Welche Holzart beim Klavier

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von Anonymous, 28. März 2006.

  1. Anonymous
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    Anonymous

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    Ich möchte mir ein Klavier kaufen und habe mich schon in unterschiedliche Richtungen informiert, doch eines habe ich nie irgendwo gelesen:

    Spielt die Holzart eines Klavieres eine besondere Rolle für den Klang, so wie z.B. bei einer Geige? Kann man also sowas sagen wie Nussbaum=warmer Ton und Buche=harter Ton, oder so? Oder ist das ganz egal und es geht bei der Holzart nur um das Aussehen?
     
  2. David
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    David

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    Habe auch noch nichts davon gehört, weil die Hämmerchen schlagen ja die Saite an und nicht das Holz!
     
  3. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Naja, bei der Geige bringt ja auch der Bogen die Saite zum schwingen. Aber das Holz in Form eines "Resonanzkastens" macht den Klang erst wirklich hörbar. Ich denke schon, dass die Holzart eines von vielen Bestandteilen beim Klavier ist, die das gesamte Klangbild erzeugen.
    Wird Zeit, dass sich hier mal ein Klavierbauer anmeldet. :)
     
  4. dilettonkel
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    dilettonkel

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    RTFM

    Ich finde es lobenswert und sehr klug von Dir, dass Du dich vor dem Kauf eines Intrumentes Schlau machst. Ich finde jeder Musiker sollte mit der Technik seines Instrumentes auskennen. Dazu gibts schlaue Bucher in Bibliotheken. Ich bin in meiner Stadtbibliothek fündig geworden.

    Zu Deiner Frage: Entscheidend für den Klang ist die Konstruktion der akustischen Anlage (So heißt das glaube ich). Das sind die Saiten, der Steg der Resonanzboden und der Stimmstock. Hab ich was vergessen ??
    Wie bei jedem Saiteninstrument werden die Schwingungen der Saiten vom Steg auf den Resonanzboden weitergeleitet, der diese dann verstärkt.
    Das wars schon. Der Korpus des Klaviers hält die ganze Sache zusammen oder auch auseinander je nach Betrachtungsweise und ist am Ton praktisch nicht beteiligt. Deshalb ist die Holzart des Gehäuses nur von physikalischer Bedeutung. meist ist das Multiplexholz und außen lackiert oder Furniert, je nach Gusto. Die Saiten ziehen mit ein paar Tonnen an dem Gerippe, darum ist zur Verstärkung ein Gußeisener Rahmen(Platte) eingebaut.
    Der Resonanzboden und der Steg sind imho die beiden akustisch Beteiligten.
    In meiner Kiste ist der Steg aus - momentmal - ja ich hab sicherheitshalber nochmal nachgeschaut - aus Ahorn, ganz wie bei einer Geige. Der Resonanzboden ist wirklich immer (Ausnahmen gibt es bei asiatischen Herstellern) aus Fichtenholz. Auch wie bei der Geige.
    Wie das Gerät von außen aussieht ist nur Optik.
    Fast hätte ich vergessen dass der Klang noch von der Beschaffenheit des Hammerfilzes und nicht zuletzt von Deinem Anschlag abhängt.
    Die Mechanik stell Dir vorerst als black box vor, denn die Verwendung von Materialien dadrin ist reine Mechanik-Technik.
    Alles Klar?
    Und mein persönlicher Rat vor dem Klavierkauf such Dir den bestmöglichen Klavierbauer und frag den um Rat bevor Du Dich für ein Instrument entsheidest, so erfährst Du auch was über das Für und Wider der einzelnen Intrumente.
     
  5. Anonymous
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    Anonymous

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    Danke für die Antworten und besonderen Dank an dilettonkel. Mit so einer ausführlichen Antwort habe ich gar nicht gerechnet. Die hat mir wirklich weiter geholfen. Jetzt kann die Suche mit etwas mehr Weisheit :wink: weitergehen.

    Alles Gute

    Adab