Fingersätze.


D
Dana
Guest
Hi,
ich höre ständig, dass man aufpassen muß, damit man keine falschen Fingersätze übt. Man soll nicht selbständig sich das Klavierspiel beibringen, weil man dabei auch falsche Fingersätze lernen kann.
Und wenn man die falsche Fingersätze schon gelernt hat, kriegt man die schlecht weg.
Meine Frage wäre:
Welche Fingersätze sind den eigentlich die schlechten/ falschen ?
Auch wie viele Kombinationen der " guten " Fingersätze gibt ?
Oder was für einer Regel volgen die richtigen Fingersätze ?
Ich blicke da wirklich nicht mehr durch.
L.G.
Dana
 
E
Emma
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Hi Dana,

ich schließe mich Katrin an: der Fingersatz, der deinen Händen, deiner Anatomie am nächsten kommt, ist der wohl richtige, dabei soll man aber trotzdem einige Regeln beachten, wie z.B. dass wenn Platz ist für den 4. Finger, sich nicht der 3. dazwischenmogeln sollte, so wie bei mir oft. Die Finger sollen nicht krampfhaft überkreuz, sondern ganz locker fast von selbst einfach auf die Tasten "fallen", so dass es einfach auch irgenwann logisch erscheint und man selbst gar nicht anders spielen kann. Oft ist ja in Stücken nur der 1. und letzte Finger aufgeschrieben, wie eine Gleichung, die aufgehen sollte, also mit dem beschriebenen Finger sollte man auch "ankommen", und wenn man genau überlegt, dann stimmt es fast immer, manchmal sind aber vorgeschriebene Fingersätze (besonders wenn man kleine Hände hat wie ich) nicht spielbar, da darf man dann schon seine eigenen aufschreiben bzw. spielen. Es gibt einige Besonderheiten wie z.B. die chromatische Tonleiter (ist das so richtig oder vertue ich mich?), bei der man die Reihenfolge 1. und 3. Finger auf den schwarzen Tasten, dazwischen 1. und 2. Finger, anwenden soll. Oder bei Triolen. Aber auch da wendet man die richten Fingersätze fast schon automatisch an. Meine KL sagt immer: Spätestens bei Bach MUSS man auf die Fingersätze extrem achten, sonst kommt man nicht klar, und ich glaube sie hat Recht.
Gruß
Emma
 
DonBos
DonBos
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Meine Klavierlehrerin meinte immer "Der beste Fingersatz ist derjenige, mit dem man am bequemsten musikalisch spielen kann."

Soll heißen: Prinzipiell sollte ein Fingersatz immer sehr bequem sein, denn erstens machen die Hände dann vermutlich die natürlichsten Bewegungen, werden nicht zu arg angestrengt, verkrampfen nicht, man kann die gewünschte Tonfolge deutlich schneller und sicherer spielen als mit einem unbequemen Fingersatz.

Wenn aber bei einem sehr bequemen Fingersatz die gewollte musikalische Artikulation aus irgendeinem Grund unter den Tisch fällt, dann kann es hier durchaus Sinn machen, einen etwas unbequemeren Fingersatz zu wählen, mit dem sich die musikalische Aussage besser rüberbringen lässt (mit genug Üben wird dieser Fingersatz mit der Zeit auch bequem genug, um ihn im gewünschten Tempo entspannt hinzubekommen). Im Zweifelsfall (z.B. zu kleine Hände für das Stück, zu dicke Finger für das Stück, zu schweres Stück ausgewählt) hilft nur Abwägen zwischen Musikalität und Bequemlichkeit (wobei sehr oft der bequemste Fingersatz auch sowieso schon derjenige ist, mit dem man dann auch die musikalische Aussage am besten darstellen kann).

Zu deiner Frage, wieviele gute Fingersätze es gibt: Prinzipiell gibt es unendlich viele gute Fingersätze und Kombinationen guter Fingersätze. Ebenso gibt es auch unendlich viele schlechte Fingersätze. Man kann z.B. nicht pauschal sagen, die Tonfolge a c' e' a' wird in der rechten Hand immer mit 1-2-3-5 gespielt. Dieser Fingersatz kann im Gesamtkontext der Komposition, was davor und danach so passiert und wie musikalisch artikuliert werden soll entweder goldrichtig sein, oder auch grottenfalsch. Das ist das gemeine an den Fingersätzen.

Außerdem hat jeder Mensch andere Hände und so kann es auch sein, dass ein Fingersatz an einer Stelle im Stück für den einen Klavierspieler der absolut richtige Fingersatz ist, während ein anderer Klavierspieler mit demselben Fingersatz nicht zurechtkommt und mit einem anderen Fingersatz viel besser spielt.

Es wäre schön wenn man anstatt so einer schwammigen Antwort wie meiner :rolleyes: die Fingersatzfrage stichwortartig in 10 oder 20 Punkten zusammenfassen könnte, aber das klappt wohl leider nicht wirklich.
 
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Dana
Guest
Danke für Eure Antworten.
Ich war richtig verwirrt, weil ich mit den Fingersätzen meiner KL nicht immer zur recht kamm, und meine mir besser passten. Wobei ich ihre spielen mußte, und deswegen bie manchen Stellen in einem Stück, ich sehr schwer vorkam.
Mit meinem dagegen, klappe es besser. Nun, sie wollte nicht, dass ich meine spiele, und hatte mich auf ihre korrigiert. Sie sagte, dass wir uns lieber an einer Fingersatzlinie halte sollen, und zwar an ihrer, weil ihre bequemer ist.
Da ich mich da wirklich nicht so gut auskenne, waren mir Eure antworten sehr behilfreich.
Danke
 
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Bachopin
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Hi Dana,

frag doch deine KL einfach, warum du das so spielen sollst.
Sie sollte dir das schon erklären können.

Gruß
 
Guendola
Guendola
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Danke für Eure Antworten.
Ich war richtig verwirrt, weil ich mit den Fingersätzen meiner KL nicht immer zur recht kamm, und meine mir besser passten. Wobei ich ihre spielen mußte, und deswegen bie manchen Stellen in einem Stück, ich sehr schwer vorkam.
Mit meinem dagegen, klappe es besser. Nun, sie wollte nicht, dass ich meine spiele, und hatte mich auf ihre korrigiert. Sie sagte, dass wir uns lieber an einer Fingersatzlinie halte sollen, und zwar an ihrer, weil ihre bequemer ist.
Da ich mich da wirklich nicht so gut auskenne, waren mir Eure antworten sehr behilfreich.
Danke

Ob ihre Fingersatzlinie für dich bequemer ist, bleibt zwar fraglich aber in einem hat sie recht, man sollte sich an einen Weg halten. Und es wäre auch unbequemer, sich an deine Linie zu halten, denn die ist vermutlich noch nicht so ausgereift und müßte ständig nach Bedarf weiter entwickelt und umgearbeitet werden. Die Idee dahinter ist einfach die, daß man das Rad nicht täglich neu erfindet sondern auf Erfahrungen anderer zurückgreift, bis der eigene Erfahrungsschatz so groß ist, daß man in erster Linie daraus schöpfen kann.

Aber wie man in den Antworten hier deutlich merkt, befinden sich die meisten auf sehr dünnem Eis, wenn es um Begründungen für Fingersätze geht. Eine fundierte Erklärung würde wohl den Rahmen dieses Themas sprengen, es gibt sie aber. Ich weiß allerdings nicht, ob es auch eine Theorie gibt, nach der sich die Praxis richten kann.
 
 

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