Ein paar Fragen zur Akkordbildung und Tonleitern

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marcels87

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Hallo zusammen,
momentan arbeite ich mich durch die Klavierschulen durch und bin da teilweise etwas verwirrt worden!

Momentan spiele ich Dur- und Mollakkorde mit den Fingern 135(RH) und 531(LH) für Grundton, Terz und Quinte. So fühlt es sich für mich am angenehmsten an.
In einem meiner Bücher bin ich jetzt bei den Akkorden auf den Fingersatz 124 gestoßen.
Wenn ich einen 7er Akkord spielen will würde ich das wegen der Streckung auch so machen, also 1245, aber bei den Dreiklängen in Grundstellung?:confused:
Liege ich mit meinem 135 falsch oder ist das mehr eine Sache des persönlichen Geschmacks?


Die nächste Frage betrifft den Fingersatz bei Tonleitern über mehrere Oktaven.
Wenn ich z.B. eine C-Dur-Tonleiter meinetwegen über 4 Oktaven spielen will, behalte ich da den Fingersatz von einer einzelnen Oktave oder variiert man da?
Bei mir sieht es momentan so aus:
Einzelne Oktave:
RH: 12341234 mit Daumenuntersatz
LH: 54321321 mit Daumenübersatz

Wenn ich die Tonleiter nun über mehrere Oktaven spielen will tendiere ich zu Vierergruppen, also 1234 1234 (RH) und (LH) 54321321 für die erste Oktave wie oben einzeln und dann 4321 4321.

Ich vermute mal dass ich bei der RH 1234123 1234123 spielen muss, oder?
Wie sieht es bei der linken Hand aus?


Letzte Frage:
Ich habe momentan noch in Problem mit den #- und b-Akkorden, also dann wenn der Grundton eine schwarze Taste ist.
Ich habe mal gelesen dass die langen Finger, also Zeige,Ring und Mittelfinger für die schwarzen Tasten zuständig sind. Gilt das auch für Akkorde wie F# und andere?
Oder spiele ich die trotzdem mit den oben genannten Fingersätzen?


Ich sag schonmal vielen Dank im Voraus und beste Grüße,

Marcel
 
rolf

rolf

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Momentan spiele ich Dur- und Mollakkorde mit den Fingern 135(RH) und 531(LH) für Grundton, Terz und Quinte. So fühlt es sich für mich am angenehmsten an.
In einem meiner Bücher bin ich jetzt bei den Akkorden auf den Fingersatz 124 gestoßen.
Wenn ich einen 7er Akkord spielen will würde ich das wegen der Streckung auch so machen, also 1245, aber bei den Dreiklängen in Grundstellung?:confused:
Liege ich mit meinem 135 falsch oder ist das mehr eine Sache des persönlichen Geschmacks?
nein, du liegst nicht falsch: 1-3-5 ist für alle Grunddreikläge völlig ok

aber du liegst nicht mehr richtig, wenn du für solche Grunddreiklänge nur 1-3-5 und nichts anderes nimmst!
1-2-4 ist z.B. völlig ok, wenn man mehrere Akkorde wie einen Choral hintereinander spielt, z.B diese Kadenz:
c-e-g / c-f-a / c-e-g / h-d-g / c-e-g spielt sich mit der rechten Hand mit 1-2-4 / 1-3-5 / 1-2-4 / 1-2-5 / 1-3-5 recht geschickt (du siehst, da ist c-e-g mal mir 124, mal mit 135)
ferner kann so ein Grunddreiklang z.B. c-e-g ja in verschiedenen Vierklängen enthalten sein:
c-e-g-c 1-2-3-5
g-c-e-g 1-2-4-5 oder 1-2-3-5
also ist es ok, Grundton-Terz-Quinte mit allen bequemen Fingrerkombinationen mal auszuprobieren


Ich vermute mal dass ich bei der RH 1234123 1234123 spielen muss, oder?
Wie sieht es bei der linken Hand aus?
überleg einfach mal ganz anders: jede "normale" Tonleiter hat 7 verschiedene Töne (der achte entspricht ja wieder dem ersten, d.h. da gehts von vorne los)
nun gibt es genau drei Durtonleitern, die jeweils fünf schwarze und folglich nur zwei weisse Tasten haben (klar: 5 plus 2 ist nunmal 7 :) )
aha, da bietet sich an, die Daumen auf den weissen Tasten zu nehmen, die Finger 23 bzw. 234 (l.H. genau andersrum) auf den schwarzen Tasten
am Beispiel H-Dur:
r.H. 1-2-3-1-2-3-4-1-2-3-1-2-3-4-1
l.H. 1-3-2-1-4-3-2-1-3-2-1-4-3-2-1
wie schön, die Daumen sind gleichzeitig dran

(alle fünf schwarzen Tasten, als weisse aber:
h und e -- H-Dur
h und f (exakter #e) -- Fis-Dur
c und f -- Des-Dur)

-- das sind die natürlichen Fingersätze - am einfachsten und auch besten ist, diese auf alle Tonleitern zu übertragen: das Prinzip ist, dass beide Daumen immer gleichzeitig spielen

...ok, es gibt auch Passagen, in denen andere Fingersätze sinnvoll sind, aber ich nehme an, dass du noch keine sehr schwierigen Sachen spielst.


Ich habe momentan noch in Problem mit den #- und b-Akkorden, also dann wenn der Grundton eine schwarze Taste ist.
Ich habe mal gelesen dass die langen Finger, also Zeige,Ring und Mittelfinger für die schwarzen Tasten zuständig sind. Gilt das auch für Akkorde wie F# und andere?
Oder spiele ich die trotzdem mit den oben genannten Fingersätzen?
spiel sie trotzdem mit den oben genannten Fingersätzen!
ja, auch des-f-as sowohl mit 124 als auch 135 und 123 und 245
 
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marcels87

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Vielen Dank für die Antwort! Das hilf mir schon mal sehr weiter. Nur eins verstehe ich nicht:
am Beispiel H-Dur:
r.H. 1-2-3-1-2-3-4-1-2-3-1-2-3-4-1
l.H. 1-3-2-1-4-3-2-1-3-2-1-4-3-2-1
wie schön, die Daumen sind gleichzeitig dran
Ich kann deinem Fingersatz für die linke Hand nicht so recht folgen. Es wird H-Dur nach unten gespielt, oder?

1 3 2 1
D M Z D

Müsste es nicht 1 2 3 1 sein? Das sieht für mich irgendwie nach Verknetung der Finger aus?
Nein jetzt hab ichs, du spielst nach oben und übesretzt nach dem ersten Ton, richtig?
 
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marcels87

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Ja, stimmt. Das hatte ich am Piano auch erkannt. Manchmal ist es noch schwer die Fingersätze direkt zu verstehen. :D

Was du zu den Daumen geschrieben hast: Machst du das bei den anderen Tonleitern auch? Linke Hand: Daumen zuerst und dann beim Aufwärtsspiel direkt übersetzen?
Ist das eine verbreitete Methode? Ich habe das so nämlich zum ersten Mal gehört!
 
rolf

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Was du zu den Daumen geschrieben hast: Machst du das bei den anderen Tonleitern auch? Linke Hand: Daumen zuerst und dann beim Aufwärtsspiel direkt übersetzen?
Ist das eine verbreitete Methode? Ich habe das so nämlich zum ersten Mal gehört!
u.a. Walter Georgii hatte die natürlichen Fingersätze erklärt - für das parallele spielen ist es am günstigsten (und einfachsten), wenn beide Daumen gleichzeitig dran sind.

man kann beim h beginnend die H-Dur Tonleiter mit der linken Hand aufwärts auch mit dem 4. Finger beginnen, aber warum nicht konsequent mit dem Daumen auf dem h? spielt man weiter hoch, muss er ja doch das h spielen ;)
 
M

marcels87

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u.a. Walter Georgii hatte die natürlichen Fingersätze erklärt - für das parallele spielen ist es am günstigsten (und einfachsten), wenn beide Daumen gleichzeitig dran sind.
Was ist denn wenn ich die Tonleiter nur links spielen will und nicht parallel? Dann wären die natürlichen Fingersätze immer noch am ökonomischsten, nicht wahr?
 
rolf

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Was ist denn wenn ich die Tonleiter nur links spielen will und nicht parallel?
es wird sich am einfachsten immer abwechselnd eine 3er- und eine 4er-Gruppe einstellen, am Beispiel von H-Dur:
1 (oder 4) 3-2-1- 4-3-2-1-3-2-1-4-3-2-1
und abwärts genau andersrum

ich wüsste keine Dur- oder Molltonleiter, welche nicht abwechselnd 3-2-1 und 4-3-2-1 hat.
 
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marcels87

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Okay, du hast mir sehr weitergeholfen, vielen Dank!
 
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marcels87

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Mir schwirren gerade noch zwei Fragen im Kopf herum!

Erstens: Wenn man einen 7er-Akkord spielt, C7,Am7 usw. Spielt ihr die immer als Vierklang? Oder kann man die auch als Dreiklang spielen indem man auf die Quinte verzichtet?


Zweitens: Ich habe mir mal aus Spaß an der Freude die ersten paar Takte der Toccata und Fuge in d- moll angesehn. Jetzt hapert es ein wenig mit den Fingersätzen!

Die Töne sind:

aga gfed c# d aga ef c# d

Meine Fingersätze sehen momentan so aus:

a g a g f e d c# d a g a e f c# d

R:5 4 5 4 3 2 1 2 1 5 4 5 2 3 2 1
L:1 2 1 2 3 4 5 4 1 1 2 1 4 3 4 1


Besonders meine linke Hand fühlt sich dabei nicht besonders gut. Es hakt an allen Ecken und Kanten.
Wie kann ich mir den besten Fingersatz erarbeiten?

Beste Grüße,

Marcel
 
rolf

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Wie kann ich mir den besten Fingersatz erarbeiten?
indem du dir genau anschaust, was sich nicht gut anfühlt und herauszukriegen versuchst, woran das liegt und wie es bequemer gemacht werden könnte.

im Sinn natürlicher Fingersätze wäre folgende Lösung:
aga:
r.H. 1-3-1
l.H. 1-3-1

g-f-e-d-cis-d
r.H. 3-1-4-3-2-1
l.H. 3-1-2-3-4-1


aber: das muss nicht so gemacht werden! wie auch immer: rechts 5-4-5 für den Mordent ist ungeschickt (es sei denn, man spielt schon sehr lange und kann mit 45 trillern)
 

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Anatol Analogon

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Mir schwirren gerade noch zwei Fragen im Kopf herum!

Erstens: Wenn man einen 7er-Akkord spielt, C7,Am7 usw. Spielt ihr die immer als Vierklang? Oder kann man die auch als Dreiklang spielen indem man auf die Quinte verzichtet?
Zur Fingersatzfrage gab es ja schon Hinweise von Rolf. Zu der ersten Frage: Du kannst tatsächlich Töne weglassen. Es muß nur bei den gespielten Tönen eine verminderte Quinte dabeisein. (So, jetzt viel Spaß beim basteln.)
 
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marcels87

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Danke für die Antworten!
Die verminderte Quinte? Ich dachte bei septakkorden kommt nur die kleine Septime zur Terz und Quinte dazu!
Würde der Akkord mit verm. Quinte nicht ein A7/b5 sein? (Ich weiss nicht ob der Akkord so richtig geschrieben ist!)
 
A

Anatol Analogon

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Danke für die Antworten!
Die verminderte Quinte? Ich dachte bei septakkorden kommt nur die kleine Septime zur Terz und Quinte dazu!
Würde der Akkord mit verm. Quinte nicht ein A7/b5 sein? (Ich weiss nicht ob der Akkord so richtig geschrieben ist!)
Ich hab nicht geschrieben: "die verminderte Quinte zum Grundton". Damit solltest Du drauf kommen.
 
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marcels87

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Du meinst die verm. Quinte der Terz, richtig?
AAAber: Beispiel C7:
C E A# oder C E G A#
Beim Cm7 wird aus dem E ein Eb, dementsprechend wäre die b5 zur verm. Terz das A. Beim Cm7 spiele ich aber doch trotzdem das A#, oder bin ich jetzt komplett verwirrt?
 
A

Anatol Analogon

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Verwirrt bist Du nicht, ich habe lediglich die halbe Wahrheit geschrieben. Was ich vorhin geschrieben hatte, gilt so nur für Dominantseptakkorde. Der Mollseptakkord ist von vornherein nicht eindeutig(!) und verträgt allenfalls den Verzicht auf die Quinte. (Ansonsten wird es noch uneindeutiger oder völlig eindeutig Dur.)

Ich hoffe, meine etwas verkürzte Darstellung ist jetzt ein wenig klarer geworden.
 
M

marcels87

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Ja, ich habs verstanden. Danke für die Hilfe!
 
 

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