Das Schneemann-Klavierlernsystem

  • Ersteller des Themas Annaklena
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Es gibt bestimmt viele, die es nicht merken. Aber auch viele, die es sehr wohl merken! Ich denke da jetzt z.B. an die Regelschule meiner Tochter. Die Klasse merkt und reflektiert sehr wohl, dass der Unterricht bei bestimmten, wenigen Lehrern unterirdisch ist. Die können sich bloß nicht so heftig und effektiv wehren.

Die persönliche Einschätzung wessen?

Ja, na klar wird es die geben. Die Erfahrung, beurteilen zu können, wie das Verhältnis ist, hab ich nicht. Mein möglicherweise neuer KL machte in der letzten Stunde zum Schluss so Andeutungen über ältere, erwachsene Spätanfänger.

Der Satz "ch wollte vor allen Dingen darauf hinweisen, dass diese persönliche Einschätzung eben nicht-trivial ist." ist extra in einem Block gesetzt mit den folgenden Sätzen. Ich dachte, diese geistige Klammerung (vor und nach dem Block ist jeweils eine Leerzeile) würde den Kontext klar machen, ich habe mich offenbar geiirt.

So, nun mal explizit:
Da die folgenden Sätzen die Selbst-Einschätzung betrefen, ist die Antwort auf "wessen": selbst.

Es gibt ja nicht ohne Grund die Dichotomie zwischen Fremdbild und Eigenbild.


So, wie es schreibe.

Wenn man vermeintlichen schnellen Forstschritt eines anderen als Fremdmaßstab nimmt, kann der vermeintlich eigene Fortschritt, der aber gründlicher ist, einem langsam vorkommen. Wenn Dir das zu abstrakt ist, dann vergleiche das doch einmal mit abstrakten Formulierungen anderer. Dann kannst Du einschätzen wie abstrakt das ist.;-)

Grüße
Häretiker
 
Man sollte in diesem Fall keine Beurteilung der allgemeinen Kompetenz dieser Klavierlehrerin davon ableiten, weil sie da eben nur (sympatischer) Teil des Spiels "Zuschauerbespaßung" ist, wo allzu tiefergehendes Dozieren, was nichts mit Schneemännern zu tun hat, eigentlich nur stören würde.
Völlig d`accord!
Der Satz "ch wollte vor allen Dingen darauf hinweisen, dass diese persönliche Einschätzung eben nicht-trivial ist." ist extra in einem Block gesetzt mit den folgenden Sätzen. Ich dachte, diese geistige Klammerung (vor und nach dem Block ist jeweils eine Leerzeile) würde den Kontext klar machen, ich habe mich offenbar geiirt.

So, nun mal explizit:
Da die folgenden Sätzen die Selbst-Einschätzung betrefen, ist die Antwort auf "wessen": selbst.

Es gibt ja nicht ohne Grund die Dichotomie zwischen Fremdbild und Eigenbild.
Es klingt so, als würdest du dich ärgern, bzw. ungeduldig sein? Das ist nicht nötig, wenn du dir bewusst machst, dass kommunikative Missverständnisse sehr häufig dem Medium Internet in Verbindung mit einem völlig anderen individuellen Denk-und Schreibstil geschuldet sind.

Wenn man vermeintlichen schnellen Forstschritt eines anderen als Fremdmaßstab nimmt, kann der vermeintlich eigene Fortschritt, der aber gründlicher ist, einem langsam vorkommen.
Sicher, klar, logisch. Inhaltlich zumindest besteht Konsens. ;-)

Freundliche Grüße.
 
Es klingt so, als würdest du dich ärgern, bzw. ungeduldig sein?

Nein, nur etwas misverstanden. Ich versuche immer mich einigermaßen klar auszudrücken.

Das ist nicht nötig, wenn du dir bewusst machst, dass kommunikative Missverständnisse sehr häufig dem Medium Internet in Verbindung mit einem völlig anderen individuellen Denk-und Schreibstil geschuldet sind.

Danke, gebe ich gerne zurück was Deine Interpretation "ärgern oder ungeduldig sein" angeht. :-)

Aber zurück zum Thema:
Ich weiß nicht, ob das eine Frage des Lerntypus ist, aber mit dem Erlenen von Noten habe ich nie Probleme gehabt. Aber es scheint ja genügend Leuten hinreichend schwer zu fallen. Die Grundlagen für Blödflocke sind ja Grundschulniveau (3. Klasse IIRC).

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Grüße
Häretiker
 
Nein, nur etwas misverstanden. Ich versuche immer mich einigermaßen klar auszudrücken.
Da ich deinen Punkt nicht erkennen konnte und eben nicht interpretieren und ggf. unterstellen wollte, habe ich zurückgefragt und um Klärung gebeten. Interessehalber. Mag sein, dass du das für dich als klar ausgedrückt empfindest, andere eben nicht. Wenn dir das zu blöde ist, etwas nochmal in anderen Worten zu verdeutlichen, dann weiß ich Bescheid und frage nächstes Mal nicht mehr nach.
Danke, gebe ich gerne zurück was Deine Interpretation "ärgern oder ungeduldig sein" angeht. :-)
Ich habe eine Frage gestellt, um eine derartige Interpretation deiner Formulierungen auszuschließen.
 
Wenn dir das zu blöde ist, etwas nochmal in anderen Worten zu verdeutlichen, dann weiß ich Bescheid und frage nächstes Mal nicht mehr nach.

Auch da interpretierst Du wieder etwas hinein. :-) Ich kläre lieber als das ein Misverständnis bleibt. So man sich dafür interessiert, was ich meine. Das muss ja keinen interessieren, was ich so schreibe.

Vielleicht bin ich da auch gebranntes Kind, was sie Selbsteinschätzung musikalischer Art angeht. Am krassesten waren allerdings die Selbsteinschätzungen derjenigen, die ganz ohne Lehrer unterwegs waren. Am eigenen Leibe erlebt. Ich dachte mir, Saxophon ist ja so einfach, ich spiele ja Klavier. Habe es ein Jahr ohne Lehrer probiert. Dann habe ich ein weiteres Jahr mit Lehrer gebraucht, um die schlechten Angewohnheiten wieder los zu werde. Dann 10 Jahre Pause. Und dann habe ich wiede rangefnangen, aber diesmla wart der Lehrer wesentlich besser. Zur Zeit meins ersten Lehrers kann ich keinen, der auch Saxophonunterricht hatte, von daher hatte ich keinen Vergleich (damals hatte fast(!) keiner Internet).

Was habe ich gelernt?
- Die Selbsteinschätzung ohne Lehrer kann komplett daneben liegen.
- Ohne Referenz kann man einen Lehrer schlecht einschätzen, auch wenn es sich 'gut anfühlt', weil man ja Fortschritte macht.
- Ich will einen Lehrer, der mich auch ganz klar konstruktiv kritisiert. Gerne auch ohne Sandwich, Unterrichtszeit ist begrenzt.
- Das Wissen um Musiktheorie ist unterschieldich verteilt bei Lehrkräften.
- Geschätzte 95% aller Mitmusiker (ohne Sänger!) haben keine Probleme mit Notentext gehabt.
- Die Noten sind immer das geringste Problem gewesen.
- Die Halbe auf eins geht bis zur drei.

Grüße
Häretiker
 
Vielleicht ein interessanter soziologischer Aspekt.
Ich hätte keinen leichten Zugang zum Notenlesen gebraucht, als ich mich für Instrumente zu interessieren begann.
Der Grund ist die Religiosität meiner Großeltern, denen es einfach wichtig war, dass ihre Enkel in der Kirche mitsingen können ... schwer zu realisieren, wenn der Nachwuchs nicht wenigstens die Melodien aus dem Gesangsbuch lesen kann.

Ich fand das damals zwar scheußlich, aber das Wissen darüber, wie man das zu lesen hat, ist trpotzdem hängen geblieben.
Also konnte ich schon Noten lesen, als ich begann, selbst Musik zu machen.

Den "einfachen Zugang" dazu bekam ich durch meine Großmutter väterlicherseits ... und die benutzte ihre Hände, um die Tonhöhen zu visualisieren.
Später in der Schule haben wir dann auch manchmal gesungen ... und auch die Lehrer nutzten ihre Hände.
Dadurch entstand eine Verbindung zwischen dem Melodieverlauf (in Form von höher, tiefer, ganz hoch, ganz tief), die sich irgendwie aufs Notenblatt übertragen ließ.
Als ich dann mit Musik anfing, musste ich nur noch die Spielanweisungen und die Bedeutung der Versetzungszeichen lernen ... das Prinzip der Notenschrift war schon da, und ich habe auch sehr schnell begriffen, dass die Klaviatur wohl die direkteste Übersetzung dieses Systems darstellt.

Der Soziologische Aspekt dabei ist die Tatsache, dass religiöse Großeltern, die sich wünschen, ihre Enkel mögen in der Kirche mitsingen können (und zwar nicht irgendwie "lalala", sondern richtig) in den letzten Jahrzehnten wohl selten geworden sind. Daurch ist die Trennung zwischen "Musiker" und "Nicht-Musiker" um einiges schärfer geworden.
Ich war volle 14 Jahre meines Lebens "Nicht-Musiker mit Notenkenntnissen".
Als ich vor einem halben Jahr Omas Gesangsbuch in Papas Nachlass entdeckte, sagte ich zu meinen Geschwistern nur "da sind Noten drin, also ist das mir".

Heute muss man schon in eine chor- oder musikbegeisterte Familie geboren werden, um das Notenlesen sozusagen als "Alltagsskill" zu lernen.
Daher ist auch der Bedarf an "einfacheren Zugängen" gestiegen ... zumal ja die Chorkultur ebenfalls etwas nachgelassen hat (zumindest kommt mir das ganz subjektiv so vor).
Selbst Musik zu machen oder sich an Noten wenigstens "ungefähr" orientieren zu können, gehört in den allermeisten Familien heute einfach nicht mehr zum Alltag.

Einen Dreiklang in Grundstellung als "Schneemann" zu bezeichnen, ist gar keine so blöde Idee ... die Ähnlichkeit wird zumindest bei ganzen Noten niemand bezweifeln.
Mit Zweiklängen konnte man eine "Kirschmethode" nutzen ... Kirschen wachsen ja irgendwie auch immer zu zweit.
Die Weintrauben als Bild für einen Cluster (oder ähnliche Verdichtungen) finde ich auch durchaus ansprechend.
Wichtig finde ich aber, dass man bei diesen Bildern nicht stehen bleibt.

Die Division kann man Kindern wunderbar an einem Kuchen oder an Früchten veranschaulichen (eine Tüte Gummibärchen tuts auch) ... aber bei diesem Bild sollte man eben nicht stehen bleiben, wenn man möchte, dass die Schüler irgendwann auch mal eine Polynomdivision oder eine dritte Ableitung bewältigen können.
So ähnlich sehe ich das mit den Schneemännern auch ... sie können den Einstieg erleichtern, aber mit dem ist es eben lange nicht getan.
Die Interessante Frage wäre also, wie macht man nach dem Schneemann-Stadium weiter, und ergeben sich im weiteren Verlauf aus diesem Bild eventuell sogar Probleme. Wie kommt man vom Schneemann-Bild zu Umkehrungen für Vierklänge oder zu einem Arpeggio?

Ich denke, dass diese Methode recht schnell an ihre Grenzen stößt. Ich sehe das ähnlich, wie das Fingerrechnen ... Anfangs hilft das vielen ... langfristig ist es aber Käse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, siehste je an so einigen Top-Musikern, die dann später massive Probleme haben, vom "Schnee" wieder wegzukommen:-)
Aus diesem "Schnee" kann man aber nur schlecht Dinge bauen, die einem Akkord in ganzen Noten ähnlich sehen.
Wenn dir ständig die Linien auf dem Tisch weggesnifft werden, ist das auch doof ... da muss man sich mit den Erklärungen immer so beeilen.
Erst besprichst du Noten (5 Linien) dann Neumen oder Ukulele-Tabs (4 Linien) ... und irgendwann reichts dann nur noch für Tabs für Balalaika oder Saz (3 Linien) ... die letzten zwei machst du dann selbst weg ... einfach als "Frustschutzmittel".
So eine Unterrichtsstunde wird dann auch verdammt teuer.
:lol:
 
Ich denke, dass diese Methode recht schnell an ihre Grenzen stößt. Ich sehe das ähnlich, wie das Fingerrechnen ... Anfangs hilft das vielen ... langfristig ist es aber Käse.
...allerdings sieht der große Marsellus Wallace einen Aspekt dieses Gedankens anders:
wir wollen nicht denken, wir wollen wissen.
da du @DerOlf Zweifel an der Wirksamkeit der Schneemänner hegst: wenn man nun aber innovativ die Schneemänner mit Hasen mit Schwänzen kombiniert, dann soll das enorm wirkungsvoll sein. Erläuterungen zu dieser Kombination, die zu zehnfach schnellerem Lernfortschritt führt, finden sich hier:

Bleibst du bei deinen Zweifeln, oder überzeugt dich das? (nebenbei: bitte den Link komplett lesen)
 
Wie haben eigentlich die Bach-Söhne, Mozart, Beethoven. Chopin, Liszt etc. ohne Schneemänner Klavierspielen gelernt?
 

Mein Eindruck:
- Unabhängig von der Schwanzanzahl hätten mir Hasen nicht geholfen, aber ich gehöre zu der Minderheit, die abstrakt denkt.
- Ich empfinde Klavier nicht als 'komplex'. Ist doch eine eineindeutige Zuordnung Taste <=> Tonhöhe.
- "Schüler, die mit der Schneemann-Methode das Klavierspielen neu erlernen, lernen mindestens 10 Mal schneller." Gibt es unabhängie Studien dazu?
- Der im Text angegebene Link "https://www.mypianoline.academy/" ist tot. Die Wayback Machine hat eine Kopie vom 19.06.2017.Mangelnde Sorgfalt?
- Ganz unten: Ja, ist denke ich bekannt,dass WTF rechtskräftig wegen sexueller Belästigung verurteilt wurde.

Insbesondere bei der überzogenen Anpreisunf "mindestens(!) 10 Mal schneller":
"If something sounds too good to be true, it probably is."
Aber deswegen wurde ja auch gefragt nach jemanden, der Erfahrung damit hatte ...

Vielleicht doch mal überdenken, ob Klavarskribo nicht die bessere Methode wäre? :-)

Grüße
Häretiker
 
Wie haben eigentlich die Bach-Söhne, Mozart, Beethoven. Chopin, Liszt etc. ohne Schneemänner Klavierspielen gelernt?

Keine Ahnung. Die konnten das auch nicht im Internet recherchieren! Was sagt uns das?

Gar nichts. Ob eine Methode alt oder neu ist, ist irrelevant. Ob sie gut oder schlecht ist, das ist relevant.
Vor 200 Jahren gab es auch keine Betäbung beim Zahnarzt, ich habe sie trotzdem zu schätzen gelernt.

Grüße
häretiker
 
Hat das mit den Hasen irgendjemand verstanden?
Mir ist das zu hoch.
Oder einfach nur zu wirr?
Und wo ist der Bär, von dem in dem Schaubild die Rede ist?
Fragen über Fragen...
:konfus:

Dann doch lieber "Rocket Science"... :005:
 
Zuletzt bearbeitet:
...
Mir war nicht bekannt, dass es Klavier-Methodik-Satire gibt - man wird doch stets eines Besseren belehrt.
Mir auch nicht - der große und ungemein tiefsinnige Marsellus Wallace bezog seine unsterbliche (cineastische) Sentenz auch nicht auf Klaviersachen ;-) und ich folglich auch nicht, sondern auf die Floskel von @DerOlf ("ich denke"), der mir noch immer nicht geantwortet hat. Die Frage ist, ob Schneemann mit Schwanzhase (und ggf Bär) zusammen hocheffizient sind, innovativ die Tastenanordnung klären und spieltechnisches Können in Windeseile bewirken. Wäre doch super, oder nicht?
;-):lol:
 

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