Franz Liszt, Venecia e Napoli

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eisbär

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Pedalverwendung bei Liszt?? (Verlag oder Komponist ?)

Hallo zusammen,
kennt sich einer von euch mit Franz Liszt Stücken aus ?
Ich spiele nämlich gerade die Tarantella aus Venecia e Napoli und habe da ein kleines Problem mit dem Pedal, weil ich nicht weiß, ob das richtig ist, wenn das Pedal die Klänge so verschwimmen lässt.
Das hört sich nämlich (meiner meiner Meinung nach) nicht besonders gut an.
Falls jemand die Noten hat, so findet er/sie die Stelle ab Takt 395.
Oder kann mir jemand vielleicht hilfreiche Lektüre dazu angeben, wo der bzw diejenige meint, dass man vielleicht etwas zu dem Stück finden kann.
Damit wäre mir sehr geholfen.
Viele Grüße
euer

eisbär
 
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eisbär

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Oder weiß vielleicht jemand, an wen ich mich da wenden kann.
Denn es ist, finde ich, nicht immer ganz einfach, alles so "Notentreu" zu spielen, angefangen damit, dass ich z.B. bei diesem Stück nicht weiß, ob Liszt selber oder der Verlag das Pedal so gewählt hat.
Wenn irgendwelche Verlage Pedalzeichen bei Bachwerken hineingesetzt haben, kann man sich nur darüber wundern, wer diese Leute sind, die so etwas machen, aber das ist eine andere Geschichte, Bach und das Pedal...
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Hallo eisbär :)

ich weiß jetzt nicht genau, welche Stelle in der Tarantella du meinst, in meinen Noten stehen leider keine Taktzahlen. Bei mir steht aber auch sehr massives Pedal in der Tarantella. Wenn dir das angegebene Pedal zuviel ist, dann wechsle halt so, daß es deinen Ohren gefällt. Pedalbezeichnung ist grundsätzlich nur ein Vorschlag, zusätzliche Pedalwechsel sind immer erlaubt.

Btw. bist du sicher, daß du der Tarantella auch gewachsen bist? Das Ding ist teuflisch schwer...
 
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eisbär

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Danke, dann werde ich das wohl erst mal so halten.
Gemeint war der Prestoteil am Ende, wo im Bass die Quinten in G mit dem Vorschlag kommen und rechts wieder die Melodie in Akkorden. Ein Takt Pedal ist für mich zu lang.

Wenn ich das Stück nicht bei einem Wettbewerb spielen müsste, bzw. ein bisschen auch wollte, würde ich das auch nicht machen, aber ich weiß nicht ob dann eine Chopinballade besser wäre, denn die sind, finde ich, genauso teuflisch schwer.
Aber mit diesen Stichen der Tarantel muss man sich abfinden, aber wenn man was erreicht, desto mehr freut man sich dann, weil es ja schwerer war als vllt. bei anderen Stücken.

Danke noch mal.
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Wenn ich das Stück nicht bei einem Wettbewerb spielen müsste,


Bei einem Wettbewerb??? Hilfe...????!!!!!

Wie alt bist du denn?

Die Tarantella ist eines der allerallerallerschwersten Stücke die ich kenne, kann locker mit Islamey und Scarbo mithalten.

bzw. ein bisschen auch wollte, würde ich das auch nicht machen, aber ich weiß nicht ob dann eine Chopinballade besser wäre, denn die sind, finde ich, genauso teuflisch schwer.

Chopin Balladen sind viel, viel einfacher. (und schöner)
 
Mathiéu Alou

Mathiéu Alou

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Meines Erachtens sind die Chopin Balladen (v.a. g-moll) keineswegs schwerer oder leichter als die Liszt Tarantella, nur populärer! Ergo werden sie im Vergleich zur Liszt Tarantella des öfteren vergleichsweise dilettantisch interpretiert oder auch unterschätzt.
 
Frédéric Chopin

Frédéric Chopin

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Hast du sie denn schon gespielt (die Tarantella)?

Ja! :p

Ich habe sie auch schon sehr oft in Klavierabende gespielt. Ein traumhaft wunderschönes Stück von Liszt wie ich finde. Sehr viruos und zugleich diese unheimliche romantische Es- Dur Passage im Mittelteil. Sie gefällt mir sehr und ich spiele sie immer wieder sehr gerne!

Naja mit "wesentlich leichter" habe ich schon etwas übertrieben. Kennst mich aber mittlerweile Haydnspaß. :D

Die Tarantella ist schon ein schweres Klavierwerk, aber im Vergleich zur g-moll Ballade muß ich Dir sagen, finde ich die g-moll Ballade technisch etwas schwieriger.

Viele liebe Grüße, Mario
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Wow, du kannst die Tarantella spielen?! Ich bin platt.

Dann sag ich nix mehr. Das Stück liegt außerhalb meiner klavierspielerischen Fähigkeiten. Ich hätte aber auch keinen Ehrgeiz, es zu lernen.

Die Tarantella ist schon ein schweres Klavierwerk, aber im Vergleich zur g-moll Ballade muß ich Dir sagen, finde ich die g-moll Ballade technisch etwas schwieriger

Ich versteh überhaupt nicht, warum so viele Leute meinen, die g-moll Ballade sei so schwer. Aus meiner Sicht liegt sie von der Schwierigkeit her mit Beethovens Pathetique gleichauf.
 
Mathiéu Alou

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Ich versteh überhaupt nicht, warum so viele Leute meinen, die g-moll Ballade sei so schwer. Aus meiner Sicht liegt sie von der Schwierigkeit her mit Beethovens Pathetique gleichauf.

Haha, selten so gelacht. :p

Auch wenn du bei der Pathetique mit der Länge Argumentierst (ist ja um einiges länger als der Chopin, und daher auch Schwieriger sie lupenrein über die kompletten Zeit zu bringen) und vielleicht mit den ostinaten Tremoli die sich als Schwierigkeit erweisen und ein hohes Durchhaltevermögen fordern, steckt doch in der Ballade viel mehr verschiedene und mMn auch anspruchsvollere Technik, wobei ich dir recht geben muss; das die Pathetique nicht so einfach ist wie sie scheint und auch von vielen Unterschätzt wird stimmt. Generell muss man aber in die Ballade (denke ich) viel mehr Anschlagskultur investieren und sie mit innigster Empfindung interpretieren, um sie (im Gegensatz zur Pathetique) meisterhaft klingen zu lassen.

Die Pathetique nehme zufällig mit meiner Klavierlehrerin nach den Sommerferien in Angriff, wobei, wenn ich sie nach der g moll Ballade gefragt hätte, sie mich wohl ausgelacht hätte.
 
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Frédéric Chopin

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Gemeint war der Prestoteil am Ende, wo im Bass die Quinten in G mit dem Vorschlag kommen und rechts wieder die Melodie in Akkorden. Ein Takt Pedal ist für mich zu lang.

Hallo Eisbär, jetzt weiß ich welche Stelle Du meinst. :p

Da wo die Quinten danach in der linken Hand dann immer hin und her zu springen beginnen.
Finde ich eine sehr humorvolle Stelle von Liszt! :)

Das mit dem Pedal ist hier wirklich sehr sonderbar. Diese Stelle spiele ich ganz ohne Pedal. Mit Pedal würde sie mir überhaupt nicht gefallen und würde den Charakter der Stelle, wie ich finde, schädigen.

P. S.: Auch Jorge Bolet spielt sie ganz ohne Pedal, und auch wenn Du sie im Wettbewerb spielst, stört es nicht, wenn Du die Stelle ohne Pedal spielst.

Paß auf bei der Stelle, daß Du sie genau im Rhtymus spielst, vor allem in der rechten Hand die Achtelpausen sehr genau spielst!

Verzeihung für die späte Antwort. Wenn Du noch Fragen zur Tarantella hast, kannst Du Dich gerne an mich wenden!

Liebe Grüße, Mario
 
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Frédéric Chopin

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Wow, du kannst die Tarantella spielen?! Ich bin platt.

Dann sag ich nix mehr. Das Stück liegt außerhalb meiner klavierspielerischen Fähigkeiten.

Haydnspaß....:p

So ein Kompliment mir zur machen! (Lauf ja ganz rot an :D)
Bin jetzt auch ganz platt, von Dir so ein großes Kompliment bekommen zu haben!


Ich versteh überhaupt nicht, warum so viele Leute meinen, die g-moll Ballade sei so schwer. Aus meiner Sicht liegt sie von der Schwierigkeit her mit Beethovens Pathetique gleichauf.

Die Pathetique von Beethoven habe ich leider noch nicht gespielt, und kann daher nicht urteilen, ob sie schwieriger oder leichter als die g-moll Ballade von Chopin ist.
Trotz allem finde ich die g-moll Ballade von Chopin technisch und vor allem musikalisch wirklich sehr schwer, wenn man sie sehr gut spielen will.

Ich nehme in Deiner Aussage aber an, daß Du jemand bist, der die Pathetique offensichtlich sehr gut spielt, bzw. hohe Anforderungen bei dieser Sonate stellt, die das Stück auch verdient hat. Und vieleicht kannst Du Beethoven viel besser spielen (bzw. die Musik viel besser verstehen) als ich. Muß jetzt ja auch mal ein Gegenkompliment machen!

Viele liebe Grüße, Mario
 
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Haydnspaß

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So ein Kompliment mir zur machen! (Lauf ja ganz rot an :D)
Bin jetzt auch ganz platt, von Dir so ein großes Kompliment bekommen zu haben!

Ich hab nur gesagt, daß die Tarantella von Liszt außerhalb meiner Fähigkeiten liegt. Wenn du das als Kompliment an dich auffasst, dann ist das deine Interpretation ;)

Die Pathetique von Beethoven habe ich leider noch nicht gespielt, und kann daher nicht urteilen, ob sie schwieriger oder leichter als die g-moll Ballade von Chopin ist.

Siehst du, so etwas verstehe ich eben garnicht. Wie kann ein ausgebildeter und ausübender Klavierlehrer die Pathetique (!!!) noch nicht gespielt haben? Eine der bekanntesten Klaviersonaten überhaupt.

Trotz allem finde ich die g-moll Ballade von Chopin technisch und vor allem musikalisch wirklich sehr schwer, wenn man sie sehr gut spielen will.

Natürlich ist die g-moll Ballade sehr schwer. Ich habe nie etwas anderes behauptet. Aber zwischen "sehr schwer" und "teuflisch schwer" ist ein großer Spielraum!

Ich nehme in Deiner Aussage aber an, daß Du jemand bist, der die Pathetique offensichtlich sehr gut spielt, bzw. hohe Anforderungen bei dieser Sonate stellt, die das Stück auch verdient hat. Und vieleicht kannst Du Beethoven viel besser spielen (bzw. die Musik viel besser verstehen) als ich. Muß jetzt ja auch mal ein Gegenkompliment machen!

Auf Komplimente lege ich keinen Wert, und Komplimente "auf Verdacht" machen ja eh keinen großen Sinn.

Nein, ich glaube nicht, daß ich Beethoven-Sonaten besonders gut spiele. Ich finde Beethoven sehr schwer zu spielen. Im Gegensatz zu Chopin.

Ich hab das Gefühl, da liegen noch eine Menge Mißverständnisse in der Luft... :rolleyes:
 
Frédéric Chopin

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Siehst du, so etwas verstehe ich eben garnicht. Wie kann ein ausgebildeter und ausübender Klavierlehrer die Pathetique (!!!) noch nicht gespielt haben? Eine der bekanntesten Klaviersonaten überhaupt.

Nein, ich habe sie noch nicht eingeübt, d. h. intensiv einstudiert.
Nur weil es als bekanntes Stück angesehen ist, muß ich sie ja nicht unbedingt üben.
Dafür habe ich eine Menge anderer Sonaten von Beethoven bereits studiert.Warum sollte die Pathetique mehr Bedeutung haben, als andere Sonaten von Beethoven, die vermutlich noch genialer sind?

Natürlich kann ich sie an Schüler unterrichten, aber sie muß nicht zu meinem Repertoi gehören. Man muß nicht alles intensiv eingeübt haben, die Stücke, die man an Schüler unterrichtet.

Aber genauso könnte ich Dich fragen, ob Du bereits die bekanntesten Stücke von Liszt gespielt hast.

Glenn Gould hat ja auch nicht alle bekannten Stücke von Liszt z. B. geübt.

Und ich habe mich überwiegend mit Franz Liszt und Frédéric Chopin auseinandergesetzt. Und das halt mehr, als mit Beethoven. Obwohl es stimmt, daß Beethoven im Klavierstudium sehr wichtig war und man sehr großen Wert in den Prüfungen darauf legte. Aber es mußten nicht unbedingt die bekanntesten Sonaten gepielt werden können.

Das war auch nicht die Voraussetzung im Klavierpädagogikstudium die bekanntesten Stücke zu spielen.

Zumindest wurde das nie in den Prüfungen verlangt.

Haydnspaß, dann nenne mir doch mal ein Musikkonservatorium oder Hochschule, wo das verlangt wird, bzw. wo das in den Prüfungen verlangt wurde.


Daß man Beethovensonaten und Bach spielen muß, ist natürlich klar. Das wurde dann auch immer wieder in den Prüfungen verlangt. Aber es müssen nicht die bekanntesten Stücke sein.

Bei meinem Klavierstudium war das nicht so.

Ich finde Beethoven sehr schwer zu spielen. Im Gegensatz zu Chopin.

Ich finde Chopin musikalisch wesentlich schwieriger zu spielen als Beethoven, weil bei Chopin man es schaffen muß, seine Seele am Klavier erklingen zu lassen.

Und ich finde, daß Chopin ständig maßlos unterschätzt wird. Das gilt vor allem für die Nocturnes usw. , die hohe Interpretationskunst verlangen.

Liebe Grüße, Mario
 
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Pianojayjay

Pianojayjay

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Ich finde es total interessant, dass Ihr die 1. Ballade von Chopin und die Tarantella miteinander vergleicht. Ich spiele diese beide bei meinem nächsten Wettbewerb in einer Runde (das Nocturno von De Falla dazwischen) und muss sagen, dass beide Stücke ihre Schwierigkeiten haben. Chopin hat ganz andere technische Elemente eingebaut als Liszt, ebenso gilt dies für die musikalischen Dinge. Beide Stücke haben ihre Tücken. Ich selber habe einen großen Respekt bei Chopin vor den Läufen ab der mitte, in der linken Hand recht simpel begleitet sowie vor den letzten drei Seiten. Die technischen Dinge hier sind aber völlig anders als die bei Liszt. Dort braucht man teilweise eine viel feinere Technik, es kommt auch auf die Mechanik des Klaviers an ob die repetitionen gut zu schaffen sind. Letztlich haben beide Stücke ihre Herausforderungen, aber sie sind recht schwer vergleichbar. Die Tarantella würde ich aber nicht auf eine Stufe stellen mit Islamey oder dem Scarbo, die sind beide deutlich schwieriger!
 

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