Verzierungen bei Henry Purcell

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opus22

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Hallo,

ich würde gerne wissen, wie man die Verzierungen z.B. im vorletzten Takt des Präludiums aus der Suite in G moll von Henry Purcell spielt. Falls jemand einen Link oder Informationen zu den Gepflogenheiten aus Purcells Zeit hat würde ich mich freuen darüber zu lesen :)


http://conquest.imslp.info/files/imglnks/usimg/d/db/IMSLP02614-Purcell_-_Suite_in_G_minor__Z660.pdf
 
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Frankie

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Hi,

ohne das ich jetzt Ahnung von den Stücken dieser Zeit hätte würde ich die "Verzierung" als Triller auf G-F-G spielen. Youtube spuckt z.B. das hier aus Henry PURCELL: Suite in G major (Prelude), Z660 - YouTube - da habe ich eher den Eindruck, als würde der Interpret G-A-G-A-G spielen - also 2x eine Note rauf anstatt 1x runter. Klingt auch nicht schlecht. ;)
 
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Kanon

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Das ist ja ein sehr schönes Stück :) Das kommt bei mir jetzt auf die Wunschliste!
 
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adinke

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Hallo Opus22 ... Purcell ist einer meiner Favoriten :) ... Ich hoffe, meine Noten sind für lesbar. Ich gebe zu, dass ich Notenschreiben echt mal üben sollte.
Strich runter (erster Strich) bedeutet bei Purcell: von oben kommend, daher eine Art "Anfangsnote" auf A und dann ein Triller mit A - G - A - G ... oder A - G - A - G - A - G (je nach persönlichen Fähigkeiten und momentaner Lust und Laune). Die alten Stücke sind da sehr flexibel.
Ich hoffe, das hilft dir weiter. Wäre lieb, wenn du mir schreiben könntest, ob du noch weitere Verzierungen mit "Arbeitsanweisungen" hast, denn ich würde meine Sammlung diesbezüglich gerne erweitern.

Liebe Grüße und viel Spaß mit seinen wundervollen Stücken,
Sabine

Verzierungen Purcell.pdf

Hab's gerad noch mal gespielt .... der eigentliche Triller ist dann nur G - A - G .... das A hat ja einen Haltebogen ... sorry ... manchmal sollte man erst an's Klavier, bevor man etwas schreibt. Ich hoffe, ihr lest das noch, damit es auch klappt.

Eine Aufnahme (langsam und etwas schneller) findet ihr hier: http://www.sabine.hinst.de/klaviernoten/plain_note_and_shake_purcell.mp3

Nochmal liebe Grüße
 
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Kanon

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Vielen andinke, das hat mir auch sehr weiter geholfen :) Denn ich habe das auch schon angefangen. Ich konnte es kaum abwarten.
 
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Kanon

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Danke adinke, für die PM.

Weiß einer wie das Stück mit der Dynamik gespielt wird. Da stehen keine Angaben.
 
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adinke

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Hallo Kanon,
da wirst du auch nichts finden ;) ... Herr Purcell starb 1695, und somit kam er leider nicht mehr in den Genuss, mit so etwas, was wir als "Klavier" - oder auch eben aus dem Grund der Anschlagdynamik "Piano forte" - bezeichnen, spielen zu können.
Obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass ihm das sehr viel Freude gemacht hätte. :)
Von daher kannst du wohl von mp bzw. mf für das ganze Stück ausgehen.
Was damals üblich war, ist eine Art "Dynamik" mit "legato" gespielten Noten bzw. gleichzeitig gespielten Noten zu erreichen.
Daher ist es wichtig, die Notation dieser Noten genau zu beachten.
Z. B. : in Takt 2 ... das E wird gehalten, während das G dazu gespielt wird.
Oder in Takt 10, das G bleibt, während D respektive H dazu kommen.
Für die linke Hand z. B. Takt 8 ... beginnend mit der letzten Note in Takt 7 ... D gehalten, H dazu, D loslassen und H halten und G kommt dazu .... und so weiter.

Deine Aufnahme klingt schon echt prima. Respekt! Ich muss mich auch mal dransetzen, wirklich ein wunderbares Stück.
Versuch doch mal, das Ganze noch etwas weniger "legato" zu spielen. Das ist in den Noten von Pucell normalerweise extra vermerkt. Damals spielte man die Noten mehr "einzeln", und - wie schon gesagt - war legato ein Gestaltungsmittel, das eher sparsam eingesetzt wurde, um besondere Stellen hervorzuheben.

Bezüglich der Geschwindigkeit ... ein bisschen schneller, ja. Aber nicht zu viel. Auch Herr Purcell hat solche Stücke für den Vortrag in der Kirche komponiert. Daher waren die eher nicht für "Rennen" ausgelegt. Ein Prelude, als "Einführung" in die Gesamtkomposition, ist - zumindest nach meinem Verständnis für die Kompositionen dieser Zeit, eher etwas "gemächlicher" ... obwohl ich hier sehr offen bin, falls mir jemand dazu etwas Anderes bzw. etwas Genaueres erzählen kann.
Ich befinde mich immer noch ganz am Anfang meiner Reise in die Welt der Musik.
Und lerne begierig dazu.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen und habe dich nicht mit zuviel "Theorie" verwirrt.

Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß (und ich würde mich über einen Fortschrittsbericht sehr freuen),
Sabine
 
K

Kanon

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Hallo adinke,
vielen Dank, für die ausführliche Erklärung! Ich wusste nicht wann Purcell gelebt hat, aber mir ist auch aufgefallen, dass das bei Bach genauso ist (bin momentan an BWV 772/881) dran.
Ich entdecke momentan auch ganz neue und sehr viele Sachen in der Klassik, die ich auch so nicht vermutet hätte.

was wir als "Klavier" - oder auch eben aus dem Grund der Anschlagdynamik "Piano forte" - bezeichnen, spielen zu können.
Obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass ihm das sehr viel Freude gemacht hätte.
Ja, das glaube ich auch.

Was damals üblich war, ist eine Art "Dynamik" mit "legato" gespielten Noten bzw. gleichzeitig gespielten Noten zu erreichen.
Daher ist es wichtig, die Notation dieser Noten genau zu beachten.
Z. B. : in Takt 2 ... das E wird gehalten, während das G dazu gespielt wird.
Oder in Takt 10, das G bleibt, während D respektive H dazu kommen.
Für die linke Hand z. B. Takt 8 ... beginnend mit der letzten Note in Takt 7 ... D gehalten, H dazu, D loslassen und H halten und G kommt dazu .... und so weiter.
Das ist sehr interessant. Wenn Purcell früher kein Klavier gekannt hat, wäre es auch falsch das Stück mit Pedal zu spielen. Den Schluß, ab Takt 7, finde ich genial, weil das dreistimmig wird. Das liebe ich in der Musik, wenn es mehrstimmig wird.

Deine Aufnahme klingt schon echt prima. Respekt! Ich muss mich auch mal dransetzen, wirklich ein wunderbares Stück.
Versuch doch mal, das Ganze noch etwas weniger "legato" zu spielen. Das ist in den Noten von Pucell normalerweise extra vermerkt. Damals spielte man die Noten mehr "einzeln", und - wie schon gesagt - war legato ein Gestaltungsmittel, das eher sparsam eingesetzt wurde, um besondere Stellen hervorzuheben.
Danke für Dein Feedback der Aufnahme, aber das ist ja erst der Zwischenstand. Das mit dem legato ist ein sehr interessanter Hinweis, den ich noch nicht kannte. Vielen Dank. Ich glaube ich muss mich noch mehr mit der alten Musik beschäftigen. Ich habe mich bisher nur mit Bach beschäftigt und da mehr mit der Orgelmusik.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen und habe dich nicht mit zuviel "Theorie" verwirrt.
Nein, immer gerne. Ich habe mich sehr gefreut, das zu lesen!

Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß (und ich würde mich über einen Fortschrittsbericht sehr freuen),
Sabine
Ja, ich hoffe, dass Du Dich auch bald an Purcell begibst und ich werde weiter berichten
lg Vanessa
 
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adinke

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Hallo Vanessa,
vielen Dank für den Link. Die Sammlung sieht interessant aus. :) Da werde ich wohl mein Konto mal wieder etwas quälen müssen. ;)
LG Sabine
 
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adinke

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Ach ja, und .... gern geschehen ... ich hab schon so viel gelesen und mir angehört, aber es ist echt nicht einfach, dafür was zu finden.
Glücklicherweise hat mein KL ein sehr profundes Wissen und einen nahezu unerschöpflichen Vorrat an Literatur in seinen Regalen ;)
Und glücklicherweise spielen wir ja zum Vergnügen und diese "alte" Musik kann auf vielfältige Art und Weise interpretiert werden.
Von daher ... einfach Spaß haben und so spielen, dass die Seele sich an dem wunderbaren Klang erfreuen kann. Dafür wurde Musik schließlich erfunden, oder?
 

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Kanon

Guest
Hallo Sabine,
ja das ist schon eine sehr schöne Sammlung, aber es gibt noch mehrere CD´s wo Purcell Suite in G drauf ist, also am besten noch mal gucken ;)

Glücklicherweise hat mein KL ein sehr profundes Wissen und einen nahezu unerschöpflichen Vorrat an Literatur in seinen Regalen
Das hört sich sehr gut an, leider habe ich momentan nur einmal im Monat Unterricht. Vorher war ich in einer Musikschule, aber da ein Schlagzeug über uns immer gespielt hat, habe ich beschlossen da auf zu hören und habe bis jetzt nichts Neues.

Und glücklicherweise spielen wir ja zum Vergnügen und diese "alte" Musik kann auf vielfältige Art und Weise interpretiert werden.
Von daher ... einfach Spaß haben und so spielen, dass die Seele sich an dem wunderbaren Klang erfreuen kann. Dafür wurde Musik schließlich erfunden, oder?
Oh ja :D Aus diesem Grund bin ich auch angefangen erst Keyboard zu spielen und jetzt Klavier, weil es mich ganz tief in der Seele berührt!

Zitat von Berhold Auerbach
Musik allein ist die Weltsprache
und braucht nicht übersetzt zu werden;
da spricht Seele zu Seele.
:D :klavier:
 
A

adinke

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Ich begebe mich zur Zeit meist zweimal im Monat zu ihm. Leider funkt der Gelderwerb irgendwie immer dazwischen. Aber die zwei Mal gönn ich mir. Und irgendwann muss ich ja auch den ganzen Input verarbeiten, den er mir mitgibt.
Ich habe echt Glück mit ihm. Wir haben viel Spaß (Grundvoraussetzung für mich, denn ich möchte ja meine Zeit "versüßen") und er sieht es auch nicht so ernst, wenn ich dann komme und sage: Das Stück, was ich lernen sollte (wollte) ist noch nicht weiter, weil meine Seele was fröhlicheres gebraucht hat. Er weiß, dass ich weiter damit arbeite und irgendwann komme mit "Jetzt nehmen wir uns das noch mal vor". Aber das, was ich in der Zwischenzeit geübt habe, das nehmen wir gemeinsam unter die Lupe, um zu sehen, ob mein Fingersatz passt und an welchen Stellen meine Technik noch nicht gut ist.
Von daher bin ich rundum zufrieden. Ich komme immer weiter voran. Meine Finger sind zwar noch immer nicht so locker (das kommt halt davon, wenn man 25 Jahre Pause macht), wie ich es mir wünsche und mein "Pedalgebrauch" auch nicht (das ist echt schlimmer als Motorradfahren und meine alte KL hat mir das nie richtig beigebracht ... sie legte viel Wert auf richtige Tasten, aber Dynamik und Pedal waren wohl nicht ihr Ding ... ja, ja, damals war man noch jung und unschuldig und hat alles geglaubt, was einem vorgebetet wurde), aber das wird auch noch.
Geduld ist echt nicht meine Stärke, aber ich höre auf ihn und das bringt mich vorwärts.

Mit einem Schlagzeug über dem Kopf :confused: Ich glaube, das wäre für mich auch nichts. Der müsste dann schon das gleiche Stück trommeln, sonst passt der Takt doch gar nicht. :bongo:

Nöööö, da spiel ich lieber alleine :wink: ...
Und da ich heute Urlaub habe, werde ich auch genau das jetzt tun. Schließlich will ich für Mittwoch mit meinem Stück weiterkommen.

Viel Spaß beim :klavier: und ich wünsche dir einen sonnigen und wundervollen Tag.
LG
Sabine
 
P

PianoPuppy

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Von daher kannst du wohl von mp bzw. mf für das ganze Stück ausgehen.
Hallo,

Das sehe ich etwas anders - das wichtigste ist doch, der musikalischen Aussage Ausdruck zu verleihen, und das macht man mit den Möglichkeiten des Instrumentes, auf dem man das Stück spielt. Außerdem wurden die Stücke damals ja auch auf dem Clavichord gespielt und das verfügte sehr wohl über die Möglichkeit der dynamischen Gestaltung.

LG, PP
 
K

Kanon

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Zitat adinke
Ich begebe mich zurzeit meist zweimal im Monat zu ihm. Leider funkt der Gelderwerb irgendwie immer dazwischen. Aber die zwei Mal gönn ich mir. Und irgendwann muss ich ja auch den ganzen Input verarbeiten, den er mir mitgibt.
Das glaube ich, ich muss auch immer erst das verarbeiten was mir meine Lehrerin erzählt, allerdings ist mir einmal im Monat zu wenig. Ich werde mir auch noch was anderes suchen.

Zitat adinke
Ich habe echt Glück mit ihm. Wir haben viel Spaß (Grundvoraussetzung für mich, denn ich möchte ja meine Zeit "versüßen") und er sieht es auch nicht so ernst, wenn ich dann komme und sage: Das Stück, was ich lernen sollte (wollte) ist noch nicht weiter, weil meine Seele was Fröhlicheres gebraucht hat
Das kenne ich auch nur zu gut. Und meine Lehrerin hat auch Verständnis, wenn ich etwas anderes durchgenommen habe, denn es ist ja Hobby!

Zitat PianoPuppy
Das sehe ich etwas anders - das wichtigste ist doch, der musikalischen Aussage Ausdruck zu verleihen, und das macht man mit den Möglichkeiten des Instrumentes, auf dem man das Stück spielt. Außerdem wurden die Stücke damals ja auch auf dem Clavichord gespielt und das verfügte sehr wohl über die Möglichkeit der dynamischen Gestaltung.
Stimmt, eine Lehrerin hat mal gesagt, wenn man alles in gleicher Lautstärke spielen würde, wäre es für dir Zuhörer langweilig und selbst Bach hat mal gesagt, dass die Finger beim spielen, singen sollen.
 
A

adinke

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Hallo,

Das sehe ich etwas anders - das wichtigste ist doch, der musikalischen Aussage Ausdruck zu verleihen, und das macht man mit den Möglichkeiten des Instrumentes, auf dem man das Stück spielt. Außerdem wurden die Stücke damals ja auch auf dem Clavichord gespielt und das verfügte sehr wohl über die Möglichkeit der dynamischen Gestaltung.

LG, PP
Hallo PianoPuppy,
da hast du natürlich vollkommen recht, ganz ohne Artikulation würde es nicht klingen und so haben es sich die Komponisten dieser Zeit sicher auch nicht gedacht. Ich meinte damit auch eher, dass die Möglichkeiten nicht so groß waren wie an einem heutigen Klavier und das es nicht üblich war, dies in einem Stück zu notieren. (Falls ich mich da nicht irre ... wie gesagt, ich bin noch am Anfang und versuche, soviel wie möglich darüber zu lernen) Und ich denke, seine Artikulation baut man automatisch ein, wenn man am Klavier spielt und das Stück einem ein Gefühl vermittelt.
Und danke für den Hinweis zum Chlavichord. Ich dachte nicht, dass das damit funktioniert. Vielleicht sollte mir mal eins zum Probespielen suchen, um mal zu testen, wie das so genau funktioniert.
Wäre sicherlich eine gute Erfahrung.
LG
Sabine
 
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opus22

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Vielen Dank für die hilfreichen Tips!

@ Adinke, herzlichen Dank für Deine Bemühungen, die Pdf-Datei zu erstellen.

Viel Spass noch mit Purcell...........
 
 

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