Z.B. halbe Töne gedrückt halten, trotz Pedalspiel?

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newbie123

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Hallo

ich übe gerade ein Stück bei dem durchgehend das Pedal benutzt wird.
Nun ist mir zum ersten mal (glaube ich) aufgefallen, dass man das Pedal ja nicht gleichzeitig mit der Note drückt, sondern das Pedal anheben lässt (sobald die Note kommt) und DANN erst drückt.
Aber gut, dass habe ich verstanden und auch den Sinn dahinter, nämlich ein durchgehendes klingen der Töne zu gewährleisten (ohne dass sie sich jedoch überschneiden). Würde man gleichzeitig drücken mit dem Ton, gäbe es wohl immer einen kleinen Bruch und kein durchgehendes klingen mehr.

Ist meine Analyse so richtig?

Meine eigentliche Frage (aus der Überschrift) ist aber, ob ich z.B. halbe Noten nun überhaupt noch eine halbe Notenlänge gedrückt halten muss?! Da ja durch das Pedal die Töne sowieso gehalten werden. Ich meine hier die halben Noten aus dem zweiten und vierten Takt.

Könnte ich das ganze Stück durch die Noten (auch die Viertelnoten und Achtelnoten) wie Staccato spielen? Da sie durch das Pedal ja eh verlängert werden.

Hier mal ein kleines Beispiel aus dem Stück:
 

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rolf

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Meine eigentliche Frage (aus der Überschrift) ist aber, ob ich z.B. halbe Noten nun überhaupt noch eine halbe Notenlänge gedrückt halten muss?! Da ja durch das Pedal die Töne sowieso gehalten werden. Ich meine hier die halben Noten aus dem zweiten und vierten Takt.
ja, g und c müssen gehalten werden, denn da ändert sich die Harmonie (!), also Pedalwechsel mit den Vierteln
 
Romantikfreak98

Romantikfreak98

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Ich würde Deiner Analyse zustimmen.

Fingertechnisch ist es ja nicht so schwierig, in Deinem Beispiel die Halben trotzdem festzuhalten.
Es gibt auch Klavierstücke, da bietet es sich an, längere Notenwerte mit dem Pedal zu halten, um dann die
Finger für weitere Töne freizuhaben. Bei Chromatik geht das natürlich nicht.
Staccato würde ich Dein Notenbeispiel nicht gerade spielen.

Gruß
Tom
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Meine eigentliche Frage (aus der Überschrift) ist aber, ob ich z.B. halbe Noten nun überhaupt noch eine halbe Notenlänge gedrückt halten muss?! Da ja durch das Pedal die Töne sowieso gehalten werden. Ich meine hier die halben Noten aus dem zweiten und vierten Takt.

Könnte ich das ganze Stück durch die Noten (auch die Viertelnoten und Achtelnoten) wie Staccato spielen? Da sie durch das Pedal ja eh verlängert werden.
Probiere mal beide Varianten aus und höre wirklich ganz genau hin: Einmal bestmöglich mit den Fingern gebunden (mit oder ohne Pedalunterstützung) und dann einmal die Akkordkette nur durch das Pedal zusammengehalten. Du wirst feststellen, dass sich klangliche Unterschiede ergeben. Durch das Niederdrücken des rechten Pedals wird die Dämpfung bei allen mit Dämpfern versehenen Saiten aufgehoben, nicht nur bei denen, die den angeschlagenen Tasten zugeordnet sind. Nach dem Resonanzprinzip geraten weitere Saiten in Schwingung, da ja zu jedem Ton auch Obertöne dazukommen, die ebenfalls hörbar sind. Mancherorts kursieren noch grundfalsche Auffassungen wie "rechtes Pedal treten, um nicht legato spielen zu müssen" oder "linkes Pedal treten, um leiser spielen zu können" - absoluter Unsinn.

Es führt kein Weg daran vorbei, den "Druckpunkt" des Pedals zu "ertasten" und dann sorgfältig zu pedalisieren - und was mit den Fingern zu binden ist, ohne den Spielfluß zu beeinträchtigen, sollte auch legato gespielt werden.

LG von Rheinkultur
 
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newbie123

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ja, g und c müssen gehalten werden, denn da ändert sich die Harmonie (!), also Pedalwechsel mit den Vierteln

Stimmt. Daran hatte ich nicht gedacht.

Staccato würde ich Dein Notenbeispiel nicht gerade spielen.

Gruß
Tom

Warum würdest du kein Staccato spielen? Ich habe mal versucht die Noten in normaler Länge zu halten und dann versucht "staccato" zu spielen, also die Noten nur kurz anzuschlagen. Das Ergebnis klingt für mich gleich.


Probiere mal beide Varianten aus und höre wirklich ganz genau hin: Einmal bestmöglich mit den Fingern gebunden (mit oder ohne Pedalunterstützung) und dann einmal die Akkordkette nur durch das Pedal zusammengehalten. Du wirst feststellen, dass sich klangliche Unterschiede ergeben. Durch das Niederdrücken des rechten Pedals wird die Dämpfung bei allen mit Dämpfern versehenen Saiten aufgehoben, nicht nur bei denen, die den angeschlagenen Tasten zugeordnet sind. Nach dem Resonanzprinzip geraten weitere Saiten in Schwingung, da ja zu jedem Ton auch Obertöne dazukommen, die ebenfalls hörbar sind. Mancherorts kursieren noch grundfalsche Auffassungen wie "rechtes Pedal treten, um nicht legato spielen zu müssen" oder "linkes Pedal treten, um leiser spielen zu können" - absoluter Unsinn.

Es führt kein Weg daran vorbei, den "Druckpunkt" des Pedals zu "ertasten" und dann sorgfältig zu pedalisieren - und was mit den Fingern zu binden ist, ohne den Spielfluß zu beeinträchtigen, sollte auch legato gespielt werden.

LG von Rheinkultur

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du mein Anliegen richtig verstanden hast. Oder ich habe dich nicht richtig verstanden. Meine Frage ist ja, ob bei niedergedrückten Pedal, es eine Rolle spielt wie lange ich z.B. eine halbe Note gedrückt halte (also wie lange ich die Taste anschlage). Es spielt doch hier gar keine Rolle, ob alle Saiten vom Dämpfer befreit werden, da es mir ja nur nur darum geht, ob ich z.B. eine halbe Note f (mit Pedal) überhaupt eine halbe Note lang halten muss oder ob es reicht sie nur kurz anzuschlagen.
Gerade weil sowieso alle Noten vom Dämpfer befreit werden, dürfte sich der Klang des f überhaupt nicht verändern, egal ob ich es nur kurz oder lang anschlage?!

Mir geht es hier nicht darum das legatospielen zu umgehen bzw. nicht darum legatospiel mit Pedalspiel zu ersetzen.
Es geht mir darum, wenn sowieso Pedalspiel verlangt wird, ob ich dann die Noten immer in aufgezeichneter Länge drücken muss.

Das Legatospiel (ohne Pedal) und Pedalspiel zwei völlig verschieden Sachen sind (aufgrund des Aufhebung des Dämpfers für ALLE Saiten und der damit einhergehenden Obertonresonanz), das ist mir schon klar. Aber wie gesagt, das ist nicht meine Frage.
 
mick

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Meine Frage ist, warum Du dieses Stück überhaupt durchgehend legato spielst, und dann noch mit einem Pedalwechsel auf jedem Akkord - sogar auf den Achteln. Die Pedalangaben in Deiner Ausgabe sind jedenfalls nicht von Schumann, und ich halte sie dem ernsten, feierlichen Charakter dieses Stückes nicht für angemessen.

Das beantwortet Deine Frage zwar nicht - aber dazu haben rolf und Rheinkultur ohnehin schon alles Wesentliche mitgeteilt.

LG, Mick
 
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newbie123

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Ich habe nie behauptet, dass ich das Stück in legato spiele.
Das ich es mit Pedal spiele, liegt daran, dass es in der Notierung so vor mir liegt.
Ich habe es auch auf CD (mit Pedal) und es hört sich mit Pedal m.E. besser an als ohne.
 
mick

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Mit Pedal würde ich es auch spielen - aber in erster Linie aus klanglichen Gründen, so wie Rheinkultur es beschrieben hat. Aber ich würde nicht alle Akkorde mit Pedal verbinden (was letztlich auf ein legato hinausläuft). Das Stück ist doch ein feierlicher Marsch - ich denke, es soll klingen wie ein Blechbläsersatz. Dazu passt die Pedalangabe in deiner Ausgabe aber gar nicht.

LG, Mick
 
bebob99

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Mir geht es hier nicht darum das legatospielen zu umgehen bzw. nicht darum legatospiel mit Pedalspiel zu ersetzen.
Es geht mir darum, wenn sowieso Pedalspiel verlangt wird, ob ich dann die Noten immer in aufgezeichneter Länge drücken muss.
Nein musst Du nicht. Nachdem der Hammer auf die Saite geflogen und zurückgeprallt ist hast Du mit der Taste ja überhaupt keinen Einfluss mehr auf den Ton, nur noch darauf dass die Dämpfung unterbleibt.

Bei gedrücktem Pedal ist aber die Dämpfung sowieso aufgehoben, ob Du die Taste nun hältst oder nicht. Das ist dann wohl eher eine Fleißaufgabe oder Koordinationsübung.

Aber: Versuch macht kluch. Probiere es aus und höre, ob es einen Unterschied gibt. Ich halte dagegen.
 
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newbie123

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Nein musst Du nicht. Nachdem der Hammer auf die Saite geflogen und zurückgeprallt ist hast Du mit der Taste ja überhaupt keinen Einfluss mehr auf den Ton, nur noch darauf dass die Dämpfung unterbleibt.

Bei gedrücktem Pedal ist aber die Dämpfung sowieso aufgehoben, ob Du die Taste nun hältst oder nicht. Das ist dann wohl eher eine Fleißaufgabe oder Koordinationsübung.

Aber: Versuch macht kluch. Probiere es aus und höre, ob es einen Unterschied gibt. Ich halte dagegen.

Genau darum ging es mir.
Ich denke auch, dass es keinen Unterschied machen dürfte, ob man z.B. eine halbe Note nur kurz anspielt (wie staccato) oder die Taste gedrückt hält in der gesamten halben Notenlänge. Kann es ja eigentlich rein logisch nicht und ich habe beim Probieren auch keinen Unterschied gehört.
Meine Frage war dazu ja nur, ob ich mich eventuell irre. Und vor Allem, wie das üblicherweise gehandhabt wird.
D.h. wie handhaben z.B. Profipianisten das. Spielen sie alle Noten in der notierten länge (ich spreche hier immer vom Pedalspiel) oder spielen sie sie nur kurz an, egal ob es sich nun um z.B. eine Achtel-, Viertel, halbe-, oder ganze Note handelt.
 
 

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