischer...
 
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gwendolen

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Noch eine FRage zum U3: woran erkennt man denn, ob es für den europ. Markt produziert wurde oder für den asiatischen?
Äußerlich sieht es toll aus, kann natürlich auch vom Händler damals hübsch neu lackiert worden sein...
 
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Laß Dir vom Händler eine schriftliche Bestätigung geben, wenn er zögert kannst Du dir denken daß es ein Gebrauchtimport ist.
 
 

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