Bedrich Smetana - Die Moldau

Dieses Thema im Forum "Klaviernoten, -CDs, -Bücher, -Software" wurde erstellt von MGer, 23. Aug. 2006.

  1. MGer
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    MGer

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    Hallo!
    Hat jemand dieses Stück bereits auf dem Klavier gespielt?
    Lohnt es sich, oder kann die eigentliche Stimmung des Stückes nicht so gut auf dem Klavier umgesetzt werden?
    Wie ist es vom Schwierigkeitsgrad her anzusiedeln? (Vergleiche erwünscht!)

    Danke
     
  2. Elio
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    Elio

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    Hallo,

    wer hat es denn für Klavier transkribiert? Jemand bekanntes?
    Gruß,
    Elio
     
  3. MGer
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    MGer

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    Ich habe nur mal gesucht und z.B. das gefunden:

    http://www.notenbuch.de/die_moldau_(mein_vaterland)_noten_1_33770.aspx?lookup=smetana

    Laut Bild also von Otto Schulhof!
     
  4. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich habe es zwar noch nie auf Klavier gehört, stelle mir es aber schon jetzt ziemlich grauenhaft vor. Es gibt Musik, die sollte einfach nicht mehr geändert werden.
     
  5. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Oh ja gruselig, man kann sich schon vorstellen, dass zu früheren Zeiten, als Musik noch nicht konserviert werden konnte, die Verführung, so fast jedes Werk in Klavierfassung zu bringen, groß war und wie in den Salons jeder noch so erbärmlich zusammengeschmiedeten Version gehuldigt worden ist.
     
  6. Hartwig
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    Hartwig

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    Hallo,
    es hört sich grausig an, zumal wenn ich es probiere.
    Habe vor einiger Zeit die Noten gekauft, aber es nicht weit gebracht mit dem Spielen.
    Das lag aber nicht nur an der mangelnden Zeit zum Einüben sondern auch an der Unzufriedenheit des Gespielten.

    Liget erst einmal auf Eis. Kann euchalso nur beipflichten.

    Gruß Hartwig
     
  7. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Fand gerade hier einen Artikel zum Thema Klavierfassungen.
     
  8. Tosca
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    Tosca

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    Habe gerade mal Wu Weis Link angeklickt. Insbesondere diesen Absatz finde ich sehr bedenkenswert:

    Glenn Gould hatte gut lästern – für ihn war das Medium Schallplatte, mit dem sich jedes Orchester und jede Opernbühne ins heimische Wohnzimmer holen läßt, etwas Selbstverständliches. Aber noch zu Beginn dieses Jahrhunderts sah die Situation anders aus: Bearbeitungen waren für viele Musikliebhaber die einzige Möglichkeit, die Orchester- und Opernliteratur überhaupt kennenzulernen. Vielfach wurden die Kompositionen erst populär durch Transkriptionen, Paraphrasen und die obligatorischen "Variationen über ein Thema von ...". Beethoven-Sinfonien bearbeitet für zwei Flöten oder Paraphrasen über Verdi-Opern für Violine und Klavier (selbstverständlich leicht gesetzt) waren das tägliche Brot der damaligen bürgerlichen Hausmusik. Und nicht viel anders gestaltete sich auch das Konzert-Repertoire der reisenden Virtuosen – die es natürlich nicht versäumten, bei ihren Darbietungen ihr artistisches Feuerwerk abzubrennen.

    Mir war das auch so bekannt, dass es üblich war, von Sinfonien Klaviertranskriptionen zu erstellen, damit auch Menschen diese Musik wenigstens ein bisschen kennen lernen konnten, die keine Möglichkeit hatten, eine Orchesteraufführung zu erleben.

    Manchmal empfinde ich tatsächlich so etwas wie ein "schlechtes Gewissen" gegenüber der (insbesondere klassischen) Musik, weil sie mir in allen Lebenslagen so problemlos verfügbar ist. Ich werde ja schon mit Klassik im Radiowecker wach und beim Autofahren dudelt sie sowieso und auch sonst und überhaupt. So schön das ist, aber haben wir nicht auch ein Stück Wertschätzung dabei verloren? Bis zur Erfindung der Tonträger konnte Musik doch NUR gehört werden, wenn sie aufgeführt oder eben selbst gemacht wurde. Der Einzige, der es besser hatte, war der König; der hatte sein eigenes Orchester, das ihn auf Reisen begleiten musste - als eine Art Vorläufer des MP3-Players...

    Es geht uns da wirklich unglaublich gut heute.

    Nachdenkliche Grüße
    Tosca
     
  9. Elio
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    Elio

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    Das ist gut :lol: Muss ich mir merken :)
    Aber ich hätte ehrlich gesagt auch lieber ein eigenes Orchester statt meines MP3 Players :wink:
     
  10. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Dann kröne deine Nachdenklichkeit doch mal mit etwas hie und da über den Tag verteilter bewusster Stille. Radiowecker und Duschradio: Wir sind doch selbst schuld, wenn wir zu all der öffentlichen Fahrstuhl- und Kaufhausbeschallung uns noch selbst berieseln. Im Auto und zu Hause höre ich auch nur noch Musik, wenn es mich so richtig danach drängt. Viele können anscheinend Stille nicht mehr ertragen und müssen schon reflexartig das nächst erreichbare Gerät einschalten.
     
  11. Tosca
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    Tosca

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    :-D @Wu Wei
    Na, so schlimm ist es nun nicht, als dass ich mich einer ununterbrochenen Beschallung aussetzen würde. Im Gegenteil, mir ist es schon wichtig, einem Stück zuhören zu können. Beim Autofahren höre ich allerdings gerne Musik. Dagegen läuft beim Duschen kein Radio, weil ich ja sonst evtl. das Telefon nicht mehr hören würde...

    Aber der Punkt, den ich herausstellen wollte, war ja nicht das Nicht-mehr-ertragen-können von Stille (was ich sehr wohl kann!), sondern die in unserem heutigen Leben ständige Verfügbarkeit von Musik im Gegesatz zu früher, wo deren Genuss für die Menschen etwas ganz Besonderes war. Aber ich denke, das kam schon rüber, nicht wahr?

    Gruß
    Tosca
     
  12. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Auf jeden Fall. Das liegt aber auch daran, dass man Klassik nebenbei im Auto hört oder sich gar von ihr wecken lässt.
    Für mich ist das Hören klassischer Musik immer noch etwas besonderes. Die Musik ist meist so komplex, dass es fast schon eine Sünde ist, sie auf irgendwelchen billigen und minderwertigen Geräten abzuspielen oder nur nebenbei zu hören. Das Wort "dudelt" trifft es ganz gut.