Frei spielen / Quintenzirkel Erklärung für Volldeppen?

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veclipse

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Hallo Leute.

Ich besitze seit ca 6 Jahren ein ePiano, komme aber leider einfach nicht weiter.
In den letzten 3 Jahren aufgrund von Unlust durch fehlenden Fortschritt auch nicht besser geworden.
Keinen Musikunterricht als Kind gehabt zu haben ist eines meiner größten Bedauern.
Habe versucht mir Dinge selber beizubringen, kann ein bisschen vom Notenblatt abspielen mit viel Übung und laaaaaaaaangsamem vorankämpfen beim Notenlesen. Solange die Stücke langsam sind gehen dann sogar ziemlich verrenkte 4er-Griffe.
Aber frei spielen geht überhaupt gar nicht. Kann teilweise, aber auch nicht immer, die Leitmelodie heraushören die mit rechts gespielt wird, aber es klingt natürlich komplett leer. So entwickelt sich natürlich auch 0 Spaß am experimentieren und auch keinerlei Motivation.

Leider existieren zu den Liedern die ich gerne spielen würde niemals Noten, und die wenigen Leute die sie spielen spielen nach Gehör.
Beispiel:
(und viele andere Lieder auf dem Channel)

Ich habe mir schon unzählige Videos zum Thema Akkorde/Quintenzirkel angeschaut aber verstehe immer nur Bahnhof. Wenn dann die Tutorialersteller erklären wie simpel das ganze doch angeblich ist fühl ich mich in dem Moment wie ein geistig Zurückgebliebener... Ich finde irgendwie einfach keinen Zugang zu dieser abstrakten, formelhaften Musiktheorie und der bescheuerten (italienischen?) Terminologie...und anscheinend fehlen mir Vorkenntnisse und ich verliere den roten Faden dieser Tutorials bereits nach Minuten.

Deshalb also zur Frage:
Gibt es irgend eine Webseite, oder ein günstiges Buch was mich VERSTÄNDLICH!!!!!!!! durch diesen Kram leitet und mir den Spaß am Klavierspielen zurückbringen kann?
Ein Lehrer ist KEINE Option, da ich einfach überhaupt kein Geld dafür habe.

Kann mir bitte irgendwer Mut machen es nicht gar hinzuschmeißen? :( Ich fühl mich einfach in ner Sackgasse.
 
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veclipse

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Hier ist noch als Nachtrag das "Schwerste" was ich mir in den 3 Jahren selbst beigebracht habe:
kann ich bis ca. bis 1:45 auf 70% Geschwindigkeit
 
rolf

rolf

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Ein Lehrer ist KEINE Option, da ich einfach überhaupt kein Geld dafür habe.
geh in die nächstbeste Stadtbibliothek: eventuell haben die zum ausleihen den zweibändigen (Taschenbüchlein!) dtv-Atlas zur Musik
aus diesem kopierst du dir die Abschnitte über "Harmonielehre" und spielst die Notenbeispiele
danach probierst du, einfache Lieber (Kinderlieder, Weihnachtszeugs) mit Begleitung/Akkorden nach den dort ausgeführten Mustern zu spielen (alles, was bescheuert klingt, ist falsch - man findet schnell, was passend klingt)

ansonsten als vereinfachten Tipp für banale Basisharmonien:
(kursiv = linke Hand fett = rechte Hand)
c-d-e-f-g-a-g-f-e-d-c-h-c
das ist das Material einer Durtonleiter, hier C-Dur
die Töne kann man nummerieren:
1-2-3-4-5-6-5-4-3-2-1-7-1

und daraus kannst du nun die Akkorde der Kadenz basteln:
5 (g)
3 (e)
1 (c) --- das ist der C-Dur Dreiklang (hier die C-Dur Tonika)

6 (a)
4 (f)
1 (c) --- das ist der F-Dur Quartsexxtakkord (hier die Subdominante F-Dur von C-Dur)

5 (g)
2 (d)
7 (h) --- das ist der G-Dur Sextakkord (hier die Dominante G-Dur von C-Dur)

noch vereinfachter kann ichs nicht darstellen.
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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Was Rolf so schön erklärt, ist hier auch visuell sehr einfach und gar nicht abstrakt dargestellt.
Besser als Kauker kann man es meiner Meinung nach nicht erklären:


Diese drei "Stufen" solltest Du Dir verinnerlichen, möglichst in allen Tonarten. Du wirst diese Stufen in vielen Songs wieder erkennen und raushören können. Klicke Dich weiter durch diesen Workshop von Kauker und Du wirst Paralleltonarten, Susakkorde und mehr kennen lernen. Damit hast Du bereits eine Basis, mit Hilfe der Du tausende von Songs nachspielen kannst. Spiele damit herum, spiele einfache Lieder nach, so wie es Rolf empfohlen hat.

Ansonsten schließe ich mich Rolf an. Ein gescheites Buch zu Musiktheorie ist immer gut.

Aber frei spielen geht überhaupt gar nicht. Kann teilweise, aber auch nicht immer, die Leitmelodie heraushören die mit rechts gespielt wird, aber es klingt natürlich komplett leer.
Und hier kommt die schlechte Nachricht:
Das dauert! Du musst Dir neben den theoretischen Sachen auch das Spielen beibringen. Am meisten macht das Spaß an Hand von Stücken.
praktischer Tipp 1: Besorge Dir die Noten bon Balle pour Adeline von Claydermann und übe das Stück, bis Du es wirklich gut kannst. An diesem Stück lernst Du ein sehr einfaches Begleitpattern für die linke Hand, welches Du bei vielen balladenartigen Stücken gut verwenden kannst. Übe das Pattern in allen Tonarten.
Tipp 2: Elton John, Song for Guy. Hier lernst Du rhythmische Bassbegleitung in der linken Hand und Akkordspielen in der rechten Hand.
Dann suche auf YT mal nach "Begleitpattern Klavier". Mache Dich damit vertraut, dass Du Begleitpattern wirklich lange und gründlich in unterschiedlichsten Tonarten üben musst.

Habe Geduld! Fange einfach an. Rechts Melodie und links Akkorde ist am Anfang völlig ok. Es ist normal, dass es am Anfang doof und leer klingt.
 
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Steinbock44

Steinbock44

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Hallo veklipse,
In den Beiträgen #3 und #4 wurde dir die Bedeutung "Tonika-Subdominante-Dominante-Tonika" an Beispielen erklärt. Hier als Ergänzung ein Video, in dem der Quintenzirkel gut erklärt ist. Wenn du dies begriffen hast, dann kannst zu jeder Tonart die entsprechenden Akkorde finden bzw. zuordnen!

Gruss Antoine

 
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klaviermacher

klaviermacher

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Wenn dann die Tutorialersteller erklären wie simpel das ganze doch angeblich ist fühl ich mich in dem Moment wie ein geistig Zurückgebliebener... Ich finde irgendwie einfach keinen Zugang zu dieser abstrakten, formelhaften Musiktheorie und der bescheuerten (italienischen?) Terminologie...und anscheinend fehlen mir Vorkenntnisse und ich verliere den roten Faden dieser Tutorials bereits nach Minuten....

Kann mir bitte irgendwer Mut machen es nicht gar hinzuschmeißen? :( Ich fühl mich einfach in ner Sackgasse.
Hallo veclipse!
Ich versuchs mal...
Zuerst entscheidest Du, dass Du es wissen kannst und kein Volldepp bist. Ist diese Hürde geschafft, wirds schon einfacher.
Als nächstes rufe Google-Übersetzer oder ein anderes Übersetzungsprogramm auf und übersetze jedes italienische Wort, welches Dir nicht in den Kram passt und eine Verwirrung erzeugt. Und ja! Musikterminologie IST italienisch - aber es gibt deutsche Begriffe für jedes Wort.
Wenn Du diese beiden Dinge geschafft hast, kann es weiter gehen.

LG
Michael
 
R

Rudl

Guest
Noch ´ne Erklärung von mir:

Leg den Daumen der rechten Hand auf C und die anderen Finger daneben, so dass der kleine FInger auf G liegt. Schon hast du mit G-Dur die erste Stufe des Zirkels, welche ein Kreuz hat.

Jetzt legst du den Daumen auf G... und kommst mit dem kleinen Finger auf D. Das wäre die zweite Stufe. Hat zwei Kreuze.

Dann Daumen auf D und du kommst nach A; usw.

Also immer den Daumen auf die Taste wo vorher der Kleine lag ergibt die nächste Stufe des Quintenzirkels und Quinte heisst nichts anderes wie fünf und die Hand hat fünf Finger.

Für B-Tonarten gilt das Selbe, nur mit linken Hand nach unten, Also Daumen auf C und der Kleine liegt auf F, usw.

Wenn du das lange genug machst, kommst du in Richtung Kreuztonarten, also nach oben, irgendwann wieder bei C an, deswegen heisst es auch Zirkel, Kreis wäre der bessere Ausdruck.
 
R

Rudl

Guest
Nein, man kommt bei C an, denn His hört sich an wie C und liegt auf dem Klavier an der selben Stelle und ich hab´s über die Tastatur erklär.

Das man bei His ankommt würde die Sache verkomplizieren; selbstverständlich kommt man irgendwann bei Hisisisisisisisisis usw. an, ist aber graue Theorie.
 
hasenbein

hasenbein

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Veclipse, das grundlegende Problem bei Dir könnte sein, dass Du niemals gelernt hast

a) Dinge selbständig zu erforschen und zu verstehen (irgendwie hast Du den tiefsitzenden Glaubenssatz, dass Dir immer alles vorgekaut werden müsse und dass Lernen sei, dass andere einem das zu Lernende genau zeigen und erklären),

b) Dich mal durchzubeißen (d.h., zu merken "das hier interessiert mich jetzt voll bzw. ich finde ich voll wichtig" und daraufhin auch gegen innere oder äußere Widerstände komplizierte / "anstrengende" Zusammenhänge zu durchdringen).

(Nicht ganz unwahrscheinlich, dass mit diesen Grundproblemen auch Deine prekäre finanzielle Lage zusammenhängt.)

Kann aber auch sein, dass Dich das Verstehen der Musik einfach nicht genug interessiert und Du in Wirklichkeit nur an der Vorstellung Gefallen findest, Lieder frei spielen zu können.
Ohne Spaß und Interesse am Prozess, der da hinführt, und ohne intrinsisches Interesse am Verstehen von Zusammenhängen wird das aber nichts werden, sorry.

Aber da bist Du nicht allein - viele Menschen wollen am Ziel sein, aber den Weg nicht gehen. Besonders in der heutigen verwöhnten Konsumgesellschaft. Sie suchen immer nur nach "Abkürzungen", die jedoch keine sind.

Du siehst z.B. nicht, dass das Erlernen der musikalischen Zusammenhänge nicht etwas ist, was man sich in 2 Abenden am Rechner mal eben reinzieht, sondern etwas ist, was man in wochen- und monatelanger Beschäftigung und vor allem auch mit ständigem Ausprobieren am Instrument (Theorie ist ja immer nur ein Fingerzeig auf tatsächliche Phänomene, und diese muss man erleben, sonst ist alle Theorie völlig nutz- und wertlos!) sich aneignet.

Wenn ich mir den grundlegenden Kram mit 10 aus dem "ro ro ro Musiklexikon" autodidaktisch aneignen konnte, wirst Du das als Erwachsener und mit den vielfältigen Möglichkeiten des Internets ja wohl allemal schaffen.

LG,
Hasenbein
 
Andre73

Andre73

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Hi,

also ich finde es etwas schade in wievielen solchen Unterhaltungen immer sofort diese Pauschalkeule gezückt wird, dass derjenige sich nicht damit beschäftigen will, nicht selbst nachdenken will etc. - bis zur großen Weltformel "die moderne Konsumgesellschaft" bla bla.

Das ist oft voll daneben, zumal viele solche Posts aus meiner Sicht zeigen, dass sich der Fragesteller eben zuvor doch damit beschäftigt hat, Dinge ausprobiert hat und jetzt halt gern noch mal eine Bestätigung braucht (allein das Thema Fingersätze triggert immer die selben Beissreflexe an).

Für mich klingt der OP jetzt auch hier nicht so, als ob er sich nicht damit auseinandergesetzt hat und nicht durchaus schon viel Zeit und Energie investiert hat.
Ich kann Ihn als Anfänger voll verstehen. Es gibt unzählige total schlechte Videos und Beschreibungen zu dem Thema.

Nehmen wir z.B. das oben von Steinbock referenzierte Video Quintenzirkel leicht erklärt. Der Aufbau ist für einen Anfänger doch der totale Müll. Wenn da nicht vorher mal klar über Halbton- & Ganztonschritte, über Struktur der Dur/Moll-Tonleitern, über Quinten/Quarten auf der Klaviatur (Gitarre? echt jetzt...das versteht doch so kein Mensch) etwas erzählt wird, die daraus ableitbare Logik hinter den Vorzeichenverschiebungen etc. - das setzt eine Menge Zeug voraus was den gestandenen Musikern schlicht nicht mehr auffällt. Da wird nix hergeleitet, das ist hier und das ist da, fertig.

Auch viele Texte sind ähnlich, sie springen wahnsinnig schnell voran und versuchen nicht, einfach mal logische Schritte zu durchlaufen und zu erklären. Ein oftmals stumpfes und schlecht gegliedertes Aufzählen von Fakten etc.


Als Tipp von Anfänger zu Anfänger, nimm die Videos von Kauker (1 ist oben verlinkt), die sind super. Lass dich nur nicht davon schrecken, dass auch Kauker viele Dinge als "leicht" und "hört man doch" bezeichnet, die uns schwerfallen. Dennoch stellt er es strukturiert dar.
Wenn Du englisch kannst, viel Zeit hast und nix dagegen hast, dass man über kleine Dinge zu viel erzählen kann, nimm die Videoreihe von Lypur:
https: //www.youtube.com/channel/UCpzgTNTgQsR9YYsyOm3k3KQ
Da gibt es 2 umfassende Reihen über Musiktheorie und Klavier.

Viele Grüße,
André
 

LMG

LMG

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Hi veclipse,

die bisher gebrachten Beiträge gehen bzgl. Quintenzirkel eher auf die Verhältnisse der einzelnen Tonarten ein.

Wichtig fände ich es, abseits von erdachten Konstrukten wie dem Quintenzirkel ( in der Tat gibts auch Begriffe wie "Quintenstrahl" und "Quintenspirale" ), auch zu erkennen, WARUM beispielsweise A-Dur 3 Kreuze haben muss, oder WARUM g-Moll 2 b haben muss!

Und das ist aus folgendem maßgeblichen Grund der Fall:

Für Durtonleitern stellen wir uns C-Dur vor: Es ist die Grundlage für alle weiteren Überlegungen. Es hat keine Vorzeichen, und fast jeder kennt die Tonfolge:
C - D - E - F - G - A - H - C.

Wichtigst sind hier jedoch die ABSTÄNDE zwischen den einzelnen Tönen!
Wir sehen:
Von C bis D : Ganzton
Von D bis E : Ganzton
Von E bis F : Halbton
Von F bis G : Ganzton
Von G bis A : Ganzton
Von A bis H : Ganzton
Von H bis C : Halbton.

DURTONLEITERN wollen also IMMER die Tonabstandsfolge 1 - 1- 1/2 - 1 - 1 - 1- 1/2 haben !!!
Und aus DIESEM GRUNDE müssen wir bei z.B. A-Dur eingreifen und anpassen!

Wir starten mit A, und gehen dann die Tonabstandsfolge entlang, die wir bei C-Dur hatten:

Also:
Start ist A. Von dort brauchen wir einen Ganztonschritt. Wir landen beim H.
Vom H ausgehend brauchen wir wieder einen Ganztonschritt. Wir landen beim Cis.
Vom Cis ausgehend benötigen wir einen Halbtonschritt und landen beim D.
Vom D ausgehend benötigen wir einen Ganztonschritt und landen beim E.
Vom E ausgehend benötigen wir einen Ganztonschritt und landen beim Fis.
Vom Fis ausgehend benötigen wir einen Ganztonschritt und landen beim Gis.
Vom Gis ausgehend benötigen wir einen Halbtonschritt und landen beim A.

Wir haben also durch die Kenntnis der Tonabstände der C-Dur-Tonleiter uns GANZ SELBSTSTÄNDIG und PROBLEMLOS die A-DUR-Tonleiter konstruiert, die lautet:

A-H-Cis-D-E-Fis-Gis-A.

An 3 Stellen mussten wir also "anpassen", es sind die 3 Kreuze Fis, Cis, Gis.

Die relevanten Durtonleitern mit KREUZEN ( also : Halbtonerhöhungen ) sind, der Reihe nach, und aufsteigend nach Kreuzanzahl geordnet:

( C-Dur : Ohne ) , G-Dur ( # 'fis' ) , D-Dur ( ## 'fis, cis' ) , A-Dur ( ### 'fis, cis, gis' ) , E-Dur ( #### 'fis, cis, gis, dis' ) , H-Dur ( ##### 'fis, cis, gis, dis, ais' ) , Fis-Dur ( ###### 'fis, cis, gis, dis, ais, eis' ) , Cis-Dur ( ####### 'fis, cis, gis, dis, ais, eis, his' ).
________________

Ebenso lässt sich einfach und präzise die Begründung für Durtonleitern mit "b" - Vorzeichen nachvollziehen.
Beispiel, diesmal kurz: Warum sind bei B-Dur 2 "Eingriffe" notwendig, also 2 "b" ( b und es ) ?
Bei B-Dur gelten EBENFALLS die für C-Dur maßgeblichen Tonabstände: 1 - 1- 1/2 - 1 - 1 - 1- 1/2

Von B => Ganzton => zum C
Vom C => Ganzton => zum D
Vom D => Halbton => zum Es
Vom Es => Ganzton => zum F
Vom F => Ganzton => zum G
Vom G => Ganzton => zum A
Vom A => Halbton => zum B

Wir haben uns selbstständig ohne Schwierigkeiten die B-Dur-Tonleiter gebaut, für die wir wegen den festgelegten Tonabstandsfolgen der C-Dur-Tonleiter, die wir AUCH HIER erfüllen müssen, 2 mal "eingreifen" mussten.

Tonleiter B-Dur also: B-C-D-Es-F-G-A-B . 2 Vorzeichen: b, und es.

Die relevanten Durtonleitern mit "b" ( also Halbtonerniedrigungen ) sind, der Reihe nach und aufsteigend nach "b"-Anzahl geordnet:

C-Dur ( ohne ), F-Dur ( b 'b' ), B-Dur ( bb 'b, es' ) , Es-Dur ( bbb 'b, es, as' ) , As-Dur ( bbbb ' b, es, as, des' ) , Des-Dur ( bbbbb ' b, es, as, des, ges' ) , Ges-Dur ( bbbbbb 'b, es, as, des, ges, ces' ), Ces-Dur ( bbbbbbb 'b, es, as, des, ges, ces, fes' )

Merke: ALLE DURTONLEITERN wollen SO SEIN, wie die C-DUR TONLEITER, bezüglich ihrer Tonabstände!
____________

Für Molltonleitern gelten die Tonabstandsfolgen der a-Moll-Tonleiter. Sie hat keine Vorzeichen und ist für uns daher Schritt 1 und maßgeblich. Achtung: Die Molltonleiterabstände sind ANDERS, als die DURTONLEITERABSTÄNDE.

a-Moll:
von a zu h => Ganzton
von h zu c => Halbton
von c zu d => Ganzton
von d zu e => Ganzton
von e zu f => Halbton
von f zu g => Ganzton
von g zu a => Ganzton.

Im Gegensatz zur Dur-Tonleiter-Abstandsfolge 1 - 1- 1/2 - 1 - 1 - 1- 1/2 haben wir HIER, bei MOLL, also:
1 - 1/2 - 1 - 1 - 1/2 - 1 - 1


Die Reihenfolge der Anpassungen lautet bei Molltonleitern mit KREUZEN:
a-Moll ( Ohne ) , e-Moll ( #, 'fis' ) , h-Moll ( ##, 'fis, cis' ) , fis-Moll ( ###, 'fis, cis, gis' ) , cis-Moll ( ####, 'fis, cis, gis, dis' ) , gis-Moll ( #####, 'fis, cis, gis, dis, ais' ) , dis-Moll ( ######, 'fis, cis, gis, dis, ais, eis' ), ais-Moll ( ####### , 'fis, cis, gis, dis, ais, eis, his' )

Bei Molltonleitern mit "b" lautet die Reihenfolge der Anpassungen:
a-Moll ( Ohne ) , d-Moll ( b, 'b' ) , g-Moll ( bb, 'b,es' ) , c-Moll ( bbb, 'b, es, as' ) , f-Moll ( bbbb, 'b,es,as,des' ) , b-Moll ( bbbbb, 'b, es, as des, ges' ) , es-Moll ( bbbbbb, 'b, es, as , des, ges, ces' ), as-Moll ( bbbbbbb, 'b, es, as, des, ges, ces, fes' ) .

Warum also hat z.B. g-Moll 2 "b" ?

Weil wir, um die Tonabstände 1 - 1/2 - 1 - 1 - 1/2 - 1 - 1 einhalten zu können, an zwei Stellen "eingreifen" müssen:


Wir starten beim g:
Von g nach a => Ganzton
a nach b => Halbton ( wie erforderlich, siehe nochmal zur Kontrolle die Tonabstände )
b nach c => Ganzton
c nach d => Ganzton
d nach es => Halbton ( siehe nochmals Kontrolle Tonabstände )
es nach f => Ganzton
f nach g => Ganzton.

Wir haben uns problemlos und SELBSTSTÄNDIG die g-Moll-Tonleiter gebaut, verwendet haben wir, so wie es angesagt ist, die a-Moll-Tonleiterabstände. Die g-Moll-Tonleiter lautet also:
g - a - b - c - d - es - f - g

MERKE: ALLE Molltonleitern, die für uns relevant sind und mit Vorzeichen versehen sind, wollen so sein, wie die a-Moll-Tonleiter! Sie möchten DEREN ABSTÄNDE einhalten!

Es gibt aber auch abweichende Molltonleitern, wo innerhalb des Musikstückes dann VERSETZUNGSZEICHEN angesetzt werden, z.B. Molltonleitern aus fremden Kulturen ( Zigeunermoll, melodisch / harmonisch / usw. ) , aber das ist hier IRRELEVANT, denn diese Versetzungszeichen werden IM STÜCK dann vor den Noten genannt, und bedürfen hier, zu Beginn, keiner weiteren Betrachtung.

LG, Olli
 
Steinbock44

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Nehmen wir z.B. das oben von Steinbock referenzierte Video Quintenzirkel leicht erklärt. Der Aufbau ist für einen Anfänger doch der totale Müll. Wenn da nicht vorher mal klar über Halbton- & Ganztonschritte, über Struktur der Dur/Moll-Tonleitern, über Quinten/Quarten auf der Klaviatur (Gitarre? echt jetzt...das versteht doch so kein Mensch) etwas erzählt wird, die daraus ableitbare Logik hinter den Vorzeichenverschiebungen etc. - das setzt eine Menge Zeug voraus was den gestandenen Musikern schlicht nicht mehr auffällt. Da wird nix hergeleitet, das ist hier und das ist da, fertig.
André,
Der gute Mann beschäftigt sich seit 6 Jahre mit Klavier bzw. Klavierspiel. Da möchtest du bei Adam und Eva anfangen? Ich nehme an, dass er nach irgendwelchem Klavier-Schulheft (Heumann und co) arbeitet und die Grundbegriffe Halbtöne und Tonartenaufbau usw. bereits kennt. Leider wird in den meisten Klavierschulen die Harmonielehre, Quintenzirkel (wenn überhaupt) erst im vorschreitenden Stadium erklärt. Er möchte 4 Stimmig frei spielen können (so habe ich es verstanden), und fragte explizit wie man mit dem Quintenzirkel arbeiten kann. Das von dir als Genial bezeichnete Video ordnet Kauker zu C-Dur Tonart 3 Akkorde. Ja nu, warum nicht, Dieter Bohlen macht mit den drei Akkorden bestimm ein Hit des Jahres. Dagegen mit dem Quintenzirkel ermittelt man die zugehörigen Akkorde über alle 7 Stufen (inkl. d-Mol, c-Moll etc.).

Hasenbein hat diesbezüglich Recht, da muss er sich halt mit der Materie beschäftigen.

LG Antoine
 
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hasenbein

hasenbein

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Für mich klingt der OP jetzt auch hier nicht so, als ob er sich nicht damit auseinandergesetzt hat und nicht durchaus schon viel Zeit und Energie investiert hat.
Dann bist Du taub :-D

Der OP hat bereits in der Eröffnung klargemacht, dass er eine faule Socke ist ("aus Unlust"), und es geht nirgends draus hervor, dass er "viel Zeit und Energie investiert" hat.

Er hat, statt, wie es ein erwachsener, einigermaßen gebildeter Mensch tun würde, verschiedene Quellen aus dem Internet heranzuziehen (vor allem schriftliche, da gibt es ja UNMENGEN) mal eben "Tutorials" bei Youtube angeschmissen und geglaubt, wenn er sich da mal 2 Stunden hinsetzt und ihm irgendein Spacko das mal erklärt, er es verstanden haben würde.

Wenn ein Text "wahnsinnig schnell voranspringt", dann guckt man halt woanders nach und probiert am Instrument, um unklare Begriffe zu klären und Zusammenhänge herzustellen. Und wie gesagt, damit ist nicht 1 Abend mehr gemeint, sondern Wochen und Monate des Weiterbeschäftigens und Rumprobierens.

Der OP wünscht sich das, was in anderen Foren als "Spoonfeeding" bezeichnet wird (man kann es auch "Warten auf die gebratenen Tauben, dass sie einem in den Mund fliegen" nennen), und all dies ist von "viel Zeit und Energie investieren" meilenweit entfernt.

Alles muss für ihn kostenlos oder billig sein ("oder ein günstiges Buch" spricht da auch Bände...), und das Gesamtbild zeigt mir einen Menschen, der gerne haben will, aber nicht investieren.

Heutige Menschen bilden sich teilweise echt ein, genauso wie sie kurz mal Musik und Videos herunterladen können, könnten sie mal eben mit irgendwelchen Blödsinns-"Tutorials" die monate- und jahrelange Arbeit einsparen, die seit Jahrhunderten Musiker und Hobbyspieler nun mal investieren mussten, um auf ein bestimmtes Fähigkeits- und Kenntnislevel zu kommen. GEHT NICHT, peng, aus!
 
V

veclipse

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Hallo erstmal,

Danke für die vielen ermunternden Beiträge, ich werde mir auf jeden Fall alle geposteten Videos ansehen und nach den genannten Büchern suchen. Das Kauker Video fand ich schon mal ziemlich gut und verständlich. Ich hoffe das hilft mir endlich dabei weiter, die Blockade zu lösen.


Schade allerdings, dass es auch immer wieder Leute geben muss, die meinen sie müssten einen auf Bürostuhl-Psychologe machen. hasenbein, deine Unterstellungen finde ich unverschämt und arrogant. Es ist schon wirklich dreist hier in deinen Postings (inbes. das Zweite) zu implizieren ich wäre ungebildet und faul. Du gibst hier den Eindruck "deine Generation wäre ja eh viel besser und wir Jungen taugen alle nichts" - aber tut mir leid dass ich dich enttäuschen muss: Ich bin kein aufmerksamkeitsdefizitäres "iPhone kiddie" und auch definitiv bereit dazu Zeit, viel Zeit, in das Thema zu investieren um es zu erlernen.
Aber was bringt einem alle Zeit der Welt, wenn man einfach kein Material findet das einem die Grundlagen die man BRAUCHT, um selbst zu schlussfolgern und zu experimentieren, verständlich vermittelt? Nenn es "Spoonfeeding" wenn es dir irgendwie Seelenfrieden gibt, aber so funktioniert jeder Lernanfang nunmal und es ist wichtig um eine Grundmotivation beim Lernenden zu bilden.
Eine Antwort kannst du dir übrigens sparen, ich werde auf weitere Posts nicht eingehen. Ich weiß dass Menschen deiner Art immer darauf aus sind, Stunk zu machen und sich als überlegene Menschen zu profilieren. Sonst hättest du hier nicht auf eine simplen Anfrage nach verständlichem Lehrmaterial mit einem "rant" gegen die moderne Konsumgesellschaft und wüsten Unterstellungen reagiert.
 
hasenbein

hasenbein

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Die Frage, warum ich es mit 10 Jahren und einem (nicht mal besonders tollen) Buch geschafft habe, mir die Grundlagen autodidaktisch reinzuziehen (und ich kann mich nicht entsinnen, mir das Hirn auch nur ansatzweise zermartert zu haben oder irgendwen um Hilfe gebeten haben zu müssen...), während es Dir als Erwachsenem, der nach eigenem Bekunden alles andere als ungebildet ist (also sicherlich auch mit Methoden des Recherchierens und des logischen Verknüpfens vertraut ist), angeblich so unglaublich schwer fällt, stellt sich nach wie vor...

Aber was bringt einem alle Zeit der Welt, wenn man einfach kein Material findet das einem die Grundlagen die man BRAUCHT, um selbst zu schlussfolgern und zu experimentieren, verständlich vermittelt?
Wie ich schon sagte: Da muss man sich schon sehr blöd anstellen, um nicht bei Google "Intervalle", "Akkorde" usw. einzugeben, in den Suchergebnissen (in denen all diese Grundlagen massenhaft vertreten sind) herumzulesen und daraus selber seine Schlüsse zu ziehen. Sorry, aber das ist die Realität.

Du hast einfach nicht genug gesucht und Quellen verglichen etc., sondern wolltest unbedingt ein "Tutorial". Red Dich bitte nicht raus.
 
J

Jack Black

Guest
Die Frage, warum ich es mit 10 Jahren und einem (nicht mal besonders tollen) Buch geschafft habe, mir die Grundlagen autodidaktisch reinzuziehen (und ich kann mich nicht entsinnen, mir das Hirn auch nur ansatzweise zermartert zu haben oder irgendwen um Hilfe gebeten haben zu müssen...), während es Dir als Erwachsenem, der nach eigenem Bekunden alles andere als ungebildet ist (also sicherlich auch mit Methoden des Recherchierens und des logischen Verknüpfens vertraut ist), angeblich so unglaublich schwer fällt, stellt sich nach wie vor...
Die üblichen Plattitüden und Beleidigungen, nur weil Du ein wenig Klavier spielen kannst.

Wie sieht es mit Schach aus? Lass uns doch mal hier Deine Schachfähigkeiten testen, ob Du mehr als eine Amöbe zusammen bekommst. Und da Du mit den Methoden des Recherchierens vertrauts bist und des logischen Verknüpfens, erwarten wir zu Recht eine gewisse Spielstärke Deinerseits.

Ich kann es beurteilen (so wie Du Klavierschüler beurteilst), dann lass uns alle doch mal teilhaben an Deinen logisch verknüpfenden Fähigkeiten, die für ein gutes Schachspiel genauso zu erlernen sind wie für das Klavierspiel.

Was schlägst Du selbst vor, wie Du Deine in wenigen Jahren gelernten Schachfähigkeiten nachweisen willst? Wenn Du keine Vorschläge hast, ich hätte jede Menge. Sicher wirst Du dem Forum aufzeigen, wie Du solche alltäglichen Problemchen lösen kannst. Ich freue mich darauf!
 
 

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