Stücke die mehr verdient hätten

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Troubadix
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Hallo!

Ich möchte hier Stücke sammeln, die zu euren absoluten Lieblingsstücken gehören, aber in der heutigen Konzertpraxis so gut wie nie zur Aufführung kommen und auch sonst eher unbekannt sind. Manchmal geht es mir so, dass ich zufällig beim durchhören von CDs oder stöbern auf Youtube auf Stücke stoße, die mir bislang unbekannt waren und die mich einfach überwältigen. Dann habe ich mich schon öfter gefragt, warum dieses oder jenes Stück nicht zum Standard-Repertoire gehört bzw. völlig ignoriert wird. Es ist aber immer wieder eine Freude, wenn man eine solche Perle findet und für sich entdeckt!

Bitte beschränkt euch immer nur auf ein Stück pro Beitrag und bitte keine Aussagen wie „Das Gesamtwerk von...“ oder ähnliches. Schön wäre auch, wenn ihr kurz beschreiben könntet, warum euch das Stück so gut gefällt. Im Optimalfall könnt ihr einen Youtube-Link angeben und einen Link, unter dem man die Noten sich ansehen kann, sollten diese frei und legal verfügbar sein. Nicht vergessen, das Stück muss eher unbekannt sein! Vielleicht können wir ja zumindest den einen oder anderen Konzertpianisten hier im Forum zu einem der Stücke motivieren.:)

Ich mach mal den Anfang mit folgendem Stück: Tschaikowski - Thema und Variationen in F-dur op.19 No.6

Ich wollte mir einmal eine Einspielung von Tschaikowskis Klavierkonzert zulegen und kaufte die Einspielung von Andrei Gavrilov (war übrigens meine erste Klassik-CD). Als quasi Zugabe waren auch besagte Variationen auf der CD. Das Stück beginnt mit einem einfachen und wunderschönem Thema, ein schönes Beispiel für ein trauriges Dur, zumindest empfinde ich es so. In der zweiten Variation wandert die Melodie in den Bass und wird in der rechten Hand von Girlanden begleitet, die hier zum ersten Mal bei mir ein haltloses Gefühl auslösen. Die dritte Variation reißt mich dann völlig davon. Die vierte erinnert etwas an Schumann durch ihre schnellen Staccato-Akkorde. Die sechste ist ein nettes Fugatto. Variation sieben und acht bilden eine wunderschöne Einheit die mir völlig die Luft raubt. Die neunte ist dann im Mazurka-Stil Komponiert mit einer kleinen Kadenz im Mittelteil. Über Variation 11 steht „Alla Schumann“, eine marschartige Variation mit für Schumann typisch punktiertem Rhythmus die Attacca in die letzte Variation und das furiose Presto-Finale führt welches schließlich einen triumphalen Abschluss bildet. Wenn ich könnte, würde ich das Stück sofort lernen, leider ist der Schwierigkeitsgrad aber recht hoch, jedenfalls deutlich zu hoch für mich. Für einige von euch wird das aber machbar sein.

Noten: Das letzte Stück in folgender Sammlung
http://erato.uvt.nl/files/imglnks/usimg/9/9b/IMSLP34841-PMLP44335-Tchaikovsky_op19_6_Pieces__excerpts_.pdf

Einspielung: Ich habe auf Youtube nur zwei Einspielungen gefunden, diese hier gefällt mir besser. Es ist auch die, die ich zu Hause habe. Leider ist der letzte Akkord abgewürgt! YouTube - ‪Andrei Gavrilov plays Tchaikovsky Theme and variations F major Op19 No 6‬‏

Ich bin gespannt auf eure Kommentare und Stücke!

Viele Grüße!
 
rolf
rolf
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ein paar zu selten gespielte (teilweise auch hierzulande zu selten gespielte) Stücke:
Richard Wagner: eine Sonate für das Album von Frau M.W. As-Dur
Leos Janacek: auf verwachsenem Pfad
Robert Schumann: Etüden in Form von Variationen über ein Thema von Beethoven
Karol Szymanowski: Etüden
Franz Liszt: Czardas macabre
Bela Bartok: Rhapsodie für Klavier
Kazimierc Serocki: Praeludien Suite
Frederic Chopin: die Kindheits- und Jugendpolonaisen
Wagner/Busoni: Siegfrieds Tod und Trauermarsch (Transkription)
Wagner/Brassin: Feuerzauber (Transkription)
Max Reger: Donauwalzer Metamorphosen
 

pppetc
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die sind doch auch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. überhaupt publiziert worden, wenn ich mich richtig entsinne?!

ja, klar, bei Henle - ich glaub in ner Auflage von zwotausend Stück odder was (Christoph - korrigier
mich bitte - ich find das Zeuchs grad nich.... Du weißt schon); und wenn Du nun bedenkst, daß ja
nun ne ganze Menge Exemplare für die Bibliotheken draufgehn - wieviel Leute haben sich denn
dann in den ganzen Jahren überhaupt diese Noten gekauft? Ein paar Hundert? Weltweit?!?
 
rolf
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Etüden in Form von freien Variationen über ein Thema von Beethoven WoO 31
 
rolf
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Tjap - als ich das zum ersten Mal hörte, hab ich geheult.
Ich war 15 oder 16, als ich das durch Zufall im Radio zum ersten Mal hörte - und total gebannt: ich hab da reglos und völlig fasziniert zuhören müssen. Daran erinnere ich mich deshalb, weil ich von Schumann zu der Zeit eigentlich nichts wissen wollte, sondern mich nur für Brahms, Chopin, Liszt, Rachmaninov und Skrjabin interessierte - aber die Etüden/Variationen hatten mich echt umgehauen. Später hab ich sie auch gerne gespielt.

Allerdings genauso ging es mir beim ersten Hören von Janaceks auf verwachsenem Pfad, und den Zyklus liebe ich bis heute!
 
T
tornado12
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Den Reinecke hatte ich gespielt, da ich doch mit der rechten (wegen Verletzungen) nicht spielen konnte. Da habe ich mir alles gegriffen, was das IMSLP hergibt :D:D:D:D
 
pppetc
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Den Reinecke hatte ich gespielt, da ich doch mit der rechten (wegen Verletzungen) nicht spielen konnte. Da habe ich mir alles gegriffen, was das IMSLP hergibt :D:D:D:D

Ja, heute leider bloß noch dort - immerhin, besser als nix.
Ich hatte die Noten gleich zwomal - und hab beide Exemplare verschenkt;
an Leute, dies dann doch nie gespielt haben - such is life....
 
 

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