C.Bechstein Flügel ohne Nummer

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Tinitus Maximus

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hallo liebe Tastenfreunde, habe vor kurzem einen reichlich betagten C.Bechstein mit den Maßen ca. 147cm Breite und 198 cm Länge erworben. Die Teilung vom Bass aus beträgt 25/26/18/19, Leider kann ich nirgends weiterführende Angaben wie Seriennummern oder Jahreszahlen finden. Auch auf der Mechanik, die (siehe Foto)



einer Renner bis auf den umrandeten Bereich mit dem Fragezeichen, sehr ähnlich sieht, steht nichts. Habe mir im Netz schon fast ´nen Wolf gesucht, aber nichts wirklich Zielführendes gefunden. Meine vorläufige Einschätzung datiert das Instrument auf die Jahrhundertwende 1899/1900.
Nun endlich meine konkreten Fragen:

  1. Kennt jemand von euch nach den Merkmalen auf den Bildern und meinen ergänzenden Angaben das Modell und/oder auch das Baujahr?
  2. Was genau lässt sich zur gezeigten Mechanik noch sagen?



Danke schon mal für eure Aufmerksamkeit!
 
verdi1813

verdi1813

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Also wegen der Form des Fluegels denke ich deutlich vor 1900!
 
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burger

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Hallo,

an meinem alten Grotrian-Steinweg sind fast baugleiche Hebeglieder verbaut, dieser ist aus dem Jahr 1875.

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Beste Grüße!
 
verdi1813

verdi1813

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Ist das ein B Modell? Muesste dann aber 203 cm haben. Kann das sein? Ich schaetze ihn auf 1880-1890. Also Epoche 3.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Stechbein

Stechbein

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Hallo Tinitus,

bei meinem Bechstein fand ich eine Einprägung an der Seite der äußerst linken Taste, welche zumindest das Herstellungsdatum der Klaviatur angab. Ganz allgemein würde mich mal interessieren, ob es irgendwo im Netz (oder auch bei einem User zuhause) Unterlagen gibt über Zeitpunkte verschiedener Änderungen an den Modellen. Z.B.: wann wurde das Gehäuse vom 3- zum 2-Ecker? Wann wurde die Beschriftung der Klappe auf "C. BECHSTEIN" reduziert? Wäre mal interessant.

Die Mechanik kenne ich in ganz ähnlicher Bauweise aus meinem Kaps - Hertzfeder, Tastengebundene Ankenkung, der abgewinkelte Draht als oberer Anschlag des Repetierschenkels sowie das Hammerpolster am Hebeglied. Über Hersteller und Baujahr weiß ich da aber auch nichts.

Viele Grüße,
Martin
 
verdi1813

verdi1813

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Es gibt halt diese Zusammenstellung, welche nichts chlecht ist, aber manchmal verwirrend:

Bechstein

Die kennt aber schon jeder. DIe Infos, die Stechbein sucht, wuerden mich auc interessieren. Schade, dass es da keinen Datenpool gibt. Auch nicht von Bechstein selber...
 
T

Tinitus Maximus

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Danke euch für die schnellen Rückmeldungen - hammerfluegel.net hatte ich natürlich auch schon bemüht, aber wie auch verdi1813 schon bemerkte sind die Angaben zu den Merkmalen dort nicht wirklich schlüssig für eine genaue chronologische Zuordnung. Mit Parallaxenfehler komme ich bei der Längenmessung auf ganze 2m aber 203cm werden es nur mit gutem Willen und schlampiger Messung.
Also dann doch wieder nicht Modell B?
Oder sind derartige Fertigungstoleranzen um die 1880er Jahre üblich gewesen?
 
verdi1813

verdi1813

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Steht das Modell nicht in der Platte eingegossen?
 
K

Klavierbaumeister

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Das ist kein B sondern ein alter "V" (, römische Ziffer, also Modell 5).
 
T

Tinitus Maximus

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Steht leider nur der übliche "Hoflieferanten-Spruch" eingegossen und auf dem Resonanzboden "Sydney 1879 — Erster Preis für Flügel" - also kann er zumindest nicht älter als 1879 sein.
Der Arme stand die letzten 30 Jahre auf Fußbodenheizung, was der Stimmstock überraschend gut weggesteckt hat - nicht aber der Resonanzboden.
 
K

Ka8

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Hallo,

ein B ist es auf keinen Fall, der hatte schon einen gerundeten Korpus und nicht mehr den fish-tail. Es wird sicher ein Modell V oder VI sein. Sollte auch vorne im ersten Diskantfach in der Platte eingegossen sein. Hat er denn einen abgesetzten Stuhlboden?
Die gebundene Mechanik sieht ziemlich nach Isermann, Hamburg aus, der gesamte Flügel damit nach 1880er Jahre. klaviermacher wird sich sicher gerne dazu äußern

Gruß
Ka8
 

K

klaviermacherwien

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Es ist ein Modell V ,200cm , Vorgänger von B . Mechanik ISERMANN / Hmbg. oder SCHWANDER . Steht ev. mit Stempel auf den Holzmechanikbacken !? Bj. um 1880-90 . Sie haben beim Mechanikglied etwas zuviel abmontiert ,der untere waagrechte Teil mit den beiden Schrauben ist die WIPPE , - Teil der Klaviatur und sollte dort belassen werden ! Mit einem feinen Schraubenzieher lockert man leicht die kl. Schraube auf der Abstrakte ,der "Schnabel" öffenet sich leicht , mit einer Pinzette zieht man die Abstrakte aus der Wippenachse ,wobei man die Taste hinten nach unten dagegenhält ! Aber besser Sie lassen das und besorgen sich einen Klaviermacher ,der das kann !
hallo liebe Tastenfreunde, habe vor kurzem einen reichlich betagten C.Bechstein mit den Maßen ca. 147cm Breite und 198 cm Länge erworben. Die Teilung vom Bass aus beträgt 25/26/18/19, Leider kann ich nirgends weiterführende Angaben wie Seriennummern oder Jahreszahlen finden. Auch auf der Mechanik, die (siehe Foto)



einer Renner bis auf den umrandeten Bereich mit dem Fragezeichen, sehr ähnlich sieht, steht nichts. Habe mir im Netz schon fast ´nen Wolf gesucht, aber nichts wirklich Zielführendes gefunden. Meine vorläufige Einschätzung datiert das Instrument auf die Jahrhundertwende 1899/1900.
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  1. Kennt jemand von euch nach den Merkmalen auf den Bildern und meinen ergänzenden Angaben das Modell und/oder auch das Baujahr?
  2. Was genau lässt sich zur gezeigten Mechanik noch sagen?



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verdi1813

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Ab welchem Jahr wurden denn die Modelle auf A, B, C und D umgestellt?
 
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Ka8

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Hallo Tinitus Maximus,

stell doch mal ein Photo ein, auf welchem der Flügel von der Seite zu sehen ist, dann sieht man es
 
Wiedereinaussteiger

Wiedereinaussteiger

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m.E. nach ist es die selbe Schwandermechanik welche auch Ibach&Sohn seinerzeit in Flügeln verbauten. Eine sehr schöne leichgängige Mechanik, sofern sie denn ordentlich reguliert ist :)
Auch Kaps in Dresden hat eine Abstraktenmechanik dieser Art eingebaut.

Mechaniken dieser Art waren seit ca. 1855/60 wohl in Nordeuropa Standard, nur die originären Mechaniken der Erard und Pleyel aus Paris sehen etwas anders aus.

Ich meine, es sei mal gesagt worden, dass diese Mechanik bei Bechstein irgendwann Option geworden war und die anderen "normalen" Flügel ohne Abstrakten dann irgendwann um die vorvorige Jahrhundertwende ? die im März 1875 von Theo Steinweg erfundene Pilotenschrauben-Mechanik erhielten.

Ich habe so eine Abstrakten-Mechanik aus einem 1920er Kaps-Stutzflügel erhalten. Die Hebeglieder mit der höhen-einstellbaren Wippe waren 1:1 geeignet, um Hebeglieder aus einem Grotrian-Steinweg aus der Zeit um 1875 zu ersetzen.

Wer sich umfassend über Hebeglieder informieren will, dem seien die Ausstellungen im Dt. Museum in München und im Bechstein-Stilwerk in Berlin nahegelegt (ich habe die dortige komplette Wand in der Klavierbauwerkstatt mit ca. 30 Hebeglieder-Typen fotografiert, alles zusammen und jedes einzeln..).

Sowie das "Buch vom Klavier" des Sammlers Dr. Andreas Beurmann.

Und das Buch der englischen Autorin Dr. Rosamond Harding. Das mit einer für seine Entstehungszeit unglaublichen Akribie alle damals bekannten Versionen von Klaviermechaniken aufzeigt. Mitsamt Dutzenden von Skizzen, die Rosamond Harding von eigener Hand verfertigte.

"The Pianoforte ― its history traced to the Great Industrial Exhibition, 1851"

= =

ab hier Zweidrittel des Postings gekappt, weil die Harding-Story (wie man ihr übel mitspielte) i.w. schon mal erzählt wurde und die Geschichte vom wiederholten Benennen keineswegs schöner wird.

Rosamond Harding
 
agraffentoni

agraffentoni

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Tinitus Maximus

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Hier noch ein paar Fotos von verschiedenen Seiten.
Hoffe es ist die richtige Seite dabei, um den Stuhlboden erkennen zu können.







 
 

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