Chopin Op. 25 No. 2

R

Roqua

Dabei seit
15. Nov. 2009
Beiträge
29
Reaktionen
0
hey

arbeite grad an chopins etüden, übe momentan die etüde op 25 no. 2...
ich glaube das ist eine der leichteren etüden, obwohl die ja alle nicht so einfach sind...

diese etüde liegt recht gut in der hand, trotzdem bring ich die rechte hand irgendwie nicht so richtig auf geschwindigkeit, und spiele ziemlich ungleichmäßig..
habt ihr tipps wie ich das verbesseren kann?

thx
 
Hi,

mir geht es genauso mit der Schnelligkeit. Hatte hier in einem etwas älteren Post mal ein paar Methoden zusammengestellt:

https://www.clavio.de/forum/klavier...6-wie-uebe-ich-schnelle-virtuose-stuecke.html

Das Seltsame ist, dass Schnelligkeit und Präzision eins der Hauptprobleme der auch fortgeschrittenen Amateur Spieler ist, aber trotzdem in der Literatur nur ganz wenig oder gar nicht mit praktischen Hilfestellungen darauf eingegangen wird.

Der online Chang behandelt es auch ganz gut (Parallel Sets).

Gruß
 
an die die es spielen bzw schon gespielt haben:

welchen fingersatz benutzt ihr für die ersten 2 1/2 takte RH?
 
welchen fingersatz benutzt ihr für die ersten 2 1/2 takte RH?

in dieser Etüde halte ich den originalen Fingersatz von Chopin für bestens brauchbar (in ordentlichen Ausgaben findest Du diesen)

Gruß, Rolf

nebenbei:
zu dieser Etüde gibt es eine merkwürdige Geschichte. Der Pianist Dreyschock hatte Furore gemacht, indem er die linke Hand der Revolutionsetüde in Oktaven gespielt haben hat und das sogar angeblich im Tempo (und das ist doch sehr unglaubwürdig...) - Liszt soll daraufhin erst die beiden ersten Takte der f-Moll Etüde (op.25 Nr.2) erst langsam, dann immer schneller in Oktaven gespielt haben und am Ende auf diese Weise die ganze Etüde (dito im Tempo, was nicht eben glaubwürdiger wirkt...)
 
in dieser Etüde halte ich den originalen Fingersatz von Chopin für bestens brauchbar (in ordentlichen Ausgaben findest Du diesen)

Gruß, Rolf

nebenbei:
zu dieser Etüde gibt es eine merkwürdige Geschichte. Der Pianist Dreyschock hatte Furore gemacht, indem er die linke Hand der Revolutionsetüde in Oktaven gespielt haben hat und das sogar angeblich im Tempo (und das ist doch sehr unglaubwürdig...) - Liszt soll daraufhin erst die beiden ersten Takte der f-Moll Etüde (op.25 Nr.2) erst langsam, dann immer schneller in Oktaven gespielt haben und am Ende auf diese Weise die ganze Etüde (dito im Tempo, was nicht eben glaubwürdiger wirkt...)

:o:) das glaub ich allerdings erst wenn ich das mit eigenen augen sehe :p also du meinst nicht nur die lh sondern auch die rh? also wenn ich die etüde im ori tempo anhöre kann ich mir das nicht vorstellen das das m öglich ist ;) ich bin jedenfalls froh wenn ich es normal a tempo hinbekomme^^ schaffs zumindest grad bei 100 bpm(halbe note) es zu spielen=)
 
Cortot empfiehlt für Takt 1 - 3 inklusive Auftakt:

1
2 3 1 2 4 3 1(/2) 3 1 2 4 5
2 3 1 2 4 3 1 4 2 (/2 3 1) 1 3 2 (/2 5 4)

Ich benutze die nicht eingeklammerten Fingersätze.
Übrigens lohnt es sich, Cortot-Fingersätze an Parallelstellen zu vergleichen, manchmal ändert er die nämlich ohne ersichtlichen Grund, so in dieser Etüde und auch z.B. in op. 10,2.
Einzelne Stellen finde ich in op.25,2 nicht perfekt gelöst in linker und rechter Hand, aber das gros ist sehr angenehm.

Wichtig für den Erfolg der Etüde ist meiner Meinung nach auch die linke Hand; die muss vollkommen problemlos, leicht, locker und entspannt (!!!!!) sein, das heißt, dass die Finger sich nicht nach eben gespielten oder gleich zu spielenden Tasten spreizen, jedenfalls nicht in einer Art und Weise, die die Hand so belastet, dass man die Passage der Linken nicht 100 Mal hintereinander spielen könnte.
Wichtig ist auch, dass keine Töne wegbleiben und es trotzdem leise ist. Das Spielgefühl sollte (wie ich finde) so sein, dass sich in der linken Hand ein Gefühl der Schwere, Faulheit, "müden Entspannung", Verankerung in jede Taste einstellt, aber gleichzeitig auch ein "niemals Anhalten", eine gleichmäßige Bewegung, nichts Ruckartiges oder Zwanghafftes, keine Taste spielen, bevor man nicht mit der Hand angekommen ist. Wichtig ist auch das Denken in Dreiergruppen, kein Spielen von Einzeltönen.
Übrigens enthält auch die linke Hand gewisse Melodieelemente, die das Stück interessanter machen, wenn man sie findet. Manchmal gibts finde ich auch mehrere Möglichkeiten für diese kurzen Melodiestücke; man muss sie auch nicht unbedingt so laut spielen, dass sie für den Hörer bewusst heraustreten... ;)
Zur Rechten sag ich mal lieber nichts.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
zu dieser Etüde gibt es eine merkwürdige Geschichte. Der Pianist Dreyschock hatte Furore gemacht, indem er die linke Hand der Revolutionsetüde in Oktaven gespielt haben hat und das sogar angeblich im Tempo (und das ist doch sehr unglaubwürdig...) - Liszt soll daraufhin erst die beiden ersten Takte der f-Moll Etüde (op.25 Nr.2) erst langsam, dann immer schneller in Oktaven gespielt haben und am Ende auf diese Weise die ganze Etüde (dito im Tempo, was nicht eben glaubwürdiger wirkt...)

wie bitte was? :D mehr ausführung, woher wießt du das? und wie solldas gehen ? ich bin gerade total geschockt von dieser "anekdote" :D
 
@ Roqua:
diese Etüde spiele ich auch gerade und hatte sie auch vor ca. 15 Jahren einmal angefangen. Damals hatte ich dasselbe Problem wie du, dass ich sie einfach nicht sauber und gleichmäßig auf Originalgeschwindigkeit gebracht habe. Und zwar weil ich - wie ich erst heute weiß - damals ein paar einfache, aber wichtige Sachen nicht beachtet habe, da ich sie einfach nicht mal wusste.

Ich beschreibe dir mal, wie ich sie jetzt geübt habe - damit habe ich sie in für mich erstaunlich wenigen Tagen hinbekommen und fühle mich pudelwohl mit dem Stück und genieße es richtig es zu spielen. Natürlich ist sie noch alles andere als perfekt, aber ich bin entspannt beim Spielen im Gegensatz zu früher und sie ist jetzt schon fast auf Originaltempo.

Bevor ich irgendwas dazu sage, was mir geholfen hat, möchte ich eine Sache betonen, die Stilblüte schon geschrieben hat, denn das ist meiner Meinung nach der Schlüssel dazu, diese Etüde nicht als schnell zu empfinden! Sie schreibt nämlich:

(...)
Wichtig für den Erfolg der Etüde ist meiner Meinung nach auch die linke Hand; die muss vollkommen problemlos, leicht, locker und entspannt (!!!!!) sein
(...)

Ich finde, die linke Hand ist wirklich der Schlüssel zu dieser Etüde, auch wenn man auf den ersten Blick denkt, man müsse sich wohl eher um die rechte kümmern, weil die so schnell gemacht werden muss. Das ist aber genau der Punkt, den ich z.B. früher nicht verstanden hatte: wie wichtig es oft ist, mit der linken Hand zu "führen", gerade wenn rechts schwere oder schnelle Stellen liegen. Und Punkt zwei: wie wichtig es ist, etwas entspannt laufen lassen zu können und dem, was man im Langsamen sauber gelernt hat, einfach vertrauen zu können - hier die rechte Hand. (Stilblüte, das ist glaube ich genau dein Gedanke vom Loslassen, oder?) Was ich damit meine, wird hoffentlich im Folgenden klar.

Die linke Hand hat in dieser Etüde die harmoniebildende Funktion und während die rechte Hand die Melodietöne so stark und schnell umspielt, sorgt die Linke auf eine flüssige, aber nicht hetzende Art dafür, dass man sich "zuhause" fühlt und weiß, wo im Harmoniegefüge man sich gerade befindet. Sie hat diese fließenden gleichmäßigen Dreierbewegungen, in denen es viel einfacher und entspannter ist zu denken als die rechte Hand zu denken. Der Versuch die Rechte in Einzeltönen zu denken ist meiner Meinung nach viel zu anstrengend und der Geschwindigkeit total abträglich, das kann man ja gar nicht schnell kriegen, das macht ja kein Hirn mit (meins jedenfalls nicht und falls doch, dann würde ich mich extrem gestresst fühlen anstatt entspannt zu spielen ;) ). Genau das sagt Stilblüte ja auch und das kann ich nur unterstreichen:

(...)
Wichtig ist auch das Denken in Dreiergruppen, kein Spielen von Einzeltönen.

Das heißt aber nicht, dass man seine rechte Hand nur dahinschludern soll - man muss sie schon sauber und in Einzeltönen können, aber eben langsamer in Einzeltönen, nicht auf Originaltempo. Dann kann man dazu übergehen, in Bewegungen zu denken: Schau dir die natürlichen Bewegungen deiner Hände an, wenn du eine Dreiergruppe spielst (mit Dreiergruppe meine ich dabei nicht die Dreierpäckchen rechts, sondern ein Dreierpäckchen in der linken Hand und ein dazugehöriges Sechserpäckchen rechts): Sowohl die linke als auch die rechte vollziehen schöne weiche runde Bewegungen.


Ich habe sie folgendermaßen geübt:


  1. (da ich immer alle Stücke auswendig spiele, habe ich damit angefangen - es hilft aber sicher auch so zum Verständnis des Stückes, denke ich: )
    linke Hand anschauen, welche Harmonien man in einem Takt hat. Das ist in den ersten beiden Teilen, die sich ja direkt nochmal wiederholen, auch noch nicht so schlimm, weil sie sich da bis auf an wenigen Stellen pro Takt nur einmal ändert. Später im Mittelteil wird das anstrengender, da ist harmonisch viel mehr los - aber auch da hat es mir sehr beim Auswendiglernen geholfen und auch, um zu verstehen, wie ich die Dynamik gestalten muss.

    --> mit der linken Hand ganz entspannt und langsam (!!) die runden Bewegungen bewusst spielen, die sich ganz natürlich ergeben. Dann muss man auf den ersten beiden Seiten pro Takt sogar fast immer nur einmal denken, wenn man in Harmonien denkt... :p Das ist schonmal sehr entspannt und man hat schonmal die Grundstruktur, um die sich die rechte Hand später drumrum wuselt.

    Stilblüte schreibt dazu:
    (...)
    "niemals Anhalten", eine gleichmäßige Bewegung, nichts Ruckartiges oder Zwanghafftes
    das empfinde ich genauso. Immer weiter fließen lassen, aber bloß nichts Zwanghaftes empfinden. Es muss einfach fließen.


  • rechts ganz langsam und jeden einzelnen Ton ganz genau spielen - am Anfang habe ich sogar wirklich die Achteltriolenpäckchen immer auf der ersten Achtel betont, obwohl ich das im Schnellen nicht mehr mache, weil ich da in Sechserpäckchen zu den Dreierpäckchen in der linken Hand denke. Aber es hat mir trotzdem geholfen am Anfang. Auch hier: ganz langsam und ganz enspannt und die natürlichen runden Bewegungen bewusst machen, die die Hand macht. Das hilft dann später in Bewegungen zu denken anstatt in Einzeltönen und damit zum Lockerlassen.


  • beide Hände zusammenführen, und zwar in Dreierpäckchen (wie oben beschrieben: Dreier links, Sechser rechts). Und die linke Hand denken, nicht die rechte! Danach ganz enspannt zum nächsten Dreierpäckchen übergehen - nichts Ruckhaftes Links machen, wenn du einen Sprung zum nächsten Dreierpäckchen hast. Das klingt so banal, finde ich aber total super, um den Händen beizubringen, dass die Bewegungen ganz natürlich sind, sie es problemlos alles greifen, sich enstpannt fühlen und trotzdem lernen sie rechtzeitig auf dem nächsten Ton zu sein. Das ist meiner Meinung nach echt sehr hilfreich. Das habe ich schließlich im Tempo immer mehr gesteigert, bis ich schließlich schon recht schnell war pro Dreierpäckchen - und meine Hände fanden es nicht anstrengend.


  • Pausen weglassen und durchspielen - aber dafür erstmal das Tempo wieder drosseln, damit man sich das entspannte Gefühl nicht kaputt macht, das man sich gerade antrainiert hat. Und dann geht es immer schneller. Lustigerweise schaue ich sogar in der ganzen Etüde nicht einmal auf die rechte Hand, sondern nur auf links. Und das hilft und reicht auch völlig aus, selbst bei Läufen oder gebrochenen Akkorden abwärts in der rechten Hand wie ganz zum Schluss.

So, das reicht denke ich mal... Entschuldige, ich wollte dich nicht zulabern mit meinen Gedanken zu der Etüde, aber da ich sie eben auch gerade am Wickel habe und mit die Unterschiede zu früher eben so deutlich vor Augen stehen, wollte ich dir das auch schreiben!

Wie man es allerdings anstellen soll, das in Oktaven zu spielen, wie Rolf erzählt, entzieht sich völlig meinem Ideenhorizont :eek:
Abgesehen von der Geschwindigkeit und dieser krassen Anforderung an die Koordination bei allem, was an exzessiven Parallelbewegungen innerhalb einer Hand so gefordert ist (z.B. auch bei der Chopin Etüde mit den Terzbewegungen, glaube es ist op. 25 Nr.6) hätte ich nicht mal so große Hände, um das in Zeitlupe greifen zu können... ;)

liebe Grüße,
Partita
 
Cortot empfiehlt für Takt 1 - 3 inklusive Auftakt:

1
2 3 1 2 4 3 1(/2) 3 1 2 4 5
2 3 1 2 4 3 1 4 2 (/2 3 1) 1 3 2 (/2 5 4)

Ich benutze die nicht eingeklammerten Fingersätze.
Übrigens lohnt es sich, Cortot-Fingersätze an Parallelstellen zu vergleichen, manchmal ändert er die nämlich ohne ersichtlichen Grund, so in dieser Etüde und auch z.B. in op. 10,2.
Einzelne Stellen finde ich in op.25,2 nicht perfekt gelöst in linker und rechter Hand, aber das gros ist sehr angenehm.

Wichtig für den Erfolg der Etüde ist meiner Meinung nach auch die linke Hand; die muss vollkommen problemlos, leicht, locker und entspannt (!!!!!) sein, das heißt, dass die Finger sich nicht nach eben gespielten oder gleich zu spielenden Tasten spreizen, jedenfalls nicht in einer Art und Weise, die die Hand so belastet, dass man die Passage der Linken nicht 100 Mal hintereinander spielen könnte.
Wichtig ist auch, dass keine Töne wegbleiben und es trotzdem leise ist. Das Spielgefühl sollte (wie ich finde) so sein, dass sich in der linken Hand ein Gefühl der Schwere, Faulheit, "müden Entspannung", Verankerung in jede Taste einstellt, aber gleichzeitig auch ein "niemals Anhalten", eine gleichmäßige Bewegung, nichts Ruckartiges oder Zwanghafftes, keine Taste spielen, bevor man nicht mit der Hand angekommen ist. Wichtig ist auch das Denken in Dreiergruppen, kein Spielen von Einzeltönen.
Übrigens enthält auch die linke Hand gewisse Melodieelemente, die das Stück interessanter machen, wenn man sie findet. Manchmal gibts finde ich auch mehrere Möglichkeiten für diese kurzen Melodiestücke; man muss sie auch nicht unbedingt so laut spielen, dass sie für den Hörer bewusst heraustreten... ;)
Zur Rechten sag ich mal lieber nichts.

wow danke für den tipp mit der linken hand.. ich finde da hast du absolut recht. das ist mir letztens passiert mit der linken hand! habe eine schnelle ermüdung bemerkt, genau weil ich nicht auf das was du gesagt hast geachtet habe... danke für den tipp! versuche das umzusetzen...
 
Hallo Partita,

ich sehe, wir verstehen uns. Ich finde vieles, was du schreibst, sehr gut und einleuchtend und sehe das genauso! :)
Ich würde nur an manchen Stellen noch einen Schritt weiter gehen.
... wie wichtig es ist, etwas entspannt laufen lassen zu können und dem, was man im Langsamen sauber gelernt hat, einfach vertrauen zu können - hier die rechte Hand. (Stilblüte, das ist glaube ich genau dein Gedanke vom Loslassen, oder?)
Ja, das hat auch damit zu tun. Damit, mit Betonung und Phrasendenken.
Du schreibst ja selbst, dass es unmöglich und abträglich ist, in Einzeltönen zu denken (und zwar egal, welcher Hand).
Dann kann man dazu übergehen, in Bewegungen zu denken: Schau dir die natürlichen Bewegungen deiner Hände an, wenn du eine Dreiergruppe spielst (mit Dreiergruppe meine ich dabei nicht die Dreierpäckchen rechts, sondern ein Dreierpäckchen in der linken Hand und ein dazugehöriges Sechserpäckchen rechts): Sowohl die linke als auch die rechte vollziehen schöne weiche runde Bewegungen.
"In Bewegung denken" hat mit geschmeidigem, lockeren, anstrengungslosem und auch mit Phrasen-Spiel zu tun, das ist alles sehr wichtig und richtig.
Allerdings sollte man achtgeben, trotz gedachter "Päckchen" keine zu kleinen Päckchen zu machen. Ich würde nicht immer halbtaktig denken, eher ganztaktig oder sogar mehrere Takte zusammenfassen und dazwischen strukturierende Denkakzente setzen. Wenn man in zu kleinen Einheiten denkt, wirkt ein Stück im ungünstigsten Fall sehr taktiert, überregelmäßig und gestampft, sozusagen "metronomiert" :cool:

Du hast mehrmals sehr schön beschrieben, wie man die linke Hand fühlen sollte, sie bildet das Fundament, sorgt dafür, dass die Etüde nicht gehetzt, sondern gleichmäßig und fließend wirkt, und wenn man es schafft, sich durch sie "zu Hause" zu fühlen, wie du schreibst, mancht man es richtig.
Es hilft auch in der Tat, nicht die rechte Hand zu verfolgen, sondern die linke, denn es ist natürlich einfacher, sich drei + drei Töne vorzustellen statt sechs + sechs. Natürlicherweise kann man so schneller spielen, denn die die Rechte kann schneller spielen, als man für möglich hält, wenn man sie ein bisschen in Ruhe lässt und nicht "überbemuttert".
Was natürlich nicht heißt, dass man sich von deren Musikalität abwendet.
Das sind natürlich fließende Übergänge, aber das eine hat mehr mit der unmittelbaren muskulären und motorischen Steuerung und Überwachung zu tun, das andere mit dem Gehör und der musikalischen Vorstellung, die bei genauerer Idealvorstellung auch bis zu einem gewissen Grad automatisch von der Hand ausgeführt wird.

Übrigens wage ich noch einmal auf die Notation hinzuweisen.
Nochmal:
Rechts haben wir Triolen, keine Duolen. Wir haben keinen verkappten 6/4 - Takt! Sondern einen 2/2-Takt mit vier Vierteln.
Von der möglichen Halbierung eines Taktes abgesehen gibt es in der gesamten Etüde überhaupt keine Zweiereinheiten.
Auch nicht, wenn links und rechts zusammenspielen!
Darüber lohnt es sich wahrlich, sehr genau nachzudenken.
 
Übrigens wage ich noch einmal auf die Notation hinzuweisen.
Nochmal:
Rechts haben wir Triolen, keine Duolen. Wir haben keinen verkappten 6/4 - Takt! Sondern einen 2/2-Takt mit vier Vierteln.
Von der möglichen Halbierung eines Taktes abgesehen gibt es in der gesamten Etüde überhaupt keine Zweiereinheiten.
Auch nicht, wenn links und rechts zusammenspielen!
Darüber lohnt es sich wahrlich, sehr genau nachzudenken.

hallo,

genau daher rührt der leichte, schwebende, wie schwerelose Charakter dieser schönen Etüde.

die rechte Hand sollte sich die Achteltriolen thythmisch gut einprägen, denn tatsächlich kann man den 2/2 Takt hier "vierteilig" mit 1 u. 2 u. zählen.

die linke Hand kann das nicht nicht, weil sie Vierteltriolen spielt - die sollte man ganz automatisch mit Bewußtsein für die Halben spielen.

im Tempo wird sich sowas wie 6 zu 3 Anschlägen einstellen - aber wenn man die r.H. wie oben gesagt lernt, wird sie trotzdem automatisch "in vier Triolen" denken.

falls diese sanfte Art von Polythythmik nicht klappen will, dann kann man eine Weile die korrekt rhythmisierte r.H. zusammen nur mit den auf Halbe fallenden Tönen der l.H. spielen - - irgendwann geht dann alles von allein.

Gruß, Rolf

und da denken prima, sehen aber auch hilfreich ist, im Anhang die ersten Takte :)
 

Anhänge

  • Chopin op.25 Nr.2.jpg
    Chopin op.25 Nr.2.jpg
    44 KB · Aufrufe: 31

Liebe Stilblüte, lieber Rolf,

ja, mit der Notation habt ihr natürlich recht. Chopin hätte es nicht so notiert, hätte er es anders verstanden haben wollen.

im Tempo wird sich sowas wie 6 zu 3 Anschlägen einstellen - aber wenn man die r.H. wie oben gesagt lernt, wird sie trotzdem automatisch "in vier Triolen" denken.

Wie ich geschrieben hatte, habe ich die rechte Hand auch brav als 4 3er pro Takt eingeübt, ganz akkurat, und sie nicht als 2 6er Päckchen gelernt. Und - in der Tat - wenn ich die rechte Hand einzeln spiele, dann empfinde ich sie auch immer noch als 4 3er pro Takt und nicht als 2 6er - nur wenn ich sie zusammen mit der linken spiele, empfinde ich eben die Halben (vielleicht empfinde ich die Achteltriolen noch unbewusst, das mag sein, aber ich führe ja mit der linken Hand wie ich schon geschrieben hatte - daher werde ich auch die Halben als Grundeinheit empfinden).

Hm.

Aber ja, Stilblüte, ich denke nochmal darüber nach und achte mal darauf, ob ich beim Spielen die 3er nicht doch noch irgendwie unterbewusst empfinde.

liebe Grüße,
Partita
 
(...) aber ich führe ja mit der linken Hand wie ich schon geschrieben hatte - daher werde ich auch die Halben als Grundeinheit empfinden

also da empfehle ich Dir, mehr mit der quirligen rechten Hand mitzudenken und die linke Hand eher "automatisch" zu spielen (jedenfalls alles, was nicht gerade Bass-Stütze ist) - irgendwann (man muss es halt wirklich sehr oft machen, wenn man´s gerade lernt) kann man dann sogar aus der linken ein paar versteckte Daumenmelodiechen (Binnenstimmen) herausholen: aber dazu muss der gesamte Ablauf für beide Hände schon sehr selbstverständliche (wie automatisch) geworden sein. Das kommt mit der Zeit.

Gruß, Rolf
 
Lieber Rolf, liebe Blüte,

danke für eure Hinweise! Ich hab Blüte gestern schon erzählt, dass ich gestern abend nochmal ganz bewusst darauf geachtet habe, wie ich die rechte Hand spiele, wenn ich beide zusammen spiele und habe mal ganz bewusst zwischen den Achteltriolen und den "Duolen" hin- und her- gewechselt beim Spielen - und ja, ich gebe euch recht, es ist nochmal ganz anders, wenn man wirklich bewusst die Dreier oben spielt und die linke Hand "mitlaufen" lässt wie Rolf sagt. Und ja, es ergibt Sinn :)

Will heißen: Ich denke jetzt die Achteltriolen rechts, lasse links mitlaufen (was nicht heißt, dass links nicht wesentlich mitführt, weil ich das ja vorher die ganze Zeit so geübt hatte!) und an einigen Stellen, an denen die linke Hand etwas Wichtiges zu sagen hat - sei es nun die Einführung in einen neuen Teil oder die wunderbare Führungsarbeit der Dramatik im Mittelteil z.B. oder seien es Binnenstimmen - da denke ich dann kurz links.

Das ist in der Tat um einiges anstrengender für die Konzentration als nur links zu denken, aber es bedeutet eben trotzdem nicht, rechts in Einzeltönen zu denken (ich weiß, das hat auch niemand behauptet - ich wollte es nur nochmal betonen, nicht dass das hier noch jemand falsch versteht hinterher), weil man jederzeit ganz genau aufpassen muss, wann man von rechts denken nach links denken wechseln muss und wieder zurück und das Stück nicht einfach laufen lassen kann.

@Rolf: Das mit den Binnenstimmen ist eine wunderbare Sache! Blüte und ich haben uns gestern im Chat getroffen und uns u.a. genau darüber unterhalten und dabei festgestellt, dass wir ziemlich genau dieselben Stellen gefunden haben :) Leider habe ich gerade die Partitur nicht da, weshalb ich keine Taktangaben machen kann - es ist also mäßig sinnvoll, es jetzt zu beschreiben, weil es mit Taktangaben viel kürzer wäre - daher schreibe ich wannanders was dazu, wenn denn jemand Lust hat, mit über die Binnenstimmen zu sprechen.

Übrigens sind da nicht nur Daumenmelodien meiner Meinung nach - da sind auch einige Stellen drin, wo man die dritte Viertel der Vierteltriolen links und dann wieder die darauffolgende erste rausspielen sollte.

Und dann ist da unser einzelnes kleines, gutes, wichtiges Des - gell, Blüte? ;)

liebe Grüße,
Partita
 
Leider habe ich gerade die Partitur nicht da, weshalb ich keine Taktangaben machen kann - es ist also mäßig sinnvoll, es jetzt zu beschreiben, weil es mit Taktangaben viel kürzer wäre - daher schreibe ich wannanders was dazu, wenn denn jemand Lust hat, mit über die Binnenstimmen zu sprechen.
Binnenstimmen - ja bitte! :) (ich übe diese Etüde auch gerade;))
Hier der Link zu den Noten - damit wir wissen, worüber wir sprechen: :cool:
http://imslp.info/files/imglnks/usimg/c/cb/IMSLP00318-Chopin_-_OP25_2.PDF
 
Lieber Dimo,

entschuldige, dass ich deine Frage so lange nicht gesehen hatte - ich war eine ganz Weile nicht im Forum, da ich gerade einiges zu tun habe.

Wir haben ja jetzt im Chat schon drüber gesprochen. Wenn du nochmal darüber reden möchtest oder Ideen durchdiskutieren möchtest, schreíb's ruhig hier rein, ich werd den Faden jetzt mal abonnieren!

liebe Grüße und viel Spaß mit der 25/2 :)
Partita
 
Hallo Leute,

ich übe seit kurzem diese Etüde auch ein und stimme Blüte in ihrer Einschätzung zu. Wichtig ist die linke Hand, sie trägt das Stück, während die rechte frei fließen sollte. Allerdings sollte bei der rechten nicht alles einem Roboter ähnlich identisch klingen. So liegt in der Aufwärtsbewegung meines Erachtens die Betonung ansteigend auf der letzten Triole. Siehe so in den Figuren des ersten, zweiten und dritten Taktes. Lasse mich hier aber gerne eines besseren belehren. Außerdem sollte man den Hinweis mit dem legatissimo ernst nehmen. Das macht es auch anspruchsvoller als man denkt. Noch einmal zur Linken: Die Betonung liegt immer auf der ersten Note der Dreierbewegung. Da es in jedem Takt zwei davon gibt, sind es also zwei Betonungen, wobei der Schwerpunkt auf der ersten davon liegt. So sehe ich das jedenfalls.

Wie seht ihr das?

Eine Frage habe ich aber auch noch: Wie haltet ihr es mit dem Pedaleinsatz? Nur dort, wo es ausdrücklich aufgeführt ist oder durchgängig?

Viele Grüße,
Euer
DerLetzteRomantiker
 

Zurück
Top Bottom