Welche Tonleitern lernen?

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Sehr gut für Anfänger ist die chromatische Tonleiter. Einmal lernt man die Anordnung der Halbtonschritte (nicht immer ist eine schwarze Taste zwischen zwei weißen, o ja! :003: Zum zweiten ist es eine wunderbare Übung für den Daumen, der mit der vorderen Ecke anschlägt und nicht mit der Seite (Kontaktstelle). Und zum dritten kann man sie mit beiden Händen wunderbar synchron und spiegelbildlich von d' aus in Gegenbewegung spielen.

Ansonsten brauchen Anfänger Tonleitern ausschließlich, um den Klang einer (zunächst) Durtonleiter mitsamt dem zugehörigen Tonmaterial kennenzulernen, zu singen und zu spielen. Tonleitern sind DIE Grundlage unseres Dur-/molltonalen Systems. Da fängt man tatsächlich mit C-Dur an, weil diese Tonleiter die Stammtöne (weiße Tasten) innehat. Dann transponiert man und stellt erstaunt fest, dass weiße Tasten nicht mehr ausreichen. Und so versteht man allmählich, warum denn G-Dur ein fis hat, warum es kein ges ist, dass verschiedene Tonleitern aus verschiedenem Tonmaterial bestehen und so weiter und so fort.

Was die Spieltechnik angeht, ist wie hier schon gesagt wurde, die H-Dur-Tonleiter als Erstes zu empfehlen und eben auch die chromatische Tonleiter.

Liebe Grüße

chiarina
 
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Tetrachord".
Das sind "Dreischritte" (deswegen das "tetra") mit Sekunden. Bei Dur z.B. "groß,
Sorry, tetra kommt aus dem griechischen und steht für "vier". Zwei Gruppen aus je vier Tönen mit gleichen Intervallabständen (Tetrachorde), verbunden mit einem Ganztonschritt (hier stimmt es) bilden eine Tonleiter. Der zweite Tetrachord ist dann der erste Akkord der im Quintenzirkel folgenden nächsten Tonart (das ist logischweise die Dominante.
 
So wie @DerOlf das erläutert hat wußte jeder, was er damit meinte. Klar, Tetra steht für vier, das iss so und ein Tetrachord geht bis zur Quarte, aber was soll‘s 😊
 
Man kann ja auch zu jeder Tonleite ein passendes Stück lernen :003:
Mein KL hatte mir mal empfohlen, vor jedem Stück erst mal die Tonleiter durch zu spielen. Und tatsächlich: hilft.

Das unterschreibe ich. Am besten gleich mit den Dreiklängen und der Kadenz. Oder - was ich gerne mache - ein Übungsstück nach der Tonleiter auswählen. Ich habe da so ein Heft von John W. Schaum mit dem Titel "Czerny durch alle Tonarten". Das Festigen einer Tonleiter durch ein passendes Übungsstück ist sehr hilfreich.
 
Also ich will keine Tonleiter um der Tonleiter willen lernen...
Trotzdem: Auch wenn in Musikstücken die Tonleitern, Arpeggien und Akkorde meist nicht in der Gestalt vorkommen wie man sie in ihrer Grundform gelernt hat, ist es sinnvoll, um diese Grundmuster nicht nur zu wissen, sondern die Bewegungsabläufe und das „Tastengelände“ abrufbar und „fingerfertig“ im Kopf und in den Händen zu haben. Sonst beginnt man jedesmal auf‘s Neue, das Rad zu erfinden. Kann man machen, ist aber nicht sonderlich zielführend.
 
:denken:
Das Festigen eines Übungsstücks durch die passende Tonleiter ist sehr hilfreich.

Meinst du das nicht eher so rum? Also ich will keine Tonleiter um der Tonleiter willen lernen...

Nein, in dem Zusammenhang meine ich es tatsächlich so herum. Ich lerne Tonleitern um der Tonleiter willen. Macht mir irgendwie Spaß, ich weiß auch nicht, warum.

Aber anders herum spiele ich bei neuen Stücken immer erst die Tonleiter, Arpeggien, Dreiklänge, Kadenzen.
 
ist es sinnvoll, um diese Grundmuster nicht nur zu wissen, sondern die Bewegungsabläufe und das „Tastengelände“ abrufbar und „fingerfertig“ im Kopf und in den Händen zu haben. Sonst beginnt man jedesmal auf‘s Neue, das Rad zu erfinden. Kann man machen, ist aber nicht sonderlich zielführend.
Tonleitern und Tonleiter-Ausschnitte benötigen in verschiedenen Stücken jedoch oft unterschiedliche Fingersätze. Jazzpianisten üben Tonleitern sogar mit scheinbar völlig abwegigen Fingersätzen, weil dies der improvisatorische Kontext oft erfordert. Hier wird also das Rad jedesmal neu erfunden (wobei es auch hier nicht unendlich viele Möglichkeiten gibt).

Man sollte sich davor hüten, Fingersätze von Tonleitern als Gesetz zu betrachten.
 
Tonleitern und Tonleiter-Ausschnitte benötigen in verschiedenen Stücken jedoch oft unterschiedliche Fingersätze.

Man sollte sich davor hüten, Fingersätze von Tonleitern als Gesetz zu betrachten.

Den Fall habe ich gerade. Ich finde es dennoch hilfreich, die zugrunde liegende Tonleiter (inkl. Dreiklänge, Arpeggien, Kadenzen) abrufbereit zu haben. Auch bei den Dreiklängen wechselt der Fingersatz je nach Kontext, oft sogar im selben Stück. Mir hilft das isolierte Üben auch in Bezug auf die Harmonielehre. Man beschäftigt sich einfach intensiver mit diesen Grundlagen als wenn man nur die Tonleiter(n) übt, die das aktuelle Stück oder die aktuellen Stücke vorgeben.
 

Man kann ja auch zu jeder Tonleite ein passendes Stück lernen :003:
Jetzt weiß ich endlich, warum ich noch nicht alle Tonleitern beherrsche. :-(
Seit einiger Zeit kämpfe ich mich durch eine Sammlung von Stücken durch alle Tone und Semitonia.
C und c, Cis und cis, D und d, Es und es/dis, F und f, fis, G und g, As, B und b sowie H und h habe ich bereits gespielt.
Die fehlenden Tonleitern werde ich hoffentlich irgendwann auch noch lernen.:-)
 
Zum Fitwerden: Klavierzauszug 1812. Tonleitern und Akkorde in beiden Händen bis zum Erbrechen.
 

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Man kann ja auch zu jeder Tonleite ein passendes Stück lernen :003:
Tatsächlich mache ich das hin und wieder so, dass ich mir Stücke aussuche die in Tonarten sind, die ich noch nicht so oft gespielt habe oder seltener spiele. Es ist halt auch sehr interessant, weil jede Tonart ihren eigenen Charakter hat, in dem Zusammenhang macht es mir auch Spaß Tonleitern zu lernen.
 
Sehr gut für Anfänger ist die chromatische Tonleiter.
Das bestätigt mal wieder meine Vermutung, dass meine erste Lehrerin nicht wirklich gut war... Die hat mir nie die chromatische Tonleiter ans Herz gelegt, dabei ist das wirklich so eine tolle Übung um sich die Halbtonschritte einzuprägen, und zum aufwärmen ist das auch ne super Übung für Anfänger.... H-Dur ist auch eigentlich extrem hilfreich für Anfänger, aber meine erste eher nicht so gute Lehrerin hatte irgendwie Angst vor Vorzeichen xD

Ich habe da so ein Heft von John W. Schaum mit dem Titel "Czerny durch alle Tonarten"
Auf Czerny hätte ich nicht so viel Bock, aber Schaum hat auch so ein Buch für Anfänger namens "In allen Tonarten durch die Welt", das hat mir damals als Anfänger sehr gut gefallen. Das ist einfach so eine Sammlung von Anfängerstücken in allen Tonarten, damit lernt man nebenbei alle Tonarten (und Tonleitern) kennen, hab das damals viel lieber gemacht als die Klavierschule, die hauptsächlich im Unterricht verwendet wurde.
 
Ich kann die 50 Übungen von Czerny/Germer empfehlen. Die sind wirklich viel netter als Tonleitern und man lernt sehr viel dran. Das sind richtige kleine Stückchen, die man auch schön gestalten kann. Eine 7-jährige Schülerin meiner KL hat davon sogar was im Schülervorspiel vorgespielt, weil sie sie so gern mag.

Obwohl sie nur 3-4 Zeilen haben und sofort klar ist, worauf sie hinaus wollen, muss man sie richtig üben. Dadurch bleibt das Gehirn gut wach.
 
Auf Czerny hätte ich nicht so viel Bock, aber Schaum hat auch so ein Buch für Anfänger namens "In allen Tonarten durch die Welt", das hat mir damals als Anfänger sehr gut gefallen. Das ist einfach so eine Sammlung von Anfängerstücken in allen Tonarten, damit lernt man nebenbei alle Tonarten (und Tonleitern) kennen, hab das damals viel lieber gemacht als die Klavierschule, die hauptsächlich im Unterricht verwendet wurde.

Ich mag ihn ja, den Czerny, insbesondere diese Schaum-Ausgabe durch alle Tonarten. Und weil ich auch Schaum mag, habe ich mir das "In allen Tonarten um die Welt" zugelegt. Tolle Ergänzung, danke für den Tipp! Gerade soll ich zwei Stücke üben, das eine ist die Beethoven-Sonatine in G-Dur, das andere ein Hellbach-Stück in Fis-Moll. Dazu kann man wunderbar die passenden Stücke aus diesem Buch mitüben!
 
Alternative wäre Burgmüller, der verlangt auch einiges an Geläufigkeit ab.
Burgmüller ist auch toll, hab damals viel aus Op. 100 von ihm gemacht. Das waren bei mir damals so die ersten Stücke die sich auch gut angehört haben, und sich von dem Anfänger Klavierschulen Zeug abgrenzten. Ich finde den aber schon ziemlich anders als das meiste von Czerny, weil das richtige Stücke und keine Übungen sind.

Ich kann die 50 Übungen von Czerny/Germer empfehlen. Die sind wirklich viel netter als Tonleitern und man lernt sehr viel dran. Das sind richtige kleine Stückchen, die man auch schön gestalten kann. Eine 7-jährige Schülerin meiner KL hat davon sogar was im Schülervorspiel vorgespielt, weil sie sie so gern mag.

Obwohl sie nur 3-4 Zeilen haben und sofort klar ist, worauf sie hinaus wollen, muss man sie richtig üben. Dadurch bleibt das Gehirn gut wach.
Danke, könnte ich mir vielleicht mal anschauen.

Ich mag ihn ja, den Czerny, insbesondere diese Schaum-Ausgabe durch alle Tonarten. Und weil ich auch Schaum mag, habe ich mir das "In allen Tonarten um die Welt" zugelegt. Tolle Ergänzung, danke für den Tipp! Gerade soll ich zwei Stücke üben, das eine ist die Beethoven-Sonatine in G-Dur, das andere ein Hellbach-Stück in Fis-Moll. Dazu kann man wunderbar die passenden Stücke aus diesem Buch mitüben!
Ich mag und respektiere Czerny auch irgendwie, hab auch einige seiner Werke, aber irgendwie reizen mich seine leichteren Übungen nicht so... Da denke ich immer dass es eher besser wäre, einfach Bach zu spielen. Aber die Schule der Geläufigkeit und besonders Kunst der Fingerfertigkeit haben einige Übungen (bzw bei Kunst der Fingerfertigkeit eher Stücke), die ich sehr wohlklingend finde. Leider ist Kunst der Fingerfertigkeit überwiegend noch ne Stufe zu hoch für mich .-. Freut mich dass dir das Heft gefällt! Ich sollte es auch mal wieder rauskramen für Blattspiel Übungen....

Um nochmal auf das Thema zurück zu kommen, ich versuche gerade die Blues-Tonleitern zu lernen, und es ist bisher noch etwas verwirrend, weil sie irgendwie andere Fingersätze haben als die üblichen Tonleitern. Aber sie machen sehr viel Spaß und laden eher zum improvisieren ein, als die Standard Tonleitern.
 
Aber sie machen sehr viel Spaß und laden eher zum improvisieren ein, als die Standard Tonleitern.
Bluesskalen sind ja doch oft pentatonisch mit ein bisschen (mehr) chromatik drin.
Und wenn ich mir anschaue, wie es klingt, wenn man im Bass "Cis-Fis" oder "Ais-Dis" macht (nacheinander ... als V-I) und darüber einfach random irgendwelche schwarzen Tasten drückt, dann wird mir klar, warum das zum improvisieren einlädt ... denn da gibt es fast nicht, was nicht klingt.

Mit "Cis Fis" klingt es allerdings eher etwas asiatisch, als bluesig.

Die einfachsten Durtonleitern (H-, Fis- und Cis-Dur plus ihren enh. Pendants) arbeiten auch mit den schwarzen Tasten plus zwei weiße.
Ich finde, die laden ebenfalls zum improvisieren ein, eben weil sie einem leicht von der Hand gehen (WENN sie einem leicht von der Hand gehen ... das ist ja kein Naturgesetz).
 
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