Eure Anforderungen an ein Midi-Vollpedal

Dieses Thema im Forum "Orgel-Forum" wurde erstellt von Maxim, 12. Sep. 2019.

  1. Maxim
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    Maxim

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    Entwurf_Prototyp.jpg Hallo liebe Orgelfreunde,

    in meinem ersten Thread in diesem Forum ging es mir um den originalgetreuen Bau eines Vollpedals, damit ich zukünftig Zusammen mit meinem Masterkeyboard auch sakrale Orgelmusik spielen kann.

    Ich habe nun den ersten Prototypen mit folgenden Spezifikationen fertiggestellt:
    * 30 Tasten, parallel-konkaver Anordnung;
    * Bauteile (Schenkelfedern, Stahlfedern, Filze) vom Orgelbauer;
    * exakt nach den Vorgaben des BDO (Bund Deutscher Orgelbaumeister) gefertigt;
    * Anschluss: Midi-USB Out (kein Netzteil oder Midistecker nötig);
    * Material: Multiplex Birke;

    Dieses Vollpedal werde ich wie auch mein Masterkeyboard per USB an den Laptop oder ein Audiointerface anschließen und in Hauptwerk einbinden.

    - Ich bin selbst kein Organist, deswegen würde mich von euch wirklich interessieren, wie sehr dieses Setup (Keyboard, Vollpedal, Laptop, Hauptwerk) unter euch Organisten Anklang und Anwendung findet?
    - Bei denjenigen, die dieses Setup haben – was müsste ich an meinem oben beschriebenen Vollpedal ändern oder ergänzen, damit es in euer Setup passt und ihr es benutzen wollen würdet?

    Da ich mir richtig viel Zeit für den Entwurf nehme, würde ich das Vollpedal gerne so ausstatten, dass es am Ende vielleicht nicht nur mir nutzt.

    Würde mich sehr über eure Meinungen freuen.
    Viele Grüße
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Sep. 2019
  2. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Wird in Kleinstserie zu teuer. Da gibt es schon etliche Anbieter auf dem Markt.
     
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  3. maxe
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    maxe Temporär gesperrt

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    Wieviel Arbeitsstunden brauchst Du @Maxim und wie hoch sind die Materialkosten etwa?
     
  4. Maxim
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    Maxim

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    Hallo agraffentoni und maxe. Danke für eure Beiträge.

    Mir ist natürlich klar, dass sich mit diesem Vollpedal kaum Geld verdienen ließe. Aber das ist auch nicht mein Antrieb. Ich finde es gerade ungemein faszinierend mein Bedürfnis nach einem Vollpedal, dadurch zu befriedigen es selbst herzustellen.
    Ich lerne mit einer CAD-Software umgehen, arbeite mit CNC-Maschinen, lerne die "DIY-Community" kennen, setze mich mit Hardware und Programmierung auseinander etc. Super spannend. Außerdem gefällt es mir mit Holz zu arbeiten und auch hier dazuzulernen.

    Jetzt würde mich eben nur interessieren, wie euer Instrumente-Setup aussieht, wenn ihr nicht gerade eine richtige Kirchenorgel zur Hand habt und was euch vielleicht an meinem Vollpedal fehlt, um ordentlich damit arbeiten zu können.
    Als Sachfremder ein Vollpedal zu bauen ist das eine. Zu wissen, das es am Ende dann aber auch wirklich Hand und Fuß hat und sinnstiftend ist, ein schöner Bonus :)
     
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  5. maxe
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    maxe Temporär gesperrt

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    suuuuper, so motu proprio ist es genau richtig, denn
    :super::super::super:
     
  6. LankaDivore
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    LankaDivore

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    https://www.clavio.de/threads/worauf-uebt-ihr-zuhause.21519/

    In diesem Faden aus dem Jahre 2016 findet sich bei #7 ein Beitrag inkl. Bildern von meiner damaligen Übesituation. Das ist glaube ich was du suchst.
     
  7. Maxim
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    Maxim

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    Danke Lanka, genau. Danach suche ich.
    Das Pedal ist spannend. Ich nehme an es ist ein Volumen-Pedal?

    Ist die Dynamik auch wesentlicher Bestandteil der Kirchenmusik - sagen wir von den Epochen Barock bis Romantik - und ist ein Volumen-Pedal daher ein must-have wenn man alles aus einem Stück herausholen möchte?

    Das Volumenpedal beeinflusst die Lautstärke des Pedals als auch der Manuale, richtig?

    Was würde sich eurer Meinung nach an der Bespielbarkeit des Vollpedals ändern, würde man es bspw. in Tastenrichtung halbieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Sep. 2019
  8. LankaDivore
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    LankaDivore

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    Mit dem "Volumenpedal" meinst du den Schweller richtig? Ich höre das Wort gerade trotz C-Prüfung tatsächlich zum ersten Mal und musste erstmal überlegen was du meinst. Aber ja, ist zum authentischen Spielen bestimmter Stücke sehr wichtig.

    Wie meinst du das mit in Tastenrichtung halbieren? Weniger Tasten oder kürzere Tasten? Egal was du meinst, die Bespielbarkeit wird in jedem Fall darunter leiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Sep. 2019
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  9. Maxim
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    Maxim

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    :003: ich dachte an das englische Wort "Volume" und habe diesen Begriff dann eingedeutscht.
    Du hast recht, ich meine eigentlich ein Lautstärkepedal, oder Schweller wie sich das anscheinend nennt. Und dieser Schweller beeinflusst die Lautstärke der kompletten Orgel (Pedal & Manuale)?

    Manchmal sieht man Vollpedale mit 2 Schwellern. Welchen Effekt hat dieser 2. Schweller?

    Genau, mich würde interessieren, wie sich kürzere Tasten auf die Bespielbarkeit auswirken würden.
     
  10. agraffentoni
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    agraffentoni

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    je weiter hinten du spielst, desto mehr Kraft mußt du aufwenden die Taste niederzudrücken.
    Es macht einen Unterschied, ob der Absatz (Hacke) etwa in der Mitte der Taste agiert, oder im hinteren Viertel.
    Wer nur 'historisch' mit den Fußspitzen spielt, dem könnte das fast egal sein.

    Bei mehreren Schwellern werden die unterschiedlichen Teilwerke 'bedient',
    d.h. man kann z.B. Pedal oder I. und II. Manual in der Lautstärke aufeinander abstimmen.

    Sehr schön hier zu sehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Sep. 2019
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  11. Maxim
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    Maxim

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    Super erklärt, das macht Sinn. Danke.
    Das Video ist auch beeindruckend. Und ich dachte nur in einem Cockpit geht es drunter und drüber mit Schiebern, Schaltern und Knöpfen...

    Gibt es neben der Leichtgängigkeit der Hacken-Spielweise noch andere Gesichtspunkte unter denen der BDO die Tastenlänge festgelegt hat?
     
  12. Pedall
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    Pedall

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    Na sicher. Egal, ob die Kirchenmusik vokal oder instrumental erzeugt wird, mit Orchester oder mit Orgel.
    Bei der Orgel wird allerdings Dynamik in erster Linie dadurch erzeugt, dass man leisere oder lautere Pfeifen einsetzt. Insbesondere bei starken Kontrasten zwischen forte und piano werden mehr oder weniger Register eingesetzt, desgleichen bei großen Crescendo- oder Decrescendo-Wirkungen. (Letztere gibt es seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Orgelmusik, also noch nicht im Barock.)

    Mit dem Schweller ist ein stufenloser, allerdings begrenzter Crescendo/Decrescendo-Effekt möglich.
    (Nur bei elektronischen Orgelimitaten kann man mit dem "Volumen-Pedal" den Gesamtklang von 0 bis 100 steuern, für Orgelmusik ist das irrelevant.)

    Nein. Für Barock, Klassik und Frühromantik kommt man völlig ohne Schweller aus.
    Schwellbare Manuale gehören in Frankreich etwa ab 1840 zum Standard, in Deutschland etwa ab 1900.
     
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  13. Maxim
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    Maxim

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    Aha, das ist ja interessant! Danke für die Erklärung Pedall.
    Zeigt das Video aus agraffentonis Post, mit einem Stück von Cesar Frank also einen der ersten Komponisten sakraler Orgelmusik, der dieses neue Stilmittel - den "Schweller" :005: - in seinen Kompositionen eingesetzt hat? Und zählen Cesar Francks Werke zur Romantik?
     
  14. LankaDivore
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    LankaDivore

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    Und ich dachte immer ich hätte eine teils sehr komplizierte Ausdrucksweise:dizzy:
     
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  15. Pedall
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    Pedall

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    Natürlich zählen César Francks Werke zur Romantik.

    Was verstehst Du eigentlich unter "sakraler" Orgelmusik?
    Das Video zeigt eine Orgel, die in einem Kaufhaus steht, gespielt wird Musik, die César Franck weder für Orgel noch für die Kirche geschrieben hat.
     
  16. Maxim
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    Maxim

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    Ah stimmt. :007: Wäre ja alles im Vorspann gestanden...
    Ich rede immer von sakraler Orgelmusik, damit man mir nicht an Blues, Gospel und Hammond Orgel denkt.
     
  17. Pedall
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    Pedall

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    Dabei ist Gospel ja nun tatsächlich sakrale Musik.
     
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  18. altermann
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    altermann

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    Wobei Gospel in der Regel von Andersfarbigen aufgeführt wird. Die Musik mag ich gerne hören. Das blöde Dazu-Geklatsche der Hellhäutigen macht mich aggressiv.

    Gauf! :017:
     
  19. Pedall
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    Pedall

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    Die Farbe der Patschhändchen ist mir egal, solange nicht auf die 1 und die 3 geklatscht wird.
     
  20. altermann
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    altermann

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    Ich fordere Klatschverbot.
    Stell dir vor, bei Mozarts "Laudate Dominum" KV 339 würde dazu geklatscht.

    Gauf! :017: