Exekution vertagt

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von cwtoons, 18. Apr. 2017.

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  1. cwtoons
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    cwtoons

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    "Das Oberste US-Gericht hat eine Hinrichtung im Bundesstaat Arkansas in letzter Minute verhindert. Bei dem Rechtsstreit geht es aber nicht um die Todesurteile an sich, sondern um die in Arkansas gebrauchten Mittel für die Hinrichtungen per Giftspritze." (Quelle: Tagesschau. de)

    "Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, will die Hinrichtungen noch in diesem Monat vollstrecken lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei den Exekutionen verwendeten Medikaments Midazolam Ende April abläuft." (Quelle: Spiegel.de)

    Der Herr Gouverneur macht das richtig. Er ist halt besorgt um die Gesundheit seiner ihm anvertrauten Strafgefangenen. Ich trinke ja auch keine Milch, die abgelaufen ist - da kann man sich sonstwas bei einfangen.

    Wenn das nicht so abartig wäre, müsste man brüllen vor Lachen.

    CW
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Apr. 2017
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  2. rolf
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    rolf

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    ...tja, das übersieht man gerne bei aller Empörung über die künftigen Pläne(Wiedereinführung der Todesstrafe) in Erdoganistan, dass in etlichen Bundesstaaten von Trumpistan/Obamacountry/USA seit eh und je fröhlich erschossen-gehängt-elektrostuhlt-getodesspritzt wird...
     
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  3. cwtoons
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    cwtoons

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    Mich würde es nicht wundern, wenn in den Zellen, in denen die Todeskandidaten jahrelang auf ihre Hinrichtung warten, striktes Rauchverbot herrscht. Rauchen ist ja so ungesund und sie könnten ja ernsthaft tödlich erkranken.

    CW
     
  4. pianochris66
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    pianochris66

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    Übersieht man das wirklich? Über diesen Anachronismus wird doch regelmäßig berichtet. Nicht nur, wenn eine Hinrichtung mal wieder nicht so abläuft wie geplant. Genau wie über die Hinrichtungen in China und dem oftmals beinhalteten Organhandel. In vielen Staaten der USA wurde die Todesstrafe ja auch abgeschafft oder zumindest auf unbefristete Zeit ausgesetzt. Die Einführung der Todesstrafe in einem Land, das mit Vehemenz immer noch den Willen hat, der EU beizutreten, hat da schon nochmals ne ganz eigene Qualität.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Apr. 2017
  5. thinman
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    thinman

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    erinnert mich an den makabren Witz, wo eine Witwe für ihren soeben verblichenen Gemahlsgatten ein Totenhemd aussucht und auf ihre Frage, warum bei einem Hemd der Preis so exorbitant hoch ist, zur Antwort bekommt: "Das Hemd bleibt auch nach vielen Maschinenwäschen farbecht und ist natürlich bügelfrei."
     
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  6. Wiedereinsteiger123
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    Wiedereinsteiger123

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    Die Kommittee des Friedensnobelpreises zumindest schon. Aber immerhin war er ja schwarz, wenn auch nur halbschwarz, ganzschwarz wäre er wohl nicht Präsident geworden.
     
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  7. rolf
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    rolf

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    @pianochris66
    ...bislang war die hiesige Berichterstattung über diese Praktiken des transatlantischen Weltpolizisten nicht voller moralischer Empörung, auch wurden die Präsidenten Clinton-Obama-Trump etc nicht vehement beharkt, weil sie das nicht völlig abschaffen - - - in gewissem Sinn wir das also nonchalant übersehen, und das wiederum wirft kein allzu glänzendes Licht auf so manche moralische Empörung... ;-)
     
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  8. pianochris66
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    pianochris66

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    Der amerikanische Präsident kann in allen Bundesstaaten die Todesstrafe einführen oder abschaffen? Interessant, ist das so? Ich kenne die amerikanische Verfassung nicht gut genug.
     
  9. mick
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    mick

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    Nein, kann er nicht. Gerichtsbarkeit ist in den USA bis auf wenige Ausnahmen (Militärgerichte, Spionageangelegenheiten) Sache der Bundesstaaten.
     
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  10. pianochris66
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    pianochris66

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    Danke, so hatte ich das auch in Erinnerung. Eine eindeutige Stellungnahme der von @rolf genannten Präsidenten gegen die Todesstrafe ist mir aber auch nicht in Erinnerung.
     
  11. cwtoons
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    cwtoons

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    Das wird hier nicht übersehen. Den Amis können wir ihre traditionelle Neigung zu finalen Lösungen - starker Baumast, Strick und ein Pferd zu Draufstellen - nur nicht abgewöhnen.

    Immerhin verweigern die Hersteller von Midazolam - Pfizer, LaRoche, Ratiopharm u. a. - mittlerweile die Lieferung an die US-Regierung, deswegen die geplante Hinrichtungswelle in Arkansas wegen des Verfallsdatums. Der Nachschub ist nicht gesichert.

    CW
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Apr. 2017
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  12. Wiedereinsteiger123
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    Wiedereinsteiger123

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    Das nicht, aber er kann Äußerungen wie die folgende tätigen oder auch nicht:

    I believe that the death penalty is appropriate in certain circumstances. There are extraordinarily heinous crimes, terrorism, the harm of children, in which it may be appropriate. Obviously we’ve had some problems in this state, in the application of the death penalty and that’s why a moratorium was put in place and that’s why I was so proud to be one of the leaders in making sure that we overhauled it, death penalty system that was broken. For example, passing the first in the nation videotaping of interrogations and confessions in capital cases. We have to have this ultimate sanction for certain circumstances in which the entire community says this is beyond the pale.

    "we've had some problems"
     
  13. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    In Deutschland wird totgeweihten Krebspatienten eine höhere, zur sicheren Schmerzfreiheit führende Dosis Morphium mit dem Argument verwehrt, sie könnten davon abhängig werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Apr. 2017
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  14. cwtoons
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    Ja, das ist mindestens genauso blöde.

    Das kommt noch aus der Zeit, als Ärzte glaubten, Schmerzen seien gottgegeben und deshalb dürfe man sie nicht künstlich unterdrücken.

    CW
     
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  15. cwtoons
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    Am 20.4 ist die nächste Doppelhinrichtung in Arkansas geplant, natürlich mit fast abgelaufenem Medikament.

    Sehr rücksichtslos.

    CW
     
  16. Destenay
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    das ist grauenhaft! Grauenhaft ist es auch, wenn man einen Angehörigen durch ein Verbrechen verliert. Ich habe zwei Familien gekannt, die ein Kind auf grauenhafte Art und Weise verloren haben.
    Wer in einem Land wie in den USA wohnt, weiss mit was er bei so einer Tat zurechnen hat.:denken:
     
  17. cwtoons
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    cwtoons

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    Ja sicher. Der Ablauf eìnes Tötungsverbrechens wie Mord ist grausam, abartig und schrecklich. Aber Morden ist allerdings auch leider menschlich.

    Der Ablauf des Hinrichtungsprozesses ist dagegen unmenschlich. Deswegen steht es einem Staat nicht zu, seine Bürger abzuspritzen, sie einzuschläfern, ihnen das Genick zu brechen oder sie zu köpfen.

    CW
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Apr. 2017
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  18. Bassplayer
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    Mir ist aufgefallen, dass in Frankreich auch die meisten Terroristen erschossen wurden, von denen in den letzten Jahren berichtet wurden. Da frage ich mich ohne das zu werten: War das jedes Mal das mildeste Mittel, weil Schüsse in Arme und Beine zu unsicher waren oder hat man den Tod des jeweiligen bewaffneten Massenmörders im Gefecht billigend in Kauf genommen, was auch einer Exekution gleichkäme?
     
  19. Andre73
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    Andre73

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    Waren die nicht sowieso immer mit Schusswaffen ausgestattet?
    Schnellschussgewehre, Pistolen etc.
    Warum sollte man da ein Risiko eingehen? Die Schnellstoppwirkung von Waffen ist nicht immer so wie das Filme suggerieren. Das ist schon was anderes finde ich.
    Klar, man kann da auch schnell eine Grauzone ins Illegale hinein verlassen, ich erinnere an GSG9 bei Bad Kleina.
     
  20. Bassplayer
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    Bassplayer

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    Ich schrieb ja "bewaffnet". Zitat aus Tatort: "schießen sie ihm in die Hand." Der andere holt eine Patrone raus und legt sie auf den Tisch mit der Bemerkung: "Dann ist die Hand ab." Aber es stimmt natürlich, wenn jemand bewaffnet ist und bereits schießt, besteht höchste Gefahr, die am schnellsten und sichersten durch Tötung beseitigt wird.
     
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