Einige kurze Fragen

  • Ersteller des Themas newbie123
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newbie123
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Hallo

1. Woher weiß ich in welcher Tonart ein Stück geschrieben ist, wenn es z.B. das Vorzeichen fis hat? Also es könnte ja G oder Em sein. Aber woher weiß ich welche von beiden?

2. Welches Tempo genau muss ich spielen, wenn beim Stück "lento" steht? Habe zwar herausgefunden, das es langsam bedeutet, aber welches Tempo genau muss ich spielen?

3. Ich habe in einem Stück in einem Takt, in dem schon 3/4 Noten enthalten sind (3/4 Takt), noch eine kleine Achtelnote verzeichnet die am Hals durchgestrichen ist. Also diese Achtel ist in dem Takt eigentlich zuviel. Sie ist kleiner als die anderen Noten und ist am Hals zudem durchgestrichen. Was bedeutet diese Note?

4. Ich habe am Ende eines Taktes einen Zweiklang (cis und e). Nun ist am Anfang des nächsten Taktes ebenfalls ein Zweiklang (cis? (ohne Vorzeichen) und e). Beide Noten des Zweiklangs sind durch einen Haltebogen verbunden. Nun frage ich mich, da ja ein Vorzeichen nur bis zum Ende des Taktes gilt, ob ich am Anfang des Taktes wieder cis und e spielen soll, da das Vorzeichen eben nur am Ende des vorhergehenden Taktes vor dem c steht. D.h. wenn ich den darauffolgenden Takt gesondert betrachten würde, würde ich eigentlich c und e spielen und nicht cis und e.
Weiß jemand ob das Vorzeichen des vorhergehenden Taktes in diesem Fall auch noch für den darauffolgenden Takt gilt, wenn eben die Note durch einen Haltbogen verbunden ist?

5. Ich habe in einem Stück in einem Takt das Wort "legato" stehen, das Wort steht zwischen dem Violinen- und dem Bassschlüssel. Heißt das, ich muss mit der rechten und der linken Hand alle Noten dieses Taktes legato spielen, oder alle Noten dieses und aller darauffolgenden Takte legato spielen? Und gilt das legato nur für eine der beiden Hände oder für beide?

Bin wie immer dankbar für Antworten.

:keyboard:
 
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Sulan
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Hallo newbie,

Einige kurze Antworten:

1. Am einfachsten am Schlussakkord. Steht dieser in G-Dur, ist es G-Dur. Steht er in e-Moll (oder manchmal auch E-Dur), ist es e-Moll. Zumindest in 99% der Fälle.

2. Das kommt sehr auf das Stück und die Epoche an, in der es geschrieben wurde. Während man seit der Verwendung des Metronoms (ca. 1820) solche Angaben in bestimmte Zahlen zu pressen versuchte, waren die Angaben davor vom Künstler zu interpretieren und dem Stück entsprechend zu spielen. Letzteres würde ich persönlich übrigens für alle Stücke empfehlen.

3. Das ist ein kurzer Vorschlag. Zur genauen Interpretation siehe hier:
Kurzer Vorschlag

4. Ja, das cis gilt weiter. Ich habe es auch noch nie (bewusst) gesehen, dass ein Versetzungszeichen bei einem zu haltenden Ton noch einmal gesetzt ist.

5. Hier würde ein Notenauszug helfen. Generell gelten solche Anweisungen eigentlich entweder für ein ganzes Stück, stehen dann aber am Anfang, z.B. als "sempre legato", oder für einen Abschnitt/eine Phrase, üblicherweise bis es eine anderslautende Anweisung gibt (etwa Stakkato Punkte).

Ich hoffe, das hilft schonmal.

Grüße,
Sulan
 
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ubik
ubik
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Kleiner Einwand:

1. Woher weiß ich in welcher Tonart ein Stück geschrieben ist, wenn es z.B. das Vorzeichen fis hat? Also es könnte ja G oder Em sein. Aber woher weiß ich welche von beiden?

Ob Moll oder Dur liegt einzig allein an den Intervallen, die Töne hervorbringen. Die Terz ist dabei eigentlich entscheidend. Eine kleine Terz bestimmt Moll und große Terz Dur, wenn man das vereinfacht erklären will. Ist natürlich selbstverständlich, dass sich die Tonart im Laufe des Stücks auch verändern kann.
 
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newbie123
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Super Hilfe, danke.
Aber eine Frage noch zu meiner vierten Frage. Wenn man denn nun aber am Ende eines Taktes z.B. den Zweiklang cis und e hat und möchte am Anfang des nächsten Taktes aber den Zweiklang c und e notieren und beide Töne des Zweiklangs sollen legato bzw. gebunden gespielt werden, würde es dann nicht dasselbe Notenbild ergeben wie wenn weiterhin cis gespielt werden soll? Ich meine wie kann man diese beiden Fälle am Notenbild unterscheiden?
 
.marcus.
.marcus.
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Um das darzustellen, setzt man dann ein Auflösungszeichen.

Ich habe gerade einen analogen Fall bei Beethoven's Pathetique entdeckt. Im dritten Satz (c-Moll --> 3 B's ) ist der Akkord g,h,d,f über einen Takt hinweggebunden. Bei dem h steht im nächsten Takt nicht erneut ein Auflösungszeichen. Vermutlich weil durch den Bindebogen klar ist, dass es ein h sein muss.

marcus

P.S: Ich bin beeindruckt, wie du dir offenbar alle theoretischen Dinge selbst erarbeitest. Respekt! :)
 
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newbie123
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Danke, das ehrt mich. Manchmal muss ich mich auch ziemlich überwinden.

Nochmal zu der Haltebogensache: Also könnte man sagen das zwei Noten gleicher Tonhöhe die über zwei Takte verbunden werden, wobei nur im ersten Takt ein Vorzeichen (oder Auflösungszeichen) vor der Note steht, generell mit dem Vorzeichen (oder Auflösungszeichen) gespielt werden, welches vor der Note im ersten Takt steht. Das hieße also das erneute Setzen des Vorzeichens vor der Note im zweiten Takt wird weggelassen, da automatisch das Vorzeichen der Note des ersten Taktes übernommen wird (obwohl das Vorzeichen (oder Auflösungszeichen) normalerweise nur bis zum Ende eines Taktes gilt)?!
 
killmymatrix
killmymatrix
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Jepp, so ist es. Bei gehaltenen Noten muss ein Versetzungszeichen nicht erneut gesetzt werden. Wenn also in einem Takt ein cis steht und das in den nächsten Takt überbunden wird, ist es eher üblich, kein Kreuzvorzeichen vor das cis im nächsten Takt mehr zu setzen. Es könnte höchstens als Erinnerungshilfe auftreten, aber notwendig ist es nicht.
 
 

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