Wie wichtig ist für euch das eigene Instrument???

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Debbie digitalis

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Hallo miteinander,

nachdem ich hier lange nichts mehr schreiben konnte, brennt mir jetzt doch mal wieder eine Frage ganz aktuell unter den Nägeln: nämlich die im Threadthema formulierte:

Mit dieser Fragestellung meine ich nicht: Ich liebe genau dieses Klavier/diesen Flügel - würde mir niemals ein anderes ähnlich geartetes Instrument zulegen! - sondern: inwieweit hängt ihr mit eurer Spielfertigkeit von eurem Instrument ab???

Die Frage hört sich wahrscheinlich ziemlich schräg an - aber als Hintergrundinformation: mir ist es erst in den letzten Tagen wirklich gelungen, auf meinem sehr schön und brilliant klingenden Schimmel-Klavier wirklich piano zu spielen. Das war ein großartiges "Aha-Erlebnis". Als meine KLin dann zur nächsten Stunde kam, war sie völlig begeistert! Wir sind das STück, das ich gerade in Arbeit habe, dann weiter durchgegangen und sie hat die dynamische Gestaltung für mich neuer Passagen dann auf meinem Schimmel selbst ausprobiert. Für mich klang es eigentlich "Holter-die-Polter" - und sie klagte beim Spielen dann auch, auf diesem Klavier sei piano wirklich schwierig!!!...

Daher meine Frage: Was ist sinnvoller: sich zu bemühen, Klavierstücke auf dem eigenen Instrument möglichst gut einzustudieren - oder sich darauf konzentrieren, mit möglichst unterschiedlichen fremden Instrumenten einigermaßen zurecht zu kommen???

Die Frage lautet anders ausgedrückt: Sollte man

a)eher ein Klavierstück am eigenen Klavier richtig ausfeilen,

b)oder sich die Fähigkeit aneignen, ein erlerntes Stück auf den unterschiedlichsten Instrumenten mehr oder weniger "hinzubekommen"???

Da mein Erstinstrument die klassische Gitarre ist, hatte ich in diesem Fall nie das Problem. Ich habe das Erlernen aller Gitarrenwerke, auf mein spezielles Instrument ausgerichtet und bin damit immer sehr gut gefahren!!!

Natürlich: Beim Klavierspielen ist das ganz anders! Profis müssen mit den unterschiedlichsten Instrumenten zurechtkommen! Aber als Laie ist die Vielfalt der verfügbaren Instrumente natürlich wesentlich geringer! Dennoch gibt es Vorspiele, Gelegenheiten anderswo mal auf unbekannten Instrumenten etwas vorspielen zu können!!...

Wie sollte man daher die Abhängigkeit vom eigenen Instrument gewichten bzw. gestalten???

LG

Debbie digitalis
 
dilettant

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Daher meine Frage: Was ist sinnvoller: sich zu bemühen, Klavierstücke auf dem eigenen Instrument möglichst gut einzustudieren - oder sich darauf konzentrieren, mit möglichst unterschiedlichen fremden Instrumenten einigermaßen zurecht zu kommen???
Tja, wo willst Du denn am schönsten vorspielen? Zu Hause für die Familie und für Dich, oder willst Du auftreten? Falls Du sagst "für Auftritte" stellt sich die Frage, wie man sich möglichst flexibel auf andere Instrumente einstellt, ich fürchte, das geht nur, in dem Du an verschiedenen Instrumenten übst?
 
J

Josefine

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Gute Frage, Debbie
Ich habe immer furchtbare Schwierigkeiten mich von meinem EPiano daheim auf das Klavier meiner KL einzustellen. Mich ärgert das, weil ich daheim die Dynamik sooo schön beherrsche und dann in der Klavierstunde kläglich versage. Ich nehme doch stark an, dass ein Profi sich vor dem Vorspielen auch erst mit dem Instrument vertraut macht, aber sich wahrscheinlich recht schnell auf die Unterschiede einstellen kann.

Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, jemals jemand anderen als meiner KL etwas vorzuspielen, deswegen stellt sich diese Frage bei mir nicht. Bin mal gespannt, was die anderen Damen und Herren antworten.

:-) Josefine
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Sollte man

a)eher ein Klavierstück am eigenen Klavier richtig ausfeilen,

b)oder sich die Fähigkeit aneignen, ein erlerntes Stück auf den unterschiedlichsten Instrumenten mehr oder weniger "hinzubekommen"???

Da mein Erstinstrument die klassische Gitarre ist, hatte ich in diesem Fall nie das Problem. Ich habe das Erlernen aller Gitarrenwerke, auf mein spezielles Instrument ausgerichtet und bin damit immer sehr gut gefahren!!!

Natürlich: Beim Klavierspielen ist das ganz anders! Profis müssen mit den unterschiedlichsten Instrumenten zurechtkommen! Aber als Laie ist die Vielfalt der verfügbaren Instrumente natürlich wesentlich geringer! Dennoch gibt es Vorspiele, Gelegenheiten anderswo mal auf unbekannten Instrumenten etwas vorspielen zu können!!...
Mit den abschließenden Sätzen, die ich aus Deiner Fragestellung heraus zitiert habe, gibst Du Dir im Ansatz selbst bereits die Antwort. Es gibt Instrumente, deren Beherrschung logistische Probleme nach sich zieht - unvergessen der Witz vom Kontrabassisten der Sächsischen Staatskapelle, der in der Dresdener Straßenbahn keinen Platz findet, natürlich schimpfend an der Haltestelle zurückbleibt und vom Schaffner mit der Frage verabschiedet wird, warum er denn nicht Flöte gelernt hätte. Es gibt zwar Konzertpianisten, die mit dem eigenen Flügel im Gepäck durch die Welt reisen - aber das ist nun mal die Ausnahme. Der mir bekannte frühere Vorsitzende des Bundesverbands Freischaffender Pianisten, Waldemar Grab, hat einen Ratgeber für professionelle Unterhaltungspianisten mit dem Titel "Der Mann am Piano" herausgegeben. In diesem Leitfaden ist auch die Maxime enthalten, ein Profi müsse einfach in der Lage sein, gleichermaßen mit einer Klapperkiste bei einer Privatbuchung wie auch mit dem großen Konzertflügel in der Philharmonie künstlerisch zu überzeugen. Typische Einsatzorte für den professionellen Unterhaltungspianisten befinden sich in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Touristikbranche, bei Events und Festivals der verschiedensten Art; in Hotelbars, in höherklassigen Restaurants zum Dinner, im Messe- und Kongreßzentrum zum kulturellen Beiprogramm, bei diversen VIP-Empfängen, auf diversen Kreuzfahrtschiffen - oftmals mehrfach wechselnde Instrumente unterschiedlicher Qualität und nicht immer gut gewartet...!

Beim Amateur hängt es ganz individuell davon ab, wie es mit dem persönlichen Anspruch und dem Interesse am Spiel außerhalb der vertrauten vier Wände am gewohnten Instrument aussieht - deshalb kann man die Frage nicht pauschal beantworten oder mit Standardempfehlungen um sich werfen. Wer allenfalls im eigenen Familienkreis musiziert, kann sich auf Variante a) konzentrieren; wer aber sich auch schon mal an fremder Umgebung ans Instrument setzen möchte, kann mit Variante b) externe Erfahrungen sammeln. Dazu kommt natürlich die Frage, ob man nur für gute Freunde oder auch für wildfremde Zuhörer musizieren will. Grundsätzlich kann es immer passieren, dass einen Freunde und Bekannte gerne mal animieren, sich an ein verwaist dastehendes Instrument zu setzen und die Stimmung ein bisschen aufzulockern - da kann/sollte man immer überlegen, ob ein solches Ständchen angebracht und willkommen ist - oder ob man notfalls auch mal nein sagt. That depends - wie der Lateiner so zu sagen pflegt...!;);););)

LG von Rheinkultur
 
Dilettantja

Dilettantja

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Die Frage lautet anders ausgedrückt: Sollte man

a)eher ein Klavierstück am eigenen Klavier richtig ausfeilen,

b)oder sich die Fähigkeit aneignen, ein erlerntes Stück auf den unterschiedlichsten Instrumenten mehr oder weniger "hinzubekommen"???
Hallo Debbie digitalis,

für mich ist das kein Entweder - Oder. Ich denke, man sollte an a) arbeiten, um auch b) erreichen zu können. Also: Umsetzung auf dem eigenen Instrument, mit dem Klangergebnis, das du wirklich haben willst. Dann auch, nach Möglichkeit, sozusagen "Spielen mit den Ohren" auf dem fremden Instrument mit anderem Spielgefühl. Die Fähigkeit, sich auf ein anderes Instrument einzustellen, wächst natürlich mit der Anzahl der Gelegenheiten, unbekannte Instrumente zu spielen.
Natürlich gilt auch am eigenen Instrument - Ohren nie abschalten!;)

LG, Dilettantja
 
E

exwhysee

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Da ich selbst nur ein schäbiges Klavier (mmn fast unbespielbar geworden) und ein Digitalpiano stellt sich bei mir die Frage gar nicht, mich auf diese Instrumente besonders einzulassen. Ich versuche schon seit längerem auf so viel unterschiedlichen Instrumenten wie möglich zu spielen. Dabei geht die Spanne mittlerweile von einer 180 Jahre alten schlecht gewarteten Orgel in einer Kapelle mit nur einem Manual und klappernden Tasten über alte Schepperklaviere, bei denen einzelne Töne um einen Ganzton verstimmt sind bis zu normalen Klavieren. Als besonderes Highlight hatte ich die Gelegenheit mit einem Freund der Musik studiert in die Hochschule zu gehen und dort einige Instrumente zu bespielen (Allerdings im Gebäude bei den Bläsern. Selbst da war vom alten Kasten bis zum schönen Flügel alles dabei.

Ein Fazit kann ich mit der Aussage zwar nicht ziehen, aber ohne ein richtiges eigenes Instrument, fühlt man sich bald überall daheim.
 
 

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