Frage mit Bild.

  • Ersteller des Themas Der Pianist
  • Erstellungsdatum

D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Hallo liebes Forum,

dies ist mein erster Beitrag bei euch und ich hoffe wir werden eine schöne Zeit miteinander verbringen.

Ich spiele seit 4 1/2 Monaten Klavier, besitze ein E-Piano von Yamaha und bin sehr begeistert davon! Da ich kein Geld für einen Klavierlehrer habe, bringe ich mir alles selber bei. (Harmonielehre und Rhythmik)

Ich lerne im Augenblick "Mondlicht" von Beethoven (E-Dur), auf der zweiten Seite des Stücks wird die Note H, vor der aufgelösten Note dis, mit zwei Hälsen dargestellt, welcher nach oben und nach unten zeigt.
Wie soll ich das deuten? Die Note die nach oben zeigt, ist eine 1/4 Note. Die nach unten wiederum eine 1/12 (Triole). Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Foto:


Wäre jemand so lieb und könnte mir das kurz und knapp erklären, wieso zwei Hälse dargestellt werden und welcher Sinn dahinter steckt.


Liebe Grüße

Der Pianist
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
S
sita
Dabei seit
10. Juni 2011
Beiträge
365
Reaktionen
44
Das soll heißen, dass diese Note von zwei Stimmen "gleichzeitig" gespielt wird, also von der Oberstimme, und von der Mittelstimme. Am Ende des Taktes hast Du sowas auch, nur mit zwei unterschiedlichen H-Noten.

Der Sinn ist, dass Du dadurch weißt, wie genau diese Note zu betonen ist. Man muss also hören, dass sie sowohl zur Melodie gehört, als auch zur Begleitung in der Mittelstimme. Neben der Tatsache, dass sie für die gesamte erste Zählzeit liegen bleibt heißt das insbesondere, dass sie deutlicher betont wird, als wenn es den oberen Hals nicht gäbe. Evtl. wird sie auch mit den Melodietönen davor in einen musikalischen Sinnzusammenhang gebracht (die sind hier aber nicht zu sehen, von daher weiß ich es nicht).
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Hallo sita,

Vielen Dank für deine Antwort.

So wie ich das verstanden habe, spiele ich das H wie üblich, nur soll ich es mehr betonen beim Spielen?
Würdest du mir erklären, was ich unter Ober- und Mittelstimme zu verstehen habe?

Liebe Grüße
Der Pianist
 
S
sita
Dabei seit
10. Juni 2011
Beiträge
365
Reaktionen
44
Mh, schwierig. Hast Du Unterricht? Dann wäre das ein Job für die/den KL. Falls nicht, dann hilft es vielleicht fürs erste die musikalische Idee der Stimmen zu erfahren, indem man sie einzeln spielt (also ohne die anderen Noten). Eine Stimme sind die Noten, die horizontal zusammengehören (im Gegensatz zu vertikal, da sinds dann Akorde). Es sollte intuitiv klar sein, welche das sind. Die Triolen z.B. gehören alle zu einer Stimme, hier in Mittellage. Im gezeigten Takt gehören die beiden Viertel zur Oberstimme. Analog gilt das dann für andere Takte.

Es kann auch helfen mal bewusst bei Aufnahmen dieses Stücks eine Stimme herauzuhören. Und dabei hören, wie der Pianist diese Stimme gestaltet. Wo wird er lauter, wo leiser, wo sind Betonungen, wo wird Spannung aufgebaut, etc.
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Danke für deine hilfsreiche Antwort.

Ich muss gestehen, dass ich keinen Klavierlehrer habe. Ich vermute aber zu verstehen,
was du mir schreibst. Verbessere mich bitte, wenn ich falsch liege:

1. Die erste Note mit den beiden Hälsen wird quasi als etwas lauteres H gespielt, um dem Kontext der Melodie zu entsprechen.
2. Damit dem Stück ein Sinn verliehen wird? So wie die regelmäßigen Oktaven-Intervalle?
3. Das "H" dieser Triole wird ebenso als 1/4 gehalten, richtig?

Vielen vielen Dank, du bist mir eine große Hilfe!

Der Pianist


PS: Durch dem Zuhören lerne ich ebenfalls.
Wenn das 'Mondlicht' gespielt wird, lese ich Note für Note mit und lerne beispielsweise besondere Verzierungen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
P
PianoPuppy
Dabei seit
24. Okt. 2010
Beiträge
2.317
Reaktionen
16
1. Die erste Note mit den beiden Hälsen wird quasi als etwas lauteres H gespielt, um dem Kontext der Melodie zu entsprechen.
2. Damit dem Stück ein Sinn verliehen wird? So wie die regelmäßigen Oktaven-Intervalle?
3. Das "H" dieser Triole wird ebenso als 1/4 gehalten, richtig?

Hallo Pianist,

Die Note mit den beiden Hälsen sind sozusagen zwei Noten - der nach unten zeigende Notenhals steht für das Achtel der Triole, der nach oben weisende Notenhals ist eine Viertelnote der Oberstimme. Die Note der Oberstimme ist hier das Ende einer musikalischen Phrase (das meinte Sita wohl auch mit dem Sinnzusammenhang), daher nicht zu stark betonen.

Wie Sita schon vorgeschlagen hat, würde ich zunächst die beiden Stimmen getrennt spielen. Die Oberstimme beginnt in Takt 5, da hat sie zunächst für die ersten 3 Viertel Pause, auf der 4. Zählzeit setzt sie dann ein - ab hier sind alle Noten mit Hals nach oben Teil der Oberstimme. Wenn du beim Spielen mitsingst bzw. -summst hilft dir das bei der Gestaltung der Phrasen.

Hier noch eine schöne Einspielung von Horowitz - die Stimmen sind hier sehr schön herausgerarbeitet, also anhören und Noten dabei mitlesen.

LG, PP

PS: Die Sonate heißt auf Deutsch übrigens Mondscheinsonate - eigentlich heißt sie Sonata quasi una Fantasia, aber da gibt es zwei davon. (Beethoven war da wohl nicht so erfindungsreich. :D)
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Vielen Dank Puppy,
ich werde mir das Video genau anschauen.

Liebe Grüße
Der Pianist



EDIT: Habe es mir angehört, die Noten dazu verfolgt und das angesprochene "H" konnte man sehr leise nur hören, wie ihr beide sagtet. Die Phrase endet und pausiert. (Habe es nun verstanden. Vielen Dank.)

Eine weitere kleine Frage am Rande: Die Nummerierungen unter den Noten, welchen Sinn haben diese? Evtl. Die Betonung, Lautstärke?

PS: Danke für deinen Hinweis Puppy, bei mir im Notenheft steht: Piano Sonate op. 27-2 "Mondschein" 1st mov.


Wusste nicht, dass es auch Mondscheinsonate heißt. :)


Liebe Grüße

Der Pianist
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
P
PianoPuppy
Dabei seit
24. Okt. 2010
Beiträge
2.317
Reaktionen
16
Eine kleine Frage am Rande: Die Nummerierungen unter den Noten, welchen Sinn haben diese? Evtl. Die Betonung, Lautstärke?

Die Zahlen sind Vorschläge für den Fingersatz (also 1 für Daumen bis 5 kleiner Finger).

Hinweise auf Lautstärke (Dynamik) hast du mit in dem Stück mit pp (pianissimo), <> (=Crescendo Gabel: lauter werden bis zur maximalen Öffnung der Gabel, danach wieder leiser werden), crescendo (lauter werdend), decrescendo (leiser werdend).

LG, PP
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Ohh, manchmal ist die Antwort doch ganz einfach!

Vielen lieben Dank für eure tolle Hilfe und frohe Weihnachten euch beiden. :-)
 
Flageolett
Flageolett
Dabei seit
19. Sep. 2011
Beiträge
209
Reaktionen
6
Hallo Klavierspieler,

In meiner Klavierschule wurde fast zu Beginn erklärt, dass die Zahlen den Fingersatz darstellen.
Also: 1 ist immer der Daumen, 2 der Zeigefinger usw. bis 5= kleiner Finger
Seltsam, dass du das erst nach 4 Monaten fragst.
Willkommen im Forum und viel Spaß am Klavier wünscht
flageolett
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Hallo Flageolett,

Besser spät wie nie :)


Liebe Grüße

Der Pianist
 

Moderato
Moderato
Dabei seit
5. Jan. 2009
Beiträge
4.088
Reaktionen
2.479
Hallo Der Pianist,
die Sonate und auch der 1. Satz stehen nicht in E-Dur sondern in cis-moll. Das war wohl eine Verwechselung wg. der Vorzeichen.

Gruß
Manfred
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Hallo Moderato.

Woher kann man das erfahren?

Liebe Grüße
Der Pianist
 
solartron
solartron
Dabei seit
21. Apr. 2010
Beiträge
542
Reaktionen
0

Noch besser: sich neben dem praktischen Klavierspiel ein wenig mit Musiktheorie/Harmonielehre beschäftigen (kann man meist wunderbar direkt am Instrument umsetzen!).
Als Einstieg lernen wir etwas über Paralleltonarten :)
Auch hier findest Du E-Dur und cis-moll.

In diesem Zusammenhang auch immer wieder sehr gerne angepriesen:
> Online-Lehrgang für Musiktheorie

Cordialement
Sol
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Danke für den Link.

Ich habe mich offensichtlich unverständlich ausgedrückt. Dafür möchte ich mich entschuldigen.

Ich weiß das E-Dur und Cis-Dur 4 Kreuze besitzen. (Kl. 3 tiefer zu Moll bzw höher)
Selbstverständlich lerne ich ebenso Theorie. Momentan aber mehr Praxis.

Ich wusste aber nicht, wie ich an dem Stück erkennen soll, ob es E-Dur oder Cis-Moll ist.
Aber anhand Moderatos Links, welcher zu Wikipedia führte, sah ich das "Op. 27" in Cism geschrieben ist.


Dennoch vielen lieben Dank euch allen :) Ihr seid toll!
Frohe Weihnachten euch allen ~ho ho ho~
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
P
PianoPuppy
Dabei seit
24. Okt. 2010
Beiträge
2.317
Reaktionen
16
Hallo Pianist,

Ein wesentliches Mittel zur Unterscheidung wurde hier noch nicht erwähnt - nämlich die klangliche Wahrnehmung.

Natürlich muß man sich dafür erst einhören - du könntest mal anfangen, einfach mal ein paar Akkorde in Dur und dann in Moll zu spielen, sowohl akkordisch also auch gebrochen und dabei auf die klanglichen Unterschiede hören.

Hier ist das kleine Beethoven Stück "Lustig - Traurig", wo der Gegensatz zwischen Dur und Moll herausgestellt wird.

Von Bartók gibt es auch ein kleines Stück im 2. Bd des Mikrokosmos mit dem Titel "Dur und Moll" oder so ähnlich.

Ansonst viel Musik hören, langsam anfangen die Stücke zu analysieren und sich mit dem harmonischen Verlauf von Stücken beschäftigen.

LG, PP
 
D
Der Pianist
Dabei seit
25. Dez. 2011
Beiträge
127
Reaktionen
0
Vielen Dank Puppy.

Einen Unterschied höre ich gewiss, wie der Titel sagt, klingt der erste Teil 'fröhlich' und
Der zweite Teil traurig, fast schon nachdenklich.

Liebe Grüße

Der Pianist
 
P
PianoPuppy
Dabei seit
24. Okt. 2010
Beiträge
2.317
Reaktionen
16
Einen Unterschied höre ich gewiss, wie der Titel sagt, klingt der erste Teil 'fröhlich' und
Der zweite Teil traurig, fast schon nachdenklich.

Genau, und diese Hörerfahrung gilt es auszubauen, denn nicht immer ist es so offensichtlich, oder besser gesagt "offenhörbar" - obwohl, der erste Satz der Mondscheinsonate ist schon ziemlich eindeutig.... ich nehme aber an, soweit bist du jetzt auch schon gekommen. ;)

LG, PP
 
 

Top Bottom