Digital Piano (mittlere Preisklasse) für Anfänger

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Yttika

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Guten Tag
Ich habe mir vor ein paar Wochen endlich meinen Kindheitstraum vom Klavier spielen lernen erfüllt. Ich kaufte mir dafür ein DigitalPiano von Yamaha (das Clavinova CLP 575) und bin super zufrieden damit (ein akustisches Klavier kam leider nicht in Frage, da ich in einer sehr ringhörigen Wohnung lebe und nur Abends zum spielen komme). Als mein Freund das DP sah, war es bei ihm Liebe auf den ersten Blick und nun möchte er sich auch eines kaufen, da er schon lange gerne ein Instrument lernen möchte.
Ich habe bereits 15 Jahre Violoncello gespielt (also schon etwas Erfahrung mit Musik), mein Freund hat allerdings noch nie ein Instrument gespielt.
Meine Frage nun: Welches DP wäre für ihn wohl geeignet? (Ein DP soll es schon sein, da auch er hauptsächlich mit KH spielen wird. Ein Stage-Piano kommt nicht in Frage, da er den "klassischen Klavierlook" möchte). Soweit ich gelesen habe, gibt es ja nicht wirklich "Anfänger-Instrumente". Preislich liegt die Grenze so ca bei 2500.- EUR. Würde Ihm evt. auch ein "kleineres" Modell der 500-Serie reichen oder lohnt es sich ein CLP 575 für ihn anzuschaffen? Probespielen möchte/kann er nicht, der Klang meines DP kennt er schon.
Was meint ihr? Vielen Dank schon im Voraus für eure Antworten!
Grüsse Yttika
PS: (Sorry für den langen Post...)
 
K

Klavierbauermeister

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Warum soll es sich nicht lohnen ?
Er hat es probiert und es gefällt ihm und Du hast es Dir ja auch gekauft und bist zufrieden damit - in den nächsten posts welche hier kommen wird Dir dann von Kawai-Besitzer noch Kawai empfohlen oder von Roland-Besitzer noch Roland , aber hilft Dir das dann weiter?
 
Y

Yttika

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Vielen Dank für die Antwort!
Er fragt sich, ob er die Möglichkeiten des CLP 575 überhaupt alle Nutzen kann, da er noch blutiger Anfänger ist. Daher die Frage, ob es sich "lohnt". Ich kenne mich mit dem Klavierspielen nicht wirklich aus, aber mein erstes Cello war auch ein Anfängerinstrument, das evt etwas mehr verzeiht und daher weniger frustrierend zu spielen ist, später, als ich bessere Technik hatte, wechselte ich dann auch auf ein besseres Instrument. Meine Cellolehrerin sagte immer, man wachse mit und am Instrument. Ich weiss nicht ob dies auch für DP's zutrifft.
Ich finde es schwierig für meinen Freund ein Instrument auszusuchen, da ich sicherlich andere Kriterien habe als er, verstehe aber seine Hilflosigkeit bei der Auswahl, da er keine Ahnung von Musik und Instrumenten hat und sagt, dass er ja gar nicht weiss, welches Instrument "gut" tönt oder "ähnlich" wie ein Klavier zu spielen ist. Ich höre ein DP und kann sagen, ob mir der Klang entspricht oder nicht. Daher die Frage, ob es sich lohnt.
Ich bin offen für andere Vorschläge, es muss nicht ein Yamaha sein. Ich erhoffe mir hier auch eine Antwort auf die Frage, ob es anfänger-freundlichere DP's gibt als andere und falls ja, welche diese wären.
 
B

Bachopin

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Hi,
..., aber mein erstes Cello war auch ein Anfängerinstrument, das evt etwas mehr verzeiht und daher weniger frustrierend zu spielen ist, später, als ich bessere Technik hatte, wechselte ich dann auch auf ein besseres Instrument.
die Anschauung, daß man als Anfänger erstmal ein einfacheres und eigentlich schlechteres Instrument spielen sollte, halte ich für falsch. Vom Lernen her sollte man sich das beste Instrument zulegen, das man sich leisten will und kann.
Allerdings ist es halt am Anfang schwierig zu beurteilen, ob man wirklich langfristig motiviert ist und dabei bleibt, dann macht es doch wieder Sinn ein etwas günstigeres Instrument zu kaufen.

... dass er ja gar nicht weiss, welches Instrument "gut" tönt oder "ähnlich" wie ein Klavier zu spielen ist. Ich höre ein DP und kann sagen, ob mir der Klang entspricht oder nicht. ...
Wenn er Klavier und nicht DP spielen will, was ein tolle Sache wäre, dann sollte er sich kein DP sondern ein Klavier zulegen (siehe die vielen Fäden hier zum Vergleich zw. Klavier und DP ;-) ).

Bei den DPs der Markenhersteller macht ihr sicher nichts verkehrt. Wenn es wirklich ums Klavierspielen geht, ist übrigens die "Feature"-itis der Industrie völlig belanglos. Es geht nur um die Qualität des Grundklangs und der Spieleigenschaften der Tastatur.

Gruß
 
40er

40er

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Auch für Anfänger sollte das Beste grade genug sein! Aaaaaaaber: Das deudet für mich nicht auf eine überbordende Motivation hin...:konfus:
Vielleicht kann er halt noch gar nichts spielen und möchte das nicht zeigen.

Ich habe vor bald drei Jahren bei der Auswahl eines Digis auch nur ganz schüchtern ein paar Tasten aus dem 5Fingertonraum gedrückt.

Glücklicherweise spielte ein guter Verkäufer, dann selbst was anschauliches vor.
 
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Yttika

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Vielen Dank erstmals für all die Antworten!

@Bachopin: Ein akustisches Klavier wäre natürlich das Beste, aber das geht aufgrund der Lautstärke einfach nicht.
Bezüglich "Feature"-itis stimme ich dir absolut zu! Das wichtigste wird wohl auch für ihn ein guter Grundklang sein.

@fisherman: Dass er nicht Probespielen möchte, liegt nicht an mangelnder Motivation, sondern an seiner zurückhaltenden Art. Etwas an-/ausprobieren in einem Geschäft, in dem es noch andere Leute gibt (auch wenn er mit KH könnte) liegt ihm überhaupt nicht. Daher möchten wir das Instrument auch schon kaufen bevor er Unterricht nehmen wird, so dass er sich erst damit vertraut machen und sich damit wohlfühlen kann. Es gibt Menschen, die sich sehr unwohl fühlen, wenn sie etwas machen sollen, von dem sie wissen, dass sie es nicht perfekt können und man dann etwas bestimmtes von ihnen erwartet, wenn du verstehst was ich meine. An seiner Motivation zweifle ich definitiv nicht.

Ich werde ihn also wahrscheinlich einfach auf meinem CLP 575 etwas ausprobieren lassen und wenn es ihm gefällt, bekommt er einfach das gleiche. :-) Vielleicht gehen wir auch einfach mal in ein Geschäft die verschiedenen Instrumente anschauen, ohne sie auszuprobieren...
 
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Yttika

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Vielleicht kann er halt noch gar nichts spielen und möchte das nicht zeigen.
Danke 40er! Genau das meinte ich, da haben sich unsere Beiträge gerade gekreuzt. Ich glaube er würde so etwas wie "unwürdig" fühlen... Daher ist's ja gerade gut, dass bei mir bereits eines steht... (Eine Klavierschule für Erwachsene ohne Comics etc habe ich auch schon für ihn, da ist's das gleiche: nur ja keine Anfängerliteratur im Geschäft anschauen, da könnte ja jemand bemerken, dass man Klavierspielen lernen möchte ;-))
 
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PianoAmateur

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Hallo Yttika! Hier noch etwas Senf dazu ;-)

Das CLP-575 zählt sicher zu den besseren Digitalpianos. Ich habe es auch selber getestet. Sicher wirst Du damit viel Freude haben.

Ich selbst tendierte in der Vergangenheit und auch jetzt immer wieder zu Kawai. Mir kam die, meiner Meinung nach, bessere Spielbarkeit der Tastaturen halt immer mehr entgegen, was sicher auch an meinen Defiziten liegt. Ich spiele fast nur Klassik und da fordern nun einmal viele Kompositionen ein "pp" oder auch "ppp". Die Kawais haben nun einmal vom CN-25 aufwärts eine stufenlos graduierte Tastatur und Gegengewichte vorn in jeder Taste (bei Yamaha erst ab CLP-585), wie bei einem Flügel. Das macht Kawai ja nicht ohne Grund. Ich selbst habe mir deshalb ein Kawai CA-67 gekauft und wollte doch aber eigentlich ein Yamaha, wegen des Designs und des Bösendorfers.

Ich schließe mich voll und ganz "Klavierbaumeister" an. Was hilft es denn Dir und Deinem Freund, ob und wie ich oder auch andere Leute mit dem oder dem Instrument besser oder schlechter zurecht kommen. :dizzy: Das einzig wichtige ist, dass ein jeder "sein" Instrument findet! Das ist bei akustischen Klavieren und Flügeln meist noch viel schwieriger herauszufinden. Und vergesst nicht, dass Profimusiker an so gut wie jedem Piano eine Glanzleistung hinlegen können. Auf Grund ihrer Erfahrung und Fähigkeiten, können sie die Defizite der nicht so guten Digitalpianos ausgleichen. Anfängern und Amateuren wie mir, würde ich immer zu einem besseren Digi raten, da es einem einfach mehr entgegen kommt.

Die Ängste, die Dein Freund beim Antesten im Laden verspürt, kenne ich nur all zu gut. Das war bei mir bis vor kurzem auch so. Ich teste auch nur mit Kopfhörer. Sicher wird sich das in Zukunft mit ansteigenden Fähigkeiten bei mir auch zum positiven wenden. Es ist, meiner Meinung und persönlicher Erfahrung nach, auch nicht so, wie es Dein Freund empfindet, dass irgend ein anderer Mensch im Laden irgendwelche Ansprüche an Deinen Freund oder jeden anderen Anfänger stellt. Wenn ich mal in mich selbst hinein schaue ist es viel mehr so, dass man die eigenen Ansprüche und Erwartungen an sich selbst nicht erfüllen kann und in so einer Situation kommt es dann halt zu Tage. Das einzige was da hilft ist meiner Meinung nach, an sich zu arbeiten (man kann sich ja weiter entwickeln) und auch die eigenen, überzogenen Ansprüche an sich selbst etwas zu relativieren. Mein Alter Herr war z. B. Kapellmeister und Pianist. Was glaubst Du wohl, wie ich damit zu kämpfen habe :cry2:, irgend welche Ansprüche von wem auch immer gerecht zu werden. Aber das musste ich auch lernen abzulegen. Wenn bei mir vieles am Klavier nicht klappt, ist es meistens der eigenen Faulheit geschuldet und weniger dem mangelnden Talent. Also, wie gesagt, das Instrument, mit dem sich Dein Freund wohl fühlt, sollte dann auch das richtige sein.

Andreas
P.S.: Alle meine Ratschläge sind lieb gemeint und sollen niemanden verletzen oder herabsetzen! :super:
 
Barratt

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Ich glaube er würde so etwas wie "unwürdig" fühlen... [...] nur ja keine Anfängerliteratur im Geschäft anschauen, da könnte ja jemand bemerken, dass man Klavierspielen lernen möchte
Diese Hemmung kann ich zwar SEHR gut verstehen :girl:, aber es nützt nichts... Man ist in allem, was man neu anfängt, grottig. Das wissen die Verkäufer aber, und gerade im Digi-Segment begegnen denen ständig Anfänger. Das Schöne ist ja: Man kann mit Kopfhörer ausprobieren. ;-)

Ich würde Dir (bzw. Deinem Freund) sehr nahelegen, wenigstens die gängigen Marken mal anzuspielen (mindestens Yamaha UND Kawai). Das Feeling ist durchaus unterschiedlich, und man sollte sich ja am Instrument wohlfühlen. Lass ihn doch am besten ein wenig an Deinem üben (allein, wenn er so genant ist). Dann kann er wenigstens schon mal ein bisschen zielgerichtet die Finger auf der Tastatur bewegen und entwickelt ein Minimum an Gefühl. Wenn er motiviert ist, dürfte das rasch über die Bühne sein. Und dann soll er mit Kopfhörer die verschiedenen Spielweisen vergleichen. :musik: Spätestens wenn er Unterricht nimmt, muss er sowieso vor "fremden" Ohren spielen.
 
fisherman

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Danke, Barratt, Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Irgendwann muus man "die Hosen runterlassen", spätestens beim Unterricht ;-)
Und, @Yttika , Ihr solltet das wirklich beherzigen. Auch blutige Anfänger können bereits Vorlieben haben. Und die entdeckt man nur durch Rumklimpern - hier gehts ja sogar mit KH.

Ich würde übrigens den Klang nicht an die erste Stelle setzen, sondern empfehle folgende Prio:

1. Tastatur
2. Pedal
3. Klang
4. Design

Wenn man nicht für alle Ewigkeit ausschließt, dass man i-wann auch auf einem "richtigen" Klavier/Flügel spielt, so sollten P. 1 und 2 stets mit guten akkustischen Instrumenten verglichen werden.
 

FünfTon

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Danke 40er! Genau das meinte ich, da haben sich unsere Beiträge gerade gekreuzt. Ich glaube er würde so etwas wie "unwürdig" fühlen... Daher ist's ja gerade gut, dass bei mir bereits eines steht... (Eine Klavierschule für Erwachsene ohne Comics etc habe ich auch schon für ihn, da ist's das gleiche: nur ja keine Anfängerliteratur im Geschäft anschauen, da könnte ja jemand bemerken, dass man Klavierspielen lernen möchte ;-))
Dann kauft man eben blind ein einfaches portables Digi in der Preisklasse 500-750 €. Zum Einüben von ersten Tonleitern, Akkorden und Stückchen sind die heutzutage alle voll ausreichend (egal ob Kawai oder Yamaha). Währenddessen entwickelt man schon eine Vorstellung, was man will und in welche (Musik-)Richtung es künftig gehen soll.

Ein halbes Jahr später klimpert man sich dann in Ruhe die durch die Läden bis das Wunschinstrument gefunden ist und wirft die Low-Budget-Kiste wieder auf den Markt. Gebrauchte Digis unter 500 € werden einem aus den Händen gerissen, wenn einem was Höherpreisiges nicht mehr gefällt, weil man es nie richtig angespielt hat, macht man hingegen ordentlich Verlust, die Nachfrage nach gebrauchten (E-)Klavieren der 3000€-Klasse ist nämlich nicht besonders groß.
 
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Klavierbauermeister

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Warum "Pedal" wichtiger sein soll als Klang erschließt sich mir nicht .
 
40er

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Gebrauchte Digis unter 500 € werden einem aus den Händen gerissen, wenn einem was Höherpreisiges nicht mehr gefällt, weil man es nie richtig angespielt hat, macht man hingegen ordentlich Verlust, die Nachfrage nach gebrauchten (E-)Klavieren der 3000€-Klasse ist nämlich nicht besonders groß.
Wen man die Gebrauchten, ehemals 3000€ schweren Digis, für um die 500 € wieder verkauft, werden die einem förmlich aus den Händen gerissen....
 
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Ach, komm; spiel einfach auf einem Digi mit einem miesen (Ein/Aus)-Pedal und Du weißt es!
 
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@Klavierbauermeister
Wäre ja schön, wenn sich das gebessert hätte - ich hatte ein Kawai CA5 und da war das Pedal grottig. Weißt Du zufällig, wie das im Vergleich zu heutigen Digis einzuordnen ist?
 
FünfTon

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Warum "Pedal" wichtiger sein soll als Klang erschließt sich mir nicht .
Weil die Mechanik klar vorgeht: Deshalb hat ein katastrophal klingender Stützflügel beim Üben mehr Nutzen als Plastiktasten-Synthesizer mit Fußschalter und gefälligem SuperNatural Grand Piano Preset an Bord. Ebenso bietet ein altes AvantGrand mit Flügelmechanik, Verschiebepedal und Kopfhörer mehr Nutzen als ein akustisches Klavier, selbst wenn letzteres viel besser klingt.
Wirklich? Ist das deine Erfahrung? Meine Erfahrung ist, dass man für den Verkauf von Tasteninstrumenten einen eher langen Atem braucht.
Unter 500 € kaufen die Leute - gerade zu Weihnachten - alles weg, was man auf den Markt wirft, egal wie antik. Sobald es dann oberhalb von 1000 € "erklärungsbedürftig" wird, braucht man einen langen Atem, gerade bei Digitalpianos.
Ach, komm; spiel einfach auf einem Digi mit einem miesen (Ein/Aus)-Pedal und Du weißt es!
Das gibt es zum Glück nur noch bei Casio und Noname-Herstellern. Alle anderen haben wenigstens 9 oder 16 Stufen am Pedal.
 
 

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