Frage zu Notierung im 3/4 Takt

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piano-nerd

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Ich habe eine Frage zu Noten. Entweder stehe ich auf dem Schlauch oder es ist ein Fehler in dem Notenbild. In dem vorletzten Takt des Stückes soll man h und d mit Fingersatz 1,2 über die ganze Taktklänge halten und zugleich (auf Zählung 3) in dem gleichen Takt mit 1,2 g und h spielen. Wie soll so was gehen?

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antje2410

antje2410

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Du spielst im abgeschnittenen Takt l.H. g-d, setzt mit dem h der r. H. das Pedal ein und hältst es gedrückt, dann würde ich auf dem g der r. H. statt dem 4. den 1. Finger nutzen, und gemütlich legato 1, 1-3, 1-3-5 nutzen.
Trotz Pedal die Noten der l.H. gedrückt halten!

Taktzählung in der r.H.:
Du hast zwei Stimmen, also zählst Du im vorletzten Takt
1. Stimme hat Pause (auf 1) / g (auf 2) / g/h (auf 3)
2. Stimme ist h/d und wird den gesamten Takt, drei Schläge lang (1, 2, 3), gehalten.
ABER: Du siehst am Haltebogen, dass das h aus dem vorherigen Takt liegenbleibt.
Im letzten Takt siehst Du an den Notenhälsen, dass der Hals der ersten Stimme, also d, nach oben geht, und der Hals der zweiten Stimme, bestehend aus h und g, nach unten geht.

(In der linken Hand ist es ähnlich, das g ist die zweite Stimme, und das d ist die erste Stimme, sonst würden ja die Noten an einem Notenhals "hängen". Wahrscheinlich ist im abgeschnittenen Takt über dem g der linken Hand eine Viertel-Pause?)
 
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piano-nerd

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Danke für die Klärung und für die Spieltipps von antje2410,

Es ist das Stück Tschaikowskys Morgengebet aus der Russischen Klavierschule Band 2. Da ist kein Pedal notiert, somit ist die Notation für einen Anfänger recht verwirrend. Besser wäre, einfach nur die halben Noten h und d halten und an Zählung drei eine Pause notieren. Dann wäre es für mich und u.U. für Anderen eindeutig.
 
DonMias

DonMias

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In meiner Ausgabe (Wiener Urtext) sind die Halben h und d' nicht punktiert.

Da ist kein Pedal notiert, somit ist die Notation für einen Anfänger recht verwirrend.
Ja, ich wünsche mir auch manchmal, dass das Pedal genauer notiert wäre. Aber letztlich liegt es bei Dir, das Pedal passend einzusetzen. Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, das zu lernen, denke ich.
 
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mick

mick

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Alter Tastendrücker

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Und für Anfänger ist ein kontrollierter Anschlag der beiden oberen Noten mit 4-5 bei gehaltenen Noten mit 1-2 schwieriger als das Pedal zu benutzen!
 
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Cecilie

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Also bei mir schauen die letzten drei Takte so aus (Edition Peters, Tschaikowsky Jugend-Album - darf ich das Foto ueberhaupt einstellen?):

1611162315679.png

Hierzu eine Erkenntnis aus meinem kurzjaehrigen Erfahrungsschatz: Ich hatte aus eben diesem Jugend-Album mit der Puppen-Trilogie angefangen und mir dafuer irgendwelche Noten kostenlos aus dem Netz geholt. Nach dem 3. Fehler im Notensatz (von mir selbst entdeckt, so auffaellig waren die) hat's mir gereicht, und ich habe mir das ganze Notenbuch gekauft. Ok, kostet Geld, aber, wenn man es sich genau ueberlegt, auch nur einen Bruchteil einer einzigen Klavierstunde. Druck und Papier sind besser als eine DINA4-Seite aus dem Privatdrucker, die Seiten groesser, das Notenbild klarer. Und auch irgendwie edler, da strenge ich mich noch ein bisserl mehr an, ich muss ja der Aufmachung gerecht werden ...
 
Bernhard Hiller

Bernhard Hiller

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Andere Vorstellung des Ganzen: der Akkord aus sieben Noten wird von unten her langsam aufgebaut und gehalten.
Und im Bild von @Cecilie ist das Pedal dazu passend notiert.
 
Frédéric Chopin

Frédéric Chopin

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In meiner Ausgabe (Wiener Urtext) sind die Halben h und d' nicht punktiert.
Also bei mir schauen die letzten drei Takte so aus (Edition Peters, Tschaikowsky Jugend-Album)
In der Wiener Urtextausgabe und im Petersverlag macht dann auch der Fingersatz Sinn.
Im ersten Beispiel mit den punktierten halben Noten von "h" und "d1" hätte ich einen völlig anderen Fingersatz genommen, und es musikalisch auch völlig anders interpretiert und gespielt, als im Beispiel vom Petersverlag oder Wiener Urtext- Ausgabe.

Deshalb nehme ich nie kostenlose Noten vom Internet, und bevorzuge gute Verläge wie Henle (mein Lieblings- und Topverlag) oder Wiener Urtextausgabe. Ist natürlich auch vom Komponisten abhängig. Bei Sergei Rachmaninoff mag ich sehr gerne den Boosey & Hawkes- Verlag, oder bei Alexander Skrjabin auch Petersverlag.
 

mick

mick

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Ich habe op. 33 komplett gespielt, da gab es praktisch in jeder Etüde mehrere Fehler. Auch in op. 39 Nr. 1. Die anderen aus op. 39 habe ich noch nicht gespielt

Falsche Töne gab es bis auf zwei oder 3 Vorzeichenfehler nicht. Aber fehlende oder zuviele Tenuto-Striche, falsche Bögen, falsch platzierte Dynamikzeichen, sowas halt, was man beim Spielen bnicht unbedingt sofort merkt.
 
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piano-nerd

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@Frédéric Chopin, das gepostete Beispiel ist aus von mir gekauften RKS Band 2. Also nichts billiges aus dem Internet ;-)
 
Demian

Demian

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Es gibt auch noch die Möglichkeit, dass die linke Hand bei gehaltenem Pedal über die rechte kreuzt. Dann ergibt der Fingersatz durchaus Sinn.
 
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piano-nerd

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Ja, Du darfst (nach deutschem Recht) sogar das ganze Heft kopieren, sooft Du willst. Das Urheberrecht ist längst abgelaufen, und die Ausgabe ist von 1923.
Da würde ich mit dem ganzen Heft zu kopieren vorsichtig, das Copyright wurde 1951 erneuert und somit ist das Heft weiter geschützt (vlt wegen den Fingersätzen, Notenbild etc.).
 
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Pedall

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Die Erneuerung des Copyright ist für das kontinentaleuropäische Urheberrecht irrelevant.

Aber auch wenn das Copyright von 1951 wäre, gäbe es kein Problem. Du dürftest die Tschaikowsky-Kopien sogar verkaufen. Höchstrichterliches Urteil (BGH 6. 2. 1986):
"Der fotomechanische Nachdruck von Noten gemeinfreier Musikwerke verstößt jedenfalls dann nicht gegen § 1 UWG, wenn seit Herstellung der Druckvorlagen für diese Notenbilder fünfzig Jahre verstrichen sind und keine anderweiten
unlauterkeitsbegründenden Umstände vorliegen."
 
 

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