Teflongleiter für Flügel mit großen Rollen gesucht

Clavierhaus

ehemals OE1FEU
Registriert
17.10.2017
Beiträge
2.819
Reaktionen
2.688
Mein Kunde für den Imperial möchte den Flügel gerne mal hin und herschieben, ohne dabei im Parkett Druckstellen zu hinterlassen. Für "normal" große Rollen habe ich die überall erhältlichen Gleiter genommen, die wirklich hervorragend sind, aber in dieser Breite habe ich noch keine gefunden. Hat jemand eine Idee für eine Bezugsquelle?

Rollen-Imperial.jpg
 

Diese Teflongleiter gibt es nur für Klavier. Aus gutem Grund: die gleiten zwar ganz gut, aber für Flügel nicht gut genug. Da reicht ja schon eine kleine Unebenheit im Boden, um ein Bein abbrechen zu lassen. Deswegen sollte das schon sehr gut gleiten. Und das tut es halt am besten mit Rollen. Da gibt es ja auch für Flügel Lösungen. Also diese Transportrollen. Sind zwar häßlich, aber verläßlich.
 
  • Like
Reaktionen: Sabrina-von-der-Ostsee
Wie häufig will er das denn machen? Und wurde mal berechnet, wie hoch der punktuelle Druck überhaupt ist? Die Rollen im Bild sehen ja durchaus schon mal recht breit aus. Ein Stöckelschuh mit Menschengewicht könnte für das Parkett gefährlicher sein. Besteht die Möglichkeit mit "Stützrädern" den Druck, den die vorhandenen Rollen ausüben, für den Transport zu reduzieren? Also aus 3 mach 6 Auflagepunkte.

ohne dabei im Parkett Druckstellen zu hinterlassen

Bei der Frage klingt es nach dem "Transportweg" ... nur wenn er am Ziel angekommen ist, würde der Druck an dieser Stelle doch noch deutlich länger wirken, oder sind da dann "Untersetzer" vorhanden?

Gruß
Martin
 
Zuletzt bearbeitet:

Wenn ich mir am Foto die Druckstellen im Bodenbelag ansehe denke ich, dass das Problem das "Fließen" des Bodenbelag-Materials durch den permanenten Druck zu sein scheint. Ist das Linoleum oder ähnliches? Parkett sehe ich keines.

Wenn es tatsächlich um Parkett geht müsste man Rollen mit aufvulkanisiertem Hartgummi- oder Polyurethan-Belag suchen. In jedem Handhubwagen sind hochbelastbare Rollen aus diesen Materialien verbaut, in den verschiedensten Dimensionen. Ob man was Passendes bzw. Adaptierbares findet ist dann Glückssache.
 
Wenn man schon einen Imperial sein eigen nennt, warum dann diese Frickelei? Unter einen solchen Flügel gehören Doppellenkrollen, vernünftig dimensioniert. Bei empfindlichen Böden sollte man die „gummierte“ Variante nehmen. Es gibt mittlerweile auch Doppellenkrollen mit leicht balligen Rollen. Sie erleichtern das Bewegen und Drehen, wenn keine Helfer zur Hand sind. - Vielleicht mal hier schauen: petilo.de
 
Diese Teflongleiter gibt es nur für Klavier. Aus gutem Grund: die gleiten zwar ganz gut, aber für Flügel nicht gut genug. Da reicht ja schon eine kleine Unebenheit im Boden, um ein Bein abbrechen zu lassen.

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber bis dahin halte ich das für eine Urban Legend. Meine beiden Boliden aus dem vorletzten Jahrhundert sind jedenfalls stabil genug, dass ich mir über ein abbrechendes Bein keine Sorgen mache, so wie auch noch keiner der Klavierbauer, die mal bei mir waren, dieses Problem sah.

Wenn man schon einen Imperial sein eigen nennt, warum dann diese Frickelei? Unter einen solchen Flügel gehören Doppellenkrollen, vernünftig dimensioniert.

Unter einen Flügel gehören für den Einsatzzweck passende Rollen, egal ob das ein Imperial oder ein Stutzflügel ist. Jahrzehntelang waren diese mittelgroßen Rollen gut genug für ein renommiertes Tonstudio, die typischen großen Konzertrollen, modern aus Messing, altmodisch aus Aluminium, wären da klassischer Overkill ohne Mehrwert gewesen.

Und beim neuen Eigentümer steht der Flügel im Wohnzimmer auf Fischgrätenparkett und es kann sein, dass er nie mehr wieder oder auch nur einmal im Jahr bewegt wird. Und genau für diesen Fall wären Teflongleiter die richtige Wahl.

Du kannst unter Deinen Imperial gerne Doppellenkrollen montieren, ich werde das meinem Kunden jedenfalls nicht empfehlen. Mit Montage durch Fachpersonal und den dazu notwendigen Gerätschaften müsste mein Kunde obszön tief ins Portemonnaie greifen. Dieses Geld soll er mal lieber in Raumakklimatisierung, Akustikoptimierung und regelmäßige Expertenwartung stecken.
 
Falls dein Kunde Helfer hat (200 kg Belastbarkeit pro Stück):

Fluegelrollbretter.jpg
 
  • #10
Schönheitswettbewerb gewinnen? :konfus: ?
 
  • Like
Reaktionen: Robinson
  • #11
Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber bis dahin halte ich das für eine Urban Legend.

Das liegt daran, dass du noch nicht so lange im Geschäft bist und noch nicht so viel gesehen hast.



Meine beiden Boliden aus dem vorletzten Jahrhundert sind jedenfalls stabil genug, dass ich mir über ein abbrechendes Bein keine Sorgen mache, so wie auch noch keiner der Klavierbauer, die mal bei mir waren, dieses Problem sah.

Es ist nicht der Flügel. Es sind die Leute, die ihn bewegen. Glaub mir, das passiert recht häufig, dass irgendwelche unsensiblen Helfer einen Flügel mit Schwung über einen Boden schieben und dabei nicht auf Fugen achten. Das lernt man schon im ersten Lehrjahr. Klavierbauer kennen dieses Problem also sehr gut.

Flügelbein.jpg
 
  • Like
  • Sad
Reaktionen: Peter, Bernhard Hiller und Sabrina-von-der-Ostsee
  • #12
collapsed-piano.jpg
 
  • Like
  • Sad
Reaktionen: Austro-Diesel und Sabrina-von-der-Ostsee
  • #13
Hört bitte auf, solche Fotos hier zu posten:angst:. Das ist doch nur was für Klavier-Masochisten:-(.
 
  • Like
Reaktionen: St. Francois de Paola, Alter Tastendrücker, Sabrina-von-der-Ostsee und 2 andere
  • #14
Auf beiden Bildern sind Konzertflügel mit großen Rollen zu sehen, ergo: Pfoten weg davon :-D

Natürlich hast Du recht: Transporteure sind des Teufels. Unsachgemäße Behandlung von Gegenständen hat immer das Potential für ein Desaster, egal ob Bagger, Auto oder Flügel. Wobei der erste Unfall schon geradezu nach Slapstick aussieht, als ob jemand den Flügel von hinten mit Karacho geschoben hat und da leider eine Kante im Weg war.

Das zweite Foto sieht auch eher danach aus, dass die Ursache von dem Unfall nicht das abgebrochene Bein war, sondern der Flügel über die Bühnenkante gerollt ist, weil er nicht arretiert war und dabei dann das Bein abgebrochen ist.

So oder so, beide Beispiele spiegeln nicht eine potentielle Gefahr für abbrechende Flügelbeine wider, weil sie langsam über einen glatten Parkettboden geschoben werden. Ich bin auch ziemlich sicher, dass der ehemalige Cheftechniker von Steinway Austria nicht beim Schieben mitgemacht hätte, wenn er darin eine Gefahr gesehen hätte. OK, kann natürlich sein, dass der das erste Lehrjahr verschlafen hat.
 
  • Like
Reaktionen: Austro-Diesel
  • #15
Wobei der erste Unfall schon geradezu nach Slapstick aussieht, als ob jemand den Flügel von hinten mit Karacho geschoben hat und da leider eine Kante im Weg war.
Na, genau das passiert ja immer wieder. Im Laufe der Zeit wurde ich schon öfter damit konfrontiert, das sind keine Einzelfälle. Aber ausschließlich und immer in Institutionen, nie bei Privatkunden. Selbst bei wirklich professionell anmutenden Veranstaltungsorten kann das passieren. Dort sind zwar eigentlich immer die gleichen Leute für den Transport bzw. das Verschieben zuständig. Aber irgend ein Blödmannsgehilfenanwärterassistent findet sich an solchen Orten immer, der meint, er müsse mal eben Platz schaffen für was weiß ich auch immer. Das sind oft die gleichen Gestalten, die ihre Instrumentenkoffer mit Schmackes auf die schwarze Hochglanzfläche wuchten.
Ich bin auch ziemlich sicher, dass der ehemalige Cheftechniker von Steinway Austria nicht beim Schieben mitgemacht hätte, wenn er darin eine Gefahr gesehen hätte. OK, kann natürlich sein, dass der das erste Lehrjahr verschlafen hat.
Was hat der damit zu tun? Kein Klavierbauer war an dem Schieben beteiligt. Wir wissen nämlich, dass das schief gehen kann und wie man es richtig macht. Auf dem ersten Foto sieht man ja, dass da nur eine ganz kleine Kante ist, um den roten Teppich zu fixieren bzw. eine Stolperfalle zu vermeiden Genau darüber dürften die Schwachmaten gestolpert sein. Mit Schwung und Anlauf. Weil muss ja schnell gehen.
 
  • Like
Reaktionen: Austro-Diesel
  • #16
Das zweite Foto sieht auch eher danach aus, dass die Ursache von dem Unfall nicht das abgebrochene Bein war, sondern der Flügel über die Bühnenkante gerollt ist
Nö,. da hat das Podium nachgegben (2015 in Frickingen).
 
  • Like
Reaktionen: Austro-Diesel
  • #17
Sind in solchen Fällen die Flügel noch reparabel? Also mit genug Anstrengung und Austausch ist ja alles reparabel (das Schiff des Theseus), aber dabei bricht doch bestimmt alles mögliche. Wie hält so eine Gussplatte so eine Erschütterung aus?

Gruuuuuselig. Bei den Fotos fühlt man richtig mit 😅
 
  • #18
Sind in solchen Fällen die Flügel noch reparabel? Also mit genug Anstrengung und Austausch ist ja alles reparabel (das Schiff des Theseus), aber dabei bricht doch bestimmt alles mögliche. Wie hält so eine Gussplatte so eine Erschütterung aus?

Gruuuuuselig. Bei den Fotos fühlt man richtig mit 😅
Im Fall von Frickingen kam der Flügel gleich wieder auf die Beine (Gussplatte, Resonanzboden und Mechanik blieben offenbar heil), und das Konzert konnte wie geplant stattfinden:


Angela Hewitt hatte leider weniger Glück (finaler Plattenbruch):

 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: SternimMeer und Austro-Diesel
  • #20
Transporteure sind des Teufels.

Oder unwissende Flügelbesitzer.

Vor vielen Jahren habe ich den auf Messinguntersetzern mit Filz stehenden Bösendorfer mit meinem Sohn um etwa 80 cm verschoben. Micha hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, da hätte ich aber Glück gehabt, dass kein Bein abgebrochen ist.

als ob jemand den Flügel von hinten mit Karacho geschoben hat und da leider eine Kante im Weg war.

Ist doch kein Wunder, dass die Rolle an diesen Kanten hängenbleibt.
;-)


Bildschirmfoto 2026-01-28 um 05.43.02.png
 

Zurück
Oben Unten