C-Dur Präludium Bach

B

buschinski

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Ich habe mit meiner Klavierlehrerin etwas diskutiert, für welches Instrument der gute Herr Bach das Stück wohl gemacht hat.

Klavier kann es ja nicht sein, meiner Meinung nach ist es für eine fette Kirchenorgel gemacht. Dafür finde ich es persönlich passend. Meine Lehrerin brachte noch das Spinett ins Spiel, weiß es aber auch nicht genau.

Hat evt. einer der anwesenden Historiker eine Ahnung oder Meinung? :p

Grüße....
 
Marlene

Marlene

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Ich bin zwar keine Historikerin und spielen kann ich es leider auch noch nicht adäquat aber meines Wissens wurde es für (und auf einem) Cembalo komponiert.
 
Moderato

Moderato

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Ich weiß nicht wieviele C-Dur Präludien es von J.S. Bach gibt, aber 2 sind für "Das Wohltemperierte Klavier" komponiert.
 
Marlene

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Im Sommer gab es beim WDR einen Tag der offenen Tür wobei man auch das Pianoatelier besuchen konnte. Dort hat der zuständige Mitarbeiter BWV 846 auf einem Cembalo gespielt und gesagt, es sei für und auf Cembalo komponiert worden.

Aber Dein Hinweis macht nachdenklich...
 
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Moderato

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Aber vielleicht verstand Bach unter Klavier nicht unbedingt genau das was wir unter Klavier verstehen. Ich meine das Wohltemperierte Klavier ist auch ein Cembalo, aber eben keine Orgel.
 
Marlene

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Wikipedia "weiß" dazu dies:

Mit dem Begriff „Clavier“, der alle damaligen Tasteninstrumente umfasste, ließ Bach die Wahl des Instruments für die Ausführung bewusst offen. Die Orgel scheidet aus, da Bach keine separate Pedalstimme notierte oder als solche bezeichnete und die Orgeln seiner Zeit mitteltönig gestimmt waren. Die Satztechnik vieler Präludien und Fugen des Werks spricht dafür, dass es für Clavichord oder Cembalo gedacht war.
 
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cwtoons

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Das ist für Keyboard, Drumcomputer und Cubase komponiert, und für alle, die sich damit beschäftigen wollen, sogar für Panflötisten und für Spieler von Trautweins Trautonium.

Deswegen hört es sich auch auf allen diesen Instrumenten sehr gut an.

CW
 
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P

pianovirus

Guest
Bei Alfred Dürr (Das WTK; Bärenreiter) heißt es: "Das Wort 'Clavier' bedeutet bei Bach jegliches Tasteninstrument, vonehmlich Cembalo, Clvichord und Orgel - später auch Pianoforte, also Hammerklavier.". Bach hat also im WTK das Instrument bewusst offen gelassen, denn z.B. in Clavierübung II (Ital. Konzert, Franz. Ouvertüre) schreibt er explizit für ein "Clavicymbel mit zweyen / Manualen".

Weiter schreibt Dürr, dass "zumindest eine Bestimmung des WK allein für Orgel nicht anzunehmen" ist. Das schließt aber nicht aus, dass einzelne Stücke von der Orgel aus gedacht sind, ich denke zuallererst an die Fuge E-Dur aus WTK II.
 
pppetc

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"Das eigentliche Klavier oder Klavichord...."

Daniel Gottlob Türk

Klavierschule
oder
Anweisung zum Klavierspielen
für Lehrer und Lernende


 
Marlene

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Guten Morgen Stephan,

danke für den Tipp. Aber hast Du vielleicht einen näheren Hinweis für uns, denn das Werk umfasst 460 Seiten, mit einigen Suchbegriffen darin bin ich nicht weiter gekommen und so viel in altdeutscher Schrift zu lesen...

Lieben Gruß
Marlene
 

Rheinkultur

Rheinkultur

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Die Orgel scheidet aus, da Bach keine separate Pedalstimme notierte oder als solche bezeichnete und die Orgeln seiner Zeit mitteltönig gestimmt waren.
Ersteres muss kein Ausschlußkriterium sein, da ein gar nicht so kleiner Teil der Orgelliteratur manualiter ausführbar ist.
OT: Vorhin musste ich zusammen mit einer Geigerin eine Beerdigung orgeln - und die Pedalklaviatur auf der elektronischen Orgel im hiesigen Seniorenstift ist seit einigen Wochen defekt. Manualiter wider Willen war angesagt - und die soundsovielte Beschwerde an die Heimleitung, dringend das Instrument reparieren zu lassen. Übermorgen muss ich wieder auf dem Instrument spielen - ich bin gespannt, ob...!

LG von Rheinkultur

P.S.: Bei Stücken mit wenig Tonartvorzeichnungen ergeben sich zunächst noch nicht die charakteristischen Intonationsprobleme beim Spiel auf mitteltönig gestimmten Instrumenten. Das Folgewerk in Cis-Dur mit sieben Kreuzen dürfte aber zum akustischen Alptraum werden.
 
pppetc

pppetc

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danke für den Tipp. Aber hast Du vielleicht einen näheren Hinweis für uns, denn das Werk umfasst 460 Seiten, mit einigen Suchbegriffen darin bin ich nicht weiter gekommen und so viel in altdeutscher Schrift zu lesen...
Moin Marlene -

Lies vielleicht einmal die ersten paar Seiten.

Dann kommst Du zu §9:

Das eigentliche Klavier oder Klavichord hat vor den meisten übrigen
Klavierinstrumenten noch die besondern Vorzüge, daß man auf demselben
die Bebung vortragen, alle dem Instrumente eigene Grade der Stärke
und Schwäche schnell abwechselnd hervor bringen, und folglich mit weit
mehr Ausdruck spielen kann, als z.B. auf dem Flügel.

Viele Grüße

stephan
 
Marlene

Marlene

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Lieber Stephan,

es ist ja ganz leicht das zu lesen. Ich dachte ich würde Probleme haben mit der Schrift.

Türks Musik begegnet mir immer wieder im Unterricht und ich danke Dir dafür, mich zum Lesen einiger Seiten seines Werks motiviert zu haben. Es werden ganz bestimmt nicht die letzten sein, denn ich möchte es weiterlesen weil mir gefällt was ich bisher gelesen habe.

Viele Grüße
Marlene
 
HoeHue

HoeHue

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Hier äußert sich Andras Schiff zu dieser Frage.

Er meint:
"In the end I think this elephant ..." -zeigt auf einen S&S D-274- "... is the only one, that can somehow, if you treat it well, do justice to all of these works." -bezieht sich auf das gesamte wohltemperierte Klavier (I + II)-.
 
HoeHue

HoeHue

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Ich habe ihn bisher nicht mit dem WTK gesehen
Ich auch nicht, aber ich hab' seine Aufnahme des WTK zu Weihnachten geschenkt bekommen, und im Begleitheft verliert er auch ein paar Worte zu dem Thema:
Zitat von András Schiff:
Verständlichkeit bei Bach ist wesentlich. Die Klarheit der Polyphonie und die Stimmführung müssen selbstverständlich sein, da gibt's keinen Platz für Konfusionen. In diesem Sinne ist der Pedalgebrauch akzeptabel, solange der Siepler diese Regeln respektiert. Trotzdem tun wir der Musik einen Gefallen, wenn wir nach leichteren Lösungen suchen?
 
 

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