Asynchroner Anschlag

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19. Jan. 2011
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Liebe Claviys,

am Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin findet eine wie ich finde sehr interessante Veranstaltung zum Thema „asynchroner Anschlag“ statt, die ich hier gern teilen möchte:

am Donnerstag, 20. Juni, 19 Uhr, Curt-Sachs-Saal, setzen wir unsere Reihe zur Musikalischen Interpretation im 19. und 20. Jahrhundertfort mit einer Präsentation von Camilla Köhnken zur Kunst des asynchronen Klavieranschlags. Das Thema ist bis heute von Brisanz, da die Ablehnung von Interpretationspraktiken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hier besonders ausgeprägt war.

 
Wenn man "asynchronen Anschlag" in Vollendung hören will (was nichts anderes ist als "eine Hand spielt genau in time, die andere agogisch"), dann braucht man nur eine x-beliebige Aufnahme des großartigen ERROLL GARNER anzuhören!
 
Im übrigen halte ich diese "Verfemung" des asynchronen Anschlags für einen großen Quatsch. In richtiger Dosis an den richtigen Stellen eingesetzt (also nicht als blöde Angewohnheit!) ist das selbstverständlich eine hervorragende und ur-musikalische Art, Ausdruck und Emphase in Melodielinien hineinzubringen. Im Jazz ist das ubiquitär.
 
Ein Musterbeispiel sinnloser Asynchronität:

 
Das ist so furchtbar... das muss man erst mal hinkriegen. Chapeau!
 
Es ist wunderbar, wenn eine Stimme frei tanzt, weil die andere ihr die pulsierende Sicherheit gibt.
Es kommt auf das Zusammenklingen der Musik an, nicht auf das Zusammenspielen.
Das ist keine Kunst, das gehört zur Musik und belebt sie...
 
Ein Musterbeispiel sinnloser Asynchronität:


Hahaha, der war vor mittlerweile vielen Jahren hier im Forum beliebter Gegenstand des Spotts und sogar, wenn ich recht erinnere, selbst Forenmitglied, das seine Einspielungen absolut nixmerkerisch hier versuchte anzupreisen sowie sich als Experten für historisch informierte Aufführungspraxis :lol::lol::lol:
 
Auf Youtube kann man eben nicht nur ungerechtfertigten Spott und Beleidigungen bekommen, sondern auch ungerechtfertigtes Lob...
Ja, letzteres bei Musikern erstaunlich oft. Da frage ich mich oft, was für einen geringen Anspruch so viele haben. Gerade bei solchen Stücken, von denen in der Vorschlagsliste so viele viel bessere Aufnahmen darum konkurrieren, gehört und gelobt zu werden.
 

Ja, letzteres bei Musikern erstaunlich oft. Da frage ich mich oft, was für einen geringen Anspruch so viele haben. Gerade bei solchen Stücken, von denen in der Vorschlagsliste so viele viel bessere Aufnahmen darum konkurrieren, gehört und gelobt zu werden.
Du wirst kaum eine Aufnahme von Pianisten finden, die das Stück so "virtuos" in einem so schnellen Tempo spielen...
Vermutlich scheitern andere Pianisten an ihren technischen Fähigkeiten und sind daher gezwungen, das Stück langsamer zu spielen...
 
Da fällt mir noch so ein "Impostor" ein - Daniel Smith, angeblich "the world's most recorded bassoon soloist", der sich als "jazz/classical crossover artist" darstellte und wirklich sehr lustig scheiße gespielt hat :lol: :
 

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