1. Schritte in Improvisation

  • Ersteller des Themas Jonny Greenwood
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Jonny Greenwood
Jonny Greenwood
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Hallo,
ich bin neulich auf den Jazzpianisten Brad Mehldau gestoßen, da er Lieder von einer meiner Lieblingsbands, Radiohead, covert. Also habe ich mir die CD "Live in Tokyo" gekauft und bin begeistert. Jetzt habe ich Interesse daran selber mal etwas in der Richtung auf dem Klavier zu spielen. Meine Improvisationskünste sind allerdings äußerst dürftig. Das möchte ich ändern. Wie? Ich kann z.B. im Voraus überhaupt nicht einschätzen, wie sich ein bestimmer Ton oder Akkord zum grade gespielten Ton oder Akkord anhört. Hab da einfach mal öfters was versucht, komme damit aber nicht wirklich weiter.
Gibt es da bestimmte Übungen oder unabdingbare Grundkenntnisse, die einem da auf die Sprünge helfen?
Bin da völlig ratlos.

Im Voraus Danke

jan
 
Guendola
Guendola
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Erster Schritt: Gehirn ausschalten und drauflos spielen. Dann die Suchfunktion bemühen, Amfortas hat gerade das gleiche Thema gestartet.
 
Jonny Greenwood
Jonny Greenwood
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dachte bei ihm beschränke sich das mehr auf den Hinweis auf die Internetseite. Aber ich werde meinen Beitrag da einfach mal reinschreiben.
 
V
vreni
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Ich denke beim improvisieren ist die Theorie trotzdem wichtig, da sie verraten kann welche Töne dass gut klingen und welche nicht. Ich nehme Jazz improvisationsstunden und nebenbei auch klassischen Unterricht. Das wichtigste an der Jazztheorie sind wohl die 2-5-1- Verbindungen die sehr häufig vorkommen und auch in jeder Tonart ganz einfach zu spielen sind. Darüberhinaus sind die Bluestonleitern sehr häufig gebraucht zum improvisieren. Daneben sind es auch z.B. Tonleitern wie Moll harmonisch und melodisch oder Kirchentonleitern wie dorisch, phrygisch, mixolydisch,...Danach sollte man, laut meinem Jazzlehrer, nur einfache Motive spielen und diese nach Lust und Laune verändern (Rhythmus, Tonhöhe,...)
Bei weiteren Fragen schreibt mir doch ne E-mail: vreni_rotzer@hotmail.com
herzliche grüsse
 
Jonny Greenwood
Jonny Greenwood
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Ich hätte noch ne Frage:
Kannst du einen kleinen Abriss über diese 2-5-1 Verbindung machen?

Ich hab es dir jetzt mal nicht als Mail geschickt, da es ja gut ist, wenn noch andere an deinem Beitrag teilhaben können.
 
F
Fred
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Hallo Jonny,

die erweiterte Kadenz II-7 V7/I Ima7 VI-7 ist einer der wichtigsten Bestandteile in der Jazz-Harmonik. Als Pianist sollte man diese Akkordprogression in allen möglichen Varianten beherrschen, da sie nahezu in jedem Standard zu Anwendung kommt.

Der VI-7 am Ende dieser Progression wird gerne genommen, wenn diese Kadenz in sich wiederholt werden soll, was ja vor allem beim Üben sehr viel Sinn macht. In diesem Falle steht dann der VI-7 genau eine Quinte über dem darauffolgenden II-7. Wir haben dann einen „Dauerquintfall“, beginnend auf der VI Stufe und endend auf der I Stufe. In C Dur wäre das die Akkordfolge:
A-7 D-7 G7 Cma7
Quintfallverbindungen sind sehr schlüssig und das ist auch der Grund warum im Jazz als Subdominantvertreter eher die II Stufe als die IV Stufe gewählt wird.

Zunächst ist die II-7 V7/I Ima7 VI-7 Kadenz in der rechten Hand vierstimmig in enger Lage und links mit zusätzlichem Basston zu üben. Das klingt sehr rudimentär, ist aber ganz gut um sich die einzelnen Stimmführungsbewegungen klar zu machen.
Wenn wir diese Kadenz im Kreis spielen fällt auf, dass außer zwischen den Stufen I und VI, jeweils ein Quintschritt nach unten stattfindet.
Da die Stimmen bei Quintfortschreitung tendenziell abwärts führen, müssen wir an einem Punkt wieder nach oben rücken. Das tun wir genau an dem Punkt, an dem keine Quintfortschreitung stattfindet, nämlich von der I zur VI Stufe. Dort wird nach oben gerückt. Alle anderen Verbindungen folgen den Quintfortschreitungsregeln die da wären:

Grundton geht zur Quinte
Quinte geht zum Grundton
Terz geht zur Septime
Septime geht zur Terz

Dies nun kurz in Zahlen zusammengefasst:

1 <-> 5
3 <-> 7

Das sind die allgegenwärtigen Stimmführungsregeln bei Quintfortschreitung. Diese zu verinnerlichen ist das A und O des Kadenzspiels im Jazz.

Diese Kadenz ist zunächst in allen 4 Lagen und allen Tonarten zu üben. Danach kann man das Ganze mit Akkorderweiterungen anreichern, die Voicing-Struktur ändern und vieles mehr.
 
Jonny Greenwood
Jonny Greenwood
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Danke erstmal.
Lach mich nicht aus... (habe bisher nur Klassik gespielt), aber mir ist diese Schreibweise "II-7 V7/I Ima7 VI-7" nicht geläufig. Kannst du das erläutern?
jan
 
Guendola
Guendola
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Die römischen Ziffern stehen für die Tonstufe (IV wäre in C-Dur also F), "-" steht für "moll", bei "7" fügst du die kleine Septime hinzu, bei "maj7" die große.
Ich glaube unter dem Stichwort "Pedalspiel" oder "Bach Präludium C-Dur" findest du eine ganze Liste nebst Diskussion über diese Bezeichnungen.
 
Jonny Greenwood
Jonny Greenwood
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Danke euch. Werde mich morgen mal in die Seite einlesen.
 
B
Blaah
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Hallo
Ich spiele momentan ebenfalls mit dem Gedanken, mich nach mehreren Jahren Klassik mal am Improvisieren zu versuchen.
Gibt es irgendwelche empfehlenswerte Literatur zu dem Thema? Ich besitze schon einige Grundkenntnisse z. B. in der Harmonielehre, da ich seit einigen Jahren auch Orgelunterricht mit theoretischem Teil nehme, es muss also nicht komplett von null anfangen ;).

MfG
Blaah
 
 

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