Brahms 51 Übungen, Nr. 16a

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dilettant

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Liebes Forum,

meine neue KL hat mir die 51 Übungen von Brahms ans Herz gelegt, z. B. auch die 1a. Allerdings wurden wir uns beim Fingersatz nicht ganz einig. Wie spielt "man" (d.h. Ihr) das?

a) jeden Takt gleich mit 5-4-3-1-2-3-4-1-2-3-4 oder aber 5-3-2-1-2-3-4-1-2-3-4. Ist allerdings tlw. recht unbequem, wenn man den Daumen auf eine schwarze Taste umsetzen muss,

b) oder die aufsteigenden 16tel immer mit den Fingersätzen für D-Dur?

Oder vielleicht beides? Sind dann sozusagen zwei Übungen in einer?

Schönen Gruß
- Karsten

... und hier als Referenz die Noten:
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Baxx

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Ich habe mir diese Übung vor Kurzem auch mal wieder vorgenommen. Nach vielem Herumprobieren kam ich zum Schluss, dass man diese Sequenz in D-Dur nicht einfach mit dem C-Dur-Fingersatz spielen sollte (R: 5-4-2-1-2-3-4-1-2-3-4 L: 5-4-2-1-2-1-2-3-4 (oder 5-4-2-1-2-3-1-3-4), sondern es besser ist, ihn den topographischen Gegebenheiten anzupassen. Diese Übung in versch. Tonarten mit dem gleichen C-Dur Fingersatz durchzuspielen ist zwar durchaus der Mühe wert, war mir aber zu unbequem. Vielleicht sollte man einfach beide Arten von Fingersätzen üben: den von C-Cur und den jeweils Tonarttypischen, der den Daumen auf schwarz meidet.
Ich bin schließlich bei einem etwas eigenwilligen Fingersatz gelandet, im Prinzip der normale D-Dur Fingersatz, wobei manchmal auch das Übergreifen des 4. Fingers über den 5 vorkommt.
Auf jeden Fall solllte man die Hände auch einzeln üben.
Vielleicht hat Brahms hier absichtlich keinen Fingersatz vorgegeben, damit sich darüber jeder selbst mal seine Gedanken macht...
 
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chiarina

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Ich würde rechts auf jeden Fall Baxx' Fingersatz nehmen ( R: 5-4(3)-2-1-2-3-4-1-2-3-4), links allerdings 5-4(3)-2-1-2-3-1-2-3) und das eiskalt durchhalten. :p

Der Vorteil liegt darin, dass bei den Tonleitern 3 gegen 4 immer die Daumen gleichzeitig gespielt werden. Auch wenn der Fingersatz so erst einmal unbequem sein kann, ist es doch eher die mangelnde Übung bzw. die Tatsache, dass es ungewohnt ist, mit dem Daumen auf schwarzen Tasten zu spielen ....... . Daran kann man sich jedoch gewöhnen und m.E. liegt darin auch der Sinn der Übung.

Liebe Grüße

chiarina
 
dilettant

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Hallo,

danke für die Hinweise; ich werde die Übung mal mit dem "unbequemen" Fingersatz üben.

@chiarina: Ist es ein aktueller Trend, oder üblich für Fortgeschrittene, die Daumen möglichst gleichzeitig einzusetzen? Und vielleicht gar noch auf schwerer Zeit?

  • Klanglich hat das sicher Vorteile, gleichzeitig ergeben sich aus dieser Anforderung aber recht unbequeme Fingersätze. Die ihrerseits je nach Spielniveau sich negativ auf das Spiel auswirken können.
  • Mir ist nicht bewusst, dass mein früherer KL jemals auf so was geachtet hat. Auch Fingersätze in Printausgaben sind meiner Meinung nach nicht unbedingt so.
  • Allerdings bist Du nicht die erste, die das so vorschlägt. Meine neue KL hat gleich in der Probestunde in den ersten Takten dieses Thema aufgebracht. Und sie hat tatsächlich gehört, dass ich die Daumen nicht gleichzeitig spiele.

Ciao
- Karsten
 
rolf

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bzw. die Tatsache, dass es ungewohnt ist, mit dem Daumen auf schwarzen Tasten zu spielen ....... .
Beethoven op.27,2 erster Satz wird je gerne recht früh gespielt - ich würde gerne sehen, wie das ohne Daumen auf schwarzen Tasten geht.......


bei Skalen / Skalenfiguren sowie bei Arpeggien in beiden Händen, parallel oder gegenläufig, ist der sinnvollste Fingersatz mit beiden Daumen gleichzeitig - egal wie die jeweilige Tastenlage ist. Instruktiv sind u.v.a. Busonis und d´Alberts Fingersätze zu Var. III der 32c-Moll Var. von Beethoven. Brahms, Liszt und danach von Bülow, Busoni, d´Albert u.a. schlagen solche "modernen" Fingersätze vor.
 
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chiarina

Guest
Beethoven op.27,2 erster Satz wird je gerne recht früh gespielt - ich würde gerne sehen, wie das ohne Daumen auf schwarzen Tasten geht.......
Guck dir diesen frechen Wikinger an, ts, ts...........!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
:kuss:

Stell dir vor, bei "Alle meine Entchen" von "fis" aus spielen Schüler das schon in der ersten Stunde!!!!!!!!!!!!!! :shock:

Was ich natürlich meinte, süßester Rolf, ist, dass es für viele Schüler erst einmal ungewohnt ist, bei Skalen mit vorwiegend weißen Tasten den Daumen auf schwarzen Tasten zu verwenden.

Wie auch hier im Faden ersichtlich.

*kicher*
 
dilettant

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... erst einmal ungewohnt ist, bei Skalen mit vorwiegend weißen Tasten den Daumen auf schwarzen Tasten zu verwenden.
Genau. Gegen Daumen auf schwarzen Tasten ist ja nicht generell was einzuwenden. Aber der Daumenuntersatz auf eine schwarze Taste, noch dazu von einer weißen aus, ist jetzt nicht wirklich bequem und ich hatte gemeint, man vermeidet das nach Möglichkeit. Wegen der Stolpergefahr.

Nichtsdestotrotz kann man es für die Fälle, bei denen es nicht anders geht, ja mal üben. Werde ich nun tun mit Brahms Übung 1a ...

Wenn man natürlich anstrebt, in beiden Händen gleichzeitig mit dem Daumen zu spielen, kommt man wiederum häufiger in die Verlegenheit, mit dem Daumen auf den schwarzen ...

Also ich seh schon, ist 'ne Grundfertigkeit, is ja schon gut, ich üb's ja ...
 
rolf

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ach nein, lieber nicht, wenn du arge Zweifel hast und dir der Krempel unbequem oder unnütz vorkommt - - - niemand muss machen, was Liszt, Brahms, Bülow, d´Albert, Busoni, Cortot vorschlagen... es geht sicher auch anders, viele Wege führen nach Rom, und überhaupt muss man sich mit dem schwierigen Zeugs von Brahms & Co. nicht befassen, ist ja eh nur sinnlose spaßfreie Quälerei ;);););)
 
dilettant

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ach nein, lieber nicht, wenn du arge Zweifel hast und dir der Krempel unbequem oder unnütz vorkommt
Nee nee nee, jetzt bin ich angefixt. Hab gestern schon mal probiert und es hat auch gar nicht weh getan. Viel schwieriger an der Übung 1a ist es ja, die Triolen gegen die 16tel laufen zu lassen ...

Also noch mal danke für die Hinweise.
- Karsten
 
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Baxx

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Ich möchte noch einmal auf die Frage des Fingersatzes für die Übung Nr. 1 a zurückkommen.

Könnte die Aufgabenstellung hier nicht auch lauten: wie schaffe ich es, die D-Dur Tonleiter mit den dafür bequemsten Fingersatz (rechts: Daumen auf d und g, 3 auf fis, 4 auf cis) zu spielen, ohne mich von den Arpeggien und der stufenweisen Sequenzierung aus dem Konzept bringen zu lassen?
Die Übungen 1 c-f, die den Ambitus schrittweise noch erhöhen, lassen dies nämlich vermuten.
Hier der Fingersatz für 1a, der mir am praktikabelsten erscheint, einmal eingeschliffen, lässt er sich problemlos auch auf die Übungen c-f übertragen.

R(Takt1) 4-2-1-2-1-2-3-4-1-2-3 (Takt2) 5-3-2-1-2-3-4-1-2-4(Takt3) 5-3-2-1-2-3-1-2-3-4-5(!)
L 5-3-2-1-2-1-2-3-4 5-4-2-1-2-3-1-2-3 4-2-1-2-1-2-3-4-5(!)


R (Takt4) 4-2-1-2-3-1-2-3-1-2-3 (Takt5) 4-2-1-2-1-2-3-1-2-3-4 (Takt6) 5-3-2-1-2-3-1-2-3-4-1(5)
L 4-2-1-2-3-1-2-3-4 5-3-2-1-2-3-1-2-3 5-4-2-1-2-3-4-1-3

R (Takt7) 4-2-1-2-3-1-2-3-4-1-2 (Takt8) 3-2-1-2-1-2-3-4-1-2-3
L 4-2-1-2-1-2-3-4-1 4-2-1-2-3-1-2-3-4

(Das Smiley soll 8 heißen) Ich hoffe mich nirgends vertippt zu haben....die Abwärtsbewegung dann analog
 
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