Wie kann man Klavierüben, wenn man kein Klavier hat?

Widerspruch. Eine von vornherein völlig unzweckmäßige Spielweise zu erlernen ist sogar noch schlimmer als gar nicht zu spielen. Sehr weit fortgeschrittene und/oder professionelle Spieler können vorübergehend auch etwa an schrottreifen Instrumenten beispielsweise einen Klavierauszug aus einer Oper vom Blatt durchfingern, um eine erste Orientierung bei einem neuen Projekt in die Wege zu leiten. Auch merkt man erfahrenen Fachkolleg(inn)en selbst beim Spiel auf völlig zerstörten Abfallinstrumenten noch die grundsätzlich professionelle Beherrschung des Instruments an:
Wenn ich "Instrument" schreibe, meine ich auch "Instrument" und nicht "Schrott" oder "Spielzeug". Auch auf elektronischen Tasteninstrumenten ist unzweckmäßige Spielweise hinderlich. Ich habe Jahrzehnte nur auf 61 Plastiktasten gespielt und der Wechsel zum Klavier ist mir nicht schwergefallen. Natürlich hatte ich mir Unarten angewöhnt, die ich korrigieren musste. Na und? Man lernt jeden Tag dazu, auch am Klavier und nicht nur Klavier gegen Plastiktasten.

Natürlich bin ich kein Profi, war es nie, werde es nie und wollte es auch nie werden. Dazu kann und will ich gar nichts sagen.

Ich verstehe aber nicht, wie man sich auf den Standpunkt stellen kann, es lieber gleich sein zu lassen, wenn die Voraussetzungen nicht optimal sind. Die Suche nach geeigneten Lösungen halte ich für zielführender als ein "Lass es sein".
 
Eventuell kann man mal den E-Pianos mal eine Chance als Klavieralternative geben. Ich weiß, dass sie keine Klaviere sind und vom Klang her deutlich schlechter sind. Aber hier geht es um das Üben an sich und besser als ohne Instrument. Hier gibt es auch kostenlose Sheets. Leider gibt es nicht sowas wie ein Klavierclub für Einsteiger (nach meiner Einschätzung). So könnten Anfänger auch ohne Lehrer mal in einem separaten Raum ordentlich üben.
 
Ich weiß, dass sie keine Klaviere sind und vom Klang her deutlich schlechter sind.
Es geht ja nicht um den Klang, ODER das Spielgefühl alleine, sondern um eine Passung von beidem.
Die Orientierung ist dabei natürlich immer der Konzertflügel ... da kommt schon ein Pianino nicht wirklich dran, aber es ist schon sehr viel näher, als ein Digital-, E-Piano oder eine Heimorgel.

Einige Dinge kann man wohl an einem Digi auch üben ... aber man muss dann eben etwas nachregulieren, will man das gleiche an einem Flügel spielen (oder an einem Pianino).

Wenn man nicht auf einem echten Klavier üben kann, sollte man es sein lassen.
Wenn man nicht an einem Flügel üben kann, sollte man es sein lassen.
Wenn der Konzertflügel nicht mindestens 210cm lang ist, dann gilt das gleiche ... lieber gleich sein lassen.

Fazit: Wahrscheinlich sollte man Musik ganz allgemein einfach sein lassen ... am besten überlässt man das wie früher wieder dem Adel :lol:
 
Wir haben beim Bund tatsächlich Fallschirmspringen ohne Fallschirm geübt
 
Tatsächlich kann man auf Stage Pianos ganz gut üben.
 
Also das einfachste und sinnvollste wäre, einfach so aufmerksam und offen wie möglich Musik zu hören. Und zwar gleichermaßen Klavier-, Orchester- und Kammermusik.

Man kann das auch sinnvoll mit Höraufgaben ergänzen. Z.B.:

- Versuche die Basslinie mit den Ohren zu verfolgen. Zunächst mit, dann ohne Noten.
- Konzentriere dich auf die Gefühle, die die Harmonik in dir weckt. Erkennst du Funktionen/Stufen?
- Versuche dich auf Vorhalte und Auflösungen von Dissonanzen zu konzentrieren.
- Vergleiche verschiedene Interpretationen desselben Stückes und versuche zu verbalisieren, was die Unterschiede sind.
- Versuche die Melodik zu verfolgen. Erkennst du "Reimschemata" in der Melodik?
- Denk dir eigene Höraufgaben aus :-D Und sei hier ruhig experimentierfreudig.

Ich denke das würde mehr bringen, als wenn du in der selben Zeit mental Klavier üben würdest. Die Basis des Musizierens ist auf jedem Niveau das hören, und kann und sollte auf jedem Niveau weiter geschult werden.
 
Genau die Landung wird Trainiert , das waren so 4-5 Meter , ohne richtiges Abrollen kannst du dir ganz schnell die Beine brechen. Das waren damals die Kappenschirme.
 

Mal zurück zum Klavier. Da kein Klavierttransport eins meiner Klaviere in die erste Etage bringen will ( Jetzt hab ich zwei Klaviere im Klavierzimmer nebeneinander stehen) hab ich mich entschlossen mir für oben in meine Leseecke ein Stage Piano hinzustellen. Ich hab mich für ein Thomann DP-28 Plus entschieden. Gestern ist es nach einer DHL Odyssee endlich angekommen. Ich bin sehr erstaunt über die Qualität die man für das Geld bekommt. Hat man das Piano über Bluetooth verbunden ist man in der Lage mit einer entsprechenden Software aus dem Preiswerten Teil eine Menge rauszuholen.
 
Was sagen die Klaviertransporteure denn immer wegen dieser 1. Etage, was da nicht geht? Sonst sind die Jungs voller Ehrgeiz, unlösbare Probleme zu lösen.

(Keine Ironie, die Frage ist ernstgemeint 🙂)
 
Tatsächlich kann man auf Stage Pianos ganz gut üben.
Würde ich so bestätigen.
Ich war letztlich mal wieder in einem Geschäft, welches Klaviere und Flügel unterschiedlichster Hersteller und Preisklassen anbietet.
Beim Rumklimpern wurde schon wieder einmal sehr deutlich, dass sich jedes einzelne Instrument vom Spielgefühl her sehr unterschiedlich anfühlt.
Das merke auch ich, und ich bin nun wirklich kein fortgeschrittener Pianist.
Man muss sich also ohnehin an jedes Instrument wieder neu gewöhnen, da führt kein Weg dran vorbei.
An einem Steinway D Konzertflügel werden wohl die allerwenigsten Amateure jemals spielen dürfen, weshalb der Vergleich "alles, was sich nicht annähernd wie ein Steinway D anfühlt und anhört ist Schrott" unsinnig sein dürfte.
Es gibt auch gute Digital- und Stage-Pianos, deren Tastatur besser ist, als die manch eines billigen Upright-Pianos.
Insofern: ein hochwertiges Instrument sollte es schon sein, welches Modell konkret in Frage kommt müsste man dann halt im Einzelnen angucken.
Eine Pauschalaussage ist nicht möglich.
 
An einem Steinway D Konzertflügel werden wohl die allerwenigsten Amateure jemals spielen dürfen,
Warum nicht? Wenn er im Geschäft ausgestellt ist, darf man ihn auch ausprobieren. So viel kann man dabei nicht falsch machen. Ich sehe keine Gefahr einer Beschädigung oder übermäßigen Abnutzung. Wenn ein Profi darauf spielt, wird der Flügel deutlich stärker belastet.

Ich habe jedenfalls schon mehrere Steinway D, Bösendorfer Imperial, Fazioli, Steingräber, etc. angespielt, auch wenn sie deutlich über meinem Budget liegen.
 
Warum nicht? Wenn er im Geschäft ausgestellt ist, darf man ihn auch ausprobieren. So viel kann man dabei nicht falsch machen. Ich sehe keine Gefahr einer Beschädigung oder übermäßigen Abnutzung. Wenn ein Profi darauf spielt, wird der Flügel deutlich stärker belastet.

Ich habe jedenfalls schon mehrere Steinway D, Bösendorfer Imperial, Fazioli, Steingräber, etc. angespielt, auch wenn sie deutlich über meinem Budget liegen.
Die Aussage war nicht so gemeint, dass man diese Instrumente nicht gelegentlich mal anspielen kann (im Geschäft oder sonstwo, ich sass tatsächlich selbst schon an einem Steinway D), sondern dass es eher unwahrscheinlich ist, dass ein Amateur das Vergnügen hat, dauerhaft ein solches Instrument zu spielen.
 
Entsprechende "Ausnahmen" finden sich vor allem sehr häufig in der gesellschaftlichen Oberschicht.

Da können es auch durchaus auch mal zwei größere Steinway Flügel sein, selbst wenn es nur dem Wohl der Kinder dienlich ist.

Berufspianisten hingegen, müssen sich oft mit günstigeren Instrumenten zufrieden geben.
 

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