Flügelkauf - Empfehlungen für Klavierhäuser in Ö / Wien?

yshild

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10. Jan. 2019
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Hallo zusammen,

Ich bin Klavieranfänger (im 2. Jahr) und benutze momentan ein Digitalpiano. Jetzt möchte ich auf ein akustisches Instrument "upgraden". Die räumliche Situation ist nicht optimal, bietet aber eher Platz für einen Flügel als für ein Klavier.

Nun bin ich also auf der Suche. Dabei haben sich jetzt zwei Probleme rauskristallisiert. Zum einen ist das Angebot in näherer Umgebung sehr überschaubar und beschränkt sich weitgehend auf ein einziges Klavierhaus. Dieses Problem lässt sich zumindest teilweise lösen, indem ich den Suchradius ausdehne. Nächsten Mittwoch ergibt sich die Möglichkeit nach Wien zu kommen. Da das ein Unterfangen ist, das ich nicht regelmäßig wiederholen kann (3.5 Stunden Anreise), möchte ich den Tag möglichst gut nutzen. Ich habe etwa 5 Stunden Zeit.

Wer kennt Klavierhäuser in Wien und kann mir Empfehlungen geben, wo ich unbedingt vorbeischauen soll?

Als Klavieranfänger habe ich kaum Erfahrung. Die einzigen akustischen Instrument die ich kenne, sind der Flügel in der Musikschule und das Klavier meiner KL. Von daher ist es mir wichtig, dass das Klavierhaus vertrauenswürdig ist. Ich möchte mich darauf verlassen können, dass ich seriös beraten werde. Zudem sollen sie optimalerweise eine (für mich leistbare) Auswahl bieten.

Was suche ich konkret: Budgetrahmen habe ich mir momentan mit 20.000€ gesetzt. Größe um 1.80m. Für alles andere bin ich offen. Neu oder gebraucht egal, Marke egal.

Ich habe einen Nachmittag in dem Klavierhaus in meiner Nähe verbracht und dort einiges angespielt. Was ich für mich festgestellt habe, ist, dass mir der Klang im Bass eher wichtig ist. Die neuen kleinen Yamaha oder Kawai, die in meinem Budget liegen würden, haben mich nicht überzeugt. Interessant wurde es so ab ca. 1.80m ... und erst ab 30.000€ (gebraucht) aufwärts. In einem anderen Klavierhaus wurde mir gesagt, dass es unter 20.000€ sowieso nichts sinnvolles gibt, was das ja bestätigen würde. Ist mein Budgetrahmen unrealistisch?

Danke für eure Hilfe
 
Danke für den Tipp, werde ich mir gleich mal vormerken. :001:
 
@yshild Ich würde dir ja eine PN schreiben, aber du hast die Funktion blockiert.

Ich finde die diesbezüglichen Regeln gerade nicht, aber die Nennung von konkreten Firmen, insbesondere bei Kritikpunkten, ist nicht ganz bedenkenlos, oder? (@mods)
 
Ach, tobe Dich ruhig aus. Berechtigte Kritik ist als Reaktion auf eine Empfehlung ok. Wenn es eine Beschwerde gibt, kann man immer noch reagieren. Mit solchen Beschwerden haben sich die Leute aber bisher immer mehr geschadet.
 
@Flieger Ich habe die PN Funktion jetzt aktiviert. Keine Ahnung warum ich die ausgeschaltet hatte.
 
Der von @Peter "beworbene" Klavierbauer ist den aktiven Clavioten bestens bekannt, trifft sich die Meute doch außerhalb Coronas alle drei Jahre in Wien, wobei traditionsmäßig immer ein Nachmittag mit sehr langem Ausklang bei Speis und Trank nebst viel selbst produzierter Klaviermusik bei Balas eingeplant ist. Ja, es ist ein etwas anderes Klavierhaus, denn dem Klavierbauer geht es in erster Linie um die Seele seiner Instrumente und erst in dritter oder vierter Linie um einen möglichst großen Gewinn beim Verkauf. Ich sehe auch, dass Du dort durchaus die Chance hast, für dein Budget einen Flügel mit angenehmen Bass zu finden. Ich denke dabei z.B. an einen alten Bösendorfer.
 
Ach, tobe Dich ruhig aus. Berechtigte Kritik ist als Reaktion auf eine Empfehlung ok. Wenn es eine Beschwerde gibt, kann man immer noch reagieren. Mit solchen Beschwerden haben sich die Leute aber bisher immer mehr geschadet.
OK, in dem Fall schreibe ich meine persönlichen Erfahrungen:

dieklaviermachermeister (Burggasse): Qualitativ sehr hochwertig und zuverlässig, nicht ganz billig. Vielleicht steht dort ein passender Gebrauchter.

Stingl (Wiedner Hauptstraße): Kawai und Fazioli. Sehr freundlich, aber kein Neuinstrument > 180 für unter 20k und selten Gebrauchte. Anrufen.

Klavierloft (Neubaugasse): Da stehen einige Gebrauchte in deinem Budget, aber irgendwie werde ich mit den Instrumenten dort nicht warm. Ich weiß nicht, woran es liegt. Spiel dich durch!

Förstl (Bellariastrße): Wie bei Stingl wird es mit einem Neuen (Yamaha, Hoffmann,...) > 180 zu dem Preis schwer. Fokus auf neue Instrumente. Vielleicht haben sie einen Mietrückläufer. Anrufen.

Reisinger (Hahngasse): Ebenso.

Johans Klaviersalon (Hoyosgasse): Ruf an, ob sie etwas Passendes haben. Allerdings eine Warnung: Mir wurde eine Regulierung bei einem interessanten Flügel versprochen, die bei der zweiten Besichtigung offenbar nicht durchgeführt worden war (Am Telefon davor ausdrücklich "wir sind jetzt damit fertig"). Seither war ich nicht mehr dort.

Klaviergalerie (Kaiserstraße): Der Chef erzählt dir, was er glaubt, dass du hören willst. Ich habe auch schon schlechte Reparaturen erlebt. Keine Empfehlung.

Danzinger (Mariahilferstraße): Mehr ein Bastler als ein Klavierbauer. Ebenfalls keine Empfehlung.


5 Stunden sind schnell vorbei. Mein Vorschlag wäre: klaviermachermeister -> Klavierloft -> was dich sonst noch interessiert -> auf dem Weg zu Johans im Musikverein vorbeischauen. Dort ist der Showroom von Bösendorfer. Die sind sehr nett und lassen einen auch spielen, wenn man gleich sagt, dass man nicht kaufen wird. -> Johans

Viel Erfolg!

PS: Klavierland / Piano Art Galerie hat auch schöne Instrumente, aber das Geschäft ist in Hainburg, nahe der slowakischen Grenze.
 
Zuletzt bearbeitet:
Klaviergalerie (Kaiserstraße): Der Chef erzählt dir, was er glaubt, dass du hören willst. Ich habe auch schon schlechte Reparaturen erlebt. Keine Empfehlung.
Dafür haben die aber die ganze Feurich Palette. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, den Feurich Dynamic II (179 cm lang) anzuspielen. Der liegt deutlich unter der Budgetgrenze und ist ein wirklich taugliches Instrument mit einer Mechanik, die sich echt gut anfühlt. Und Bass kann der auch.
 

Danke für eure Infos, das hilft mir schon sehr weiter.
Feurich ist auf jeden Fall interessant und würde ich gern anspielen. Ansonsten scheint ja eher Gebrauchtes in Frage zu kommen, da werd ich mich mal durchrufen, wo was passendes stehen könnte.
Bösendorfer einfach mal ausprobieren um einen Vergleich zu bekommen hört sich auch sehr reizvoll an.
 
Und hast Du das Klavierhaus vor Ort bereits besucht und dort etwas Interessantes gefunden? Immerhin hättest Du damit jemanden vor Ort für die Betreuung.
 
Ja, dort war ich bereits. Fühle mich dort auch sehr gut aufgehoben und werde noch öfter mal vorbeischauen, in der Hoffnung, dass sie was passendes reinbekommen.
So wirklich mein Trauminstrument war bisher nicht dabei, wobei ich nicht ausschließen kann, dass ich einfach falsche Vorstellungen oder Erwartungen habe. Denn selbst Instrumente weit außerhalb meiner Reichweite haben mich nicht so recht in ihren Bann gezogen. Auch deshalb möchte ich gerne noch anderswo schauen, um einen besseren Vergleich zu bekommen.
 
Falls Du bei Balas vorbeischaust, spiele auch mal auf seinem selbst konstruierten Klavier. Das liegt zwar auch außerhalb Deines Budgets, aber wenn sich die Gelegenheit schon ergibt. Ich hätte es nie für möglich gehalten, was aus einem Klavier an Klang rauskommen kann.
 
Falls Oberösterreich auch eine Option ist, kann ich das Klavierhaus Schimpelsberger in Wels wärmstens empfehlen.
 
OÖ und Schimpelsberger sind tatsächlich meine erste Anlaufstelle. Finde ich auch sehr empfehlenswert. :super:
 
Ich möchte noch kurz berichten, wie es mir diese Woche in Wien bei der Flügelsuche ging.
Nachdem 5 Stunden ein eher kurzes Zeitfenster waren, habe ich mich auf Klavierhäuser mit möglichst kurzer Wegstrecke dazwischen konzentriert.

Ausgangspunkt war der Westbahnhof und von dort gings zuerst zur Klaviergalerie. Hier wollte ich die Feurich Flügel ausprobieren.
Beim vorausgehenden Anruf wurde mir mitgeteilt, Termin sei nicht nötig, ich soll einfach vorbeikommen. Zur Beratung wurde dann eine Klavierbauerin gerufen, die mir allerdings nicht wirklich viel sagen konnte.

Angespielt habe ich die Feurich Modelle 162 Dynamic I und 179 Dynamic II. Rein optisch finde ich die Serie sehr schön gestaltet. Das kleinere Instrument war fabrikneu und klang auch so. Sehr hart und kalt. Im Bass eher blass und insgesamt etwas leer. Von der Mechanik her hat es mir allerdings gut gefallen, Tastatur hatte auch eine angenehme Haptik.

Das größere Modell war vom Klang deutlich angenehmer, um einiges voller, runder mit für diese Klasse bemerkenwertem Bass.
Dafür kam ich mit der Mechanik überhaupt nicht klar. Die Tasten hatten seitlich auch extrem viel Spiel. Als ich die Klavierbauerin darauf ansprach meinte sie nur, es sei wahrscheinlich ein gebrauchtes Instrument (nähere Infos wusste sie nicht und konnte sie auch nicht finden) und da sei das eben so.

Ich denke mit einer sinnvollen Überarbeitung hätte man wohl ein nettes Instrument daraus machen, aber so war mein Fazit: Feurich grundsätzlich ja, aber nicht hier.

Da die Zeit eher begrenzt war, habe ich in der Klaviergalerie andere Instrument nur kurz angespielt. Sehr positiv herausgestochen hat für mich ein Bechstein - der Blick auf das Infoschild hat meine Euphorie dann gedämpft: 60.000€. :018:
Preislich attraktiv war ein alter Ehrbar (175 cm von 1940) und den fand ich auch vom Klang durchaus nett und angenehm zu spielen. So als Notnagel, falls ich gar nichts anderes finde, hätte ich mir den vorstellen können.

Mein nächster Weg führte zum Klavierloft, wo ich einige Zeit mit der Suche nach dem Eingang beschäftigt war. Wer denkt denn auch, dass man in ein Geschäft nicht einfach rein gehen kann, sondern die Tür von innen extra geöffnet werden muss?

Auch hier galt, Termin ist nicht nötig, einfach vorbeikommen. Und auch hier gab es kaum Beratung, denn der Chef war nicht da. Für Fragen gabs immerhin die Telefonnummer vom Chef.

Auswahl innerhalb meines Budgerahmens war durchaus gegeben, einige alte Flügel, einige junge.
In Erinnerung sind mir ein Ritmüller und ein Young Chang, weil ich sie vom Klang schrecklich fand. :008:
Interessanter fand ich die alten Instrumente. Weniger laut, weniger schrill. Aber dann doch auch nicht überzeugend. Alt und klapprig fällt mir am ehesten dazu ein.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit sinnvoller Beratung und mit jemand der die Instrumente für mich auch professionell anspielt, fündig geworden wäre. So fühlte ich mich ein wenig gehetzt, da kurz nach mir ein anderer Kunde gekommen war, der offensichtlich selber Instrumente ausprobieren wollte, aber höfflich wartete, und mein Anfängergeklimper über sich ergehen ließ.

Also machte ich mich auf den Weg zum Klaviermachermeister. Hier hatte ich einen fixen Termin und man nahm sich auch Zeit. Ich würde die Atmosphäre durchaus als gemütlich beschreiben. Also ein Rahmen, wo man gerne wieder vorbeischaut.

Angespielt habe ich dann u.a. Flügel von Johannes Seiler und Samick, Neupreis jeweils deutlich innerhalb meines Budges.
Die Seiler gingen für mich gar nicht, der Klang war körperlich fast schmerzhaft, da stellte es mir tatsächlich die Haare auf.
Der Samick war nett. Laut und relativ neutral, wie scheinbar alle modernen, oder zumindest alle billigen modernen? (Irgendwie hören die sich für mich alle an wie ein überlautes Digi... ) Aber ansonsten halbwegs differenziert spielbar und als Schulinstrument gut brauchbar, war so mein Eindruck.

Und dann war da noch dieser Bösendorfer... Eine ganz andere Welt. Herr Letuha hat zu Beginn so ein bisschen getestet, was zu mir passen könnte und beim Bösendorfer ein Leuchten in meinen Augen gesehen (hat er zumindest behauptet). Gebraucht, Baujahr 1957. Noch nicht restauriert, weil auch im bestehendem Zustand noch gut nutzbar.
Soweit ich das beurteilen kann, ein feines Instrument. Der Haken bei der Sache ist zum einen der Preis mit 28.000€. Zum anderen die Länge mit 200 cm. Dennoch habe ich ernsthaft überlegt. Beides wäre irgendwie machbar. Das große "aber..." sind die anstehenden Reparaturen. Die Rede war von nochmals15.000€ (Resonanzbodenriß, neue Saiten, neue Hammerköpfe etc). :007:

Dann also weiter zur nächsten und letzten Station: Balas. Ein Erlebnis für sich. Ich hatte das Gefühl ich betrete eine andere Zeit. Erinnerungen an die alte Werkstatt meines Großvaters wurden wach.
Ich war ein paar Minuten vor Balas dort, der noch einen Termin hatte, und konnte mich schon in Ruhe umsehen. Unter anderem stand da ein Bechstein, den ich sofort genommen hätte. Leider war er schon verkauft.

Herr Balas zauberte dann einen Bösendorfer für mich hervor. Irgendwie hatte er schon bei unserem Telefonat den Eindruck, der könnte für mich passen. Und was soll ich sagen: Ja! Ich denke ich habe meinen Flügel gefunden.
:musik064:
Das Instrument war nicht gestimmt und braucht noch ein paar Handgriffe also werde ich in kürze noch einmal Wien bereisen um das Schätzchen zu begutachten. Nachdem Herr Balas mir aber so von den Ehrbar Flügeln vorgeschwärmt hat und er zufällig gerade an einem arbeitet, kann ich dann ev auch noch den Ehrbar als Alternative anspielen bevor ich die endgültige Entscheidung treffe. So oder so, meine Suche scheint bereits ihr Ende gefunden zu haben.

Nochmals ein herzliches Dankeschön :blume:an alle für die Tipps und Ratschläge. Besonders froh bin ich für den Hinweis auf Balas, dort wäre ich sonst sicher nicht hingekommen.
 
Ich möchte noch kurz berichten, wie es mir diese Woche in Wien bei der Flügelsuche ging.
Nachdem 5 Stunden ein eher kurzes Zeitfenster waren, habe ich mich auf Klavierhäuser mit möglichst kurzer Wegstrecke dazwischen konzentriert.

Ausgangspunkt war der Westbahnhof und von dort gings zuerst zur Klaviergalerie. Hier wollte ich die Feurich Flügel ausprobieren.
Beim vorausgehenden Anruf wurde mir mitgeteilt, Termin sei nicht nötig, ich soll einfach vorbeikommen. Zur Beratung wurde dann eine Klavierbauerin gerufen, die mir allerdings nicht wirklich viel sagen konnte.

Angespielt habe ich die Feurich Modelle 162 Dynamic I und 179 Dynamic II. Rein optisch finde ich die Serie sehr schön gestaltet. Das kleinere Instrument war fabrikneu und klang auch so. Sehr hart und kalt. Im Bass eher blass und insgesamt etwas leer. Von der Mechanik her hat es mir allerdings gut gefallen, Tastatur hatte auch eine angenehme Haptik.

Das größere Modell war vom Klang deutlich angenehmer, um einiges voller, runder mit für diese Klasse bemerkenwertem Bass.
Dafür kam ich mit der Mechanik überhaupt nicht klar. Die Tasten hatten seitlich auch extrem viel Spiel. Als ich die Klavierbauerin darauf ansprach meinte sie nur, es sei wahrscheinlich ein gebrauchtes Instrument (nähere Infos wusste sie nicht und konnte sie auch nicht finden) und da sei das eben so.

Ich denke mit einer sinnvollen Überarbeitung hätte man wohl ein nettes Instrument daraus machen, aber so war mein Fazit: Feurich grundsätzlich ja, aber nicht hier.

Da die Zeit eher begrenzt war, habe ich in der Klaviergalerie andere Instrument nur kurz angespielt. Sehr positiv herausgestochen hat für mich ein Bechstein - der Blick auf das Infoschild hat meine Euphorie dann gedämpft: 60.000€. :018:
Preislich attraktiv war ein alter Ehrbar (175 cm von 1940) und den fand ich auch vom Klang durchaus nett und angenehm zu spielen. So als Notnagel, falls ich gar nichts anderes finde, hätte ich mir den vorstellen können.

Mein nächster Weg führte zum Klavierloft, wo ich einige Zeit mit der Suche nach dem Eingang beschäftigt war. Wer denkt denn auch, dass man in ein Geschäft nicht einfach rein gehen kann, sondern die Tür von innen extra geöffnet werden muss?

Auch hier galt, Termin ist nicht nötig, einfach vorbeikommen. Und auch hier gab es kaum Beratung, denn der Chef war nicht da. Für Fragen gabs immerhin die Telefonnummer vom Chef.

Auswahl innerhalb meines Budgerahmens war durchaus gegeben, einige alte Flügel, einige junge.
In Erinnerung sind mir ein Ritmüller und ein Young Chang, weil ich sie vom Klang schrecklich fand. :008:
Interessanter fand ich die alten Instrumente. Weniger laut, weniger schrill. Aber dann doch auch nicht überzeugend. Alt und klapprig fällt mir am ehesten dazu ein.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit sinnvoller Beratung und mit jemand der die Instrumente für mich auch professionell anspielt, fündig geworden wäre. So fühlte ich mich ein wenig gehetzt, da kurz nach mir ein anderer Kunde gekommen war, der offensichtlich selber Instrumente ausprobieren wollte, aber höfflich wartete, und mein Anfängergeklimper über sich ergehen ließ.

Also machte ich mich auf den Weg zum Klaviermachermeister. Hier hatte ich einen fixen Termin und man nahm sich auch Zeit. Ich würde die Atmosphäre durchaus als gemütlich beschreiben. Also ein Rahmen, wo man gerne wieder vorbeischaut.

Angespielt habe ich dann u.a. Flügel von Johannes Seiler und Samick, Neupreis jeweils deutlich innerhalb meines Budges.
Die Seiler gingen für mich gar nicht, der Klang war körperlich fast schmerzhaft, da stellte es mir tatsächlich die Haare auf.
Der Samick war nett. Laut und relativ neutral, wie scheinbar alle modernen, oder zumindest alle billigen modernen? (Irgendwie hören die sich für mich alle an wie ein überlautes Digi... ) Aber ansonsten halbwegs differenziert spielbar und als Schulinstrument gut brauchbar, war so mein Eindruck.

Und dann war da noch dieser Bösendorfer... Eine ganz andere Welt. Herr Letuha hat zu Beginn so ein bisschen getestet, was zu mir passen könnte und beim Bösendorfer ein Leuchten in meinen Augen gesehen (hat er zumindest behauptet). Gebraucht, Baujahr 1957. Noch nicht restauriert, weil auch im bestehendem Zustand noch gut nutzbar.
Soweit ich das beurteilen kann, ein feines Instrument. Der Haken bei der Sache ist zum einen der Preis mit 28.000€. Zum anderen die Länge mit 200 cm. Dennoch habe ich ernsthaft überlegt. Beides wäre irgendwie machbar. Das große "aber..." sind die anstehenden Reparaturen. Die Rede war von nochmals15.000€ (Resonanzbodenriß, neue Saiten, neue Hammerköpfe etc). :007:

Dann also weiter zur nächsten und letzten Station: Balas. Ein Erlebnis für sich. Ich hatte das Gefühl ich betrete eine andere Zeit. Erinnerungen an die alte Werkstatt meines Großvaters wurden wach.
Ich war ein paar Minuten vor Balas dort, der noch einen Termin hatte, und konnte mich schon in Ruhe umsehen. Unter anderem stand da ein Bechstein, den ich sofort genommen hätte. Leider war er schon verkauft.

Herr Balas zauberte dann einen Bösendorfer für mich hervor. Irgendwie hatte er schon bei unserem Telefonat den Eindruck, der könnte für mich passen. Und was soll ich sagen: Ja! Ich denke ich habe meinen Flügel gefunden.
:musik064:
Das Instrument war nicht gestimmt und braucht noch ein paar Handgriffe also werde ich in kürze noch einmal Wien bereisen um das Schätzchen zu begutachten. Nachdem Herr Balas mir aber so von den Ehrbar Flügeln vorgeschwärmt hat und er zufällig gerade an einem arbeitet, kann ich dann ev auch noch den Ehrbar als Alternative anspielen bevor ich die endgültige Entscheidung treffe. So oder so, meine Suche scheint bereits ihr Ende gefunden zu haben.

Nochmals ein herzliches Dankeschön :blume:an alle für die Tipps und Ratschläge. Besonders froh bin ich für den Hinweis auf Balas, dort wäre ich sonst sicher nicht hingekommen.
Ganz herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht, das war so schön zu lesen! 😊 Ein erfolgreicher Tag 💐
 

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