Teflongleiter für Flügel mit großen Rollen gesucht

  • #41
Ein Centennial, egal in welcher seiner mannigfaltigen Versionen innerhalb der limitierten Herstellungsreihe, ist kein "D".

Es ist eine von zwei Inkarnationen eines Steinway-Konzertflügels (der andere war das model/style III), bevor dann 1884 die komplette Neukonstruktion eines Konzertflügels vorgestellt wurde und dieser als erstes dann auch in den Auslieferungsbüchern als "D" bezeichnet wurde.

Diese Version, gebaut zwischen 1884 und 1892, wurde von Theodore F. Steinway und Henry Ziegler entworfen und mit einigen Iterationen (Länge, Saitenlängen, Mechanikverfeinerungen) zu dem, was heute als D-Flügel bezeichnet wird.

Die erste Variante war noch 269cm lang und hatte abweichend von heute noch drei Diskantfelder mit Frontduplexskalen.

Zu Bewundern hier:

 
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  • #42
Centennial D 1877 ohne Rim - gebautes Gehäuse - in der "plain"-Version, schlicht, samtschwarz
 

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  • #43
Um mal eine Vorstellung davon zu bekommen: sieht der so aus und klingt auch etwa so wie das folgende Prachtstück?


Meiner hier sieht nicht so aus, denn der "Brownie" ist ein Fancy Grand, die "schönere" Version mit Schnitzverzierungen und durchbrochenem Notenpult, sowie "Löwentatzen"-Beinen. Unserer hier ist ein normaler "plain" Flügel in samtschwarz, glattes Notenpult, konische Beine mit Quadratquerschnitt.

Die Fancys ab 1880 haben dann den Rim und keine Löwentatzen mehr, sondern die "Hydranten"-Beine - preiswerter zu fertigen.

Meiner sieht "ganz normal" aus, fast wie die moderneren Konzertflügel, mit dem unterschied, dass der Steinway D "Neu" gestuft ist nach hinten, ab der Klaviaturmechanik.

Betreffs Klang könnte das sein ... schwer zu beurteilen, mit der Kompression von YT. Dem oben portraitierten Fancy D sehr ähnlich ist das Instrument für Richard Wagner in der Villa Wahnfried - und dessen Klang habe ich mal in Düsseldorf frappant als Zwilling meines Flügels erkannt.

Mir scheint, dass der Klang des Brownies hier etwas härter, kräftiger ist als meiner - möglicherweise hat er andere, modernere Hämmer bekommen mit der Sanierung? Schwer zu sagen.

Die Centennials haben noch merklich leichtere Hämmerchen im Vgl. zum modernen D. Das "leichtere" dürfte auch auf die frühen modernen D zutreffen, denn an der Mechanik wurde mehrfach gearbeitet, wie Peter vom Clavierhaus es zurecht benannte.

Noch ein Unterschied besteht für mich in der Ausrüstung mit dem Klangholz - heutige Sitka-Fichte versus bis in die 1920er Jahre die Appalachen-Weißfichte. Die ich für schöner, heller und auch etwas haltbarer ansehe. Aber sie ist nicht mehr verfügbar, die Manie der Player-Roll-Pianos hatte das Klangholz der Appalachen erschöpft. Auch Richard Wagners Flügel hat die originale Appalachenfichte. Das kann man hören ... Da die meisten Centennials in den USA stehen, und da dort in aller Regel alte Reso-Böden herausgerissen werden - statt ausgespänt -, gibt es nur noch sehr wenige Centennials mit originaler Klangausrüstung. Meiner war ganz lange in Schottland - dort hat er sein Appalachenholz behalten, es ist nun ausgespänt. Meinen habe ich von modernen zu schweren Hämmerchen "zurückgerüstet" auf 80 bis 100 Jahre alte originale Steinway-Hämmer. Mit wundervollem Klangergebnis.
 
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  • #45
Och Fischersmann, ol' pal,

das Ding ist für mich prima in Ordnung. Es war im Anschaffungspreis plötzlich mit drin, wurde bei Anlieferung Flügel einfach mitgeliefert <achselnzucken>

Ich Döspaddel hatte darüber beim Flügelkauf gar nicht mal nachgedacht, hatte hier am alten Klavier nur so einen ururalten toitschen vierrollbeinigen Bürostuhl in schwarz... Bin da eben einfach anspruchslos ... kreuzbrav westfälisch ...

Diese Klavierbank passt in der Satin-Optik, und quietscht nicht. Popometrisch isses auch angenehm. Ich wiege zwar zZt ü100, aber soo breit ist der Achtersteven dann auch nicht. Es muss da für mich kein Protz-Thron herumstehen...
Ich hab da keine Klagen. Die Bank tut es fein, auch nach 15 Jahren quietscht da nix.

... allerdings kriegen hier alle Besucher, wie sie neu hereinschneien, einen Ersteinlauf - don't touch the piano..., was die Bank einschließt, nichtmal Kaffe wurde drauf gekleckert.
Nur die Enkelin (9 mon) ist noch nicht richtig instruiert, dat kommt noch.

Was sollte ich denn sonst da hinstellen? Genarbtes Büffelleder? ;-)
 
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  • #46
... so ein Hockerchen vor diesem Trum Flügel? ... :-D
... na ist da im Wort "Trum" nicht ein kleines A vergessen?
:012:
Et is immerhin ein Centennial D, egal was andere dazu erzählen, teils wohl mit'n bisschen ansätzlich diskreditierendem Zungenschlag, scheint mir.

So "limitiert" ...
Was ja stimmt, mit einst nur 424 Stück damals in einer absatztechnisch flauen Phase. Also seltener als eine BMW R 90 S, seltener als ein kurzer Raketchen-Benz W126 560 SE mit dem dicken Motor M117.985 300 HP.
Hat also nicht jeder.
Von den Centennial D sind mir nur ca. 45, knappe 50 bekannt, mit Standort und Seriennummer.

Von den neueren D gibt es weitaus mehr.

... aber ich muss ja mein Klavier nicht vermieten oder verkaufen.

"Limitiert" - was jedoch nicht stimmt, wollte da wer insinuieren, das Ding sei iwie minder.

Subjektiv fand ich längs all der Jahre dann drei Klaviere, die dem Drachen hier gleichkommen, ebenbürtig waren. Nur ein einziges..., in Edinburgh am Hafen beim Meister Cameron einen Flügel, den ich subjektiv klar besser fand. 275er Bösendorfer in Pyramid Mahoganny, frisch austriakisch saniert. Mit Etikett 63.000 GBP.
Was ich bei weitem hier nicht bezahlen brauchte.
Klar, auch Geschmackssache, Affe, Seife.
 
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  • #47
Meiner hier sieht nicht so aus, denn der "Brownie" ist ein Fancy Grand, die "schönere" Version mit Schnitzverzierungen und durchbrochenem Notenpult, sowie "Löwentatzen"-Beinen. Unserer hier ist ein normaler "plain" Flügel in samtschwarz, glattes Notenpult, konische Beine mit Quadratquerschnitt.
Die konischen Beine hatte er auch von Anfang an? Aus dieser Zeit hätte ich runde Beine erwartet.
So wirkt er erstaunlich modern.
 
  • #48
Die konischen Beine hatte er auch von Anfang an? Aus dieser Zeit hätte ich runde Beine erwartet.
So wirkt er erstaunlich modern.
Das "plain"-Design war Standard ab ca. 1866, meine ich mal irgendwo gelesen zu haben. Es ist seidenmatt schwarz, und die Beine sind leicht konisch, im Querschnitt quadratisch.
Davor gab es bei praktisch allen Tafelklavieren und Flügeln die Gehäuseausführung in Schnörkel, Mahagoni bzw. nach US-Diktion "rosewood"- mit den Löwentatzenbeinen in S-Form geschwungen.

Was sie änderten, waren ca. alle paar Jubeljahre diese "fancy"-Ausprägungen, die ganz oft im Standard-Mahagoni bestellt wurden, braunes Deckfurnier. Von Anbeginn 1853 bis 1880 waren es die geschwungenen Löwentatzenbeine, von Tafelklavieren und Flügeln, für Uprights kann ich es nicht sagen, weil die nicht in meinem Fokus sind.
Das Fancy-Design war für die etwas wohlhabenderen Bürgerschichten, die im "parlor" , im Empfangssalon, meist auch zeigen wollten, was man so hat.

1880 dann - mit dem Rim-Gehäuse auch für die C- und D-Flügel - kamen im Fancy-Design die Löwentatzen weg, und es kamen die Hydrantenbeine -die allerdings sind im Hauptprofil rund, mit Längsrillen dann versehen. Das ließ sich drechseln und fräsen. Die Löwentatzen zuvor waren aufwendige Handarbeit mit der Kontur plus den Schnitzereien.

Dass das "Plain"-Design modern wirkt, hat einen kleinen Nachteil - ich vermisse akustisch das bessere, durchbrochene Notenpult derer Fancys, habe immer mal Anläufe unternommen, mir das Pult irgendwoher zu besorgen, aber letztlich nicht abgedrückt.
 
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  • #49
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  • #50
... na das wäre mir eher eine schicke Programmiererei in EXAPT oder direkt im DIN-ISO 66025, und ab damit auf die Stichelfräse mit einer dünnen Opferplatte drunter.

Bzw. im Vorfeld etwas Pfiffiges, ein Pixelbild strukturiert in Linien und Bögen wandeln zu können - ich habe sowas schon mal in meiner Ingenieursjugend programmiert, in Fortran77 damals. Einen aus dem CAD Medusa in Punktkoordinaten übergebenen Konturzug umzusetzen in eine APT-Sprache. ...

Eine Dekupiersäge habe ich allerdings ... Erbe meines Herrn Papa, der sich die aus einem Scheibenwischermotor und einer Laubsäge mal selber baute - und dann unser Söhnchen darauf impfen wollte ... Auf die Bohrerei, das ständige Einfädeln, Ausfädeln, Einspannen, Ausspannen mit dem Sägeblatt habe ich aber iwie wenig Nerv.

Als Progger war ich mal Boss des CNC-Programmierens der Krupp Widia. Trägerwerkzeuge. Drehmeißel. Systemwerkzeuge. Wendeschneidplatten. Vollhartmetall-Bohrfräser, u.a. an Fünfachs-Maschinen ... da fällt sowas in ca. 13 Minuten raus... statt von Hand an der Dekupiersäge in 3 oder 13 Tagen ...

Ich bin faul.
Ein guter Progger ist immer faul.
Das muss auch "anders" gehen...
Da ist mal klar ein höherer Automatisierungsgrad anzustreben.
Und u.U. auch noch ein Geschäftsmodell ...
Wenn man genügend Interessenten hätte ... denen ein durchbrochenes Notenpult a la Steinway 1880 einen Achtziger wert wäre...

Man könnte das so ausbauen, dass man ein fast beliebiges Bild auf S-W- wandele, dem Kunden vorlegte, na solle es so "luftig" werden? Dann (nach Auftrag & Bezahlung) ab in die CNC-Fräse ...

Mit Handlings-Automatisierung (Füttern der Fräse mit Robbie, Entladen dto. Robbie) wäre das sogar ein schicker Garagen-Nebenerwerb.
 
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  • #53
Um mal eine Vorstellung davon zu bekommen: sieht der so aus und klingt auch etwa so wie das folgende Prachtstück?

Das Prachtstück mit neu lackierter Gussplatte, frisch vernickelten Stimmnägeln und dem wunderschön hochglänzenden Polyesterkorpus.

Das sieht so aus und klingt garantiert so wie das Original, das seinerzeit die Manufaktur in Queens verlassen hat. Ganz bestimmt.
 
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  • #54
Hm, man sollte vielleicht einen kleinen Zwinker anfügen. Hinterher nimmt noch einer das für bare Münze.

Die Praktiken von so manchen (US-)Restauratoren wären uU. mal einen eigenen RIESEN-Thread wert - und auch die Bude da am 1 Steinway Place müsste damit rechnen, hierbei Fett abzubekommen ...

... but it's all about the money.
Geht damit los, dass so manche Resto finanziert wird, und das Instrument der Bank als Sicherheit dient. Diese wird zuvor oft - in Ermangelung anderer Sicherheiten - auf dem späteren Ausstellen einer Originalitäts-Bescheinigung /-Zertifikat .... tüü deli düü ... beharren, um sicherzugehen, dass sich im Falle einer eventuellen Nichtbedienung des Kredits das Ding dann auch fei(n)(st) abverkaufen ließe.
 

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