Debussy: Arabesque Nr. 1

Dieses Thema im Forum "Einspielungen unserer Forum-Mitglieder" wurde erstellt von Klimperline, 29. Mai 2016.

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  1. Klimperline
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    Klimperline

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    Nachdem dieses schöne Stück immer wieder Thema im Forum war, wollte ich es ebenfalls unbedingt spielen.

    Ganz rund läuft es noch nicht, es verstecken sich ja auch ein paar rhythmische Gemeinheiten in der Arabesque, aber mir hat mein erstes Debussy-Stück so viel Spaß gemacht, dass ich jetzt direkt hintendran noch mit der Reverie begonnen habe. Mir gefällt an der Arabesque vor allem dieses ständige wellenartige Auf- und Absteigen der Dynamik, was auf professionellen Aufnahmen immer sehr selbstverständlich klingt, mir aber viel Arbeit beschert hat.

    Da ich leider kein gutes Aufnahmegerät besitze, habe ich dem Flügel eine Pause gegönnt und das Stück über einen USB-Stick am Yamaha-Silent P121 (SH-Silent-System) aufgenommen. Der Ton wurde von einem Yamaha CFX-Konzertflügel gesampelt, erscheint mir in der Aufnahme aber ein wenig übersteuert.

    Konstruktive Kritik ist wie immer nicht nur erlaubt sondern ausdrücklich erwünscht!

    https://soundcloud.com/user-928347011/debussy-arabesque-1

    Edit: Ein paar Beiträge weiter unten versuche ich die hier zu hörenden Fehler zu korrigieren. :musik:
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2016
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  2. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    Ich bin sicher, dass Du das Stück gut spielen wirst, wenn Du Ruhe hineinbringst.
    Lass Dich nicht treiben. Die Triolen müssen ganz gleichmäßig durchlaufen. Die müssen auch überhaupt nicht so schnell sein.
     
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  3. Nora
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    Nora

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    Wow Katja, ich hab' Dich schon lange nicht mehr spielen gehört. Du hast ja einen Quantensprung in der Entwicklung gemacht. Respekt!
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Mai 2016
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  4. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Rhythmisch haut es so gar nicht hin. Selbst die ersten 15 Sekunden, die noch keinerlei rhythmische Gemeinheiten bieten, sind total aus dem Rhythmus. Erarbeite Dir erst mal das Gefühl für die Triolen. Machst Du das Stück mit einem Lehrer?

    Den Lauf ab 1:23 fand ich am fiesesten von dem ganzen Stück. Den bekommst Du schon recht ordentlich hin. Besser habe ich den leider nie hinbekommen. :-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Mai 2016
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  5. Pianojayjay
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    Pianojayjay

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    Ich muss Peter beipflichten, da stimmt vom Rhythmus her vom ersten Takt an einiges nicht, es ist auch meines Erachtens zu schnell. Arbeite das Stück mal in Ruhe mit Metronom durch!
     
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  6. Klimperline
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    Klimperline

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    Vielen Dank für die Kommentare! Was versteht ihr genau unter falschem Rhythmus? Was ich selbst bemerke:

    - Direkt am Anfang schaffe ich es nicht schnell genug, die Hand zu versetzen, wodurch man eine Pause hört, die aber schon viiiel kürzer geworden ist

    - Die 3:2-Passagen schaffe ich bisher nur, wenn ich mich sehr darauf konzentriere, im Zusammenhang des ganzen Stückes klappen sie höchstens zufällig
    - an manchen Stellen stolpere ich noch über die schwarzen Tasten oder die Finger laufen einfach weg. Zudem gibt es immer mal wieder einen zu harten Akzent an Stellen an denen ich die Lautstärke eigentlich nur insgesamt erhöhen möchte.

    Insgesamt wirken dadurch einige Phrasen unruhig, wodurch wohl der Eindruck entsteht, das Stück sei zu schnell gespielt, was aber nicht zutrifft, wenn man sich die Gesamtdauer des Stückes betrachtet.

    Der Hauptgrund für das, was ich im Eingangspost als "unrund" bezeichnet habe, liegt meiner Meinung nach an einem Problem, das offensichtlich viele Spätanfänger haben: Ich habe große Schwierigkeiten, die Hände locker zu lassen, selbst dann, wenn keine Kamera läuft. Bis zum nächsten Treffen habe ich die Schwachstellen aber hoffentlich weiter ausgebügelt.

    Gibt es sonst noch grundlegende Fehler im Rhythmus?
     
  7. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Wäre für mich der wichtigste Ansatz. So lange das nicht klappt, wird das Stück nicht klingen. Das ist meines Erachtens bei dem Stück wichtiger als ein genaues 2:3. Ein Metronom wird da schwerlich helfen. Das musst Du hören und fühlen.
    Evtl. hilft es, Die Melodie heraus zu suchen und erst mal nur die zu spielen.
     
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  8. Moderato
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    Moderato

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    Bei 3 gegen 2 hilft die Etude von Saint Saens, die rolf schon mehrfach verlinkt hat. Durch andere Notierung ist das ganz leicht spielbar. Die notierten Pausen sind zum Nachhören, damit man den Rythmus auch innerlich hören kann und so weiß, wie es dann im echten Stück klingen muß. Mit der anderen Notierung in 16tel kann jeder sofort 3 gegen 2 oder 2 gegen 3 spielen, sogar leichter mit einer Hand, wie im Klavierbüchlein von Georgi beschrieben.

    Gruß
    Manfred
     
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  9. Klimperline
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    Klimperline

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    So, ich habe jetzt wieder die Übung hervorgekramt, die mir meine KL zu diesem Thema aufgegeben hatte: Die entsprechenden Passagen im zunächst gemächlichen Tempo ganz gleichmäßig im Forte durchspielen, weitere musikalische Aspekte dabei nicht beachten. Dann die selbe Übung, aber auf anderen Dynamikstufen, also mal f, mal p, mal pp...Wenn das funktioniert, das Tempo anziehen.

    Ich habe eben die ersten beiden Zeilen einem anderen Claviomitglied, das ebenfalls Klavierunterricht erteilt, auf diese Art vorgespielt. Ja, das ist die Lösung, so stimmt der Rhythmus.

    Es braucht halt Geduld und ich muss noch viel mehr daran arbeiten, die Spannung aus Schultern, Armen und Händen herauszunehmen, damit ich auch bei schnellerem Tempo kontrolliert spielen und mich zusätzlich auf die Gestaltung konzentrieren kann. Bei meiner gestrigen Aufnahme ging es mir während des Spielens hauptsächlich um die Gestaltung und ja, leider auch um das Treffen der richtigen Tasten.....
     
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  10. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich sehe da auch überhaupt kein Problem, im Gegenteil. Es ist gut und richtig, hier nicht nur fertige oder perfekte Stücke einzuspielen sondern auch Sachen, die noch in Arbeit sind.
     
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  11. .marcus.
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    .marcus.

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    Hallo,

    ich habe schon lange keine Aufnahme mehr von dir angehört und gratuliere dir deshalb erstmal zu den Fortschritten, die du gemacht hast! Ich finde, du hast über weite Strecken auch einen schönen, ausgewogenen Klang erreicht.
    Mir kommt es so vor, als wärst du einfach zu ungeduldig gewesen und hättest das Stück zu früh zu schnell gespielt (eigentlich meine Spezialität...). Diese Arabesque klingt auch langsam wunderschön. Nimm dir mehr Zeit! :)

    lg marcus
     
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  12. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Diese Spezialität hat viele Besitzer, ich weiß das! :-)
     
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  13. Klimperline
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    Klimperline

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    Jaja die Geduld....:girl:

    Hier der Versuch einer Korrektur, hörbar langsamer gespielt. Ich denke, die Triolen sind jetzt gleichmäßiger und es fehlen auch weniger Töne als in meiner ersten Version. Durch die Konzentration auf Gleichmäßigkeit klingt die Arabesqe nun aber insgesamt hölzerner und unsicherer, vor allem am Anfang. Da ich nur unregelmäßig Klavierunterricht habe, konnte ich meine KL noch nicht befragen, ihr seid also wieder an der Reihe zu korrigieren:

    https://soundcloud.com/user-928347011/debussy-arabesque-1-korrekturversuch
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Juni 2016
  14. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Der Anfang gefällt mir viel besser. Aber später hast Du wieder das gleiche Problem mit den -vor allem einzelnen- Triolen (typische Stelle bei 0:27). Meist zu schnell, zu ungleichmäßig, aus dem Takt (zu spät).
    Hör mal genau hin, vergleiche mit anderen Aufnahmen und achte auf die Viertel.

    edit: Selbst noch mal genauer hingehört. Es sind viel mehr die 3 Achtel am Ende des Taktes nach den Triolen, die aus dem Takt sind. Die kommen zu spät.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Juni 2016
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  15. Adrian
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    Adrian

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    Man hört richtig wie sehr dir das Stück gefällt. Das ist schonmal ganz toll.
    Wie andere schon sagten find ich, am meisten würdest du von mehr Gleichmäßigkeit in den Achtel-triolen profitieren (besonders ganz am Anfang). Das kannst du mit etwas Übung auch lösen. Die 2. Aufnahme ist schon viel besser aber noch nicht ganz da.

    Probier mal folgende Übungen. Ich musste sie mit einer Hand Zeigen weil die andere Hand das Handy halten muss. Ich spiele nur kurz jede Übung hier. Du solltest jede Einzelne aber natürlich länger bearbeiten:

     
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  16. Klimperline
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    Klimperline

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    Danke für eure Hinweise @Peter und @Adrian!

    Den falschen Rhythmus bei 0:27 höre ich leider nicht, vermute aber, dass ich die Reihenfolge der Töne der rechten zur linken Hand an einer Position jeweils falsch herum gewählt habe. Morgen habe ich endlich wieder Unterricht und werde nachfragen und diese Stelle dann am Sonntag nochmals hier reinstellen.

    Die Übungen zur Gleichmäßigkeit werde ich ebenfalls ausprobieren. Es ist schon seltsam, dass ich z.B. bei Trillern überhaupt keine Probleme habe und ganz locker in beliebigen Geschwindigkeiten trillern kann, dann wiederum bei anderen vermeintlich leichten Bewegungen wie sie in der Arabesque u.a. in den ersten Takten oder bei simplen Läufen verlangt werden, mit verspannten Händen zu kämpfen habe. Die Ungleichmäßigkeiten, die mir an solchen Stellen passieren, haben nämlich nichts mit meinen Ohren sondern mit technischen Unzulänglichkeiten zu tun.
     
  17. Adrian
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    Adrian

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    Ich glaube bei 0:27 klingt es eher so als spielst Du einen Ton zu viel in der linken hand.

    Triller sind eine ganz andere Bewegung als das hier. Es ist also nicht überraschend, dass du eins gut kannst und das andere noch nicht so. Gleichmäßigkeit ist auch so ein endloses Problem - es ist nie ganz perfekt (sollte vielleicht auch nicht sein). Vielleicht verspannst du weil du dich nicht sicher fühlst die Töne zu treffen - also die Handpositionen bzw. die Übergeordnete Bewegung noch nicht genau kennst.
     
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  18. mbast
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    mbast

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    Also erstmal: da ist doch schon ein ziemlicher Übungsfortschritt zwischen Aufnahme 1 und 2 zu hören, da muss ich Peter beipflichten. Das Problem mit der Gleichmäßigkeit hat jeder. Wie man das am besten löst ist wahrscheinlich individuell verschieden. Die Übungen von Adrian sind gut für sowas, aber auch die Lehrstücke von Bach (Wohltemperiertes Klavier Buch 1, Präludium III ist so ein Stück, was ganz einfach scheint, aber tatsächlich unwahrscheinlich schwierig wirklich gleichmäßig auszuführen ist;wenn du sowas regelmäßig übst klappt's vermutlich auch mit dem Debussy). Was die Triller angeht: join the Club :-). Da hilft im Endeffekt nur gaaanz langsames Üben mit endlosen Wiederholungen bis es am Ende im gewünschten Tempo funktioniert. Das kann allerdings dauern, wappne dich in Geduld :-). Ansonsten: gerade bei den Impressionisten würde ich verstärkt darauf achten, ganz langsam und vor allem exakt im Takt vom Blatt zu spielen, bis es klickt und du diese Passagen automatisch richtig spielst. Das hört sich zwar erstmal furchtbar an, aber anders "verstehe" ich diese Stücke nicht. Dann erst würde ich schneller spielen und auf Flüssigkeit, Ausdruck und die crescendi, rubati und ähnliches achten. Wenn du das machst, ohne zu wissen, wann genau jede Note im Takt zu spielen ist wird sich das fast automatisch anhören wie Notensalat. So, und schließlich: im Zweifel höre auf deinen Lehrer, dafür ist der da ;-).
     
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  19. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    Es ist schon viel besser, als die erste Aufnahme. Trotzdem: Bitte nimm unbedingt das Tempo deutlich runter, bis der Rhythmus sicher funktioniert!
     
  20. Doc88
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    Doc88 Guest

    @mbast
    " was die Triller angeht ... "
    Schön und recht, aber in der Arabesque kommen keine mir bekannten Triller vor.