Beratung - Klavier (gebraucht) kaufen - IBACH, Zimmermann, Trautwein

Ich danke euch für die Hinweise. Es kommt schon noch das passende Klavier.
 
Fußbodenheizung und Klavier ist schonmal eine schlechte Kombi. Die warme Luft, die kontinuierlich am Resonanzboden nach oben steigt kann das Holz schnell austrocknen und zum Reißen bringen. Von der Stimmhaltung mal ganz abgesehen.

!

Wir betreuen mehrere große Musikschulen mit Fußbodenheizung - da gibt es nicht mehr Servicewand als ohne . Moderne Klaviere und Flügel bestimmter Hersteller ( vor allem Yamaha und Kawai ) sind darauf getrimmt das schadlos zu überstehen - bei alten Klavieren gebe ich dir Recht.
 
Schon mal als Alternative über ein digitales Instrument nachgedacht? Ich persönlich würde das bei dem kleinen Budget bevorzugen.
 
Ja, das habe ich. Es ist aber absolut nicht meins.

Ich werde mir im Laufe der nächsten Woche ein Ritter Klavier aus den 30er Jahren ansehen, was vor 10 Jahren komplett mechanisch neu gemacht wurde und derzeit noch die Hammerköpfe abgezogen werden. Das Klavier hat ein Klavierbaumeister für seine Tochter aufgearbeitet. Er verkauft es nun, weil seine Tochter zu Weihnachten einen Flügel bekommen hat.

Wenn das nichts wird oder ist tendiere ich derzeit schon dazu, doch über ein komplett neues Klavier nachzudenken.

Habe ein Zimmermann Z120 oder Kawai E200 im Auge und heute morgen gespielt. Die mochte ich sehr.

Irgendwie komme ich in dem Preisrahmen, den ich mir ursprünglich angedacht hatte.. um 1500... so nicht hin, denke ich. Dann vermutlich lieber direkt neu...
 
Wenn du den Preisrahmen auf sagen wir mal 4000 Euro ausdehnen könntest sähe die Lage schon ganz anders aus. Dann wäre sowas wie ein neues Kawai K200 auch drin oder viele "junge Gebrauchte".

Ich wäre auch kritisch wenn Leute mir bei 80 Jahre alten No-Name Klavieren erzählen dass diese "mechanisch neu" gemacht wurden, denn erstmal ist sehr unklar was das bedeuten soll und zweitens ist eine aufwendige Restauration mit neuen Saiten, Hammerköpfen + Stielen, Tastengarnierungen, Stimmstock etc. in der Regel bei solchen Klavieren wirtschaftlich nicht sinnvoll.
 
Danke für die Antwort.
Es war auch das K200 und nicht das E200 von Kawai ;-)
Liegt das Zimmermann von der Qualität her gleich auf? Das hat mir ebenso gut gefallen, muss ich sagen.
 
Wie ist das mit dem Stimmen eines Oberdämpfers? Ist es teuer, aufwändiger, häufiger erforderlich?


Es gibt (leider) Kollegen welche sich weigern Oberdämpfer zu stimmen. Gut, der Aufwand ist natürlich ein wenig höher, da hier mittels belederten Stöckchen, namens Stimmkeil jeder Ton einzeln gestimmt werden muß, was insbesondere Kollegen Schwierigkeiten bereitet, welche sich mit der Temperaturlegung nicht so ganz leicht tun.

LG
Henry
 
Warum wäre die Kombination mit den Wirbeln und der Fußbodenhrizung ein No go? Wie hängt das zusammen?

Es ruiniert Dein Klavier. Selbst wenn es "garnicht mal so warm ist" der kontinuierliche Luftstrom nach oben entzieht dem Holze die Feuchtigkeit. Dadurch schwindet das Holz. Neben fatalen Rissen im Stimmstock, Resonanzboden und Steg, kann es auch zu Plattenbrüchen führen, da die Gußplattenaufhängungen an Halt verlieren.

LG
Henry
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt (leider) Kollegen welche sich weigern Oberdämpfer zu stimmen. Gut, der Aufwand ist natürlich ein wenig höher, da hier mittels belederten Stöckchen, namens Stimmkeil jeder Ton einzeln gestimmt werden muß, was insbesondere Kollegen Schwierigkeiten bereitet, welche sich mit der Temperaturlegung nicht so ganz leicht tun.

LG
Henry


Vielen Dank. Ich glaube, mein Klavierstimmer hätte sich darüber gefreut, wenn ich das IBACH genommen hätte. Er war schwer angetan von dem Instrument, was sich ohne Zweifel in einem hervorragenden Zustand befunden hat. Ich habe es aber auch aus einem anderen Grund abgesagt: es war schlichtweg überdimensioniert für mich und meine Gegebenheiten. Ich habe hier ein ca. 15 qm großes Arbeitszimmer, das Zimmer daneben ist das von meinem 5-Jährigen Sohn. Das Ibach hatte schlichtweg auch zuviel "Wums" ;-)

Gestern habe ich mir erneute das Trautwein bei Händler angesehen und es gefiel mir, nachdem ich einige andere Instrumente angespielt hatte, schlichtweg nicht mehr. Deshalb war das Thema mit den Wirbeln auch schon wieder nicht mehr so akut.

Die Händler raten mir natürlich allesamt zu eher neuen oder neueren Modellen, weshalb ich schon sehr intensiv über ein Kawai K200 oder Zimmermann 120 nachdenke.

Heute habe ich über meinen Vater ein FEURICH Klavier aus den 80er Jahren angeboten bekommen. Das hat eine Bauhöhe von 110 cm.

Außerdem habe ich noch ein 110er Sauter ebenfalls den 70er angeboten bekommen.

Vielleicht sollte ich mir die mal ansehen? Seiler habe ich gestern aus der Zeit gespielt, die haben mir sehr gut gefallen. Wie es mit Feurich und Sauter im Vergleich aussieht, muss dann mein Gefühl und das technische Auge des Klavierstimmers entscheiden.

Habe nicht gedacht, dass es so schwer werden wird. Hätte ich von vornherein mehr Geld angedacht, würde mir die Entscheidung für ein neues Instrument vielleicht leichter fallen...
 
Mit Seiler, Sauter, Feurich bist Du rein markentechnisch schon etwas "sicherer" als mit Ritter&Co.
Und bei 15 qm kann ein GUTES "Kleinklavier" von 110 cm ohnehin besser sein, als ein modernes Klavier, das i.d.R. mehr auf Lautstärke getrimmt ist.

Was sagen denn die Feurich-Spezialisten hier zu den 80er Jahrgängen? Ich habe einen Feurich-Flügel von 77 und der ist traumhaft!
 

Ich habe einen 212er Flügel in einem 17qm Raum; wenn man den Raum mit genug "Schallschluckern" und Diffusionsflächen ausstattet geht das wunderbar. Auf der anderen Seite wird ein 110cm Klavier in einem 40qm Raum der nur aus Betonwänden besteht dröhnen.

Insofern würde ich, falls die Raumausstattung des Raums geändert werden darf, der Größe des Raums nicht sehr viel Gewicht einräumen.

Ich persönlich würde ein neues oder neueres Mittelklasse-Klavier (wie Kawai) definitiv jedem 70er Jahre Kleinklavier vorziehen.
 
Übrigens: nichts gegen Ritter. Ich hatte mal eins gestimmt, das echt super war. Allerdings weiß ich nicht, welcher Ritter das war. Da gab es ja mehrere.
 
So, kurzes Update: das Sauter und das Feurich sind leider raus. Das Sauter war insgesamt doch in einem sehr schlechten Zustand und das Feurich.. tja, da ist der Funke irgendwie nicht übergesprungen. Kann ich auch nicht so wirklich erklären. Der Klang war schon in Ordnung, aber irgendwie so nichtssagend für meine Ohren.

Ich habe jetzt noch ein IBACH bei privat gespielt. Es gefällt mir vom Klang her mal wieder wirklich toll. Und es ist für mich als Laien in einem seeehr sauberen Zutand. Es ist ein Modell aus den 60ern mit einer Bauhöhe von 106 cm.
Morgen nehme ich den Fachmann dort mit hin.
Bin mir nicht sicher, ob die Bauhöhe wirklich reichen wird....kommt einem nach dem IBACH von 1903 natürlich so winzig vor ;-)

Das Seiler, was ich angeboten bekomme habe, ist von 1980 und hat eine Höhe von 119 cm. Das ist nochmal etwas günstiger als das IBACH, wobei ich beide vom Preis her gut finde. (IBACH 950 EUR, Seiler 700 EUR). Und beide Klaviere stehen in einem Umkreis von 50 km, das ist schon einmal prima :-)
 
Ich wäre auch kritisch wenn Leute mir bei 80 Jahre alten No-Name Klavieren erzählen dass diese "mechanisch neu" gemacht wurden, denn erstmal ist sehr unklar was das bedeuten soll und zweitens ist eine aufwendige Restauration mit neuen Saiten, Hammerköpfen + Stielen, Tastengarnierungen, Stimmstock etc. in der Regel bei solchen Klavieren wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Eine gründliche Restaurierung ist bei No-Name-Klavieren immer Liebhaberei. Wenn's ein Klavierbaumeister für seine Tochter gemacht hat, klingt das zumindest nach einer plausiblen Historie. Muss man natürlich überprüfen.
 
Eine gründliche Restaurierung ist bei No-Name-Klavieren immer Liebhaberei. Wenn's ein Klavierbaumeister für seine Tochter gemacht hat, klingt das zumindest nach einer plausiblen Historie. Muss man natürlich überprüfen.

Ja, das habe ich auch gedacht. Das Klavier habe ich auch noch im Hinterkopf, aber der Verkäufer ist derzeit krank und hat es noch nicht geschafft, die Hammerköpfe abzuziehen.

Mal sehen ;-)
 
Das kleine Ibach ist übrigens raus. Man sollte nicht nach dem Besuch direkt im selben Ort ein größeres Ibach spielen, was noch etwas jünger ist ;-) Der Klavierstimmer war vom zweiten Ibach begeistert. Leider war der optische Zustand für den Preis, den der Verkäufer haben wollte, wirklich desolat. Außerdem stammt es aus einem ehemaligen Raucherhaushalt. Würde man das überhaupt jemals wieder heraus bekommen?

Ich bin wirklich bereit, optisch Kompromisse zu machen, aber dann eher nur bei niedrig-preisigeren Instrumenten, wie dem SEILER, was ich mir ja morgen ansehe.

Wenn für den Ibach von 1970 mit 115 cm Bauhöhe 2500 EUR VHB aufgerufen werden, tue ich mir wirklich schwer. Auch wenn der Techniker meinte, das sei das Instrument schon wert....
 

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