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  • Ersteller des Themas MehrKlavierspielen
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Die Idee ist einfach köstlich, @Rheinkultur !
Aber vielleicht wird nicht nur der Faden geschlossen, sondern auch noch der Verfasser aus dem Forum exkommunizert.
 
Das ist ja null aussagekräftig.



Was ich meinte, sind Aufnahmen (Video oder Audio) vom konkreten UNTERRICHT.

Nicht ganz. Er erzaehlt, nachdem er aus der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik kam, zuerst als Schullehrer "mit Kreide" unterrichtet zu haben, dann an Musikschulen, Konservatorien und dann an Hochschulen. Es koennte also vorsichtig daraus geschlossen werden, dasz er vor seiner Unterrichtstaetigkeit keine brillante Pianistenkarriere hatte. Er scheint eher "aus der Paedagogik" zu kommen, obwohl er immerhin laut Wikipedia bei Hugo Steurer und Anton Rohden in Leipzig studiert hat.
Es gab frueher einmal einen Film, in dem er eine juengere Schuelerin mit einer Haydn-Sonate unterrichtete. Der Unterricht war sicher engagiert, an das Alter angepaszt und weder diktatorisch streng noch "kuschelig". Eher "normaler" Arbeitsunterricht.
Jannis
 
Die Gewinnerin oder der Gewinner sucht die Ü-18-Videos für das Finale eines Clavio-Treffens seiner Wahl aus.

Wieso, gibt's da keinen PC mit Internetanschluss? Da könnte man basisdemokratisch eine Playlist anlegen. 'Sascha Grey - Höhepunkte ihrer Karriere' oder so. :-)

On Topic:
Höre ich aber auch aus der anderen Welt, der Welt der Saxophonspieler. Schüler, die nach drei oder fünf Jahren einen anderen Lehrer bekommen und der neue Lehrer stellt fest, dass absolut - unabhängig vom Stil - wichtige Grundlagen wie Sound, Artikulation, Atemführung, Voicing, unzureichend oder gar nicht durch genommen wurden. Oder solche Sachen wie: eine Halbe, die auf Eins anfängt, geht genau bis zur Drei. Die hört nicht zwischendrin nach Gutdünken auf. Richtig merkt man das immer im Ensemble spiel, wenn drei zusammen einen Akkord anfangen, aber er gegen Schluss einfach ausfasert.

Da fragt man sich wirklich ...

Grüße
Roland
 
Es gibt verschiedene Schwerpunkte im Klavierunterricht. Wenn SchülerInnen von mir umziehen und dann bei der besten Klavierlehrkraft am Ort untergebracht werden, weil ihnen das Klavierspiel soooo viel Spaß macht, sie begabt und fleißig sind, so erlebte ich einige Male, dass die werten KollegInnen die Hände über den Kopf zusammenschlugen weil ja NICHTS an Basics vorhanden wäre... keine Technik, keine Notenleskenntnisse, kein gar nichts. Hallo? Wer bei mir nach drei Jahren mit 12 Jahren ein Schubert-Impromtus spielt kann NICHTS?
Ausgerechnet diese wunderbare Schülerin wurde von einer Kollegin dermaßen an die Wand gefahren, dass sie nach einem Jahr den Klavierdeckel zuklappte und ihren Eltern sagte: ich werde nie nie wieder eine Taste herunter drücken. Und sie hat es durchgehalten. Kommentar der Kollegin: Dann ist es auch nicht schade um Dich. Entweder spielt man richtig Klavier oder gar nicht.
Eine andere Schülerin zog nach Brüssel. Sie war 9 Jahre und komponierte ein Stück nach dem anderen - natürlich mogelte sie sich an den "normalen" Lerninhalten ein wenig vorbei, aber sie lernte andere Dinge: Rhythmus, Harmonielehre usw. Nach drei Monaten bei einer Klavierlehrerin in Brüssel wurde sie mangels Begabung rausgeschmissen. Hallo? Geht es noch?
(Muss ich erwähnen, dass es meist Kolleginnen mit osteuropäischem Hintergrund sind?)

Wann begreifen die Klavierlehrkräfte, dass es sehr sehr unterschiedliche Menschen, Kinder und Lerninhalte gibt? Auch die Lernziele können sehr verschieden sein, daher frage ich vorher immer auch die Eltern, welche Lernziele den Eltern vorschweben und dann schauen wir, ob ich das leisten kann. Ich bilde keine Notenlesmaschinen aus! Es gibt bei mir ausgezeichnete Notisten, aber bei anderen liegt der Schwerpunkt eher beim sportlichen Aspekt und die spielen alles auswendig. Wieder andere improvisieren oder arrangieren sich ihr Material selbst.

Oberstes Lernziel bei mir: Freude an der Musik, am Musik machen, Verständnis für musikalische Inhalte, Architektur usw. Wer aus der Freude heraus so viel Musik macht, dass er später daraus einen Beruf machen kann, den unterstütze ich dabei.

Mit vielen Ehemaligen stehe ich heute noch in Kontakt, nicht nur mit denen, die einen musikalischen Beruf ausüben. Und ich habe mittlerweile die dritte Generation (!) einer Familie im Unterricht, seufz. Wenn ich es schaffe, dass die Kinder die Musik später weiter betreiben, dann habe ich einen guten Job gemacht.
 
Wann begreifen die Klavierlehrkräfte, dass es sehr sehr unterschiedliche Menschen, Kinder und Lerninhalte gibt? Auch die Lernziele können sehr verschieden sein, daher frage ich vorher immer auch die Eltern, welche Lernziele den Eltern vorschweben und dann schauen wir, ob ich das leisten kann. Ich bilde keine Notenlesmaschinen aus!

Da sind die Kinder einmal ganz klar im Nachteil: Sie können nur sehr bedingt eine für sie passende Lehrkraft aussuchen.
Ich wusste als Erwachsene ganz genau, als ich mich in der Musikschule anmeldete, wen ich nicht als Lehrerin haben wollte. Als Kind hatte ich keinen Über- und Einblick.
 
Da sind die Kinder einmal ganz klar im Nachteil: Sie können nur sehr bedingt eine für sie passende Lehrkraft aussuchen.
Ich wusste als Erwachsene ganz genau, als ich mich in der Musikschule anmeldete, wen ich nicht als Lehrerin haben wollte. Als Kind hatte ich keinen Über- und Einblick.

Ja das ist richtig. Aber: eine "gute" Lehrkraft richtet sich nach den Möglichkeiten, die das Kind mitbringt und nicht nach einem Ideal, was ihr gerade so vorschwebt in höheren Regionen.

Wobe ich sagen muss: man muss seine eigenen Grenzen erkennen. Hochleistung gibt es bei mir nur auf eigenen Wunsch und nicht von mir erzwungen. Das KANN ich nicht. Dazu nehme man bitte eine andere Lehrkraft, die ordentlich Druck ausüben kann. Die Kinder spielen dann zwar ALLE nach 3 Monaten Clementie-Sonatinen, heulen aber bis der Arzt kommt und hören später auf. Ich finde, wenn ein Kind richtig mit zieht sind Clementie-Sonatiene nach 5 Monaten möglich, ja. Aber dann bitte aus eigenem Antrieb oder Ansporn. Einige finden das toll. Andere müssen erst etwas anderes lernen zB die Koordiination von rechts und links. Oder die Augen-Koordination... auch manchmal nicht besonders entwickelt!
 
Es gibt verschiedene Schwerpunkte im Klavierunterricht. Wenn SchülerInnen von mir umziehen und dann bei der besten Klavierlehrkraft am Ort untergebracht werden, weil ihnen das Klavierspiel soooo viel Spaß macht, sie begabt und fleißig sind, so erlebte ich einige Male, dass die werten KollegInnen die Hände über den Kopf zusammenschlugen weil ja NICHTS an Basics vorhanden wäre... keine Technik, keine Notenleskenntnisse, kein gar nichts. Hallo? Wer bei mir nach drei Jahren mit 12 Jahren ein Schubert-Impromtus spielt kann NICHTS?
Ausgerechnet diese wunderbare Schülerin wurde von einer Kollegin dermaßen an die Wand gefahren, dass sie nach einem Jahr den Klavierdeckel zuklappte und ihren Eltern sagte: ich werde nie nie wieder eine Taste herunter drücken. Und sie hat es durchgehalten. Kommentar der Kollegin: Dann ist es auch nicht schade um Dich. Entweder spielt man richtig Klavier oder gar nicht.
Eine andere Schülerin zog nach Brüssel. Sie war 9 Jahre und komponierte ein Stück nach dem anderen - natürlich mogelte sie sich an den "normalen" Lerninhalten ein wenig vorbei, aber sie lernte andere Dinge: Rhythmus, Harmonielehre usw. Nach drei Monaten bei einer Klavierlehrerin in Brüssel wurde sie mangels Begabung rausgeschmissen. Hallo? Geht es noch?
(Muss ich erwähnen, dass es meist Kolleginnen mit osteuropäischem Hintergrund sind?)

Wann begreifen die Klavierlehrkräfte, dass es sehr sehr unterschiedliche Menschen, Kinder und Lerninhalte gibt? Auch die Lernziele können sehr verschieden sein, daher frage ich vorher immer auch die Eltern, welche Lernziele den Eltern vorschweben und dann schauen wir, ob ich das leisten kann. Ich bilde keine Notenlesmaschinen aus! Es gibt bei mir ausgezeichnete Notisten, aber bei anderen liegt der Schwerpunkt eher beim sportlichen Aspekt und die spielen alles auswendig. Wieder andere improvisieren oder arrangieren sich ihr Material selbst.

Oberstes Lernziel bei mir: Freude an der Musik, am Musik machen, Verständnis für musikalische Inhalte, Architektur usw. Wer aus der Freude heraus so viel Musik macht, dass er später daraus einen Beruf machen kann, den unterstütze ich dabei.

Mit vielen Ehemaligen stehe ich heute noch in Kontakt, nicht nur mit denen, die einen musikalischen Beruf ausüben. Und ich habe mittlerweile die dritte Generation (!) einer Familie im Unterricht, seufz. Wenn ich es schaffe, dass die Kinder die Musik später weiter betreiben, dann habe ich einen guten Job gemacht.

Dass die Schwerpunkte nach Interessen des Schülers individuell gesetzt werden, finde ich richtig. Ich bin aber auch der Meinung, dass bestimmte Basics beherrscht werden sollten. Was die sind und welchen Umfang sie umfassen, darüber kann man vllt. streiten. Und ich bin der Überzeugung, dass dies langfristig auch auch für den Spaß förderlich ist! Schlechter Rhythmus wird spätestens zum Problem, wenn man im Ensemble spielt. Schlechte Technik führt zu schlechtem Klang und kann auch Beschwerden beim Spielapparat hervorrufen. Fortgeschrittene Notenkenntnisse erleichtern das Erlernen neuer Stücke. Musik zu verstehen (Theorie) ist nicht verkehrt. Und beständige Fortschritte können unheimlich motivierend sein!

Wie kommt den die Nachfolgelehrerin zu der Aussage "keine Technik,...", hast du dafür eine Erklärung? Und WIE wurde das Schubert Impromptus gespielt? War es vorspielreif? Verfügte der oder die Schülerin tatsächlich über die dafür erforderliche Technik und ein entsprechendes Rhythmusgefühl, Klangvorstellungen, Ausdruck, etc? Ich will nicht polemisieren, aber ich habe auch schon jemanden Stücke vorspielen gehört, dessen Rhythmus so schlecht war, dass ich es mir nicht anhören konnte und in meiner Klasse spielten viele "Für Elise" vor, die das bis auf einen alle nicht komplett konnten. In einer Rockband, wo ich mitspielte, spielte der Sänger das ins der Tat schwierige Gitarrenriff rhythmisch völlig falsch (nicht nur unsauber), weil er nicht gleichzeitig singen und Gitarre spielen konnte. Ich will nicht polemisieren, aber war der/die 12 jährige tatsächlich weit genug für den Schubert oder war es vielleicht tatsächlich in mehreren Aspekten so ungenügend, dass die Kritik zwar hart und überzogen ( "kein nichts" ), aber dem Grunde nach in mehreren Aspekten berechtigt war? Ich frage aus Interesse.
 
Leider ist es oft auch umgekehrt: Der übernommene Schüler beherrscht zwar die technischen und Notenlesen-Grundlagen, kann ziemlich flink spielen usw., hat aber wohl noch nie was von Musikalität und Verständnis gehört, kann keine Phrase bilden, spielt wie ein Roboter und merkt es nicht mal.
 
Die Schwerpunkte osteuropäischer Kolleginnen sind ja bekannt.

Und die wären? Ich war immerhin 10 Jahre bei einer "osteuropäischen Kollegin" und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich bei einem "westeuropäischen Kollegen" mehr gelernt hätte. Geheult habe ich da übrigens nie, ich bin dort mehrmals pro Woche hingegangen und habe mich jedesmal auf den Unterricht gefreut.
 
Und die wären? Ich war immerhin 10 Jahre bei einer "osteuropäischen Kollegin" und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich bei einem "westeuropäischen Kollegen" mehr gelernt hätte. Geheult habe ich da übrigens nie, ich bin dort mehrmals pro Woche hingegangen und habe mich jedesmal auf den Unterricht gefreut.

Man lernt wirklich viel bei diesen KollegInnen. Aber nur, wenn man "auf Linie" bleibt, die die KollegIn fährt. Weicht man ab zB mit einer Notenlegasthenie, dann ist Schicht.
 
Dass die Schwerpunkte nach Interessen des Schülers individuell gesetzt werden, finde ich richtig. Ich bin aber auch der Meinung, dass bestimmte Basics beherrscht werden sollten. Was die sind und welchen Umfang sie umfassen, darüber kann man vllt. streiten. Und ich bin der Überzeugung, dass dies langfristig auch auch für den Spaß förderlich ist! Schlechter Rhythmus wird spätestens zum Problem, wenn man im Ensemble spielt. Schlechte Technik führt zu schlechtem Klang und kann auch Beschwerden beim Spielapparat hervorrufen. Fortgeschrittene Notenkenntnisse erleichtern das Erlernen neuer Stücke. Musik zu verstehen (Theorie) ist nicht verkehrt. Und beständige Fortschritte können unheimlich motivierend sein!

Wie kommt den die Nachfolgelehrerin zu der Aussage "keine Technik,...", hast du dafür eine Erklärung? Und WIE wurde das Schubert Impromptus gespielt? War es vorspielreif? Verfügte der oder die Schülerin tatsächlich über die dafür erforderliche Technik und ein entsprechendes Rhythmusgefühl, Klangvorstellungen, Ausdruck, etc? Ich will nicht polemisieren, aber ich habe auch schon jemanden Stücke vorspielen gehört, dessen Rhythmus so schlecht war, dass ich es mir nicht anhören konnte und in meiner Klasse spielten viele "Für Elise" vor, die das bis auf einen alle nicht komplett konnten. In einer Rockband, wo ich mitspielte, spielte der Sänger das ins der Tat schwierige Gitarrenriff rhythmisch völlig falsch (nicht nur unsauber), weil er nicht gleichzeitig singen und Gitarre spielen konnte. Ich will nicht polemisieren, aber war der/die 12 jährige tatsächlich weit genug für den Schubert oder war es vielleicht tatsächlich in mehreren Aspekten so ungenügend, dass die Kritik zwar hart und überzogen ( "kein nichts" ), aber dem Grunde nach in mehreren Aspekten berechtigt war? Ich frage aus Interesse.

Natürlich war das Impromptus nicht "Wettbewerbstreif"... aber sie liebte dieses Stück über alles, spielte es immer viel zu schnell (da erreichen meine Worte nicht das Gehirn) usw.

Unterrichten ist ein Prozess. Man nicht warten, bis die Finger endlich richtig stehen bis man die ersten Stücke spielt. Man kann nicht 6 Monate Fingerübungen verordnen. Das ist frustrierend. Also muss man den ein oder anderen geraden Finger oder schlechte Handhaltung vorrübergehend in Kauf nehmen.

Und ich finde, man tut gut daran, die Stärken eines Schülers weiter zu entwickeln. Man kann nicht alle gleichermaßen heran züchten. Der Eine ist ein guter Notist, wuselt aber mit den merkwürdigsten Fingerstellungen herum. Der andere spielt alles nach Gehör, hat dafür aber eine super Technik. Wehe, er muss eine Note lesen. Beide Kandidaten müssen völlig unterschiedlich entwickelt werden wie ich finde.
 

Dann resultierte die Kritik wohl aus dem starren Vergleich mit einem vorgegebenen Muster und der folgende Unterricht hat wohl leider das Interesse gelöscht.

Ich bin bei dir, auf stärken und Interessen der Schüler zu setzen, ohne Schwächen ganz zu vernachlässigen, wenn der Spaß im Vordergrund steht. Wenn eine professionelle Laufbahn naheliegt oder gar angestrebt wird, halte ich eine umfassende, gründliche Ausbildung jedoch für unabdingbar. Natürlich kann man dabei auch auf Stärken setzen.

Denn: Bei einer Masterclass sage mir der Pianist, dass es sinnvoll ist, einige Hauptkomponten des Klavierspiels möglichst auf einen gleichen Level zu bringen und erklärte einem Profi, der ebenfalls Teilnehmer war, wo er dessen "Schwäche" sieht und riet ihm, daran zu arbeiten, was ich auch nachvollziehen kann, auch wenn mir diese Schwäche nicht aufgefallen wäre.
 
Ei wie bunt es hier zugeht :-D

Allein aufgrund der Beobachtung, daß ein Großteil der Schüler die von anderen KL zu einem kommen, zu schlließen, daß diese KL schlecht wären, halte ich für etwas gewagt.
Man weiß ja nicht wie die Schüler sind, die dort verbleiben. Viele haben in ihrem ganzen Leben nur einen einzigen KL und hören dann an irgendeinem Punkt mit dem Unterricht komplett auf. Unterricht ist auch nicht schlecht, nur weil er nicht in eine Pianistenkarriere gemündet hat.

Meines Erachtens gibt es 3 Gründe einen KL zu wechseln:

  • Der KL taugt nix
  • Man kommt an einem Punkt, an dem es bei diesem KL nicht weitergeht. Weil man sich in eine andere Richtung entwickeln möchte, weil die Methode beim Schüler nicht richtig wirkt, usw.
  • Dem Schüler fehlen das nötige Talent und Fleiß, was er aber nicht erkennt oder eingesteht, die Schuld auf den KL schiebt und hofft beim nächsten würde es besser
Musiker ist meiner Erfahrung nach gleich nach dem Fotografen der Beruf mit dem größten Frustrationspotential und vielen oder vielleicht sogar den meisten bleibt nach dem Studium gar keine andere Möglichkeit als Lehrer zu werden.
Und KL sind auch nur Menschen, die auch noch wie alle anderen auch zu ihren Brötchen kommen müssen. Konsequenterweise müßte man einen Schüler, der per se nicht übt, rauswerfen. Das muß sich ein KL aber erst mal leisten können. Verständlicherweise denkt dann mancher: "Mir doch wurscht, hauptsache das Geld kommt rein." Diese Schüler werden dann so lange herumgereicht, bis sie von selbst aufgeben.


Als Frage: Verliert das Musizieren auf Grund der elektronischen Medien an Faszination?

Früher haben die, die was konnten die genervt, die nix konnten. Verbunden mit dem Vorführdrang der Eltern. Heute mit den zeitgenössischen Möglichkeiten, ist es eher anders herum.
Heute bieten Fernkurse via Internet die Möglichkeit, sich etwas vorzugaukeln. Den Untalentierten und Faulen ebenso leider auch den Talenten, die frustiert glaueben es läge an ihnen, daß es nicht weitergeht. Außerdem gibt es für alle viel mehr Möglichkeiten sich vom wesentlichen ablenken zu lassen und es ist vielleicht auch schwerer geworden, den Versuchungen zu widerstehen


4. Das alte Dilemma: Sehr gute Pianisten sind demotivierte Klavierlehrer, gute Klavierlehrer sind oft schlechte Pianisten und die Reichweite ihrer guten Pädagogik endet bei den Grenzen ihrer eigenen Pianistik.

Hört sich als Statement gut an, mehr aber wohl auch nicht. Auch ausgebildete Musiker haben so ihre Talente. Die einen taugen zum Star, die anderen zum KL. Wieder andere weder zum einen noch zum anderen....

Jedenfalls muß ein Trainer sicher nicht mehr die 100m in unter 10s rennen um einem jungen Sprinter zur Goldmedaille zu verhelfen.

LG
Manfred
 
Meines Erachtens gibt es 3 Gründe einen KL zu wechseln:

  • Der KL taugt nix
  • Man kommt an einem Punkt, an dem es bei diesem KL nicht weitergeht. Weil man sich in eine andere Richtung entwickeln möchte, weil die Methode beim Schüler nicht richtig wirkt, usw.
  • Dem Schüler fehlen das nötige Talent und Fleiß, was er aber nicht erkennt oder eingesteht, die Schuld auf den KL schiebt und hofft beim nächsten würde es besser
Ich biete Dir eine vierte an: Du versuchst Dich in einem Genre zu spezialisieren, das nicht zu den Spezialgebieten der Lehrkraft gehört. Ein Beispiel wäre, sich nach einer fundierten klassischen Ausbildung unter fachkundiger Anleitung mit Jazz beschäftigen zu wollen. Die wenigsten können beides auf qualitativ hochwertigem Niveau vermitteln. Übrigens müssen auch diejenigen, die auf beiden Gebieten tätig sind, mit einem Dasein "zwischen den Stühlen" rechnen: Für den gestandenen Jazzer zu klassisch, für den gestandenen Klassiker zu jazzig. Übersetzt heißt das schlimmstenfalls beides, aber nix richtig.

Heute bieten Fernkurse via Internet die Möglichkeit, sich etwas vorzugaukeln. Den Untalentierten und Faulen ebenso leider auch den Talenten, die frustriert glauben, es läge an ihnen, dass es nicht weitergeht.
Die Onlineunterricht-Fäden hier thematisieren das ja auch zur Genüge. Das liegt an der zwangsläufigen Konzeption als Monolog: Die fehlende Lehrkraft kann nicht eingreifen und der Lernprozess, eine sich entwickelnde und stabilisierende Eigenwahrnehmung anzueignen und die erkannten Unzulänglichkeiten selbst abzustellen, findet nicht statt. Es klingt falsch und fühlt sich unrund an, man findet aber nicht heraus, warum das so ist und weiß nicht, wie man das ändern könnte.

Die einen taugen zum Star, die anderen zum KL. Wieder andere weder zum einen noch zum anderen....
Wer ein Ziel nur deshalb anvisiert, weil ein anderes nicht erreichbar ist, scheitert auch hier. Klavierlehrer werden, weil man fürs Podium zu schlecht war - das geht immer schief wie jede denkbare Schein- oder Verlegenheitslösung. Entscheidend ist eine positiv besetzte Grundmotivation: Für eine Lehrkraft das ehrliche Bedürfnis, Musik vermitteln zu wollen. Nicht nur selbst musizieren können, sondern sehr gerne andere bei ihren ähnlich gerichteten Bemühungen fördern zu wollen. Wer zu sich selbst nicht ja sagen kann, wird auch andere nicht begeistern können.

LG von Rheinkultur
 
Drill, Prügelstrafe und schlechtes Deutsch.

:lol: das sind ja mal nicht die schlechtesten :-D
Ich hatte in den 80ern auf dem Gymnasium in der Unterstufe eine ältere Rumänin als Deutschlehrerin. Ihr Deutsch war grammatikalisch einwandfrei, geradezu vorbildlich und wie aus dem Schulbuch. Aber der Akzent war der Knaller. Klang wie Draculas Gouvernante. Drill war auch. Und Prügelstrafe? Ich zitiere mal aus dem Gedächtnis: "Waas isst dass? Willst Du mich ärrgern? Willst Du Dir die Fingerrchen krrummm schrreiben? Passs Du nur auff!"
Da hat keiner gemuckt, heute können sich alle ihre Schüler vernünftig in Wort und Schrift ausdrücken und in der Nachbetrachtung war sie einer der besten Lehrer die ich je hatte.
LG
Manfred
 
Dass die Schwerpunkte nach Interessen des Schülers individuell gesetzt werden, finde ich richtig. Ich bin aber auch der Meinung, dass bestimmte Basics beherrscht werden sollten. Was die sind und welchen Umfang sie umfassen, darüber kann man vllt. streiten. Und ich bin der Überzeugung, dass dies langfristig auch auch für den Spaß förderlich ist! Schlechter Rhythmus wird spätestens zum Problem, wenn man im Ensemble spielt. Schlechte Technik führt zu schlechtem Klang und kann auch Beschwerden beim Spielapparat hervorrufen. Fortgeschrittene Notenkenntnisse erleichtern das Erlernen neuer Stücke. Musik zu verstehen (Theorie) ist nicht verkehrt. Und beständige Fortschritte können unheimlich motivierend sein!

Manche Schwerpunkte, die wichtig sind und zu den "Basics" gehören lassen sich nicht immer umsetzen, je nach SchülerIn. Ich werfe nur noch einmal in den Raum: ausgeprägte Noten-Legasthenie. Angeblich soll es die ja gar nicht geben. Aber wer keine Noten kann ist "unmusikalisch"? Ha, dann wäre Miles Davis völlig unmusikalisch bis zu seinem 40 Lebensjahr!
 

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