Blattspiel optimiert üben...

R
Rodrigo
Dabei seit
28. Dez. 2007
Beiträge
176
Reaktionen
0
Hallo liebe clavioaner,

ich muss jetzt einfach diese Frage zum Blattspiel stellen, den in den bereits vorhandenen Themen konnte ich keine brauchbare Information finden.

Ich übe schon seit einiger Zeit das Blattspiel gezielt, nur überlege ich was wohl besser ist:

Zum einen kann man sich jeden Tag ein neues Notenbuch schnappen und versuchen es so gut wie möglich zu spielen. Man hat aber dann immer Stellen an denen es holpert.

Auf der anderen Seite ist es auch eine Variante sich viele einfach Stücken zu nehemen und diese richtig einüben. Das zählt dann aber nichtmehr unter Blattspiel im engen Sinne.

Meine Frage ist welches ist die eurer Meinung nach sinnvollere und effektivste Variante das Blattspiel zu üben? Bin auch an anderen Übemethoden interessiert.

PS.: Die schon in einem anderen Faden diskutierte Sache, in Tonleitern sattelfester zu werden, in dem man Stücke transponiert ist wirklich hilfreich, zumal man den guten Nebeneffekt hat das Transponieren mitzuerlernen.

Liebe Grüße
Rodrigo
 
P
PianoAktiv
Dabei seit
27. Jan. 2010
Beiträge
74
Reaktionen
0
Hallo Rodrigo,
um beim Blattspiel zu lernen, muss aus meiner Sicht, der Schwierigkeitsgrad immer noch in Reichweite sein. Man muss in der Lage sein, zu erfassen, worum es in der Musik geht. Damit es eine Herausforderung bleibt, an der man lernen kann, reicht es, alle Zusammenhänge erst auf den zweiten Blick zu erfassen. Sonst ist es zu einfach und man spielt Dinge, die man ohnehin schon kann.
Enorme Blattspielfähigkeiten erlangt man, wenn man gar nicht anders kann, als es vom Blatt zu spielen, weswegen Korrepetitoren, das in der Regel auch
sehr gut können. Die waren eben irgendwann in der Situation, es können zu müssen. Dann findet man einen Weg... Und bein fünften Mal klappt's auf Anhieb.

Beste Grüße
Claudius
 
Dimo
Dimo
Dabei seit
10. Okt. 2007
Beiträge
2.124
Reaktionen
176
Hallo Rodrigo,

Zum Blattspiel-Üben hatte Stilblüte hier schon mal Scarlatti empfohlen:
https://www.clavio.de/forum/119887-post15.html
Ich möchte mich diesem Tipp anschließen.
Praktischerweise haben diese Sonaten auch verschiedene Schwierigkeitsgrade :cool: - und ich finde sie auch musikalisch sehr gelungen.
 
Mikifan
Mikifan
Dabei seit
16. Mai 2009
Beiträge
400
Reaktionen
4
Ich finde es auch sehr wichtig beim "Vom-Blatt-Spielen" mit leichteren Stücken anzufangen. Dann findet man in das Ganze erst einmal herein. Mir persönlich fällt es nun viel leichter als vieleicht noch vor zwei Jahren. Ich habe inzwischen mit anderen Leuten zusammen musiziert oder begleitet. Die Stücke haben wir dann unter anderem auch vorgespielt. Oft kamen dann irgendwelche Leute relativ knapp vor einem "kleinen konzert" und suchten Begleiter. Dann bietet es sich natürlich an, dies zu üben. Unter anderem finde ich es eben auch wichtig, dass man einzelne Töne auch einfach weglassen kann ohne irgendwie durcheinander zu kommen und ohne dass es irgendjemandem groß auffällt. Am besten finde ich, kann man das eben beim Begleiten von irgendwelchen Instrumenten oder Chören lernen.

Mikifan
 
F
Franz
Guest
Meine Frage ist welches ist die eurer Meinung nach sinnvollere und effektivste Variante das Blattspiel zu üben? Bin auch an anderen Übemethoden interessiert.

Vor ein paar Jahren habe ich einen angehenden Tonmeister Studenten für die Aufnahmeprüfung vorbereitet.

Wir haben das Blattspiel in allen Schwierigkeitsgraden und Stilrichtungen geübt, kunterbunt von den einfachsten Stücken aus der russischen Klavierschule bis hin zu schwierigsten Stücken mit fetten Akkorden, Chromatik, Sprüngen usw.

Sehr wichtig ist, immer wieder vor dem Spielen zu lesen, d. h. analysieren: Harmonien, Strukturen, Form usw., auch Spannungsverlauf, Artikulation, wo sind die Schwerpunkte usw.

Es kann sehr hilfreich und ein guter Einstieg sein, nur den Rhythmus (beidhändig) mit gleichzeitigem Zählen vom Blatt zu klopfen. Häufig ist ein mangelndes rhythmisches Konzept verantwortlich für einen stockenden Vortrag.

Sehr schwere Stücke müssen natürlich angemessen langsam gespielt werden, wenn nötig in Zeitlupe. Man sollte sich angewöhnen, sehr genau zu lesen und erst zu spielen, wenn man weiß, wo man hinlangen soll.

Natürlich muss man sich auch im kunstvollen "Weglassen" üben, d. h. gnadenlos im Tempo durch.
Die Basis dafür ist aber genaues Lesen.

Vom Blatt singen ist auch sehr zu empfehlen.


Weitere Infos:
http://www.klavierspiel.com/vom-blattspiel.html
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
ubik
ubik
Dabei seit
6. Jan. 2007
Beiträge
1.950
Reaktionen
3
Ich habe zum Blattspielen mit der russischen Klavierschule Band 1 angefangen und holpere mich jetzt durch Band 2.

Vielleicht noch ein Tipp. Schau dir zuerst die Noten an und markiere innerlich die schweren Stellen und stell sie dir mental vor. Du wirst sehen, dass die schwierige Stelle dann besser klappt.

Mfg,
ubik
Klavier-Blog
 
R
Rodrigo
Dabei seit
28. Dez. 2007
Beiträge
176
Reaktionen
0
Danke für eure Antworten.

Ich habe meine Herangehensweise ans Blattspiel beobachtet und mir ist aufgefallen, dass das Problem zum einen Akkorde sind und zum anderen der Rhythmuss.
Sobald ich ein Metronom benutze geht alles schief, aus folgedem Grund: Sobald zu viele falsche Töne kommen oder ein Akkord nicht schnell genug gefunden ist, kommt der Rhythmuss völlig zum erliegen bzw durcheinander.
Wie kann ich das verbessern? Ich zähle beim Blattspielen immer laut mit, nur das im Falle einer Unregelmäßigkeit diese gefühlsmäßig "untergebuttert" wird und so garnicht auffällt. Meißt handelt es sich ja nur um wenige Millisekunden.

Lg
Rodi
 
ubik
ubik
Dabei seit
6. Jan. 2007
Beiträge
1.950
Reaktionen
3
Sobald ich ein Metronom benutze geht alles schief, aus folgedem Grund: Sobald zu viele falsche Töne kommen oder ein Akkord nicht schnell genug gefunden ist, kommt der Rhythmuss völlig zum erliegen bzw durcheinander.
Wie kann ich das verbessern?

Ich kann dir dazu zwei Sachen raten: Hast du dich schon mal mit Musiktheorie auseinandergesetzt? Das hilft gewaltig, was die Akkorde angeht. Und Blattspielen mit Metronom würde ich nicht üben. Spiel es in einem noch langsameren Tempo, wenn etwas nicht klappt. Es muss ja nicht das gleiche Tempo sein, wie vorgegeben. Laut mitzählen würde ich auch nicht, höchstens mit dem Fuß klopfen.

Mfg, ubik
Klavier-Blog
 
 

Top Bottom