Eigene Arrangements von Filmmusikern über den eigenen Shop auf der Webseite verkaufen..

Ich habe mich vor zwei Jahrzehnten mit der österreichischen Situation beschäftigt, weil ich Aufnahmeanträge gestellt habe. Was man zB natürlich kritisieren kann, ist die Unterscheidung zwischen ernster und Unterhaltungsmusik. Vor allem blöd für die, die sich für ernst halten, aber nur als Unterhaltung kategorisiert werden. Oder den Ausschluss von CC Lizenzmodellen oder oder.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung fände ich ja durchaus interessant. Aber: man braucht einen Anwalt, um bei der GEMA seine satzungsmäßigen Interessen durchzusetzen - gibt es da konkrete Rechtsverfahren auf die sich eine solche Aussage bezieht?

Du hast also keine Ahnung von der GEMA, behauptest trotzdem, zumindest indirekt, dass deren Regeln super fair sind. Ohne sie gelesen zu haben?
 
behauptest trotzdem, zumindest indirekt, dass deren Regeln super fair sind.
??? Wo denn das?
Ich bin mir sicher, dass die GEMA eine sehr bürokratische und gealterte Verwaltungsstruktur ist, in die sich im Lauf der Jahre viele Fehler eingeschlichen haben und es einer Reform bedarf. Eine Reform ist aufwändig und um so länger man wartet, um so aufwändiger wird sie. Also werden Fehler mit weiterer Bürokratie bekämpft und der Verteilerschlüssel immer "differenzierter".
Leider hat sich C3S (noch) nicht als Konkurrenz etablieren können. Das würde wohl allen gut tuen.
 
Wobei ich mir sicher bin, dass der Katzenjammer groß sein wird, wenn es dann bei C3S tatsächlich um die Verteilung von Geld gehen wird. Insbesondere bei denen, die die GEMA für die ganz Bösen halten.
 
"Einfach" selber nachlesen ist wohl kaum möglich bei einem 106-Seiten-Dokument mit Schriftgröße 11pt, Zeilenabstand 1,2.

Ich habe einen ausreichend großen Bildschirm vor mir, kann mir den Text so groß zoomen wie ich will und auch die Suchfunktion nutzen.
Ob man sich Zeit nimmt, sich durch die Paragraphen durcharbeiten will, hängt davon ab, ob man sich zum Thema schlaumachen will...

Hm, siehst du das wirklich so unkritisch? Also, du magst die GEMA gern mit einer weißen Weste kleiden in deiner Vorstellung. Anderen Künstlern lege ich nahe, auch Alternativen (z.B. C3S) im Blick zu behalten, die sich nicht ohne Grund gründen.

Die Mitgliedschaft in einer Verwertungsgesellschaft hat Vor- und Nachteile. Ich kenne Kollegen, die mit ihrer GEMA-Mitgliedschaft zufrieden sind, ich kenne auch Kollegen, die wieder ausgetreten sind. Ich habe mal mit dem Gedanken einer Mitgliedschaft gespielt, bin aber wieder davon abgekommen. Bei mir ist es so: Manche Veranstalter bevorzugen GEMA-freie Programme, manche Veranstalter schätzen es, wenn ich eigene Sachen spiele, oft ist beides der Fall. Nur als Nicht-GEMA-Mitglied kann ich beide Wünsche gleichzeitig erfüllen.
 
Ob man sich Zeit nimmt, sich durch die Paragraphen durcharbeiten will, hängt davon ab, ob man sich zum Thema schlaumachen will...
und das setzt überraschenderweise voraus, dass man erkennt, was das Thema ist!

Hier zum Beispiel sind Erörterungen über Urheberschutz & GEMA gänzlich fehl am Platz. Denn tatsächlich ist das Thema, wie man bei genauem lesen des Titels unschwer erkennen kann, ein ganz anderes:
Menschenhandel.png
(bitte genau lesen!)

Das lässt zwei Lesarten zu, eine völlig legale und eine höchst kriminelle:
a) die völlig legale:
ein oder mehrere Filmmusiker verkaufen ihre eigenen Arrangements ihrer Filmmusik im eigenen Shop - das dürfen die prinzipiell, sofern sie sich nicht irgendwie speziell vertraglich bei der Publikation zur Verwertung gebunden haben.
b) die höchst kriminelle:
Irgendwer arrangiert Filmmusiker und will diese dann über seinen eigenen Shop verkaufen
- zunächst liegt hier das Schwerverbrechen Menschenhandel vor, denn unabhängig davon, ob die Filmmusiker sich freiwillig oder nicht haben arrangieren lassen, sie werden ja verkauft bzw. zum Kauf angeboten. Das ist in hohem Maße illegal.

Fazit: die Sprache und die Grammatik, das sind schon zwei extrem kapriziöse Bitches... ;-) :drink: :lol: :lol: :lol: :lol:

...difficile est saturam non scribere...
 
Wie lassen sich Filmmusiker überhaupt arrangieren? Für ein Gruppenphoto? Das wär ja noch relativ friedlich.

Oder mehr so die kubistische Variante? Splattermovie?
 
Wie lassen sich Filmmusiker überhaupt arrangieren? Für ein Gruppenphoto? Das wär ja noch relativ friedlich.

Oder mehr so die kubistische Variante? Splattermovie?
Da gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten. Ich denke aber, dass die Musiker je nach Höhe der Gage sehr genau abwägen werden, ob sie sich arrangieren lassen. Aber in diesen schweren Zeiten, werden manche der Filmmusiker froh sein, wenn sie überhaupt einen Job bekommen. Die nächste Frage wäre dann, ob es im Lockdown erlaubt ist, sich mit mehreren Musikern arrangieren zu lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
ist verkauft werden bzw. innerhalb eines Arrangements verkauft werden ein Job?
Die in einem Arrangement arrangierten Filmmusiker gehen ja durch den Verkauf des Arrangements in den Besitz des Käufers über (Stichwort Menschenhandel) und beim Kauf eines Arrangements (2 Filmmusikstücke, 3 Filmmusiker, Grünzeug, Blumen und Nippes adrett arrangiert in einem dekorativen Gebinde) erhält kein Bestandteil des Arrangements eine extra Gage...
 
ist verkauft werden bzw. innerhalb eines Arrangements verkauft werden ein Job?
Die in einem Arrangement arrangierten Filmmusiker gehen ja durch den Verkauf des Arrangements in den Besitz des Käufers über (Stichwort Menschenhandel) und beim Kauf eines Arrangements (2 Filmmusikstücke, 3 Filmmusiker, Grünzeug, Blumen und Nippes adrett arrangiert in einem dekorativen Gebinde) erhält kein Bestandteil des Arrangements eine extra Gage...
Da hast du theoretisch recht. Ich denke aber nicht, dass das in D erlaubt ist (Grünzeug und Blumen schon. Filmmusik auch, wenn sie selbst kompostiert wurde, aber mit den Musikern bin ich nicht so sicher) Der Fred sollte also lieber wieder schnell geschlossen werden, bevor ein Filmmusiker mit seinem Anwalt droht.
 

@rolf et al., wenn schon beim Thema bleben, dann auch ernsthaft.

@Pedall, auch wenn es off-topic ist: Wenn schon, denn schon – meine Recherchefrage wäre ja recht konkret, komplex und fachlich imposant formuliert ungefähr so: In welchem Verhältnis steht die nachweislich, etwa gegenüber Werbekunden deklarierte Reichweite eines Veranstalters (i.w.S.; konkret z.B. Radiostation) zu seinem Beitrag zum ausschüttungsfähigen Einkommen der GEMA und ist das Verhältnis ebenso proportional wie herunterbrechenbar aufs einzelne potenziell zuhörende Paar Ohren, also wird linear skaliert?

Damit könnte sich ein Student des Rechtswesens in Fachrichtung Kunstverwertungsrecht beschäftigen. Ich möchte mich damit nicht abgeben, ethische Bedenklichkeiten schleichen sich in von mir verzapften Softwarecode schon genug ein, da steht es mir strenggenommen gar nicht zu, selbstgerecht über Verwertungsgesellschaften herzuziehen. Die Bearbeitung dieser Fragestellung könnte klären, ob von fairer Verteilung gesprochen werden kann. Input und Output muss sehr sorgsam austariert werden und es ist für mich schwer vorstellbar, dass dies in einer Organisation erfolgt, die sogar Kindergärten traktiert.

Dazu müsste das ganze Dokument intellektuell in seinen Zusammenhängen voll und juristisch/sachlich richtig erfasst werden. Rechtstexten mit einer simplen Volltextsuche zu durchsuchen ist so wie aus einem Notentext auf die sexuellen Vorlieben des Arrangeurs/der Arrangeurin zu schließen.
 
und es ist für mich schwer vorstellbar, dass dies in einer Organisation erfolgt, die
völlig veraltete Strukturen immer wieder anzupassen versucht. Das macht die Sache sehr unflexible und so entstehen dann eben auch diese Kindergartenbeispiele.
Wenn man noch bedenkt, dass Einnahmen auf Verdacht auch aus Verkäufen von USB-Sticks, Kopierpapier usw. generiert werden, komme ich zu dem Schluss, dass ein Verteilerschlüssel niemals wirklich fair sein kann, egal mit welchem Algorithmus der errechnet wird.

Als Musiker muss man einfach die Vor- und Nachteile abwägen.
 
Hier zum Beispiel sind Erörterungen über Urheberschutz & GEMA gänzlich fehl am Platz.

Donnerwetter, sag bloß, Du hast auch schon gelesen, was Tasteur gestern abend geschrieben hat:

Abgesehen davon, dass es in diesem Thread nicht um GEMA/C3S geht, aber hier ein, finde ich, ein schön umfassendes Interview mit einem der Gründer der C3S: https://www.backstagepro.de/thema/a...aktuellen-stand-der-c3s-2019-09-27-mc0Yj3MHPB

Wissenswert auch: https://www.c3s.cc/ueber-c3s/konzept/aktueller-stand/

Es kommt halt in den besten Diskussionen vor, daß so etwa ab Takt 29 sich ein Seitenthema breit macht, das kann man ja nun in jedem Beitrag eigens markieren...

... oder auch nicht.
 

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