Abends üben: wie Kräfte mobilisieren?

  • Ersteller des Themas Pianojayjay
  • Erstellungsdatum
Hekse

Hekse

Dabei seit
Jan. 2020
Beiträge
397
Reaktionen
460
Hi,
es wurde schon viel geschrieben zum Thema Prioritäten, Work-Life Balnce usw. usf.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, Lebenszeit ist ein Geschenk und niemand weiß, wie groß dieses Geschenk ist. Das gilt für dich und für deine Liebsten.

Prioritäten im Leben ändern sich, aber achte darauf, dass du selbst und deine Lieben nicht zu Kurz kommen. Überlege dir für wen oder was du arbeitest.

Mein Mann hatte 38 Jahre hier, meine Tochter nur 11. Ich bin über jede Minute zusammen verbrachte Zeit tief dankbar.

In dem Sinne: Carpe Diem!

Liebe Grüße,
Hekse

PS: Mein Kleiner ist 3 und ich bin über jeden Tag froh, den er älter wird. Sobald das Windelgewechsel weg fällt und man auf dem Spielplatz ein Buch lesen kann, statt permanent auf Abruf zu sein, entspannt sich vieles.
 
Orgeltante

Orgeltante

Dabei seit
Okt. 2015
Beiträge
636
Reaktionen
507
Also mit nunmehr 3 Kindern habe ich es wie folgt gehalten: es gab eine feste Übezeit am Tag. Zu dieser waren die Kinder wach, es ging um max. 1 h am Tag. Die Kids haben in der Zeit ggf. im Zimmer gespielt. Ich war quasi da aber für sie nur am Rande ansprechbar. Sie haben bei Zeiten gelernt, dass das nicht schlimm ist (Anfangs habe ich das ganze 10 Minuten gemacht, dann immer mehr gesteigert bis zur Stunde). Ich habe immer angekündigt, dass ich jetzt übe und mal nicht gestört werden möchte. Danach habe ich die Zeit intensiv mit den Kids verbracht. Dadurch ist auch bei den Kindern eine Freude darauf entstanden, denn wenn fertig geübt war, waren sie die absolute Nummer 1. Vielleicht ist das eine Lösung für dich? z.B. nach dem Feierabend erstmal 15 Minuten mit deinem Zwerg verbringen, dann üben und dann den Rest des Abends für ihn da sein. Dadurch hatte ich dann auch mehr Lust abends noch weiter zu üben.

Kleine Pausen im Tageslauf finde ich schon wichtig, wenigstens eine kurze Mittagspause sollte man sich gönnen. Eventuell könnte man auch da üben (im Büro?).
Im übrigen gibt es bei uns eine Art Mittagspause (schon immer und auch jetzt noch, obwohl keins der Kidner mehr im schlafalter ist - obwohl die großen langsam wieder reinkommen :021:). Das wäre vielleicht für dich am Wochenende geeignet. Dort handhaben wir es immer so, dass jeder die Zeit in seinem Zimmer verbringt. Wir Eltern sind ansprechbar, aber nur im Notfall. Das hat mit etwas liebevoller Konsequenz seit die Kids 1,5 waren gut geklappt. Und heute fordern die Kinder diese Mittagsruhe quasi ein - wehe dem, man will in der Zeit mal Aufräumen oder so.:010:
 
chiarina

chiarina

Dabei seit
Mai 2018
Beiträge
1.670
Reaktionen
5.554
Ich hatte zu diesem Thema in einem anderen Faden schon geschrieben: Musiker haben auch Kinder und die sind es gewöhnt, dass ihre Eltern Zeit zum Üben brauchen. Als mein Sohn ein halbes Jahr alt war, habe ich das vierte Klavierkonzert von Beethoven gespielt und das Üben war überhaupt kein Problem, mein Sohn hat währenddessen ruhig gespielt. Natürlich hängt es vom Kind ab, aber es muss möglich sein, erstmal 5 oder 10 Minuten zu üben, später mehr. Man erklärt dann, dass man jetzt ein bisschen üben will, weil das Klavierspielen sehr wichtig für einen ist, und dann für das Kind da ist (es hilft manchmal, etwas Optisches wie eine Uhr, Sanduhr o.ä. zur Verfügung zu stellen (wenn der Zeiger da ist, spielen wir zusammen was ....), damit das Kind weiß, wie lange noch - Kinder haben kein Zeitgefühl in dem Alter).

Sehr erholsam für Eltern und Kind ist es übrigens, in die Natur zu gehen - der Wald bietet jedem Kind einen ungeheuren Schatz an Spielmöglichkeiten und man selber setzt sich gemütlich auf die Bank und entspannt sich in frischer Luft. Danach könnte man dann mit frischem Schwung ein Viertelstündchen üben, während der Sohn spielt o.ä., dann Abendessen. Dass du übst, tut auch deinem Sohn gut - nicht nur die Klänge, sondern auch, dass Papa ein Recht hat, etwas für sich selbst zu tun. Das ist ein gutes Vorbild! :)

Liebe Grüße

chiarina
 
T

thda

Dabei seit
Aug. 2020
Beiträge
24
Reaktionen
6
Welche Tipps oder Ratschläge habt ihr um dann nochmal die letzten Kräfte für 1-2 Stunden zu mobilisieren?
Auch wenn ich jetzt nicht auf Zustimmung stoßen werde...

Du könntest dich dazu zwingen. Ignoriere Erschöpfungszustände! Auch wenn du aufgrund von Müdigkeit überhaupt keine Lust haben solltest, zwinge dich dazu. Nach einer gewissen Zeit hat sich eine gewisse „Sucht“ eingestellt und der Körper ist auch darauf konditioniert. Evtl. stellt es dann sogar eine Erholung dar.
 
V

Viva la musica

Dabei seit
Juli 2020
Beiträge
106
Reaktionen
192
Der Unterschied ist natürlich, dass hier Musik dann der Beruf ist, der ja bei Hobbyspielern noch on top kommt....
Ich halte die "Vereinbarkeit" von Beruf und Kind ja ohnehin für eine Legende. Da gibts nix zu "vereinbaren", sondern zu addieren. Kleine Kinder sind halt ein 24 Stunden-Job, den man nicht so eben noch zu seinem bisherigen Beruf irgendwie nebenher dazu "vereinbart"... Also kommen zwangsläufig Dinge zu kurz, für die früher Zeit da war.
Aber die Kleinen werden ja älter und dann können wir Eltern glücklich sein, wenn wir mit Schule, Freunden und Hobbys unserer Kinder noch "vereinbar" sind .. :puh:
 
Pianojayjay

Pianojayjay

Dabei seit
Mai 2013
Beiträge
6.095
Reaktionen
5.872
Auch wenn ich jetzt nicht auf Zustimmung stoßen werde...

Du könntest dich dazu zwingen. Ignoriere Erschöpfungszustände! Auch wenn du aufgrund von Müdigkeit überhaupt keine Lust haben solltest, zwinge dich dazu. Nach einer gewissen Zeit hat sich eine gewisse „Sucht“ eingestellt und der Körper ist auch darauf konditioniert. Evtl. stellt es dann sogar eine Erholung dar.
So läuft es meistens, ich zwinge mich. Aber wenn man 15-16 Stunden auf den Beinen ist, dann siegt manchmal dann doch das Sofa...
 
Henry

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.840
Reaktionen
6.514
So läuft es meistens, ich zwinge mich. Aber wenn man 15-16 Stunden auf den Beinen ist, dann siegt manchmal dann doch das Sofa...
Das wäre dann von 6 Uhr in der früh bis 22 Uhr abends (oder so). Ist ansich durchaus machbar, selbst von 6 uhr bis 2 Uhr in der früh ist recht gut auszuhalten (wenn dann bloß die Nacht nicht immer so verdammt kurz wäre) . Aber gut, ist vielleicht auch eine Frage des Alters, wenn ich in 2 Jahren meine 60 überschritten hab, weiß ich auch nimmer ob ich des noch schaff.
Ach ja, was einen natürlich auch ziemlich runterhaut, ist essen - das macht ziemlich müde. Das tägliche Brot also am besten erst kurz vor der Nachtruhe einnehmen - sollte zwischen drin die Essenslust aufkommen, läßt sich diese mittels Starkbier beheben. Aber Obacht, auch da nicht zu viel, nach der 4. Mass kann die Leistungsfähigkeit nachlassen und ab der 5. ein Schlafbedürfnis aufkommen.
 

Demian

Demian

Dabei seit
Okt. 2019
Beiträge
1.346
Reaktionen
1.771
Leider werden sie auch energiearm und unfroh.
Also ich genieße das Leben seit der geringeren Kalorienzufuhr mehr als vorher. Zwar fehlen sinnliche Reize durch Schokolade usw., aber ich fühle mich - wirklich - befreiter und wacher. Der Geist dankt es einem. Ich kann nur jedem empfehlen, das auszuprobieren, wie auch den Verzicht aufs Cannabis (Helge Schneider hat auch in dieser Hinsicht recht).
 
Pianojayjay

Pianojayjay

Dabei seit
Mai 2013
Beiträge
6.095
Reaktionen
5.872
Da ist mir Sicherheit einiges dran. Die Ernährung haben wir schon lange umgestellt, vor allem ganz wenig Zucker. Aber heute beispielsweise war ich zwei Stunden bei Gericht...Manchmal blicken wir in unserem Job auch nur in die tiefsten Abgründe... war mit einem jungen Mann bei Gericht, er sei in Guinea bei homosexuellen Handlungen erwischt worden, man habe ihn mit einem Holzstock misshandeln und dann am Ende anzünden wollen.... die Richterin fragte dann seit wann er wisse dass er schwul sei.... seit seiner Kindheit. Sein älterer Bruder sei schwul gewesen, der habe ihm dann „gezeigt wie das geht“ und hat das im einzelnen beschrieben. Seine erste „Beziehung“ habe er dann mit 12 gehabt..... nach seiner Flucht hier habe er es auch mal mit Frauen probiert aber mit Männern mache ihm mehr Spaß.... er sei auf Seiten wo man sich anonym verabrede.... letztendlich ist der junge Mann von seinem Bruder missbraucht worden, von seiner „Beziehung“ und von vielen anderen... was ein verkorkstes Leben.... und dann die Frage ob er mal einen Aids-Test gemacht habe... zwei sogar, einer war positiv, dann war der Kontrolltest negativ... die Richterin und ich wussten gar nicht wer zuerst kotzen wollte bei all den Details die er geschildert hat, was sein Bruder und alle anderen mit ihm gemacht haben... das alles war mir so vorher nicht bekannt und da ist man vom Kopf her einfach platt nach so einem Termin.... mich beschäftigen abends selten Ereignisse des Tages zu Hause, aber das lässt mir keine Ruhe....
 
Demian

Demian

Dabei seit
Okt. 2019
Beiträge
1.346
Reaktionen
1.771
Ich halte es für dringend nötig, dass ihr eine Supervision bekommt, falls ihr das noch nicht habt. Und es ist wichtig, dass du wie ein Psychotherapeut lernst, mit solchen Schicksalen umzugehen.

Ich sehe die folgende Situation (korrigiere mich gerne, falls ich irre): Du willst vielen Menschen helfen, das ehrt dich sehr! Vielleicht 500 Menschen hilfst du. Dann kommt der Zusammenbruch. So kannst daraufhin, wenn überhaupt, nur noch vielleicht 100 Menschen helfen.

Nun stelle dir einmal vor, du ziehst jetzt die Notbremse und trittst, wie dir hier ja auch mannigfach geraten worden ist, etwas kürzer. Dann kannst du noch für Zehntausende von Schicksalen eintreten!
 
Zuletzt bearbeitet:
Henry

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.840
Reaktionen
6.514
Ich denke mal Zucker wäre das geringste Problem, zumal der Körper ja auch Zucker benötigt - eine Unterzuckerung des Körpers ist jetzt nicht so sonderlich spaßig. Was den Körper mehr abverlangt sind Fette, Eiweiße und Stärken. Schon ein belegtes Butterbrot erfordert Schwerstarbeit der Verdauungsorgane was dann zum Leistungsabfall und zur Müdigkeit führt.
 
Pianojayjay

Pianojayjay

Dabei seit
Mai 2013
Beiträge
6.095
Reaktionen
5.872
Ich halte es für dringend nötig, dass ihr eine Supervision bekommt, falls ihr das noch nicht habt. Und es ist wichtig, dass du wie ein Psychotherapeut lernst, mit solchen Schicksalen umzugehen.

Ich sehe die folgende Situation (korrigiere mich gerne, falls ich irre): Du willst vielen Menschen helfen, das ehrt dich sehr! Vielleicht 500 Menschen hilfst du. Dann kommt der Zusammenbruch. So kannst daraufhin, wenn überhaupt, nur noch vielleicht 100 Menschen helfen.

Nun stelle dir einmal vor, du ziehst jetzt die Notbremse und trittst, wie dir hier ja auch mannigfach geraten worden ist, etwas kürzer. Dann kannst du noch für Zehntausende von Schicksalen eintreten!
Es ist sehr selten, dass mich ein Schicksal persönlich berührt. Ich kenne den jungen Mann schon länger, aber das hier hat er mir bislang verschwiegen.... erst heute vor Gericht erzählte er davon. Da überlegt man auch noch abends wie man ihm helfen kann, fernab von aller Juristerei. Und sich dann auf Musik zu konzentrieren heute, ist einfach nicht möglich. Gottseidank passiert so etwas sehr selten . Wir Asylrechtler sind aber bundesweit vernetzt und tauschen uns aus, wenn wir mal reden wollen.

Off-Topic: den krassesten Fall überhaupt hatte ich hier


sogar Panorama hat damals berichtet


Ich bin übrigens ab 7:40 im Bild... mit dem Fall haben wir übrigens noch was bewegt: Ulla Jelpke von den Linken hat ihn damals im Bundestag präsentiert und zusammen vor allem mit den Grünen und SPD dafür gesorgt, dass der Familiennachzug wieder möglich wurde...
 
S

schmickus

Dabei seit
Dez. 2018
Beiträge
347
Reaktionen
382
@Pianojayjay , ich denke, du warst jetzt lange genug Asylrechtler. Lass' andere ran. Suche dir einen anderen Tätigkeitsschwerpunkt, bevor du psychisch ausbrennst. Alles was du hier schreibst, lässt meine Alarmsirenen schrillen.
 
Henry

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.840
Reaktionen
6.514
@Pianojayjay , ich denke, du warst jetzt lange genug Asylrechtler. Lass' andere ran. Suche dir einen anderen Tätigkeitsschwerpunkt, bevor du psychisch ausbrennst. Alles was du hier schreibst, lässt meine Alarmsirenen schrillen.
Das sehe ich genau so. Anstatt sich zum links-rot-grünen Werkzeug zu machen, sollte man doch als Familienvater sich besser mit den christlichen Werten befassen. Es gibt zum einen sehr viel angenehmere und ethisch vertretbarere Dinge als Anwalt , statt der Antiabschiebeindustrie zu Kreuze zu kriechen. Wie zum Beispiel Strafverteidiger was sehr anspruchsvoll ist und einen hohen IQ voraussetzen sollte - aber da kann man immer sagen "man hat nach besten Wissen und Gewissen gearbeitet und ist von der Unschuld des Mandanten ausgegangen". Der Verdienst ist jetzt auch nicht soo sehr viel schlechter und es bleibt mehr Zeit für Familie und Kinder und auch für´s Hobby.
 
Zuletzt bearbeitet:
Peter

Peter

Bechsteinfan
Mod
Dabei seit
März 2006
Beiträge
21.522
Reaktionen
20.441
Was in Ämtern ohne Problem geht, ist für Freiberufler und Selbstständige oft ein Wunschtraum.
Quatsch! Bei Freiberuflern und Selbstständigen geht viel mehr. Man bestimmt die Regeln und den Rahmen, in dem man sich bewegt, selbst. Ich bin jetzt seit mehr als 25 Jahren selbstständig und hatte das große Glück, bereits in jungen Jahren meinen Zusammenbruch zu haben. Das öffnet den Blick auf die wirklich wichtigen Dinge, bewertet "Erfolg" und "Leben" anders und man sieht alles entspannter.

In der Praxis: Wenn ich (in Ruhe!) arbeite, telefoniere ich einfach nicht (in Pausen schon gar nicht). Ich bin für meine Kundschaft zu 75% nicht erreichbar. Ich rufe zurück, wenn ich die Zeit und Ruhe dafür habe, oft erst am nächsten Tag, manchmal auch gar nicht. Die meisten Anrufe sind eh nicht so dringend und es wird einfach ne Mail geschickt, wenn ich nicht ran gehe.

"In der Mittagspause durcharbeiten, weil da keiner anruft"... sorry aber das ist so bekloppt und in sich widersprüchlich.
 
V

Viva la musica

Dabei seit
Juli 2020
Beiträge
106
Reaktionen
192
Ich finde es toll, wenn jemand eine Berufung gefunden hat und nicht nur einen Beruf! Sei es Musik oder Anwalt oder...
Aber wenn man sich hier sehr einsetzt, darf man vielleicht in anderen Bereichen etwas nachsichtiger mit sich sein und muss nicht gleichzeitig (!) als Vater sportlich, musikalisch etc. auch noch höchste Ansprüche an sich stellen.
Ich bin beeindruckt, was du alles parallel erreichst/erreichen willst (Menschen helfen, super Kleinkind-Vater sein, morgens Sport und abends Klavier, hast du nicht auch anderswo irgendwas von Chopinwettbewerb geschrieben?).
Aber schlafen und durchatmen nicht vergessen, gell! :bye:
Sonst macht vor lauter Müdigkeit irgendwann alles keinen Spass mehr.. mir fällt es auch wahnsinnig schwer, weniger zu machen, aber ich merke, mein Körper kündigt bereits allmählich Rache an für all die durchgepowerten Jahre... und ich will doch mit 80 auch noch wandern, Klavierspielen und Berufungen finden können!!
 
 

Top Bottom