WNG-Mechanikteile / Langzeiterfahrungswerte?

agraffentoni

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Hallo zusammen,
auf der letzten Musikmesse habe ich mir die Karbon-Mechanikteile von WNG angeschaut.
https://www.wessellnickelandgross.com/index.php/action-parts
Mir ist aufgefallen, daß sich die Achsen ohne Austuchung direkt im Karbon bewegen.
Hat jemand Erfahrung mit möglichem Klappern oder evtl. Schwergängigkeit?
(Steinway-USA z.B. hat in den 70ern (?) Teflonbuchsen verwendet, was sich aber nicht bewährt hat)

Grüße

Toni
 
klaviermacher

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Es gibt keine Langzeiterfahrung für ziemlich neue Produkte. Ich hab eher bedenken statt Euphorie über Kunststoffe in der Mechanik. Ein gut gebautes Holzhebeglied hat niemals Probleme mit Achsgängigkeit.

LG
Michael
 
agraffentoni

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Danke Michael!
Ich habe gerade einen Satz Hebeglieder eines renommierten Herstellers auf dem Tisch.
Die Gängigkeit der Stoßzungen und Kapseln läßt doch etwas zu wünschen übrig.
Sind die ab Werk so ungleichmäßig?
- - - -
WNG macht die Lagerung der Hammerstiele mittlerweile auch ohne Tuch.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß das dauerhaft und in 100 Jahren noch so funktioniert.
Oder ist da wieder eine Obsoleszenz mit eingeplant?
N.B. fast alle Neuerungen werden erst mal argwöhnisch betrachtet, zumal in der Branche die Ansicht vorherrscht, daß Klavier oder Flügel seit über 100 Jahren eigentlich fertig und ausgereift sind....

Grüße

Toni
 
Mawima

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Komisch finde ich, dass die Hammerstiele auch aus Kunststoff sind. Da müssen die Köpfe mit so etwas wie Sekundenkleber angeklebt werden, sonst halten die Köpfe nicht. Auf Pianoworld gibt es Diskussionen über lose Hammerköpfe bei der WNG.

Was macht man eigentlich, wenn man den Hammerkopf nachträglich gerade richten muss und normalerweise die Brennlampe nehmen würde?

Gruß, Martin
 
klaviermacher

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Danke Michael!
Ich habe gerade einen Satz Hebeglieder eines renommierten Herstellers auf dem Tisch.
Die Gängigkeit der Stoßzungen und Kapseln läßt doch etwas zu wünschen übrig.
Sind die ab Werk so ungleichmäßig?
- - - -
WNG macht die Lagerung der Hammerstiele mittlerweile auch ohne Tuch.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß das dauerhaft und in 100 Jahren noch so funktioniert.
Oder ist da wieder eine Obsoleszenz mit eingeplant?
N.B. fast alle Neuerungen werden erst mal argwöhnisch betrachtet, zumal in der Branche die Ansicht vorherrscht, daß Klavier oder Flügel seit über 100 Jahren eigentlich fertig und ausgereift sind....

Grüße

Toni
Naja, nein! Wenn heute jemand mit Autoreifen kommt, die 100.000 Kilometer halten wäre das was anderes. Wir haben es aber mit Teilen zu tun, die nun gegen Kunststoff ersetzt werden sollen, welche ja schon 100 Jahre und länger ihren Dienst sorgfältig verrichten...

LG
Michael
 
xentis

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Kunststoff und "Carbon" ist ja nun nicht genau dasselbe. Wer schon mal Carbon mit der Feile bearbeitet hat, merkt dass da nicht so schnell was weg geht. 100 Jahre an sich heisst ja auch nichts. Das Tuch hält ja bei regelmäßiger Benutzung auch keine 100 Jahre. Zu Carbon als Werkstoff hab ich schon Vertrauen, damit stürze ich mich mit 100 km/h die Berge runter, würde ich mit einem Holzrad nicht machen. ;)
Hammerstiele brennen fällt ja wohl auch aus. Wozu wenn sich nichts verzieht?
 
fisherman

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Zu Carbon als Werkstoff hab ich schon Vertrauen, damit stürze ich mich mit 100 km/h die Berge runter
DAS würde ich nicht tun an Deiner Stelle... Nicht, wenn NUR Carbon in tragenden Teilen verbaut ist. Wer einmal gesehen hat, wie eine Carbon-Angelrute unter Belastung nahezu explodiert, weil das perfekte, gleichmäßige Rohr irgendwann (!!!) mikro-punktuell (beim Rad z.B. Steinschlag) geschwächt wurde, der wird da arg nachdenklich. Das Perfide daran ist, dass die Beschädigung 5 oder 10 Jahre alt sein kann - erst wenn die "Mikro-Schwäche" mit einer genau "passenden" Belastung zusammentrifft, zerbröselts das Ding, als wärs ein Strohhalm.

@ Micha: Ist das jetzt z.B. OT? Nicht einfach, oder ...?
 
xentis

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DAS würde ich nicht tun an Deiner Stelle... Nicht, wenn NUR Carbon in tragenden Teilen verbaut ist. Wer einmal gesehen hat, wie eine Carbon-Angelrute unter Belastung nahezu explodiert, weil das perfekte, gleichmäßige Rohr irgendwann (!!!) mikro-punktuell (beim Rad z.B. Steinschlag) geschwächt wurde, der wird da arg nachdenklich. Das Perfide daran ist, dass die Beschädigung 5 oder 10 Jahre alt sein kann - erst wenn die "Mikro-Schwäche" mit einer genau "passenden" Belastung zusammentrifft, zerbröselts das Ding, als wärs ein Strohhalm.

@ Micha: Ist das jetzt z.B. OT? Nicht einfach, oder ...?
Tjo, wenn das dann passiert gibt's ein paar Flügel günstig... ;)
 
fisherman

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Und genau das ist es, was mir gar nicht gefällt. Bei meinem Staubsäuger (Premium!!!) hängt ne Taste. Eigentlich pillepalle. Nur: Ich kann das Ding überhaupt nicht mehr öffnen. Keine einzige Schraube weit und breit. Das ist der Fortschritt! Und der sagt: Einschicken (40,-), Reparaturangebot abwarten (20,- bei Nichtauftrag), dann vermutlich ca. 100,- Reparatur. WUHAHA! Das Nachfolgemodell kostet 250,-.

Früher hätte ich das in 3 Minuten repariert. Jetzt kann ich mir aussuchen: ca. 150,- und keinen Müll produzieren oder 250,- für NEU und Müllproduktion. Solche Unternehmen gehören vor den Kadi!!!! Leider gibts keine Alternativen...
 
klaviermacher

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Hammerstiele brennen fällt ja wohl auch aus. Wozu wenn sich nichts verzieht?
Hat sich auch bisher nicht verzogen..
Man muss auf alle Fälle vor dem Einleimen schon extrem genau Winkel tragen, was aber nicht so gelehrt wird und weshalb man hinterher brennen musste! Bei meiner Ehrbar Klavierreparatur habe ich das mal anders gemacht und es hat sich jetzt nach Jahren kein einziger Stiel verzogen.

LG
Michael
 
xentis

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Hat sich auch bisher nicht verzogen..
Man muss auf alle Fälle vor dem Einleimen schon extrem genau Winkel tragen, was aber nicht so gelehrt wird und weshalb man hinterher brennen musste! Bei meiner Ehrbar Klavierreparatur habe ich das mal anders gemacht und es hat sich jetzt nach Jahren kein einziger Stiel verzogen.
Na ja, dass man neue Werkstoffe anders behandeln muss ist eben nun mal so.
Dass sich Stiele nie verziehen sollen wundert mich jetzt allerdings etwas, warum haben dann so viele alte Mechaniken schief stehende Hämmer?
Ich hab übrigens gar nichts gegen Holzmechaniken, hab bis jetzt ausschliesslich solche. Bin nur interessiert und wollte das schon lange mal probieren, hab aber das passende Objekt noch nicht gefunden.
 
klaviermacher

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Na ja, dass man neue Werkstoffe anders behandeln muss ist eben nun mal so.
Dass sich Stiele nie verziehen sollen wundert mich jetzt allerdings etwas, warum haben dann so viele alte Mechaniken schief stehende Hämmer?
Ich hab übrigens gar nichts gegen Holzmechaniken, hab bis jetzt ausschliesslich solche. Bin nur interessiert und wollte das schon lange mal probieren, hab aber das passende Objekt noch nicht gefunden.
...weil eben nicht ordentlich sortiert wird.. nicht genau in Faserrichtung eingeleimt und erst nach dem einleimen Winkel getragen wird. Danach stehen die Hämmer kreuz und quer...
 
Tastenscherge

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Michael, warum sollte das einen Unterschied machen, ob man vor oder nach dem Einleimen tragen lässt?
 
klaviermacher

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...weil eben nicht ordentlich sortiert wird.. nicht genau in Faserrichtung eingeleimt und erst nach dem einleimen Winkel getragen wird. Danach stehen die Hämmer kreuz und quer...
Ich steh irgendwie auf dem Schlauch. Wie kann man die Faserrichtung beim Leimen beeinflussen? Der Stiel ist doch rund und die Faserrichtung nicht mehr beeinflussbar? Ich kann den Stiel doch maximal drehen und das hat ja wohl keinen Einfluß darauf, ob er sich später verzieht. Beim Flügel kann ich ihn auch nicht mehr drehen.
 
klaviermacher

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Ich steh irgendwie auf dem Schlauch. Wie kann man die Faserrichtung beim Leimen beeinflussen? Der Stiel ist doch rund und die Faserrichtung nicht mehr beeinflussbar? Ich kann den Stiel doch maximal drehen und das hat ja wohl keinen Einfluß darauf, ob er sich später verzieht. Beim Flügel kann ich ihn auch nicht mehr drehen.
Holz verzieht sich jeweils in eine bestimmte Richtung (falls überhaupt) und man leimt die Stiele in Faserrichtung ein. So bricht nichts bei starker Beanspruchung und federn wird minimiert. Wenn man die Stiele nun genau ansieht und nicht stumpf einleimt, kennzeichnet man sie mit einem Riss oder Falz (wie man dazu auch sagen mag). Bei der Gelegenheit erkennt man auch Drehwüchse. Solche Stiele kann man durchaus gut zum Löcher stopfen verwenden...
 
K

Klavierbauermeister

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