Versetzungszeichen in Tonarten

O

oiseau

Dabei seit
24. Nov. 2010
Beiträge
46
Reaktionen
3
Einen schönen guten Abend,

mir ist in verschiedenen Partituren namenhafter Komponisten aufgefallen, dass mitunter Noten, die beispielsweise nicht in der Tonleiter einer zuvor angegebenen b-Tonart stehen mit einem gekreuztem Versetzungszeichen,also "#" anstatt eines "b" notiert sind. Wie ist dies zu erklären ? Ich dachte, man würde bei b-Tonarten im Falle von tonleiterfremden Noten ausschließlich b's vorfinden und in Kreuz-Tonarten eben nur "#"-Zeichen ?

Vielen Dank im Voraus!

Mathias
 
HoeHue

HoeHue

Dabei seit
17. Nov. 2010
Beiträge
1.259
Reaktionen
122
Nein, dem ist nicht so. Welche der beiden enharmonisch verwechselten Möglichkeiten (z.B. fis oder ges) die Richtige ist, hängt davon ab, in welchem harmonischen oder melodischen Kontext der Ton steht. Welchselt etwa ein Stück, das in G-Dur (1#) steht, kurzzeitig nach Moll, so kommen da natürlicherweise die Töne b und es vor, nicht ais und dis.

Grüße.
 
Chaotica

Chaotica

Dabei seit
12. Jan. 2007
Beiträge
571
Reaktionen
43
Wenn man von Modulationen absieht, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, wie Kreuze in b-Tonarten auftauchen können: die naheliegendere ist der Leitton in Moll-Tonarten, also etwa cis in d-Moll. Des macht da offensichtlich keinen Sinn, da die Tonleiter ja dann keinen Ton, der mit c beginnt, hätte und zwei mit d. Die andere Möglichkeit sind Wechsel- und Durchgangsnoten, die auftreten, wenn ein Melodie- oder Akkordton zwischenzeitlich mit einem benachbarten, einen Halbtonschritt entfernten Ton interagiert. Ist ein solcher Nachbarton nicht Teil der Tonleiter, schreibt man b oder # entsprechend der Leitwirkung: ein fis etwa leitet zum g und ein ges zum f. Die Vorzeichen der Tonart, in der das Stück steht, spielt dabei gar keine Rolle.

Beispiel: statt der Folge d-des-d-dis-d schreibt man d-cis-d-es-d, weil cis und es Wechselnoten von d sind und Leitwirkung zu diesem haben. Des und dis hätten dagegen Leitwirkung zu c bzw. e. Nebenbei hat diese Schreibweise auch den Vorteil, dass man Auflösungs- und Versetzungszeichen einspart.

Ferner, wenn man Modulationen einbezieht, kann die Situation deutlich komplizierter werden und teilweise auch uneindeutig, weil der Zeitpunkt des Tonartenwechsels nicht immer genau festgelegt werden kann.
 
 

Top Bottom