Was soll ich tun?

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Romantiker

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Hi,

ich wollte mal ein sehr großes und ernstes Problem ansprechen, das ich habe.
Zuerst einmal: Ich liebe Musik und das Musik machen und bin mit ganzem Herzen dabei. Wer es noch nicht gehört hat kann sich ja auch mal meine neue Einspielung im Forum anhören und das mal checken.
Auf jeden Fall ist die Musik ein wichtiger Lebensinhalt für mich.

Nun kommt jedoch mein Manko. Ich bin 17 und habe das Klavierspielen mit 12 angefangen. Meine Lehrerin sagt immer ich habe sehr große Fortschritte in diesen 5 Jahren gemacht( man muss dazu sagen, das erste Jahr habe ich bei einem lehrer gehabt, bei dem ich fast nur modernes gespielt habe, das zweite jahr nach einem umzug bei einem lehrer, wo mir nach einem jahr eigentlich nach aufhören war und dann kam ich zu meiner jetztigen lehrerin und diese hat in den letzten 3 jahren das feuer in mir entfacht. sie sagt immer dass ich sehr sehr viel in diesen 3 jahren gelernt habe, doch wie kann man das neben jemandem aufwiegen der Klavier spielt seit er 6 ist?

Mein Problem ist nun folgendes. Ich habe die 11. Klasse nun beendet und (als letzter glücklicher in BaWü) noch 2 Jahre vor mir. Ich werde auch Musik als Neigungsfach wählen. Doch wie sieht es dann aus. Meint ihr es gibt eine Chance, das ich etwas mit Musik machen kann, oder würdet ihr mir wenn ich Musik liebe, lieber davon abraten und das Klavier nur als Hobby beibehalten?

Ich bin extrem unsicher und weiß überhaupt nicht, was ich will.

Die einzige Entscheidung die ich getroffen habe ist, nun nach 3 Jahren den Lehrer zu wechseln, auch um klar zu sehen, wo ich stehe.

Gruß,

Romantiker
 
ubik

ubik

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Hallo,

du meinst Beruf und Musik verbinden?

Also Klavierlehrer (Instrumentalpädagogik) kannst du vergessen. 4 1/2 Jahre lang zu studieren, um später arbeitslos zu sein - das macht einfach keinen Sinn. Und es bleibt die Frage, ob die du die Aufnahmeprüfung für diesen Studiengang schaffst. Unmöglich ist es nicht, aber wie auch in anderen Threads hier im Forum (benutz mal die Suche) gesagt wird, ist es nicht gerade einfacher die Aufnahmeprüfung zu schaffen, wenn du erst später als andere Konkurrenten angefangen hast.

Was ich dir aber empfehle, da musst du aber selber wissen ob du das willst, ist Schulmusiklehrer zu werden, also an Gymnasien oder anderen Schulformen. Die verdienen übrigens meistens mehr als Instrumentalpädagogen. Hier in NRW fängt es schon mit 2800 Euro netto an. Wenn du dann noch verbeamtet bist, dann musst du nicht so viele Steuern zahlen und hast gut mehr als 2000 Euro für dich im Monat. Immer nach einigen Jahren kriegt man dann eine Gehaltserhöhung, bis man sein Höchstgehalt von 3800 Euro (!) erreicht. In NRW ist der Musiklehrerbedarf sehr hoch, vor 4 Jahren hab ich mal einen Artikel gelesen, dass nur 30% aller Musiklehrer eine Ausbildung hinter sich haben, wie das jetzt aussieht, weiß ich nicht. Übrigens hat der Musikschulleiter meiner damaligen Musikschule auch Lehramt studiert. Aber auch bei diesem Studiengang musst du eine Aufnahmeprüfung belegen, die zwar instrumental gesehen einfacher ist, aber in Theorie- und Gehörbildung schwieriger ist.

Wenn du Schulmusiklehrer werden willst würde ich dir raten jetzt schon neben Klavier noch ein anderes Instrument hinzuziehen (ich habe Saxophon genommen) und einen Lehrer für Gehörbildung und Musiktheorie, der dich für so eine Aufnahmeprüfung vorbereitet, zu finden. Je früher du anfängst desto besser!

Schulmusik muss nicht immer öde sein. Neben dem regulären Unterricht kann man nachmittags z. B. eine Bigband leiten oder Bläserklassen unterrichten. Außerdem lernst du dirigieren, Chor leiten, u. ä., sodass das Studium viel breiter gefächert ist, als in Instrumentalpädagogik. Jeki (jedem Kind sein Instrument) ist übrigens auch ein Stichwort. Wenn dieses Modell durchgesetzt wird, haben Musiklehrer Arbeit wie Sand am Meer.

Also entscheide dich jetzt, da du es später eventuell bereuen wirst. Wichtig ist halt, dass du früh anfängst, dich vorzubereiten. Und informiere dich auf den Uni- und Hochschulseiten, was bei der Aufnahmeprüfung verlangt ist. Besser ist es übrigens sich an mehreren Unis/Hochschulen zu bewerben, dann hat man bessere Chancen eine Aufnahmeprüfung zu schaffen. Und wenn man dann schon die erste Aufnahmeprüfung versaut hat, dann weiß man wenigstens, wie so eine Aufnahmeprüfung in etwa aussieht.

Alternativ kannst du Musikwissenschaft studieren und als Busfahrer enden (verausgesetzt du hast den entsprechenden Führerschein).

Also los jetzt! :D
 
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Manha

Guest
Hallo Romantiker,

wie sieht es bei dir denn mit Theoriekenntnissen aus?
Und mit der Gehörbildung?

Bei beidem einigermaßen vorbereitet zu sein ist für eine Aufnahmeprüfung zu einem Studium undabdingbar (ich denke mal darauf soll es bei dir hinauslaufen? Oder was stellst du dir sonst vor?).

An deiner Stelle würde ich mich mal ein wenig schlau machen was du für die ensprechenden Prüfungen können musst, schau dir mal die homepages etc. an.
Nur ein Instrument richtig gut zu können reicht da halt nicht.

Die zwei Jahre, die du jetzt noch hast bis zum Abitur, langen aber durchaus, dir das fehlende anzueignen, wenn du dich dahinterklemmst.
Nur musst du halt jetzt damit anfangen.
Meine Nichte hat mit 12 Gitarre angefangen und die Aufnahmeprüfung bestanden, es geht als durchaus.
 
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neohawaii

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Also Musik zum Beruf machen ist schon möglich, allerdings gibts da ja völlig unterschiedliche Studiengänge/Richtungen. Hier mal ein paar:

--->Pädagogik: ist mit Talent wohl nicht unmöglich, bei Schulmusik sind die Prüfungen generell am einfachsten....Klavierpädagogik ist dafür schon schwerer.

--->Konzertpianist: von dem Beruf haben wohl viele hier schonmal geträumt... Bei der Aufnahmeprüfung musst du dich erstmal gegen Trillionen "Maschinen" aus dem Ausland durchsetzen. Die späteren Berufschancen sind auch ziemlich schlecht (gute Pianisten gibts wie Sand am Meer!)so das viele mit ihrem Konzertpianist-diplom später dann doch Lehrer werden.

--->Tonmeister: Aufnahmeprüfung und Studiengang soll echt Hardcore sein...würde ich eher von abraten.
 
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ubik

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--->Pädagogik: ist mit Talent wohl nicht unmöglich, bei Schulmusik sind die Prüfungen generell am einfachsten....Klavierpädagogik ist dafür schon schwerer.

Das kann ich irgendwie nicht unterschreiben. Bei Schulmusik muss man zwei Instrumente spielen, bessere Ergebnisse in Gehörbildung zeigen und Musiktheorie (auch Tonsatz, harmonische Analyse, usw...) beherrschen.

--->Tonmeister: Aufnahmeprüfung und Studiengang soll echt Hardcore sein...würde ich eher von abraten.

Ich kenne da jemanden, der studiert diesen Studiengang in Detmold. Das ist wirklich Hardcore! Was dort alles allein schon bei der Aufnahmeprüfung verlangt wird.
 
.marcus.

.marcus.

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Ich finde, Musik kann ein wunderbares Hobby sein und man braucht es nicht als Beruf um sich daran zu erfreuen. Was man auch bedenken muss, ist, dass man u.U. durch Leistungsdruck seine Freude an Musik verlieren kann.

lg marcus
 
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neohawaii

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Das kann ich irgendwie nicht unterschreiben. Bei Schulmusik muss man zwei Instrumente spielen, bessere Ergebnisse in Gehörbildung zeigen und Musiktheorie (auch Tonsatz, harmonische Analyse, usw...) beherrschen.

Auf welcher Uni ist das denn so? Zumindest von den pianistischen Anforderungen ist Schulmusik in der Regel am niedrigsten von dem was man so sagt.
 
ubik

ubik

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Auf welcher Uni ist das denn so? Zumindest von den pianistischen Anforderungen ist Schulmusik in der Regel am niedrigsten von dem was man so sagt.

Ja, aber auch nur von den pianistischen Anforderungen.

Bedenke, dass du noch ein Zweitinstrument einigermaßen beherrschen musst.

Außerdem ist in Gehörbildung und Musiktheorie viel mehr gefordert, als bei einem Instrumentalpädagogikstudium. Das was die Instrumentalpädagogen im 4. Semester in Gehörbildung machen, wird bereits in der Aufnahmeprüfung für Schulmusiklehrer verlangt.
 
 

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