Fragen zur Reparatur eines alten Tschechen

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Alberta

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Hallo zusammen!

Ich habe ein altes Klavier namens Wawrsich aus Reichenberg, Tschechien.
Vorab: es ist gestimmt und hält die Stimmung für ca. ein Jahr bei fast täglichem Spielen über 1 ½ bis 2 Stunden.
Es beschäftigt mich ausgiebig nicht nur um darauf zu spielen, sondern mindestens genau so um es zu reparieren.
Die meisten Hämmer sind schon abgezogen, bisher 1/4 der Tasten neu belegt, Dämpfer mache ich peu à peu...

Viele meiner Fragen konnte ich per Suchfunktion klären, vielen Dank für die hilfreichen Beiträge!

Nun stellt sich ein weiteres Problem und ich befürchte viel Arbeit:
Die Achsen der Hammernusskapseln wandern. Ist es richtig, dass ich die nun neu austuchen und achsen muss oder gibt es eine andere Möglichkeit?

Sollte ich für die Gegenfänger ein bestimmtes Leder verwenden?

Viele Grüße von Alberta
 
Klavierretter

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Hallo Alberta,

wenn die Achsen wandern, sind die Schrauben lose, die den Hammerstiel mit der Kapsel verbinden...
Und... es gibt Fängerleder ;-)

LG Georg
 
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Alberta

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Hallo Georg,

vielen Dank für Deine Antwort!
Das ist ja vergleichsweise fix gemacht, mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen.

LG Alberta
 
Klavierretter

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Hallo Alberta,
wenn Du Glück hast, und die Achsen sind noch nicht sehr weit herausgewandert, bekommt man sie vielleicht mit einem ganz schmalen Schraubendreher wieder passend zurück gedrückt.
Am besten, Du löst die Schrauben noch etwas (ganz wenig!), so dass die Achse noch leichter rutscht... drückst sie von der Seite her wieder genau in die Mitte und schraubst dann wieder die Schraube fest.
Achte darauf, dass du keine Macken in die Achsen machst... das mögen die Garnierungen nicht ;)
Und wenn diese Schrauben locker sind, würde ich gleich die Schrauben der Hebeglieder auch ein wenig anziehen (falls sie lose sind)... die Mechanik muss ja eh raus.

LG Georg
 
Fine

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In der Regel beginnen die Achsen zu wandern, wenn sie komplett steif sind. Da nutzt wieder zurückstecken auch nix, sondern nur neu achsen hilft. Also aufi :-).
LG Fine
 
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Alberta

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Danke für Eure Antworten.

In der Regel beginnen die Achsen zu wandern, wenn sie komplett steif sind. Da nutzt wieder zurückstecken auch nix, sondern nur neu achsen hilft.
Hab es mir jetzt nochmal genau angeschaut, dort wo ich bereits die gesamten Mechanikteile ausgebaut hatte, wandern die Achsen auch und da hatte ich die Hammernussplättchen kontrolliert und ggf. aktiviert...

Leider könnte mein Klavier (aussen wie innen) Anwärter auf die Protagonistenrolle in einem Zombiefilm sein aber ich habe nur das eine und es ist einigermassen spielbar.

Also neu achsen... Das ist eine wahnsinns Arbeit und ich habe das noch nie gemacht.

Das berühmte Fass ohne Boden, könnte noch irgendetwas schlimmeres auftreten?
 
A

Alberta

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Hallo Styx,

Aber sicher doch, nimmst die falschen Achsen, oder schneidest sie ned g´scheit ab, kann es durchaus passieren daß Du die Kapseln schrottest. Auch die Achstuche versehntlich mit auszustechen ist eine sehr erheiternde Angelegenheit
Mir ist schon bewusst, dass man etwas vermurksen kann wenn man nicht sorgfältig arbeitet oder falsche Materialien nutzt. Meine Frage zielte eher in die Richtung ob noch schlimmere Diagnosen auftauchen könnten als zig Kapseln neu zu achsen.

VG Alberta
 
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Styx

Guest
Meine Frage zielte eher in die Richtung ob noch schlimmere Diagnosen auftauchen könnten als zig Kapseln neu zu achsen.
Auch in dieser Hinsicht kann ich Dich beruhigen, ja - gibt es, Du brauchst Dich also nicht zu sorgen daß mit diesem Instrument Langeweile aufkommt - wenn schon die Achsen lose sind, ist durchaus auch mit noch ganz anderen Zeitbomben zu rechnen - zum Beispiel könnten auch die Gewindeführung im Mechanikbalken ausgenudelt sein - da könnt man dann überlegen ob gleich n neuer Balken, oder ausdübeln mehr Freude macht. Und was die Filze und Tuche angeht - da wird auch nimmer alles so unbedingt im Neuzustand sein :)

Viele Grüße

Styx
 
P

Pianosupply

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Alberta, stell doch mal Bilder von der Mechanik ein. Dann kann man schon mehr dazu sagen :)

LG
Patrick
 
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Alberta

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Auch in dieser Hinsicht kann ich Dich beruhigen, ja - gibt es, Du brauchst Dich also nicht zu sorgen daß mit diesem Instrument Langeweile aufkommt
Es geht mir nicht um „Langeweile“ (die werde ich wirklich nicht bekommen), ich stellte meine Frage um eventuell einen Hinweis zu bekommen, was ich kontrollieren sollte.


- wenn schon die Achsen lose sind, ist durchaus auch mit noch ganz anderen Zeitbomben zu rechnen - zum Beispiel könnten auch die Gewindeführung im Mechanikbalken ausgenudelt sein - da könnt man dann überlegen ob gleich n neuer Balken, oder ausdübeln mehr Freude macht.
Da ich bereits schrieb, dass ich fast alle Mechanikteile aus dem Balken hatte, ergibt sich dieses Desaster nicht.


Und was die Filze und Tuche angeht - da wird auch nimmer alles so unbedingt im Neuzustand sein
Scheinbar geht das aus meinem Eingangsposting nicht deutlich hervor, Filze und Tuche sehe ich als vergleichsweise selbstverständliche Arbeiten an Verschleißteilen und habe die wichtigsten bzw. desaströsesten erneuert.

Stosszungenpolster mit Cyanacrylat, Hammerleistenstoff mit doppelseitigem Klebeband und wegen quietschender Tasten die Garnierungen geölt und die Stimmwirbel schön mit WD-40 gepflegt... :floet:

Viele Grüße,
Alberta
 

klaviermacher

klaviermacher

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Es geht mir nicht um „Langeweile“ (die werde ich wirklich nicht bekommen), ich stellte meine Frage um eventuell einen Hinweis zu bekommen, was ich kontrollieren sollte.


Da ich bereits schrieb, dass ich fast alle Mechanikteile aus dem Balken hatte, ergibt sich dieses Desaster nicht.


Scheinbar geht das aus meinem Eingangsposting nicht deutlich hervor, Filze und Tuche sehe ich als vergleichsweise selbstverständliche Arbeiten an Verschleißteilen und habe die wichtigsten bzw. desaströsesten erneuert.

Stosszungenpolster mit Cyanacrylat, Hammerleistenstoff mit doppelseitigem Klebeband und wegen quietschender Tasten die Garnierungen geölt und die Stimmwirbel schön mit WD-40 gepflegt... :floet:
Hallo Alberta,

Wie kommst Du auf die Idee, in Nähe das Stimmstocks mit Öl zu arbeiten? Öl ist nirgends gut im Klavier, außer bei den Metallscharnieren (z.B. Pedalen), aber in der Nähe des Stimmstocks ist es absolut fatal...

LG
Michael
 
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Alberta

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Alberta

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Hallo Michael,

Da an meiner linken Hand die Mechanik des Daumens nicht in Ordnung ist und das Klavier momentan zusammengebaut ist, kann ich Dir fürs Erste die phänomenale Ansicht der Mechanik in frisch gesichtetem Zustand bieten: http://img.photobucket.com/albums/v353/Alberta/Piano/Mechanik4.jpg und http://img.photobucket.com/albums/v353/Alberta/Piano/Mechanik2.jpg

LG Alberta
 
Mawima

Mawima

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Na das ist ja mal ein Tastenbelag mit Charakter. :floet:

Ich wünsche Dir gutes Gelingen.

Liebe Grüße,
Mawima
 
 

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