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Blickmanagement

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Debösi, 14. Apr. 2020.

  1. J. S. Schwach
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    J. S. Schwach

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    Du siehst aber schon, dass du alleine auf diesem Auszug das a vorher stolze sieben Mal mit der 5 gespielt hast? Sogar im vorletzten Akkord? Jetzt ist das a halt unten, da legst du die 1 drauf.
     
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  2. Walter
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    Walter

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    Hallo,

    mein Beitrag ist eher OT im Zusammenhang mit dem blind Treffen. Im Notenbeispiel bei debösis Blickrichtungsstudie fehlen mir noch die vorher auseinander laufenden Oktaven in weitem Abstand, da schaue ich komplett nach rechts und überlasse links dem Tastsinn. (Blind - aber Chopin sei Dank keine Sprünge)

    Noch zum Unisono-Triller: Vergleiche Altmeister Rubinstein mit dem Scherzo Nr. 2


    View: https://www.youtube.com/watch?v=ETH8NA-_zXw


    bei 2:10. Er nimmt die unteren Töne des Doppeltrillers als Oktave und den oberen Ton nur einfach. So klingt es meines Erachtens auf unseren eher dumpfen Flügeln durchsichtiger und tut der Musik keinen Abbruch. – Dieselbe Vorgehensweise habe ich für die „Trommelwirbelstelle“ in der Polonaise übernommen, den Triller wie bei Rubinstein, die Übergänge zu den nächsten Takten spiele ich so, wie sie gedruckt sind.

    Als Variante erlaube ich mir, im ersten Durchgang diese Trillerstellen und den Rest wie ausgedruckt zu spielen, mit Rolfs Fingersatz bei den Unisono-Trillern, bei der Wiederholung spiele ich Rubinsteins Variante und nehme für die „Einzeltöne“ B, H, C usw. der nächsten Takte die untere Oktave dazu, die Oktaven unter der Trillerkette spiele ich eine Oktave tiefer. Dieses Verfahren halte ich für legitim. – Das gibt einfach mehr her, schon Liszt hatte alles in diese Polonaise hinein gelegt (Polens Glanz – Anton Rubinstein). Hätten Chopins Flügel schon den Tonumfang der unsrigen gehabt, hätte er bestimmt ebenfalls die unteren Oktaven dazu genommen.

    Begeisterte Grüße

    Walter
     
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  3. Michael 2020
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    Michael 2020 Guest

    Genau zu der Frage, wie man mit "affenartiger" Geschwindigkeit eine Taste zielsicher trifft, habe ich kürzlich Kit Armstrong befragt. Seine Antwort war so einfach wie lapidar: "ich versuche bei solchen Passagen immer, die eine Taste zu treffen und die andere nicht zu treffen..." ;-)) So einfach ist das also :-)
     
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  4. Debösi
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    Debösi

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    dafür aber sehr nützlich. Das ist wirklich raffiniert!
    Danke!
     
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  5. hasenbein
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    hasenbein

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    Gut, dass hier mal - u.a. von Rolf - das Thema "Blick-Management" angesprochen wird.

    Das kommt nämlich meines Erachtens oft im Klavierunterricht zu kurz.

    Ich sehe es genauso und bringe es meinen Schülern auch so bei: Man sollte nicht versuchen, das, was man treffen will, scharf zu sehen (wodurch man bei vielen Stücken dann entweder nur eine Hand mitkriegt und die andere "im Schatten" liegt oder ein furchtbares "Augen-Pingpong" veranstaltet), sondern man muss gewahr werden, dass man irgendwo in die Mitte der Tastatur blicken kann und dann das Blickfeld mühelos einen weiten Bereich hinreichend abdeckt - zwar natürlich unscharf, aber vollkommen ausreichend, um zu treffen (oder auch, um weite beidhändige Akkorde problemlos "auf einmal zu sehen"). Das muss man üben, dass man gar nicht mehr diesen "Trieb" zum Scharfsehenwollen hat, sondern mit diesem unscharfen Überblick vollkommen zufrieden ist und gut arbeiten kann.
     
  6. Muck
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    Muck

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    @Debösi, übrigens habe ich festgestellt, dass blind treffen umso schwieriger wird, desto mehr Maibowle verzehrt wurde... :drink:
     
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  7. Debösi
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    Debösi

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    Gute Idee! Ich werde anregen, den eigentlich nicht zielführenden Namen dieses Threads in „Blickmanagement“ umzutaufen, um Interessierte zu entsprechenden Beiträge zu ermutigen.
     
  8. Debösi
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    Debösi

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    stört es einen weniger, falls man daneben haut. Fazit: Alles gut.
     
  9. Ferdinand
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    Ferdinand

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    Da sollte ich doch glatt auf die Suche von Waldmeister gehen -:)
    Bei meinen Akkord-Sprüngen für den a Moll Walzer habe ich nach links schielen gelernt, funktioniert aber leider nicht immer.
     
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  10. Ellizza
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    Ellizza

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    Kleiner Einwurf, der kurze Anvisierblick ist nur eine weitere Hilfe, eigentlich sollte das Tongedächtnis steuern.....Also Blickmanagement ist immer dem nach Gehörspielen untergeordnet. Sprich motorische Bewegungen sollen nicht an sich eingeremst werden, sondern die innere Vorstellung des Klanges spult die Umsetzung durch Muskelarbeit ab. Der Hinweis von tastatula auf Streichinstrumente ist wichtig, allerdings nicht in Hinsicht auf eingeremste Abstände beim Lagenspiel, sondern der Führung desselben durch die Klangvorstellung. (Ein Geiger kann zwischen Instrumentgrößen springen, etwa halber und 3/4 Größe ohne sich neu sortieren zu müssen.)
     
  11. Klafina
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    Klafina

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    Halbe und 3/4 Größe? Das kenne ich nur von Kindern. Die fangen damit an und wechseln später auf eine ganze Geige.
    Erwachsene, die wieder eine halbe oder 3/4-Geige spielen, kenne ich nicht.
     
  12. trm
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    trm

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    Violino piccolo, z. B. im 1. Brandenburgischen Konzert, in den Kantaten BWV 140 Wachet auf, ruft uns die Stimme und BWV 96 Herr Christ, der einge Gottessohn.


    View: https://www.youtube.com/watch?v=_B9eGXDKae0&feature=emb_title
     
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  13. Klafina
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    Klafina

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  14. Ellizza
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    Ellizza

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    Mamas zum Beispiel, die Mal kurz dem Übenden Kindchen eine Stelle vorspielen wollen, ohne die eigene gerade griffbereit zu haben, oder Kinder , die beim Geigenbauer die nächste Größe anspielen, um sich für ein Instrument zu entscheiden und sofort sich umstellen können (sollten).
     
  15. Klavirus
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    Klavirus

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    Interessantes Wort.