Werden KL auf sowas vorbereitet?

  • Ersteller des Themas AuroraBorealis
  • Erstellungsdatum
AuroraBorealis

AuroraBorealis

Dabei seit
Aug. 2015
Beiträge
81
Reaktionen
54
Hallo Clavios,

Infinity hat im Flüchtlingsfaden etwas geschrieben, was mich beschäftigt hat:

Wer also mit der Musik die Seele öffnet, der muss auch bereit und fähig sein, mit den Kaskaden von Emotionen und Erinnerungen, die unkontrolliert hochkommen können, umzugehen und für Stabilisierung zu sorgen. Sonst wird den Menschen ihre Handlungsfähigkeit genommen.
Werden KL in der Ausbildung eigentlich nur didaktisch geschult? Oder lernen sie auch mit den Emotionen der Schüler umzugehen? Kann Empathie überhaupt unterrichtet werden? Oder hat man die von der Erziehung mitbekommen oder durch Lebenserfahrung?

Wie gehen KL, wie geht Ihr KL damit um, wenn jemand plötzlich wie ein Häufchen Elend auf dem Klavierhocker sitzt und in Tränen ausbricht? Oder wenn jemand einen Wutanfall kriegt?

Bin neugierig auf Eure Antworten.

Beste Grüße
Aurora
 
L

Lustknabe

Guest
Entfernt man sich dem Gemütszustand der gehorsamen Leere, werden jene Taktverfehlungen mittels Rohrstockpädagogik dringlichst ausgetrieben. Irgendwann werde ich dankbar dafür sein.

Lg lustknabe
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
Mod
Dabei seit
März 2006
Beiträge
21.635
Reaktionen
20.559
LK, nimmst Du neuerdings bei Styx Unterricht? :-D
Ist das ein Zitat? Wenn ja von wem?
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
Mod
Dabei seit
März 2006
Beiträge
21.635
Reaktionen
20.559
Nein, Deinen Beitrag. Wer ist denn das mit dem Rohrstock, wenn nicht Styx? :-)
 
Schimmelchen

Schimmelchen

Dabei seit
Sep. 2015
Beiträge
305
Reaktionen
589
Ich lasse mich von den hier anwesenden KLs ja gerne besser belehren, aber ich kann mir kaum vorstellen, das so etwas passiert.
Wer eine PTBS hat aber stabil genug ist, zum Klavierunterricht zu gehen, der hat gelernt sich zu schützen und bricht da nicht zusammen weil er eventuell emotional musiziert. Zumal das im Unterricht ja eher die Ausnahme ist, der Fokus liegt ja viel auf Technik etc., da ist man viel zu sehr mit lernen beschäftigt.

Wer so instail ist, dass er befürchtet, das ihm so etwas im Unterricht passieren könnte der geht gar nicht erst hin. Unkontrolliertes hochkommen von Gefühlen destabilisert die Betroffenen Menschen nicht nur sondern sie fühlen sich in dem Moment auch schutzlos und verwundbar. Sich einer vermeindlichen Gefahrensquelle freiwillig aussetzten gibt sich kein Betroffener freiwillig.

Und ehrlich - wer so instabil ist sollte das auch seinem KL nicht antun.
Klavierunterricht ist kein Therapieersatz!
 
cwtoons

cwtoons

Dabei seit
Apr. 2011
Beiträge
8.689
Reaktionen
6.778
Ich nehme an, ein guter KL hat im Zuge seiner Ausbildung tiefenpsychologische Exerzitien durchlaufen. Sie sollten ihn in die Lage versetzen, sich abseits vom musikalischen Geschehen fördernd in die auszubildende Seele einzufühlen und konstruktiv zu wirken.

CW
 
Stilblüte

Stilblüte

Super-Moderator
Mod
Dabei seit
Jan. 2007
Beiträge
10.234
Reaktionen
13.500
Wie gehen KL, wie geht Ihr KL damit um, wenn jemand plötzlich wie ein Häufchen Elend auf dem Klavierhocker sitzt und in Tränen ausbricht?
Ich lasse mich von den hier anwesenden KLs ja gerne besser belehren, aber ich kann mir kaum vorstellen, das so etwas passiert.
Es soll sich mal ein Klavierlehrer melden, bei dem bisher noch nie ein Schüler in Tränen ausgebrochen ist. Da braucht man keine Flüchtlinge Unterrichten, das normale Leben ist emotional genug.
Musik und Musizieren ist etwas sehr persönliches und emotionales, und allein eines von beiden würde schon ausreichen, ab und zu die Tränengrenze zu erreichen. Noch dazu besteht oft Wettbewerbsgefühl oder ein hoher eigener Anspruch. Außerdem hat man oft mit Kindern zu tun. Aber auch "gestandene" Männer weinen mal im Klavierunterricht.
Und selbst abgesehen vom Unterrichtsinhalt kann das leicht vorkommen. Beziehungsprobleme (des Schülers oder der Eltern des Schülers) oder sonstige persönliche Dramen wie Verlust und existentielle Probleme spielen sich im Leben eines jeden leider regelmäßig ab.

Vorbereitet? Natürlich wird das im Studium thematisiert, in meinem jedenfalls. Abgesehen davon, bzw. darüber hinaus würde ich sagen, dass jeder Mensch von Natur aus mehr oder weniger empatisch ist. Ein Banker durchläuft ja auch keine psychologische Ausbildung, obwohl die Dramen da wohl ungleich kleiner sind, oder?
Der Rest kommt mit der Erfahrung.
 
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
8.483
Reaktionen
7.214
Es muss doch gar nicht so was Schwerwiegendes vorliegen, damit manche Schüler im Unterricht in Tränen ausbrechen.

Sondern das passiert doch bei manchen auch schon dann, wenn sie gerade stark das Gefühl haben "ich kann das nicht, ich krieg das nicht hin, alles Mist hier (bzw.: ich bin halt zu blöd und untalentiert)"!

Engagierte Schüler brechen durchaus auch mal in Tränen aus, wenn sie einen Wettbewerb verloren haben etc.

Nicht zu vergessen den (zugegeben seltenen) Fall, dass der KL im Unterrichtszimmer Zwiebeln schneidet.
 

E

elli

Guest
Infinity hat im Flüchtlingsfaden etwas geschrieben, was mich beschäftigt hat:

Wer also mit der Musik die Seele öffnet, der muss auch bereit und fähig sein, mit den Kaskaden von Emotionen und Erinnerungen, die unkontrolliert hochkommen können, umzugehen und für Stabilisierung zu sorgen. Sonst wird den Menschen ihre Handlungsfähigkeit genommen.
aus dem Eingangspost

Also meiner Meinung nach hat infinity viel zu komplex gedacht. Bei dem bisschen Rumgeklimper und Liedchensingenversuchen kann keine explizit von der Macht der Musik ausgelöste Notsituation entstehen. Schließlich bedarf es gewisser Zutaten bis eine Musik per se die Seele berührt - und gerade dieses ist ja die Kunst, um die selbst Meister erst ringen müssen.

Sollte trotzdem etwas ausgelöst werden, so kann dies tausende Gründe haben, dazu zählen Gerüche, Mimiken, Gesten usw.

Und allgemein Emotionen wie entweder mitgebrachte Probleme in den Klavierunterricht, oder Probleme mit dem Klavierunterricht , den eigenen Ansprüchen, dem vermeintlichen eigenen Versagen oder der "Unfähigkeit" des Lehrers sind normal zwischenmenschliche oder Ego-Gefühle, mit denen umzugehen jeder mit sich selber ausmachen muss, schließlich ist das Leben selbst die größte Schule. Man frage doch mal Schul-Lehrer, was sie mit dem pädagogischen Rüstzeug von der Uni in der Praxis anfangen - nämlich nichts. Entweder haben sie das Händchen und die Selbsterkenntnis sich selbst zu verbessern oder nicht. Noch nie konnte ein schlechter Lehrer in pädagogischer Hinsicht (ich rede nicht von Didaktik)ein guter werden, es sei denn, es kam vom ihm selbst.
 
Schimmelchen

Schimmelchen

Dabei seit
Sep. 2015
Beiträge
305
Reaktionen
589
Es muss doch gar nicht so was Schwerwiegendes vorliegen, damit manche Schüler im Unterricht in Tränen ausbrechen.

Sondern das passiert doch bei manchen auch schon dann, wenn sie gerade stark das Gefühl haben "ich kann das nicht, ich krieg das nicht hin, alles Mist hier (bzw.: ich bin halt zu blöd und untalentiert)"!

Engagierte Schüler brechen durchaus auch mal in Tränen aus, wenn sie einen Wettbewerb verloren haben etc.

Nicht zu vergessen den (zugegeben seltenen) Fall, dass der KL im Unterrichtszimmer Zwiebeln schneidet.
Eben deswegen empfinde ich den Eingangspost als sehr unglücklich zusammengestellt.
Das Zitat von Infinity stammt aus dem Flüchtlingsfaden. Da geht es um Menschen mit Traumata.
Wenn bei so einem Menschen unkontrolliert Emotionen hochkommen, hat das eine ganz andere Qualität als die letztendlich harmlose Frage, ob schon mal jemand im Unterricht geweint hat bzw ob die Lehrer darauf vornereitet sind, wenn ws denn mal passiert!
 
Zuletzt bearbeitet:
I

Infinity

Dabei seit
Sep. 2014
Beiträge
712
Reaktionen
453
Hi,

Das Zitat ist etwas aus dem Kontext gerissen worden.

Ein Klavierlehrer sollte seinen Klavierunterricht nicht bewusst als Traumatherapie sehen und mit seinem Unterricht beabsichtigen, das Trauma zu heilen. Er sollte auch seine Kompetenz nicht überschreiten. Traumatherapie am Klavier sollte von Musiktherapeuten durchgeführt werden.

Ein empathischer Klavierlehrer, der vom großen Leid des Schülers weiß, wählt nicht bewusst Stücke, die das Leid thematisieren (es sei denn der Schüler ist ein angehender Berufskünstler) und ihn absichtlich zum Weinen bringen, vor allem, wenn der Lehrer die Stunde nicht so beenden kann, dass der Schüler einigermaßen gefestigt aus dem Zimmer geht (z.B. weil er den Unterricht nicht zu sehr überziehen kann) und wenn der Schüler nach dem Unterricht keine Möglichkeit hat, sich zurück zu ziehen (z.B. weil der Schüler in der Flüchtlingsunterkunft mit 10 weiteren Menschen im Zimmer lebt).

Zu glauben, dass die klassische Musik alles heilt, ist größenwahnsinnig.

Wer mit deutschen Senioren zu tun gehabt hat, weiß, dass selbst viele klassikaffine Deutsche mit dem Bach Beispiel in dem Faden Probleme haben (weil sie bei der Musik an Tod und Einsamkeit denken.)
 
Zuletzt bearbeitet:
I

Infinity

Dabei seit
Sep. 2014
Beiträge
712
Reaktionen
453
Hi Elli,

Das Zitat war ein Teil der Antwort auf diesen Vorschlag als Inhalt des Klavierunterrichts für traumatisierte Flüchtlinge.

Und bei allem Leid, was sie durchgemacht haben, kann gerade die klassische Musik tiefster Trost sein.
Die bekanntesten Komponisten haben meist aus Liebeskummer und tiefem Leid geschrieben.
Klassische Musik kann übrigens beste Traumatherapie sein!
Die Antwort ist auch deshalb so "komplex", weil man mit "bisschen Rumgeklimper" an der Oberfläche bleibt und die Seele nicht bewusst und aktiv öffnet. Klavierunterricht ist nicht gleich Klavierunterricht, und es gibt die feine aber feste Grenze zwischen Unterricht und Therapie. Professionelle (und auch ehrenamtliche Laienhelfer) müssen diese Grenze beachten, sonst handeln sie verantwortungslos.

Wenn ein Flüchtlingskind in der Schule nichts von seiner Flucht erzählt, sollte der Lehrer - auch wenn er glaubt, dass er empatisch genug ist - es nicht ausfragen, wie es die Bombenanschläge erlebt hat und wie viele Leichen es auf der Flucht gesehen hat .
 
Rheinkultur

Rheinkultur

Super-Moderator
Mod
Dabei seit
Apr. 2012
Beiträge
9.284
Reaktionen
8.244
Vorbereitet? Natürlich wird das im Studium thematisiert, in meinem jedenfalls. Abgesehen davon, bzw. darüber hinaus würde ich sagen, dass jeder Mensch von Natur aus mehr oder weniger empatisch ist. Ein Banker durchläuft ja auch keine psychologische Ausbildung, obwohl die Dramen da wohl ungleich kleiner sind, oder?
Der Rest kommt mit der Erfahrung.
Einerseits kann ein pädagogisches Studium naturgemäß nicht umfassend auf jeden Einzelfall in der Unterrichtspraxis vorbereiten, andererseits vollzieht sich die Persönlichkeitsbildung eines Menschen nicht abgekoppelt von seiner künstlerischen Entwicklung. Wenn man das Vorhandensein von Empathie bei den meisten Menschen unterstellt, so dürfte dies in gesteigertem Ausmaß bei den Vertretern kreativ-künstlerischer Berufe zu erwarten sein: Sensibilität, Einfühlungsvermögen und eine Antenne für Emotionalität in ausgeprägtem Maße dürften zu den elementaren Voraussetzungen gehören, die einen wohl erst zu einer entsprechenden Berufswahl veranlassen werden.

Wenn auf der Gegenseite ein behandlungsbedürftiges Ausmaß an unkontrollierbarer Emotionalität etwa aufgrund einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung besteht, werden im Regelfall andere existentielle Probleme dringlicher einer Aufarbeitung bedürfen als die Erfüllung des Wunsches, das Klavierspielen zu erlernen. Denn wenn in anderen elementaren Lebensbereichen die Problemlösungskompetenz nicht oder nur sehr unzulänglich funktioniert, sind die Voraussetzungen für das Musizieren äußerst ungünstig. Letztlich gehören einer Therapie bedürfende schwere psychische Krisen und/oder Krankheiten in den Zuständigkeitsbereich entsprechend geschulter Spezialisten - der seelischen Genesung förderliches Musizieren kann Teil eines musiktherapeutischen Behandlungskonzeptes sein. Instrumentalunterricht im herkömmlichen Sinne wird bei Bedarf ein solches nicht ersetzen können.

Dass in manchen Krisensituationen, etwa beim Streben nach höchster künstlerischer Qualität, mitunter die Gefühle schwer zu kontrollieren sind, wie es @Stilblüte aus der Praxis geschildert hat, ist allerdings nichts Ungewöhnliches und schon gar nicht im oben beschriebenen Sinne krankhaft.

LG von Rheinkultur
 
Tastenscherge

Tastenscherge

Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
3.185
Reaktionen
2.233
Das Thema dürfte nicht nur KL betreffen, sondern alle möglichen Berufsgruppen: Lehrer, Sozialarbeiter etc. Die wenigsten von denen dürften sich mit PTBS auskennen. Es gibt sogar Psychotherapeuten, die das nicht erkennen. Und nicht jeder selbst betroffene weiß, dass er überhaupt traumatisiert ist.

Viele mit PTBS können sich nicht entspannen. Versuchen sie es doch, kann das übel ausgehen. Das kann gerade bei den beliebten Phantasiereisen als Entspannungsübung passieren. Ich glaube kaum, dass es da eine angemessene Vorbereitung darauf gibt (außerhalb einer psychotherapeutischen Ausbildung).
 
Klein wild Vögelein

Klein wild Vögelein

Dabei seit
Feb. 2015
Beiträge
4.000
Reaktionen
8.718
cht. Bei dem bisschen Rumgeklimper und Liedchensingenversuchen kann keine explizit von der Macht der Musik ausgelöste Notsituation entstehen. Schließlich bedarf es gewisser Zutaten bis eine Musik per se die Seele berührt -
.
Das ist definitiv falsch, elli!

Einzelne Töne , Akkorde , die Berührung eines Instruments können die Seele berühren und zum Verlust des emotionalen Gleichgewichts führen!

Viele Grüsse
Marion

Ein Klavierlehrer ist kein Therapeut, sollte Hilfe anbieten, z.B in dem er anbietet, eine enge Vertrauensperson ( Mutter, Vater , usw. ) anzurufen, oder in krisenhaften Situationen einen Arzt bittet zu kommen , notfalls die 112 wählen.
 
Zuletzt bearbeitet:
AuroraBorealis

AuroraBorealis

Dabei seit
Aug. 2015
Beiträge
81
Reaktionen
54
Ich sehe hier das Zitat nicht im Kontext zum Flüchtlingsfaden, sondern beziehe die Worte auf einheimische Schüler. Denn da kann das Zitat auch zutreffen. Schüler wie Du und ich können auch schlimme Sachen erlebt haben: Eheliche Gewalt, schlagende Eltern, Einbrecher, sexueller Missbrauch von Kindern und Erwachsenen, Todesfälle, schwere Unfälle mit Toten und Verletzten und was auch immer.

Ich lasse mich von den hier anwesenden KLs ja gerne besser belehren, aber ich kann mir kaum vorstellen, das so etwas passiert.
Ich lasse mich gerne besser belehren, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass es einer Frau passiert so wenig Vorstellungkraft zu haben. Da lobe ich hasenbeins Post. Von ihm hätte ich nämich eher deinen Post erwartet.

Wer eine PTBS hat aber stabil genug ist, zum Klavierunterricht zu gehen, der hat gelernt sich zu schützen und bricht da nicht zusammen weil er eventuell emotional musiziert.
Wer es nicht weiß kann sich nicht schützen! Weiß Du wie viele als Kind missbrauchte Erwachsene nichts davon wissen? Weil verschüttet ist, verdrängt, weggeschoben. Viele Menschen mit furchtbaren Erlebnis fühlen sich stabil, merken nicht (wie Tastenscherge geschrieben hat), ein Trauma zu haben oder es überwunden zu haben. Meine Freundin, von der ich das Klavier habe, ist plötzlich im Unterricht in Tränen ausgebrochen. Sie hat am ganzen Leib gezittert. Sie wusste nicht warum, die KL war total perplex. Das ist dann öfter passiert Ursula hatte richtig Angst vor den Ausbrüchen die sie ihrer KL nicht zumuten wollte. Dann hat Ursula eine Psychotherapie gemacht. Ihre KL @Schimmelchen hat es sich „angetan“ sie weiter zu unterrichten. Sei wollte Ursula nicht fallen lassen nur um ruhigeren Unterricht zu haben.

Wer so instail ist, dass er befürchtet, das ihm so etwas im Unterricht passieren könnte der geht gar nicht erst hin.
Das kann dem stabilsten passieren. Die anscheinend stabilsten können die am meisten belasteten sein. Weil sie alles verdrängt haben. Man selber weiß es oft zuletzt oder erst, wenn der Ausbruch kommt.

@Schimmelchen. Aus Deinem Post lese ich raus, dass sich Leute mit PTBS oder Depression zuhause verkriechen sollen um keinem das das unkalkulierbare Verhalten anzutun. Diese Menschen dürfen sich nicht verkriechen, sie müssen raus. Das Auslösen von Déjà-vu-Erlebnissen kann auch heilend sein.

Unkontrolliertes hochkommen von Gefühlen destabilisert die Betroffenen Menschen nicht nur sondern sie fühlen sich in dem Moment auch schutzlos und verwundbar.
Richtig, der Mensch fühlt sich dann verwundbar und schutzlos. Aber das kann die Chance sein. Durch hochkommende belastende Gefühle merkt einer doch erst, dass irgendwas los ist mit ihm.

Sich einer vermeindlichen Gefahrensquelle freiwillig aussetzten gibt sich kein Betroffener freiwillig.
Viele wissen aber nicht, dass da was in ihnen frisst, sie haben es ins Unterbewusstsein gedrängt. Und es ist bekannt, dass Therapeuten ihre Patienten mit genau diesen „Gefahrensituationen“ konfrontieren damit die Patienten merken, dass ihnen nicht schon wieder passiert, was ihnen damals passiert ist. Jede solcher "Gefahrensituationen" ist doch eine Chance für Betroffene und Psychotherapeuten, da anzusetzen.

Und ehrlich - wer so instabil ist sollte das auch seinem KL nicht antun.
Meine Freundin hatte das Glück, dass ihre KL sich das angetan hat. Sie hat gemerkt, dass Ursula Unterricht hilft. Sie hat sich angenommen gefühlt von der KL.

Klavierunterricht ist kein Therapieersatz!
Richtig! Jedes Gebiet hat seine Fachleute. Keiner geht zum Klavierunterricht um dort therapiert zu werden. Dafür gibt es Spezialisten.
 
 

Top Bottom